Fast 30 Jahre sind es her, seitdem das wohl profilierteste Theaterstück von Herborns Ehrenbürger Walter Schwahn letztmals zu sehen war. 1997 erlebten die Besucher im Hof der Hohen Schule die tragischen Geschehnisse einer Stadt in den Klauen der Pest.
Gesetzestreue versus Menschlichkeit , Nächstenliebe contra starre Bürokratie-es sind die dramatischen Einzelschicksale, die an diesem Stück so faszinieren. Es ist eine Geschichte, die man im Kern auch heutzutage immer wiederfindet. Das war der Grund und vor allem höchste Zeit, dass „Tod und Leben“ wieder einmal auf dem Spielplan steht. Die Regie übernimmt erneut Albert Follert, der von Adelheid Simmer unterstützt wird. Quelle: Kulturscheune Herborn.
Herborns wohl bekanntester Bänkelsänger Thomas Jopp (links) mit seinem Adlatus kündigt auf dem Herborner Wochenmarkt das Ereignis an.
Drei Künstler an einem Abend: Jonny vom Dahl, Katharina Stahl und Leah Weigand gestalten in Herborn einen klangvollen und lyrischen Concert-Abend. Katharina Stahl tritt am Samstag, 12. September 2026 um 19.30 Uhr mit Leah Weigand in der Aula des Johanneum-Gymnasiums Herborn (Otto-Wels-Straße) auf. Als dritter Künstler sorgt Jonny vom Dahl mit seiner Band für gute Unterhaltung. Im Rahmen der „Bunten Fahnen Tour“ gibt er ebenfalls an diesem Abend ein Konzert in der Aula. Einlass ist um 19 Uhr, Karten gibt es jetzt online im Vorverkauf.
Ein Leben ohne Musik ist für Katharina Stahl unvorstellbar! Mit ihrer Musik schafft sie einen Soundtrack für das Leben ihres Publikums. In Herborn tritt sie in einer einzigartigen Kombination mit Leah Weigand auf. Die Dichterin, Autorin und Spoken-Word-Künstlerin Weigand rückt mit poetischer Sprache und großer Sensibilität Themen in den Vordergrund, die berühren. Als Poetry Slamerin verzaubert sie mit ihren Texten. Jonny vom Dahl ist Sänger und Musiker. Einem größeren Publikum ist er über die Talent-Show „The Voice of Germany“ 2016 bekannt geworden. Der in Marburg lebende Künstler ist nach vier Single-Veröffentlichungen 2024 und einem Album 2025 mit seinen neuen Songs auf „Bunte Fahnen“-Tour.
Das besondere Konzert wird ein schöner Auftakt zu „DAS FEST!“ – dem Kirchentag an der Dill. Eintrittskarten gibt es online im Vorverkauf zu 15 Euro. An der Abendkasse kosten die Tickets 20 Euro.
Am 20. September 2026 (Sonntag) wird Herborn wieder im Oldie-Rausch sein. Der „Förderverein des Lions Club Herborn-Schloss“ richtet die 4. Herborn Schloss Rallye als Old-und Youngtimer-Treffen in der historischen Altstadt aus.
Die historische Herborner Altstadt mit ihren Fachwerkhäusern ist die perfekte Kulisse für die Rallye.
Bevor die rund 100 alten und nicht ganz so alten zwei und vierrädrigen Schätzchen auf dem Marktplatz zu besichtigen sind, gehen die auf eine sportliche 60 Kilometer-Tour zu den heimischen Seen wie Ulmtalsperre, Krombachtalsperre Heisterberger Weiher und Aartalsee. Allerspätestens um 11.30 Uhr werden auch die letzten die Innenstadt erreicht haben müssen. Die ab dann hochgefahrenen Sicherheitspoller machen eine Einfahrt in die Stadt nicht mehr möglich.
