Frühlingserwachen im Aubachtal

Zum ersten Mal seit mehr als ich-weiß-nicht-wieviel-Jahren erlebe ich das heimische Frühlingserwachen in unserer Region. Der Grund: Corona hindert mich am Ausfliegen. Auf gut deutsch, ich muss mit dem A.. zu Hause bleiben. Es gibt bestimmt schlimmere Schicksale und ich mache das Beste daraus. Bei herrlichem Sonnenschein und strahlend blauem Himmel kann ich fotografieren und spazieren, dass die Linse und die Hacken qualmen. Dabei hatte ich mir immer eingebildet, dass ich meine Heimat, den „alten Dillkreis“ kenne. Stimmt nur bedingt. Meine Kinderzeit, in der ich in den Goldbergen, an der Bimmelbahn zwischen der Grube Constanze und Haiger oder am Aubach gespielt habe, ist ja leider schon ein paar Tage her. Jetzt entdecke ich mein altes Revier, dass ich mit meinen Indianerfreunden mit geschnitzten Holzmessern bis zum letzten Mann verteidigt habe, völlig neu. Zugegeben, die Cowboys von damals sind wie ich auch in die Jahre gekommen und so kann ich ruhig und gefahrlos durchs Gelände streifen. Nicht immer finde ich ich die Schlachtfelder von einst auf Anhieb. Es hat sich ja im Laufe der Jahre vieles verändert. Der Balkan-Express fährt nicht mehr. Die Eisenerzgrube im damals „feindlichen Langenaubach“ hat die Schächte geschlossen und auch die Bahngeleise entlang des Aubach sind schon lange einem Fahrradweg gewichen. Umso mehr freut es mich, wenn ich das schöne, naturbelassene Gewässer, welches den heutigen Haigerer Stadtteil und die Kernstadt miteinander verbindet, so schön vor sich hinplätschern sehe. So viele Spaziergänger auf einmal wie am heutigen Montagmittag hat der Bach sicher noch nie gesehen. Corona machts möglich. Was bleibt den Menschen sonst zu tun als sich in heimischen Gefilden auf den ausgezeichnet hergerichteten Wanderwegen zu ergehen. Während ich unter der alten Vollbetonbrücke die Natur tief in mich einatme, kommt ein gelbes Fahrzeug vom Haiger Bauhof auf mich zu gefahren. Bravo, die Bediensteten leeren den vom Wochenende überquellenden Papierkorb aus. Das gefällt mir gut. Mir gefällt aber auch, dass die Leute ihn benutzen und nicht wie anderen Ortes ihren Müll in die Landschaft werfen.

3 Gedanken zu „Frühlingserwachen im Aubachtal

  • 21. April 2020 um 12:26
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    Die Natur im Moment zu entdecken ist wunderbar. Meine Frau und ich sind über die Woche verteilt auch mehrfach in den Gemarkungen H.-Seelbach, Herborn, Mittenaar, Oberscheld und Eisemroth, meistens mit Walkingstöcken, unterwegs. Schade ist leider, dass die Trockenheit den Bäumen schwer zu schaffen macht und unser schöner Wald an manchen Stellen sehr mitgenommen aussieht. Er bräuchte dringend Wasser. Ein schönes Foto konnte ich am 17.04.20 hinter dem Volpertsberg machen. Das alte Herbstlaub liegt noch am Boden und an den Ästen der Buchen ist das frische, hellgrüne Laub ausgetrieben. (Foto schicke ich Dir per Mail.)
    Übrigens: Tolle Sache mit Deinem Blog

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      • 25. April 2020 um 15:12
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        Durch die aussergewöhnliche
        Situation, die wir.im
        Moment haben, um in Bewegung zu bleiben
        wird nach draussen
        gegangen
        In dieser Zeit, wo es
        überall blüht und das Wetter auch mitspielt, entdeckt man so schöne Ecken und blühende Bäume und
        Sträucher. Auch andere
        Ecken, wo so viel nicht
        hingegangen wird, es aber schön ist.

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