Erinnerung an Herborns schwärzesten Tag

Von Siegfried Gerdau

Am 7. Juli 1987 kommt es in Herborn an der Dill zu einem schrecklichen Unfall. Ein mit mehr als 30.000 Litern beladener Tanklaster rast, wegen defekter Bremsen (wie später Sachverständige feststellen) die steile Westerwaldstraße herunter und kracht in eine Eisdiele. Bei der anschließenden Explosion sterben sechs Menschen, fast 40 werden verletzt.

Binnen weniger Sekunden steht das ganze Viertel in Flammen. Die Druckwelle der Explosion legt den kompletten Straßenzug in Schutt und Asche, neun Gebäude stürzen ein.

Große Mengen Benzin laufen in die Kanalisation, entwickeln dort ein hochexplosives Gasgemisch. Verpuffungen im Abwassernetz schleudern Kanaldeckel noch in 700 Metern Entfernung hoch, auf dem nahe gelegenen Fluss Dill verteilt sich brennender Treibstoff.

Die Bilder der Katastrophe gehen um die gesamte Welt und Herborn erlangt dadurch eine traurige Berühmtheit.

1989 lässt die Stadt eine Notfallspur neben der abschüssigen Westerwaldstraße errichten. Dennoch 1992 brettert ein mit Ziegelsteinen beladener Sattelzug an der Notfallspur vorbei direkt in die Innenstadt und verletzt drei Menschen. Später wird parallel zu der Spur eine ein Meter hohe Schikane aus Beton gebaut, um Laster wirkungsvoll zu stoppen.

Der Jahrestag des schlimmen Ereignisses ist zwar vorbei, aber heute bekam ich von Bärbel Hümer ein kleines Fotoalbum. Franz Krämer, der Vater des pensionierten Polizeidirektors Rolf Krämer hatte Fotos am Unglücksort „geschossen“. Mit dem Einverständnis seines Sohnes darf ich sie in meinem Blog veröffentlichen. Danke dafür.

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