Derweil haben die fleißigen Helfer, um ihren Tour-Leiter Dieter Jung aus Sinn, schon alles im Schatten des historischen Rathauses vorbereitet. Es gibt Wein, Wurst, Kaffee und Waffeln. Der Nachwuchs darf sich auf den legendären Minitraktoren vergnügen und für den richtigen Sound sorgt das Schulorchester der Herborner Comeniusschule.
Die „Lions Herborner Schloss“ Veranstaltung steht wie gewohnt unter dem weltweiten Lions-Motto „We Serve“ – „Wir dienen.“ Das heißt, auch in diesem Jahr sollen die Erlöse der Rallye wieder heimischen Vereinen und im Besonderen dem Elisabeth-Hospiz, Dillenburg gespendet werden. Das setzt jedoch voraus, dass sich möglichst viele Sponsoren an der mildtätigen Aktion beteiligen.
Für den Betrag von 100 Euro bekommt der Spender einen doppelseitigen Aufkleber mit dem jeweiligen Sponsorenname und der Starnummer für eines der teilnehmenden Fahrzeuge (für den Kleber nur auf einer Seite werden 50 Euro fällig). Natürlich können die Teilnehmer auch ihre Fahrzeuge sponsern und somit ihre Startnummer mit eigenen Werbeaufdrucken versehen. Eine Sponsorenrechnung für den Fiskus ist obligatorisch. „Wir hätten gerne noch mehr Sponsoren für die Herborn-Schloss-Rallye und im Fahrzeugfeld sind auch noch genügend Plätze frei“, sagte Dieter Jung.
Die Oldie-Karawane wird sich am 20. September um 9 Uhr vom Herborner Festplatz aus in Bewegung setzen. So werden die schönen Fahrzeuge auch unterwegs ein Highlight auf den heimischen Straßen sein.
Anmeldungen können gerne an Eckhard Blöcher, Mail: info@herborn-schloss-rallye.de gesendet werden. Wer mehr Informationen über den Veranstalter und die Veranstaltung wissen möchte findet diese unter www.herborn-schloss-rallye.de. sig/Archiv-Foto: Gerdau
Berlin. Ich kenne diese Stadt seit fast 50 Jahren. Und es kotzt mich an was aus dieser einst so schönen Stadt gemacht wurde!
Ernsthaft. Ich war unzählige Male dort, kenne Berlin so gut wie das Siegerland. Den Alex, den Ku’damm, den Zoo, das Nicolaiviertel, Kreuzberg, Neukölln, Spandau, den Prenzlauer Berg, den Görli, das Cotti, den Graefekiez — ich bin durch diese Stadt gelaufen wie durch mein Wohnzimmer. Da war Charme, da war Leben, da war Großstadt mit Ecken und Kanten aber mit Herz. Berlin hat sich nie verstellt und genau das hat diese Stadt ausgemacht. Und heute? Müll. Dreck. Und Kriminalität an jeder Ecke. Diese Stadt sackt ab. Und zwar nicht langsam, sondern mit Vollgas.
Und dann machst du montags morgens den Rechner an und liest DAS: Erschossen. Vor dem Bahnhof Zoo. In der Nacht.
Kurz vor Mitternacht, Hardenbergplatz. Da wo tagsüber tausende Touristen rumlaufen, wo die Busse abfahren, wo man abends noch schnell zum Primark rübergeht. Ein Streit zwischen mehreren Männern eskaliert. Schüsse. Ein 30-Jähriger sackt zusammen. Die Sanitäter versuchen ihn zu reanimieren, direkt auf dem Pflaster. Bringt nichts. Er stirbt da. Die Täter? Weg. Die Mordkommission ermittelt.
Kennt ihr den Film „Wir Kinder vom Bahnhof Zoo“? Genau DA. Damals ging es um Drogen und kaputte Jugendliche. Heute wird da geschossen. Und gestorben.
Und das ist nicht der einzige Fall diese Woche. Nicht mal annähernd.
Freitagabend, Kreuzberg. Ein 22-Jähriger sitzt vor einem Café, ganz normaler Sommerabend, draußen, Getränk vor sich. Einer kommt, schießt auf ihn, haut ab. Notoperation. Hat überlebt. Knapp.
