Biker feiern Gottesdienst

Motorradgottesdienste erfreuen sich schon seit vielen Jahren großer Beliebtheit unter den Bikern. Auch am 9. Juni 2024 (Sonntag) bis 10 Uhr werden wieder viele „schwere Jungs“ mit ihren chromblitzenden Boliden im Hof der Herborner FeG in der Konrad-Adenauer-Straße 66 eintreffen, um anschließend mit dem bekannten Motorradpfarrer Jörg Sahm einen zünftigen Gottesdienst zu feiern.

Pastor Jörg Sahm

Als Pastor einer FeG verkündete der einst Gottes Wort bis er erkannte, dass man die Menschen da abholen muss wo sie sind. Logischerweise verknüpfte er daraufhin Hobby und Berufung und ist heute unter anderem als Motorrad-Missionar unterwegs.

So wie im vergangenen Jahr wird es auch am 9. Juni wieder im Hof der Herborner FeG aussehen.

Im Anschluss an den Gottesdienst, an dem hoffentlich auch Nicht-Biker teilnehmen, wird es ein gemeinsames Mittagessen geben und im Anschluss eine obligatorische Ausfahrt mit den schweren Maschinen. sig/Fotos: Gerdau

Die Rosenbäume blühen

Noch sind nicht alle Blüten des Rosenbaums (griechisch: Rhododendron) in unserem Garten geöffnet. Mit seiner wunderschönen Farbenpracht zählt er zu den wichtigsten, aber auch anspruchsvollsten Blütensträuchern in deutschen Gärten. Bei idealen Lichtverhältnissen musste heute die Canon R 10 ran. Die Ergebnisse erfreuen nicht nur Botaniker-Herzen.

sig

Gedruckt erlaubt, geschmiert verboten

Es ist Wahlkampf und der tritt gerade in seine heiße Phase. Die Parteien werben mit großen Plakaten, um ihre Kandidaten fürs Europaparlament.

Ist dabei alles erlaubt, fragte sich ein Bürger als er ein Wahlplakat der Grünen in seiner Stadt ansah. Ein durchgestrichenes Hakenkreuz nicht geschmiert, sondern gedruckt mit dem Slogan „Mach Nazis ein Kreuz durch die Rechnung“ und „Machen was zählt“, hatte seinen Unmut erregt.

Wahlplakat der Grünen zur Europawahl. Aufgehängt in einer hessischen Kleinstadt

Der wissenschaftliche Dienst des Deutschen Bundestages erklärt folgendes:

Immer wieder befassen sich deutsche Gerichte bis hin zum Bundesverfassungsgericht mit dem sogenannten Kennzeichenverbot (§ 86a StGB1). Danach ist es strafbar, Kennzeichen verfassungswidriger und terroristischer Organisationen zu verbreiten oder öffentlich, in einer Versammlung oder in verbreiteten Inhalten zu verwenden.2 Kennzeichen in diesem Sinne sind „namentlich Fahnen, Abzeichen, Uniformstücke, Parolen und Grußformen“ (§ 86a Absatz 2 StGB).

Aber: DerBundesgerichtshof relativierte dies bereits in einer Pressemitteilung in 2007.

Das Ergebnis:

Durchgestrichenes Hakenkreuz kein verbotenes Kennzeichen

Das Landgericht Stuttgart hatte den Inhaber eines Unternehmens wegen Verwendens von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen nach § 86 a StGB zu einer Geldstrafe verurteilt. Er hatte für die Punkerszene Aufkleber, Anstecker und ähnliche Gegenstände vertrieben, auf denen nationalsozialistische Kennzeichen in einer Form abgebildet worden sind (Durchstreichen, Zerschmettern u. a.), dass bereits aus der Darstellung die Gegnerschaft zum Nationalsozialismus deutlich wurde.

