Covid-19-aktuell (20.12.2020)

Das Virus bestimmt auch heute das Tagesgeschehen. Obwohl man die Horrormeldung kaum noch ertragen kann, sind gezielte Informationen möglicherweise Überlebenswichtig.

Höchster Anstieg der Neuinfektionen in Großbritannien

Heute 17:53 Uhr

In Großbritannien sind heute 35.928 Neuinfektionen gemeldet worden. Das ist der höchste Anstieg seit Beginn der Pandemie. 326 weitere Menschen verstarben an den Folgen einer Infektion mit dem Coronavirus. Gestern meldeten die Gesundheitsbehörden mehr als 27.000 Neuinfektionen und 534 Todesfälle.

Die britische Regierung hat die Beschränkungen in London und dem Südosten Englands wegen der Verbreitung einer neuen, sich schnell verbreitenden Virus-Variante verschärft.

Kommentar:

Obwohl in meiner unmittelbaren Umgebung noch niemand an oder mit Corona verstorben ist und ich Krebserkrankungen lediglich vom Hörensagen her kenne, bin aber dennoch von der Existenz beider Krankheiten überzeugt.

Experten sehen keinen Einfluss der Impfwirksamkeit durch Virusmutation

Heute 14:15 Uhr

Die Wirksamkeit des Corona-Impfstoffes wird durch die in Großbritannien aufgetauchte neue Variante des Virus nach Expertenansicht vermutlich nicht entscheidend beeinträchtigt. „Ich sehe da derzeit keinen Grund für Alarm“, sagte Richard Neher vom Biozentrum der Universität Basel. Auch Andreas Bergthaler von der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (CeMM) in Wien hält die derzeitige Entwicklung nicht für „wahnsinnig alarmierend“. Dass Mutationen auftauchen, sei nicht ungewöhnlich. Derzeit wisse man nicht, ob die beobachteten Veränderungen die Eigenschaften des Erregers überhaupt entscheidend verändern. Mit Blick auf die Wirksamkeit der Impfung betonen die Experten, dass der Impfstoff eine Immunreaktion gegen gleich mehrere Virusmerkmale erzeugt. Veränderungen einzelner Merkmale würden deshalb nicht dazu führen, dass das Immunsystem den Erreger nicht mehr erkenne, sagte Neher. Man müsse die weitere Dynamik genau beobachten.

Impfstoff-Zulassung-„Spahn hat Druck ausgeübt“

von Britta Spiekermann und Adriana Hofer. ZDF Nachrichten. Der Chef der Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft, Ludwig, kritisiert die Schnelligkeit der Impfstoff-Zulassung. Er spricht auch von „Druck von Seiten der Politik“.

Der Vorsitzende der Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft kritisiert Bundesgesundheitsminister Spahn. Er habe frühzeitig einen Termin für Impfstoff-Zulassungen genannt.

„Dass wir diese schnelle Impfstoff-Entwicklung erlebt haben, ist ein großer Vorteil für uns“, sagt Professor Wolf-Dieter Ludwig, der Vorsitzende der Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft. Denn man brauche den Impfstoff dringend.

Allerdings stellt sich die Frage: Ist dieser Impfstoff wirklich ausreichend gut geprüft worden, sodass wir dann auch diejenigen, die sich jetzt impfen lassen, so informieren, dass sie eine selbstbestimmte Entscheidung treffen und überzeugt sind, dass es die richtige Maßnahme für sie ist?

Wir müssen unbedingt sehr gründlich jetzt die Nebenwirkungen, die auftreten, registrieren und wir müssen sie dokumentieren und dann auch frühzeitig darüber informieren.

„Wir werden sehr viel lernen, jetzt, nachdem der Impfstoff zugelassen ist und die Impfprogramme starten. Wir werden Nebenwirkungen sehen, die in den Studien nicht aufgetreten sind. Ganze 20.000 Menschen sind mit diesem Impfstoff bisher weltweit geimpft worden. Jetzt werden in Kürze Hunderttausende geimpft. Und wir haben ja erste Meldungen aus Großbritannien über allergische Reaktionen. Deswegen ist dort auch die Fachinformation geändert worden. Leute mit bekannten Allergien und schweren anaphylaktischen Reaktionen sollten diesen Impfstoff nicht bekommen. Aber ich glaube, es ist jetzt viel zu früh. Wir müssen, und das ist, glaube ich, das Entscheidende, wir müssen unbedingt sehr gründlich jetzt die Nebenwirkungen, die auftreten, registrieren – und wir müssen sie dokumentieren und dann auch frühzeitig darüber informieren.“

Professor Wolf-Dieter Ludwig.