Sonntag, 6 Uhr morgens, Marzahn. Schüsse auf einen Friseurladen UND den Nachtclub nebenan. Um SECHS morgens!
Selbe Nacht, Neukölln. Einschusslöcher in der Scheibe einer Gaststätte.
Und dann der Knaller aus dem Märkischen Viertel — da ballert einer mit Waffen aus dem Fenster in die Luft. Einfach so. Spezialkräfte vom LKA müssen anrücken und die Bude stürmen.
Das ist Berlin im Sommer 2026. Unsere Hauptstadt. Es ist SCHLIMM wie diese Stadt verkommt!
Bevor jetzt alle durchdrehen — eine Sache muss man dazusagen. Das ist meistens kein Irrer der wahllos in die Gegend ballert. Die Polizei sagt selber, dass ungefähr die Hälfte dieser ganzen Schießereien mit Erpressung zu tun hat. Schutzgeld. Da werden Läden kaputtgeschossen und Geschäftsleute bedroht, bis sie zahlen. Ein Milieu, das seine Probleme mit scharfen Waffen löst. Auf offener Straße. In Deutschland. 2026.
Die Zahlen dazu sind irre. Über 1.100 Schusswaffendelikte in Berlin. In EINEM Jahr. Rund 515 Mal wurde tatsächlich geschossen. Das ist mehr als einer am Tag. JEDEN Tag. Berlin da deutschlandweit ganz vorne mit dabei. Nichts worauf irgendwer stolz sein kann.
Der Senat hat zwei Sondereinheiten gegründet, „Ferrum“ und „Telum“, die genau diese Netzwerke jagen sollen. Über 120 Verfahren laufen. Die Innensenatorin redet von „null Toleranz“ und „roter Linie“.
Ja. Und in der Nacht ist trotzdem wieder einer gestorben. Vor dem Bahnhof Zoo.
Dazu kommen noch hunderte Messerdelikte in der Stadt — aber das ist nochmal ein eigenes Thema, das spreng ich hier jetzt nicht auch noch auf.
Bei uns im Siegerland regen wir uns auf wenn ne Zufahrt gesperrt wird oder der nächste Kreisverkehr kommt. Und in Berlin schießen die sich nachts gegenseitig über den Haufen.
Übrigens: Der Hardenbergplatz, wo in der Nacht zum Montag der Mann erschossen wurde, liegt nur wenige Meter vom Breitscheidplatz entfernt. Da, wo 2016 der Terrorist Anis Amri mit einem LKW in den Weihnachtsmarkt an der Gedächtniskirche fuhr, 13 Menschen tötete und dutzende verletzte. Ich war damals an dem Tag zufällig vor Ort und habe darüber berichtet.
Mein Beileid den Hinterbliebenen und mein PFUI denen, die für diese Zustände teils die größte Verantwortung tragen!
Den Beitrag habe ich im Netz gefunden und hoffe, dass viele Menschen ihn lesen werden.
Die Aussage eines Vertreters der Polizeigewerkschaft passt zum Thema
Die einzige Fangschreckenart Mitteleuropas breitet sich durch den Klimawandel zunehmend nach Norden aus.
Gabriele Knips gelang in ihrem Garten der fotografische Schnappschuss dieses seltenen, grazilen Insekts.
Die Europäische Gottesanbeterin (Mantis religiosa) ist in Deutschland streng geschützt und wurde 2017 zum Insekt des Jahres gewählt. Sie fasziniert durch ihre Haltung, ihre Jagdtechnik und ihre Anpassungsfähigkeit.