Der 3. Strafsenat hat das Urteil aufgehoben und den Angeklagten freigesprochen. Zur Auslegung des § 86 a StGB hat er ausgeführt, dass der Tatbestand zu weit gefasst ist und der Einschränkung bedarf. Dies war bereits im Gesetzgebungsverfahren erkannt, die Eingrenzung der Vorschrift im Einzelfall aber der Rechtsprechung überlassen worden. Dementsprechend hatte der Senat schon in früheren Entscheidungen bestimmte Kennzeichenverwendungen ausgenommen, bei denen sich aus den Umständen ergeben hatte, dass der Schutzzweck des Gesetzes ersichtlich nicht verletzt war. Nunmehr hat er entschieden, dass der Gebrauch des Kennzeichens einer verfassungswidrigen Organisation auch dann nicht von § 86 a StGB erfasst wird, wenn bereits der Inhalt der Darstellung in offenkundiger und eindeutiger Weise die Gegnerschaft zu der Organisation und die Bekämpfung ihrer Ideologie zum Ausdruck bringt. Dies gilt selbst dann, wenn solche Artikel aus kommerziellen Interessen massenhaft vertrieben werden. Die Befürchtung des Landgerichts, rechtsextreme Personen könnten diese Lockerung des Verbots ausnutzen und ihrerseits derart abgeänderte Kennzeichen verwenden, hat der Senat nicht geteilt. Er ist davon überzeugt, dass Anhänger rechtsextremer Organisationen Darstellungen, in denen solche Kennzeichen in gegnerischer Zielrichtung verwendet werden, als Verhöhnung der ihnen „heiligen“ Symbole empfinden und selbst nicht gebrauchen würden.

Der Senat hat die Sache selbst abschließend entschieden. Bei den vom Angeklagten vertriebenen zahlreichen Artikeln war – mit einer Ausnahme – eindeutig und offenkundig die Gegnerschaft zum Nationalsozialismus deutlich gemacht worden und daher der Tatbestand nicht erfüllt. Lediglich bei einer CD-Hülle war die Distanzierung allerdings nicht auf den ersten Blick erkennbar und daher unzureichend. Doch hat der Senat ausgeschlossen, dass dem Angeklagten angesichts der besonderen Umstände insoweit ein entsprechender Vorsatz nachgewiesen werden könne, und ihn insgesamt freigesprochen.

LG Stuttgart – 18 KLs 4 Js 63331/05 – Entscheidung vom 29. September 2006. Urteil vom 15. März 2007 – 3 StR 486/06.

Jedoch gilt:

Wer auf ein Wahlplakat beispielsweise ein Hakenkreuz oder andere verbotene Symbole malt (ob durchgestrichen oder nicht), macht sich neben der Sachbeschädigung unter Umständen auch wegen der Verwendung von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen strafbar und das heißt: Es erfolgt eine Anzeige und der Staatsschutz steht vor der Tür.

Begründung: Wer Wahlplakate beschmiert oder entfernt macht sich strafbar. Wer dazu noch Symbole wie Hakenkreuze darauf schmiert, bekommt es mit dem § 86a StGB1zu tun und das kann sehr wehtun. Ob ihm ein Durchstreichen des Nazi-Symbols strafmildernd zugute kommen würde, ist die Frage und letztlich eine Richter Entscheidung. sig

Dialekt-Festival in Wissenbach

Hessens Vielfalt zum Klingen bringen – das ist die Devise des Dialekt-Dachverbands und Hessens neuer Landesregierung. Hessens Heimatminister  Ingmar Jung hat dazu aufgerufen, die Dialekte des Landes zu erhalten und ihre Zukunft zu gestalten. Das MundART-Festival am 11. Mai ab 14 Uhr in der Mehrzweckhalle in Eschenburgs Ortsteil Wissenbach (Forsthausstraße 22) startet Hessens Heimatminister Ingmar Jung zusammen mit dem Dachverband und vielen Akteuren.

Das Programm

Auf der Bühne

In der Werkstatt

Im kleinen Saal im Obergeschoss gibt es Gespräche zu folgenden Themen und Zeiten:

  • 15:15 „Platt schreiwe“ (Jürgen Piwowar)
  • 16:15 Mundart macht Schule (Olaf Kromm)
  • 17:15 Bausteine für einen Mundart-Gottesdienst (Ronald Lommel)
  • 18:15 Mittelhessisch für Zugereiste, Touristen und Volkshochschule (Andreas Stahl)

Info-Stände – Der Markt der Mundart-Möglichkeiten

Der Eintritt ist frei, Spenden erwünscht.