WHO: Europa soll Corona-Maßnahmen verschärfen

Die Weltgesundheitsorganisation WHO hat ihre europäischen Mitgliedsstaaten angesichts einer neuen Variante des Coronavirus in Großbritannien zu einer Verschärfung ihrer Corona-Maßnahmen aufgerufen. „In Europa, wo die Übertragung hoch und weit verbreitet ist, müssen die Länder ihre Kontroll- und Vorbeugemaßnahmen verstärken“, sagte eine Sprecherin der WHO-Europa am Sonntag.

Außerhalb Großbritanniens wurden bisher elf Fälle der Virus-Mutation gemeldet, die deutlich ansteckender sein soll als das bisherige Virus – neun in Dänemark und je einer in den Niederlanden und Australien. Mehrere europäische Staaten kündigten daraufhin an, die Flugverbindungen aus Großbritannien einzuschränken. Die britische Regierung verhängte in London und Südostengland eine Ausgangssperre.

Premierminister Boris Johnson zu der Virus-Mutation:

Die Virus-Mutation ist nach britischen Behördenangaben bis zu 70 Prozent ansteckender als die bisher bekannte Form und weitet sich vor allem in London und Südostengland rasant aus. Für die Region ordneten die Behörden einen Shutdown mit Ausgangs- und Reisesperren an. Premierminister Boris Johnson hatte am Samstag betont, es gebe aber keine Hinweise darauf, dass Impfstoffe gegen die Mutation weniger effektiv seien.

Ausgangssperre auch über Weihnachten

Um das Virus einzudämmen, gilt seit heute in der Hauptstadt London und weiten Teilen Südostenglands ein harter Shutdown mit Ausgangssperren, auch über die Weihnachtstage. Mehr als 16 Millionen Menschen sind betroffen. Hancock schloss nicht aus, dass die schärferen Maßnahmen der sogenannten Stufe 4 „in den kommenden Monaten“ in Kraft blieben.

Einschränkungen bis zum 6. Januar?

Wie mehrere Medien unter Berufung auf Insider berichteten, will Deutschland den Flugverkehr mit Großbritannien bereits ab Mitternacht einstellen. Die Einschränkung soll demnach vorerst bis zum 31. Dezember gelten, an weiteren Regelungen werde noch gearbeitet. Zudem strebe Merkel auch auf dem See- und Schienenweg eine Abriegelung an. Anfang der Woche soll die EU über die komplette Einstellung des Personenverkehrs zwischen dem europäischen Festland und dem Königreich entscheiden. Waren sollen allerdings weiter transportiert werden dürfen, heißt es in einem Bericht der „Bild“-Zeitung.

Ein Sprecher des Bundesinnenministeriums schrieb auf Twitter, die Bundespolizei sei bereits angewiesen worden, Reisende aus Großbritannien und aus Südafrika „systematisch zu kontrollieren“. Diese müssten sich daher auf längere Wartezeiten an den Grenzen einstellen. Die Maßnahmen würden mit den Gesundheitsämtern abgestimmt. Die Bundespolizei warnte ebenfalls auf Twitter, nur wenn unbedingt erforderlich solle noch nach Großbritannien gereist werden, denn „es kann sein, dass der Flugverkehr eingestellt wird“.

Zum Schluss ein Tipp für Weihnachtsgeschenke, die man eher zurückhalten sollte:

Verbraucherzentrale: Warnung vor Gutscheinen für Events

Konzerttickets oder Gutscheine für Restaurantbesuche und Wellness-Wochendenden sind beliebte Weihnachtsgeschenke. 2020 ist dabei jedoch Vorsicht geboten: „Dieses Jahr muss man sich, glaube ich, zweimal Gedanken machen“, sagte der Chef des Verbraucherzentrale Bundesverbands, Klaus Müller, der Deutschen Presse-Agentur.

Oft sei unklar, wann der Beschenkte einen Gutschein angesichts der Einschränkungen in der Corona-Pandemie überhaupt einlösen könne.
Außerdem müsse man überlegen, ob etwa ein Konzertveranstalter die Krise überhaupt überlebt. Wer jetzt eine Theater- oder Konzertkarte verschenkt, riskiert, dass das Event wegen der Pandemie nicht stattfindet. Normalerweise können sich Verbraucher den Ticketpreis dann erstatten lassen – wenn Unternehmen dies noch stemmen können.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.