Weibchen bis 8 cm, Männchen bis 6 cm
Farben von Grün bis Braun, selten fast Schwarz
Dreieckiger, beweglicher Kopf
Dornenbesetzte Fangarme für blitzschnelle Jagd
Schwarzer Fleck an den Vorderhüften als Abwehrmimikry
Das faszinierende Insekt bevorzugt warme, sonnige Lebensräume wie Waldränder und Trockenrasen. Es jagt Heuschrecken, Grillen und andere Insekten – gelegentlich sogar kleine Eidechsen. Dank perfekter Tarnung bleibt es oft unentdeckt.
Nach der Paarung kommt es häufig zu sexuellem Kannibalismus. Die Weibchen legen bis zu 300 Eier in einer schaumigen Oothek (Eipaket), die den Nachwuchs über den Winter schützt. Im Frühjahr schlüpfen die Nymphen und häuten sich mehrfach bis zur Geschlechtsreife.
Ursprünglich aus Afrika stammend, ist die Art heute im gesamten Mittelmeerraum verbreitet. In Deutschland existieren stabile Populationen in Baden‑Württemberg, Rheinland‑Pfalz, Hessen, Saarland sowie im Osten um Berlin und Brandenburg. Der Klimawandel begünstigt ihre weitere Ausbreitung.
Infokasten Status: gefährdet (Rote Liste) Schutz: streng geschützt nach BNatSchG Größe: 6–8 cm Lebensraum: warme, offene Standorte Besonderheit: sexuellem Kannibalismus Oothek: bis 300 Eier
Freizeitreiter Breitscheid veranstalteten ihr jährliches Zeltlager
Aus dem Küchencontainer verteilt sich ein toller Essensgeruch über das Gelände der „Freizeitreiter Breitscheid 1980 e.V.“ Es ist Mittagszeit und die 37 Mädchen und Jungen haben schon einen Mordshunger. Köchin Danny Magnus ist in ihrem Element und das natürlich wie alle Aktiven des Vereins ehrenamtlich. Das Zeltlager, dass die Freizeitreiter einmal pro Jahr für Kinder ausrichten, hat bereits Traditionscharakter. Zahlreiche heutige Mitglieder hatten einst hier ihre ersten Kontakte mit Pferden und sind dabeigeblieben.
Auch die 1.Vorsitzende Katrin Benner, die diesen Job bereits sei 20 Jahren macht, kam so schon sehr früh in die Medenbacherstraße in Breitscheid. Ein fester Mitarbeiterstamm sowie zwei Reitlehrerinnen garantieren den perfekten Ablauf der Reitstunden Montag, Mittwoch, Freitag und Samstag. Die Mittwoche sind den Reitschülern der Breitscheider Fritz-Philippi-Schule vorbehalten, mit der die Freizeitreiter einen Kooperationsvertrag hat.
In den vergangenen sieben Tagen stand jedoch der Spaß im Vordergrund. Mit und ohne Pferd hatten nicht nur Reitschüler einen Mordsgaudi und die Übernachtungen in den Zelten am Rande des Reitgeländes waren schon ein Erlebnis für sich. Die zwangsweisen entstehenden Kosten für Verpflegung, Schwimmbad oder Kinobesuche und vieles mehr, werden von den Eltern gedeckt und der gesamte Aufenthalt von AWO, Lahn-Dill-Kreis und andere mit Spenden unterstützt. Besonders die elterliche Kuchenspenden kamen sehr gut an.
Katrin Benner und Yannick Konrad
Bereits in der aufwändigen Vorbereitungsphase für das Lager brachten sich neben den Vereinsmitgliedern auch Eltern stark ein. Da wurde das schöne Vereinsheim auf Vordermann gebracht und die notwendigen Nahrungsmittel für die kommende Woche eingekauft. So flutsche der Rest wie geschmiert. Die einheitliche Meinung der Freizeitreiter: „Ohne diese große Unterstützung Eltern und Freunde wäre eine solche Veranstaltung kaum zu schaffen.“
Die vier Schulpferde des Vereins plus zwei Pferde aus Privatbesitz genießen die Zuwendung der jungen Reitschüler. Besonders bei der vorherrschenden Hitze konnte man beobachten wie die Vierbeiner eine kalte Dusche genossen. Die Tiere haben in ihren Ruhephasen freien Auslauf und mobile Ställe, die sich laut Jens Benner hervorragend bewährt haben. Auch der große Reitplatz nahe des Vereinsheimes ist erste Sahne. Katrin Benner träumt auch von einem überdachten Longierplatz, der aber noch das Budget sprengt. Der diesjährige Sommer mit Dauersonnenschein lässt vergessen, dass der Westerwald aber auch ganz schön feucht sein kann und dafür wäre ein Dach schon Klasse.