Ideen zur Zukunft der Herborner „Hohe Schule“

Geschichtsverein Herborn stellt sein „Neues
Museumskonzept“ vor.

Im Rahmen der Jahreshauptversammlung hat der Herborner Geschichtsverein seine
Ideen zur Zukunft der Herborner „Hohe Schule“ vorgestellt, die der Vorstand in den
letzten Wochen entwickelt hat.

Inhaltlich sieht das Konzept die Konzentration auf fünf Themen vor.
Alle Exponate der Ausstellung sollen einen klaren Bezug zu Herborn haben.
Mit Originalen wolle man die Bedeutung Herborns und der Hohen Schule für die
geschichtliche und kirchliche Entwicklung Europas unterstreichen und
Zusammenhänge aufzeigen.
„Dieses Konzept können wir in den bisherigen Räumen umsetzen, dennoch haben wir
eine Alternative entwickelt, die den gesamten Gebäudekomplex der Hohen Schule
einschließt“, erläutert der Vorsitzende Klaus Schreiner und betonte „dies ist nur als
Vorschlag und als Beitrag für den Diskurs über die künftige Nutzung der historischen
Bausubstanz zu verstehen.“

Der Gebäudekomplex der Hohen Schule besteht aus der Aula, dem Turm (Zugang zum
Museum), dem Mensagebäude (bisher als Restaurant genutzt) und dem Professorenhaus (bisher als Hotel genutzt). Der Gebäudekomplex mit Hof und Brunnen ist durch ein
Eingangstor erschlossen und in sich geschlossen.
Nach den Ideen des Vorstands könnte das Mensagebäude künftig wieder durch das
Museum genutzt werden, wie vor dem letzten Umbau (1968-1971).
Dieses könnte für den neuen Eingang, einen kleinen Museumsshop und für wechselnde
Ausstellungen genutzt werden. Vorteil wäre ein barrierearmer Zugang zum Museum.
Perspektivisch könnte die Erschließung der Räume in den oberen Stockwerken durch
einen Aufzug an der Rückseite des Mensagebäudes erfolgen.
„Das Professorenhaus kann künftig dem Stadtmarketing und einen Museumscafe
dienen“, erläuterte Hans-Dieter Wieden.
„Dies hätte den Vorteil, dass die Stadtpolizei in die Räume der Stadtmarketing GmbH
einziehen könnte und die Bahnhofsgaststätte als Gaststätte oder Vereinstre] genutzt
werden kann.“
„Wir freuen uns auf den Diskurs über unsere Ideen und sind gerne bereit, diese allen
Interessierten möglichst vor Ort zu erläutern“, betonte Klaus Schreiner abschließend

Sonntags-Frühstücks-Erlebnis in den Dernbach Stuben

Selbst auf die Gefahr, dass man mich für „parteiisch“ erklärt: Heute haben wir in den Herborn-Seelbacher Dernbach Stuben gefrühstückt (1. Sonntag im Monat) und es war einfach nur traumhaft. Entsprechend dem Wahnsinnsangebot waren alle Tische bereits sehr früh besetzt und den Menschen sah man an, dass es ihnen mundete.

Von leckerem warmen bis kaltem Büffet sowie erlesenen Wurstwaren und Käse ließ das reichliche Angebot an Speisen keine Wünsche offen. Den kulinarischen Köstlichkeiten sah man und schmeckte vor allem, dass sie ausnahmslos vom Chef de Cuisine Achim Betz kreiert wurden. Der anerkannte Spitzenkoch beherrscht sein Handwerk selbst bei „profanen“ Zubereitungen wie einem Frühstücksbüffet 1. Klasse.

Neben einem reichhaltigen vegetarischen Angebot, lockte ein vielfältiger Nachtisch, der das Gourmet-Herz höherschlagen ließ. Während im Kaminzimmer bereits die ersten Konfirmationsgäste eintrafen, kamen im Frühstücksaal immer noch weitere Gäste dazu, so dass der perfekte Service alle Hände voll zu tun hatte.

