Kolumne

Von Siegfried Gerdau

Ist die Gelbe Mülltonne das Non plus ultra?

Heute ging es in Herborn den Gelben Tonnen mit schweren Müllfahrzeugen an die Deckel. Die waren bei den meisten 240 Liter Behältern schon weit geöffnet. Warum? Ganz einfach, die Tonne ist für die meisten Haushalte oft zu klein und vier Wochen sind zu lang. So stapeln die Menschen so lange, bis der Deckel nicht mehr zu geht.

Aufmerksame Zeitgenossen hatten wohl gelesen, dass man bis Februar noch gelbe Säcke dazu stellen kann. Doch was passiert danach. Die Deckel werden dann wohl noch weiter als sonst offenstehen oder die Bürger dürfen nicht mehr so viel Verpackungsmüll hineinstopfen. Alles gut. Die Müllberge sollen ja ohnehin reduziert werden, doch wohin mit den Gemüsedosen, den unendlichen Mengen an Verpackungsmaterial bei Lebensmitteln. Wir müssen stopfen lernen. Ein dicker Hammer aus dem Baumarkt und eine Blechschere für die Dosen könnten zudem hilfreich sein. Bevor der Papi morgens aus dem Haus geht, steigt er in die Mülltonne und verdichtet den Inhalt.

Oder: Mami wird zum Einkaufen immer passende Plastikdosen und einen Dosenöffner mit sich führen. Der Eintopf wird einfach geöffnet, umgefüllt und das leere Behältnis wieder ins Regal gestellt. Genau so macht man es mit der Pralinenschachtel, dem Margarinen-Töpfchen und dem Jogurt-Becher. Der Fleischsalat wird einfach in die Handtasche gefüllt. Bei den Eiern und dem Gemüse dürften keine Probleme entstehen. Die hat allerdings am Ende die Kassiererin. Vergeblich sucht sie den Verpackungs-Code. Der steht auf Dosen und Co in den Regalen. Bleibt als Königsweg: Die Menschen dürfen nicht mehr soviel und oft einkaufen. Man könnte so der Adipositas wirksam entgegentreten und die Weiterverbreitung von Covid-19 bekommt man durch weniger Einkaufsbewegungen auch besser in den Griff. Ob das alles so gut für die Wirtschaft und das Steueraufkommen ist, steht auf einem anderen Blatt. Darauf wird aber derzeit sowieso wenig Rücksicht genommen. Die Umwelt ist der Gewinner und die Deckel an den Gelben Tonnen werden wieder sauber geschlossen sein, so wie es sich gehört.

Fotos: Gerdau

Ein Gedanke zu „Kolumne

  • 26. Januar 2021 um 13:09
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    Viel verbrauchen und viel Müll verursachen. So machen wir unsere Erde kaputt. Es gibt Menschen, die da nicht mitmachen. Es gibt schon Unverpackt-Läden. Auch in üblichen Supermärkten kann man so einkaufen, dass man weniger Verpackungsmüll erzeugt.
    Die Steuern müssten zum Umsteuern beitragen, dann würden die Leute belohnt, die sich umweltbewusst verhalten.
    Für uns mit einem 2-Personenhaushalt ist die Tonne viel zu groß.

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