Danny Magnus in ihrem Element„Mir ist es zu heiß. Jetzt gehe ich in den Stall.“
Das vereinseigene Sattelhäuschen beherbergt alle nötigen Reitutensilien streng jedem Pferd zugeordnet. Dies sei nicht nur aus hygienischen Gründen notwendig, sondern erleichtere auch die Zuordnung zu den jeweiligen Pferden, sagte die 1.Vorsitzende.
Die 1. Vorsitzende Katrin Benner
Am vergangenen Freitag (7. August) gab es dann den heißersehnte Showabend mit Pferden, Zirkuszauber und vielen Überraschungen. Sogar eine Brutzelbude hatte ihre Pforten geöffnet. Ob Groß oder Klein, alle hatten einen Riesenspaß und als es dunkel wurde, saßen viele um das gegenüber dem Wald gut gesicherte Lagerfeuer.
Was dem Außenstehende schon nach kurzer Zeit besonders auffällt ist der Zusammenhalt unter den Freizeitreitern. Bei allem was sie machen spürt man, dass es mit Herzblut passiert. Bis auf ein Vereins-Vergleichsturnier im Jahr geht alles ohne Druck und Hektik. Dann messen sich die Reitschüler untereinander. Die Freizeitreiter sind von leistungssportlichen Ambitionen jedoch Lichtjahre entfernt und das soll auch so bleiben.
Vor den Erfolg haben die Götter den Schweiß gesetzt.
Katrin Benner: „Uns ist sehr wichtig, dass gerade Kinder aus Familien, die nicht im Überfluss leben, in unseren Verein eintreten und auch an unseren Zeltlagern teilnehmen.“ Schon ab dem 4. Lebensjahr können Kinder in die Ponyschule aufgenommen werden. Die Jugendarbeit überhaupt steht für alle an erster Stelle und man kann sich von der Hingabe aller Verantwortlichen gegenüber Schützlingen und den Tieren überzeugen.
Das Zeltlager
Weit geht der Blick über das Töpferdorf Breitscheid und nicht nur die Reitschüler, sondern auch die Vereins-Aktiven sind stolz und glücklich hier oben ihrer Leidenschaft, dem Pferdesport, nachgehen zu können. Die markante Glocke ertönte und schon kamen aus allen Ecken die Zeltlagerkinder und strömten an die Essentöpfe. Auch der neue parteilose Breitscheider Bürgermeister Yannick Konrad (34) hatte es sich nicht nehmen lassen, sich über die Aktivitäten der Freizeitreiter Breitscheid vor Ort zu informieren. Die Einladung zum Mitessen nahm er ebenfalls gerne an.
Ein lesenswerter Erlebnis-Beitrag, der die Vorgänge in Ceuta in einem realistischen Licht und subjektiv ebenso wie ungeschminkt beleuchtet. Den Beitrag habe ich im Netz gefunden und da ich ein großer Fan des nordafrikanischen Landes und seiner Menschen bin, war er mir Wert ihn hier zu posten. sig
Mahmud Habasch Keno schreibt:
Ich habe viele Jahre in Marokko gelebt und bin über Melilla nach Spanien eingereist. Deshalb kann ich über die Migrationskrise in Marokko aus Erfahrung und mit Objektivität sprechen.
Der massive Ansturm auf Ceuta, der vor einigen Tagen stattfand und zur Einreise von etwa fünfzigtausend Migranten sowie zum Ertrinken von etwa 36 Menschen führte, verdient eine tiefgehende Analyse der Struktur dieser Gesellschaften.