Fakt ist: Ein solch unnachahmliches Frühstücksangebot zu einem solchen Preis, gibt es nicht an jeder Ecke. Wer da nicht einmal zum Probeessen erscheint, hat etwas verpasst.

Wir werden heute nichts mehr zuhause essen können. Da würde auch gar nichts mehr reinpassen. Am Sonntag in vier Wochen sind wir wieder dabei. Natürlich mit Reservierung. Phone: 02772 628 27. sig/Fotos: Gerdau

Neu in Herborn-das kleine Dekohaus

Mit ihrem „kleinen Dekohaus“ in der Herborner Westerwaldstraße 36 e schließen die Betreiberinnen Natasha Cloos-Schleifenbaum und Inés Möller eine Warenangebotslücke in der Bärenstadt.

Sehr schöne Wohnaccessoires (Windlichter, Kissen, Kerzenständer, Geschirr, Tischsets und Servietten und Hundegedöns (Hundeleinen und -Halsbänder, Futternäpfe, Leckerli-Taschen und vieles mehr), werden besonders die Liebhaberinnen und Liebhaber nördlicher Wohnkultur ansprechen.

Die Waren in mittleren Preislagen suchen die kreativen Frauen unter anderem bei Besuchen in Holland und Dänemark eigenhändig aus. Ihre Vorstellungen von schönem und einfallsreicherem Wohnen haben Natasha und Inés damit sehr erfolgreich in die Tat umgesetzt.

Bei unterhaltsamen Gesprächen mit gutem Kaffee, Cappuccino oder auch Tee und natürlich auch ein wenig Süßem entwickeln sich Wünsche für die Komplettierung der eigenen vier Wände mit einem besonderen Flair.

Geplant sind schon in naher Zukunft Veranstaltungen wie Frühstück und Kaffee-Nachmittage oder auch Weinabende in stilvoller Umgebung.

Die Tierliebhaberinnen haben mit ihrem ausgesuchten Warenangebot natürlich auch die vierbeinigen Lieblinge im Auge. Am Ende des Treppenaufgangs fällt das geschmackvolle „Hundegedöns“, rund um den Bedarf für Fellnasen auf. Selbstredend steht auch hier der nördliche Touch im Mittelpunkt.

Zu finden ist das „kleine Dekohaus“ recht einfach. Auf dem Gelände der Alten Molkerei, direkt gegenüber dem Bioladen von Nicole Besserer (als „Wegweiser“ steht unweit davon ein alter, weithin sichbarer Schornstein) geht es durch den Eingang des Weinhandelshaus „Korkenzieher“ in das 1. Obergeschoss.

Die Öffnungszeiten sind Dienstag bis Freitag von 11 bis 18 Uhr. Samstags ist das „kleine Dekohaus“ von 10 bis 13 Uhr geöffnet. Besuchsvereinbarung außerhalb dieser Öffnungszeiten jederzeit möglich.

Noch mehr Informationen oder Terminabsprachen mobil: 01512 898 3633. Per Mail: daskleinedekohaus@gmail.com. sig/Fotos: Gerdau  

Bonsai trifft auf Acryl und Schach

Elysium entstammt der griechischen Mythologie und bedeutet latinisiert übersetzt „Insel der Seligen“. Vom 12. bis zum 18. Mai 2024 ist die Alte Färberei in Herborn zwar nicht unbedingt eine Insel der Seligen aber sicher ein Ort, an dem sich viele Kunstinteressierte treffen, um sich die Werke des Herborner Künstlers Tom Fischer (25) anzuschauen.

Tom Fischer

Die Ausstellung, unter dem vielversprechenden Namen „Elysium“, ist die 13. in einer Reihe von Kunstausstellungen mit denen der Autodidakt unter anderen in Innsbruck, Wiesbaden und Mainz und Frankfurt unterwegs war. Seine Werke bewegen sich ausschließlich im abstrakten Bereich und bestechen durch ihre Formen und Farben. Fischer, der seine Arbeiten als „Tagträume“ bezeichnet, materialisiert diese in Acryl und in unterschiedlichen Größen auf stabilen Maler-Leinwänden.

