Bedrohte Pressevielfalt?

„Es ist eine lokale Nachricht, hat aber für Deutschland Bedeutung“: In Erfurt will ein Medienkonzern eine Druckerei schließen. Das Fundament der Demokratie ist berührt, schreibt Carsten Schneider (SPD) im heutigen Gastbeitrag der t-online-Redaktion

Journalismus muss vor Ort stattfinden

Das ist kein Einzelfall, viele große Regionalzeitungsverlage arbeiten so. Und dass, obwohl es für die Leser-Blatt-Bindung und damit auch den wirtschaftlichen Erfolg entscheidend ist, die Empfindungen und Sichtweisen der Menschen im Verbreitungsgebiet einer Zeitung genau zu kennen. Dies gilt nicht nur für die Inhalte, sondern auch für die Prioritäten bei der Themenauswahl. Wer eine regionale Tageszeitung abonniert, darf eine Berichterstattung mit regionalspezifischer Sach- und Kulturkenntnis erwarten.

Beispielsweise interessieren sich Leserinnen und Leser in den ostdeutschen Ländern stärker für soziale Themen, was natürlich auch ökonomische Gründe hat. Oder nehmen wir die internationale Politik: Wer Kommentare veröffentlicht, die ohne Kenntnis der jeweiligen kulturellen Lebenserfahrungen verfasst sind, sollte sich über eine wachsende Distanz zur Leserschaft und über Abokündigungen nicht wundern.

Carsten Schneider ist Erster Parlamentarischer Geschäftsführer der SPD-Fraktion im Bundestag. Er wurde 1976 in Erfurt geboren, wuchs in der Nähe von Weimar auf und vertritt den Wahlkreis Erfurt – Weimar – Weimarer Land II im Bundestag.

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