Fakten über Marokko – negativ wie positiv:
Marokko ist hinsichtlich seiner Natur schöner als alle europäischen Länder. Es verfügt über lange, warme und wunderschöne Strände am Atlantik und am Mittelmeer, die Touristen aus der ganzen Welt anziehen. Außerdem gibt es Wälder, Berge und Täler von außergewöhnlicher Schönheit und Faszination.
Sex ist in Marokko weitaus leichter verfügbar als in Europa. Deshalb kommen junge Menschen nicht aus diesem Grund nach Europa, wie es bei anderen Völkern der Fall ist.
Korruption ist in Marokko deutlich und weit verbreitet vorhanden, doch sie ist kein Grund zur Flucht, weil diese Korruption allen Vorteile verschafft.
Die Wirtschaft wächst schnell, die Löhne sind im Vergleich zu vielen anderen Ländern gut, und Arbeitsmöglichkeiten gibt es für jeden, der arbeiten möchte. Kein Syrer ist mittellos nach Marokko gekommen, ohne das Land später als Eigentümer von Vermögen zu verlassen. Daher ist die emotionale Behauptung, wirtschaftliche Verhältnisse seien der Grund für die Migration, nicht richtig. Wir sprechen hier über Marokko und nicht über Somalia.
Politisch ist Marokko wie die meisten anderen autoritären arabischen Staaten. Doch junge Menschen interessieren sich nicht für Politik oder Meinungsfreiheit, da diese außerhalb ihrer Träume liegen.
Was die Stabilität betrifft, so ist Marokko ein sicherheitspolitisch sehr gut organisiertes Land, in dem Sicherheit und Ordnung herrschen – etwas, das Touristen stets bemerken.
Was ist also der Grund für die Migration?
Ich werde nicht die klassischen Erklärungen nennen, sondern eine tiefere psychologische Dimension ansprechen, die mit der Prägung dieser Gesellschaften zusammenhängt.
Die tiefere psychologische Dimension ist die aus meiner Sicht verzerrte religiöse Erziehung dieser Gesellschaften. Seit frühester Kindheit wird ihnen die Vorstellung des Paradieses vermittelt. Jede gute Tat wird mit dem Ziel vollbracht, einen Platz im Paradies zu gewinnen. Dadurch entstehen Gesellschaften, die auch auf der Erde nach einem Paradies suchen.
Europa ist für diese Gesellschaften das irdische Paradies. Der Übergang auf die andere Seite des Mittelmeers wird empfunden wie der Übergang ins Jenseits, in dem alles auf chaotische Weise erlaubt sei – Frauen wie Huri, Alkohol rund um die Uhr.
Das Problem wird noch dadurch verschärft, dass diese Gesellschaften europäische Frauen als erlaubt betrachten, weil sie ungläubig seien, und ihr Vermögen als legitim ansehen, weil Europa ihre Länder einst kolonisiert und ausgeplündert habe. Fragt man jemanden aus Nordafrika, warum er in Europa stiehlt, wird er antworten: „Weil sie auch unsere Länder bestehlen.“
Europäer, Amerikaner, Chinesen und Japaner arbeiten und leben nach der Realität, um ihr Leben zu verbessern und die Gesellschaft weiterzuentwickeln. Die islamischen Gesellschaften hingegen arbeiten ausschließlich mit dem Ziel, das Paradies zu erlangen. Wenn jemand einem Armen hilft, dann nicht aus seinem Gewissen heraus, sondern um sich einen Platz im Paradies zu sichern, während ein Japaner aus Güte und Moral hilft.
Das Konzept des Paradieses sowie die Vorstellung, Ehre und Eigentum anderer als erlaubt anzusehen, ist eine Idee der Eroberung, die seit Tausenden von Jahren in diesen Gesellschaften verwurzelt ist. Deshalb erreichten sie einst sogar Al-Andalus, und ihre Denkweise habe sich nicht verändert. Das zeige sich heute in der Migration, die wie ein Eroberungszug verlaufe.