Triptychon zum Thema Jungfrau Maria

In seiner Heimatstadt stellt er in der kommenden Woche zum zweiten Mal seine Werke einer breiten Öffentlichkeit vor. Der besondere Reiz seiner körperlosen Bilder liegt sicher darin, dass der Künstler fast hemmungslos seinen spontanen Eingebungen folgt und sich dabei unbeeinflusst von jeglicher Bevormundung verwirklicht.

Den besonderen Touch der Kunstausstellung wird sicher auch die Präsentation besonderer Bonsai-Bäumchen aus dem Bonsai-Zentrum Heidelberg bekommen. Auch eine kleine Auswahl von Meisterhand gefertigten Schachbrettern aus uraltem Eichenholz werden Könner und Liebhaber erfreuen. Getrennt von der Ausstellung sind ein Yoga- und ein Pilates-Kurs mit Kurstrainern aus Innsbruck und Berlin geplant.

Die Vernissage am 11. Mai (Samstag) um 18.30 Uhr ist der Startschuss für ein Event der Extraklasse. Weiter Infos: mobil 0173 588 6812. sig

Regierungspräsident besucht Würz

Raimund Würz (links), Peter Birkenfeld

Sichtlich begeistert zeigte sich Regierungspräsident (RP) Dr. Christoph Ullrich (63) bei seinem Besuch der Driedorf-Mademühlener Unternehmensgruppe Würz von dem Knowhow des weltweit agierenden Herstellers von Präzisions-Teilen mit großer Fertigungstiefe.
Ulrich war in Begleitung des Driedorfer Bürgermeisters Carsten Braun, den Mitgliedern des Driedorfer Gemeindevorstandes sowie dem Vorsitzenden der Gemeindevertretung Markus Topitsch gekommen. Der Eigentümer der Gruppe Raimund Würz (67), die sich aus Würz-Fertigungstechnik und Kämpfer-Würz Umformtechnik zusammensetzt, hat die Geschäftsführung seit geraumer Zeit sukzessive an den langjährigen Prokuristen Peter Birkenfeld (59) aus Bischoffen abgegeben.


Dieser stellte dem Gast aus Gießen die Fertigungsbreite der Unternehmensgruppe mit 130 Beschäftigten anschaulich vor. Die Würz-Kunden finden sich in der Fahrzeugtechnik ebenso wie in der Lebensmittelindustrie, Antriebs-und Medizintechnik oder im Wärmepumpenbau. Dr. Ullrich war beeindruckt von der Fertigungs-Präzision die sich nicht selten im Bereich von 1 bis 2 µm bewegt (ein Mü entspricht einem millionstel Meter).

Hohe Präzision. Von links: Carsten Braun, Dr. Christoph Ullrich, Referent Michael Schär, Christoph Reif, Peter Birkenfeld und Helmut Stahl.


Beim Rundgang durch die Werkshallen mit ihren rund 100 Hightech CNC-Automaten in fast klinischem Umfeld wurde noch deutlicher in welchen Dimensionen die Präzisions-Teile-Herstellung angesiedelt ist. „Wenn ich hier von Haargenau reden würde, wäre das für sie sicher eine Beleidigung“, scherzte Ulrich. In der Tat sei ein Menschenhaar mit seinen 0,05 bis 0,08 mm in den Augen der Mademühlener Genauigkeits-Spezialisten dick, bestätigte Birkenfeld.
Wer heute eine PET-Flasche mit Cola oder anderen Getränken in die Hand nimmt, denke sicher nicht darüber nach, dass sie auch mit hochpräzischen Werkzeugen von Würz hergestellt wird.
Er unterschlug dem Gast ebenfalls nicht, dass der Windkraft-Pionier Würz in Sachen Windkraft, Photovoltaik und Wärmeerzeugung aus nachwachsenden Rohstoffen sehr erfolgreich unterwegs sei. So produziert das Unternehmen mittels WKA Solar und Hackschnitzelanlagen doppelt so viel Energie wie es selber benötige.
Vor einem der großen vollständig computergesteuerten Drehautomaten erklärte Peter Birkenfeld den Besuchern so ganz nebenbei, dass Würz damit weltweit das einzige Unternehmen sei, das überhaupt in der Lage zu solchen Fertigungen sei.
Der RP besucht in großer Regelmäßigkeit die 101 Städte und Gemeinden seines Regierungs-Bezirks. Wenn er dann die Möglichkeit habe sich bei einem „Hidden Champion“ wie Würz umzuschauen, werde sein Stolz über die mittelhessische Region bestätigt. „Wir sind eine tolle Region um hier zu leben und zu arbeiten“, stellte Ullrich fest. Er finde es schade, dass viele Menschen selbst in der Nachbarschaft nichts von der Existenz von solchen High-tech-Firmen wisse.