Gesellschaften leben mit einer Mentalität der Stammesmobilisierung, wie wir sie in Syrien sehen, sowie mit einer Mentalität von Eroberung, Plünderung und Raub. Deshalb sei auch die syrische Revolution schnell in diesen Sumpf geraten. Dies sei die Mentalität aller arabischen und islamischen Länder – wenn auch in unterschiedlichem Ausmaß.
Die Reform dieser Gesellschaften erfordert große Anstrengungen, eine religiöse Erneuerung und die Bekämpfung der Drogen. Dieselben jungen Migranten, die behaupten, sie würden vor dem Hunger fliehen, geben den größten Teil ihres Geldes für Haschisch, Drogen und Frauen aus. Und wenn sie Europa erreichen, ist das Erste, was sie fordern, die Einführung der Scharia.
Der Gebrauch von verunglimpfenden Begriffen bei Demonstrationen, einschlägigen Veranstaltungen oder „nur“ bei politischen Diskussionen hat mittlerweile einen inflationären Charakter angenommen. Anstelle von sachlichen Argumenten treten Schlagwörter die erschlagen und jede vernünftige Unterhaltung im wahrsten Sinne des Wortes im Ansatz ersticken.
Der unbeteiligte Beobachter kann sich nicht selten des Eindrucks erwehren, dass dabei ein Vokabular verwendet wird, über dessen Bedeutung die Benutzer selber nur rudimentäres Wissen besitzen. Sprechchöre rufen „Nazis raus“, „Alerta“ und ähnliche „Kampfbegriffe.
Wenn also jemandem „vorgeworfen wird, rechts zu sein“, meint man damit keine mathematische Richtung, sondern eine politische Einordnung. Der Vorwurf ist meist kritisch gemeint und bezieht sich auf bestimmte politische Haltungen oder Werte.
Der Ausdruck bezieht sich auf das politische Spektrum, in dem „rechts“ für konservative, traditionelle und ordnungsorientierte Positionen steht.
Damit entfernt man sich jedoch weit von der Realität. Typische Merkmale rechter Politik sind: Tradition & konservative Werte, Betonung von Eigenverantwortung, Restriktivere Einwanderungspolitik, Starke Polizei und innere Sicherheit.
Der Begriff „rechts“ wird demnach im Alltag oft nicht neutral, sondern abwertend verwendet. So wirft man jemand vor zu unsozial, hart oder unmodern zu denken oder zu nationalistisch oder ausgrenzend zu argumentieren. Auch prangert man an, gesellschaftliche Veränderungen abzulehnen und zu stark auf Ordnung statt Freiheit zu setzen. „Du bist rechts!“ ist in der Regel oft wie eine negative Zuschreibung, nicht wie eine neutrale Beschreibung.
In der Regel wird negiert, dass „Rechts“ nicht automatisch extrem ist.
„Rechts“ wird im Alltag unscharf verwendet und nicht selten mit konservativ gleichgesetzt. Manche nutzen es auch als politische Kategorie oder um jemand abzuwerten. Konservativ bedeutet jedoch die Bewahrung von Traditionen, Betonung von Familie, Ordnung, Stabilität, Skepsis gegenüber schnellen gesellschaftlichen Veränderungen. Den Rechtsstaat, Demokratie und Grundrechte werden von Konservativen jedoch voll akzeptiert. Patriotismus ist möglich, aber nicht nationalistisch und beim Dauerthema sind Konservative der Meinung, dass Migration gesteuert werden soll, lehnen aber Abwertung von Menschen ab. Fazit: Konservativ ist legitim, demokratisch und Teil des normalen politischen Spektrums.
Rechtsextreme sind antidemokratisch und verfassungsfeindlich. Sie lehnen die Demokratie ab, reden von Ungleichwertigkeit von Menschen (Rassismus, Antisemitismus) und von Nationalismus sowie völkischem Denken. Rechtsextreme billigen Gewalt und Verschwörungsideologien, lehnen Pressefreiheit sowie Justiz, Parlament ab. Dennoch: Jeder Neonazi ist rechtsextrem — aber nicht jeder Rechtsextreme ist ein Neonazi.
Linksextrem bedeutet: Ablehnung der parlamentarischen Demokratie, Ablehnung des Rechtsstaats („repressiver Staat“Ziel: revolutionärer Umsturz). Gewalt gegen Sachen oder Personen wird legitimiert. Feindbild: Polizei, Staat, Kapitalismus. Sabotage, Brandanschläge, militante Aktionen sind gängige Mittel. Fazit: Linksextrem ist antidemokratisch — links demokratisch.
Schlagwörter
Der Ausdruck „alerta alerta antifascista“ stammt aus dem Spanischen und lässt sich ins Deutsche übersetzen mit: „Achtung, Achtung – Antifaschistinnen und Faschisten!“ Dabei bedeutet „alerta“ so viel wie „Alarm“ oder „Wachsamkeit“, und „antifascista“ steht für „Antifaschisten“ Der Doppelruf dient als Appell, wachsam zu sein, sich zu organisieren und sich gegen Faschismus zu stellen.
Der Begriff Faschismus ist von italienisch fascio abgeleitet, was „Bund“ bedeutet. Der Historiker Fritz Schotthöfer beschrieb ihn 1924 als „gewissermaßen inhaltsleer“, da er „so gut wie nichts über das Wesen dessen aus[sagt], was faschistisch ist oder sein soll“. Darin unterscheide sich dieser -ismus entscheidend von anderen Ismen, wie Konservatismus, Liberalismus oder Sozialismus. „Ein fascio ist ein Verein, ein Bund“, daher wären Faschisten wörtlich übersetzt „Bündler“ und „Faschismus“ wäre Bündlertum.
Um meine Ausführungen zu vervollständigen hier vielleicht noch ein paar Sätze über den Islam und den Islamismus
Der Islam ist eine monotheistische Religion, die auf der Überzeugung basiert, dass es nur einen Gott (Allah) gibt und dass Mohammed sein letzter Prophet ist. Er ist eine der drei großen abrahamitischen Religionen und umfasst Glauben, Lebenspraxis, Ethik und Gemeinschaft.
Aber es gibt auch den Islamismus
Er ist eine politische Ideologie, die einen islamischen Staat, auch Gottesstaat genannt, und eine umfassende, islamische Lebensordnung nach den Grundsätzen der Scharia etablieren will. Diese Ideologie wird auch als islamischer Fundamentalismus bezeichnet. Hierbei wird nur die eigene Vorstellung von der Auslegung des Islam als gültig angesehen. In Deutschland wird nur ein geringer Teil der Muslime gleichzeitig als Islamisten eingestuft: Der deutsche Verfassungsschutz geht von ein bis drei Prozent aller 3,3 Millionen muslimischen Bürgerinnen und Bürger aus. Wiederum ein Bruchteil dessen wird als „gewaltbereit“ eingestuft.
Was ist Dschihad?
Häufig fällt im Zusammenhang mit islamistischen Terroristen der Begriff „Dschihad“ oder „heiliger Krieg“. Damit wird zumeist die im Koran benannte Pflicht für gläubige Muslima und Muslime gemeint, ihre Religion zu verteidigen. Radikale Islamisten möchten dies auch mit Waffengewalt umsetzen, obwohl der Koran verbietet, andere Menschen und sich selbst zu töten.
Man kann Begriffe wie Islam und Islamismus nicht gleich verwenden. Während Muslime als Anhänger des Islam die damit verbundenen Praktiken mehr oder weniger stark befolgen, sind Islamistinnen und Islamisten ideologisch geprägt. Sie streben die Veränderung der Gesellschaft nach ihren Vorstellungen mit radikalen Mitteln an. sig/Foto: Gerdau
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