Von links: Dr. Christoph Ullrich, Carsten Braun, Raimund Würz und Peter Birkenfeld


Es sei ganz wichtig hier eine größere Öffentlichkeit herzustellen. Dies nicht zuletzt wegen der großen Bedeutung „unserer bedeutenden Bildungs-und Wirtschaftsregion“, sagte Ullrich. sig/Fotos Gerdau

„Maikäfertreffen“ in Sinn

Das 1. Maikäferteffen – luftgekühltes Blech, das die Interessengemeinschaft „Old- & Youngtimer IG-Alter Dillkreis 2002“ gemeinsam mit dem Team des Seniorenwohnheim Mayer am 1. Mai auf der grünen Wiese vor dem Senorenheim veranstaltete, war ein voller Erfolg. Wer konnte kam oben ohne und mancher Teilnehmer schützte sich mit einem Regenschirm vor der unbarherzig strahlenden Sonne.

Viel Spaß gabs beim Sinner Oldie-Treff

Viele VW-Käfer alle mit H-Kennzeichen für Historisch (ab 30 Jahre alt)nahmen an der Veranstaltung teil. Es kamen aber auch wassergekühlte Oldies wie der alte Opel Kapitän des Herborner Urgesteins Lothar Gräb.

„Veranstaltungsleiter“ Dieter Jung aus Sinne freute sich, dass viele Fahrzeughalter dem spontanen Aufruf gefolgt waren und damit den Heimbewohnerinnen und Bewohnern einen großen Spaß bereiteten. Die Teilnehmer hatten aber mindestens genauso viel Freude an dem Treff, der wieder einmal die Möglichkeit bot Erinnerungen auszutauschen oder zu Fachsimpeln.

Die Senioren verfolgten das bunte Treiben mit Interesse und wer konnte, verschaffte sich ganz in der Nähe der alten Schätzchen einen Logenplatz.

Neben den VW-Käfern waren auch einige „Volksporsche“ genannten Karmann Cia gekommen. Auch die besaßen einen luftgekühlten Boxer-Motor im Heck. Ein Teilnehmer hatte an seinem Käfer sogar ein Eriba- Reisewohnwagen angehängt. Mit dem Gespann bewältigte er bereits die Großglockner Hochalpenstraße erfolgreich. Er räumte jedoch ein, dass sein Käfer getunt ist und einen 70 PS-Motor im Heck hat. Das Goggomobil von Glas direkt daneben, war einst das erfolgreichste Kleinstauto der Welt und galt mit seinen 13,6 PS als Wirtschaftswunderauto. Für fast 4000 DM konnten sich viele Motorradfahrer ab 1955 den Traum vom regengeschützten Fortbewegungsmittel erfüllen.

Blecherne Träume unter blühenden Bäumen, konnte man am 1. Mai vor dem Sinner Seniorenheim Mayer bewundern. sig/Fotos: Gerdau

Opel Kapitän von Lothar Gräb, Herborn

Kapitän ’51 (1951–1953)

Der Kapitän ’51 repräsentierte mit modernisierter Karosserie, ungeteiltem Heckfenster, deutlich mehr Chrom und stärkerem Motor 58 PS (43 kW) die ersten Anzeichen des deutschen Wirtschaftswunders. Der Wagen war in den 1950er Jahren äußerst beliebt und ein Statussymbol. Zeitweise lag er an dritter Stelle in der Zulassungsstatistik nach VW Käfer und Opel Olympia Rekord. Von März 1951 bis Juli 1953 wurden insgesamt 48.587 Fahrzeuge gebaut. Der Preis betrug 9250 DM (ab 1. August 1951: 9600 DM).