Bekannter Herborner veröffentlicht Buch

Von Siegfried Gerdau

Ganz schön herumgekommen ist der Herborner Reiseveranstalter Dieter Pfeiffer in den 35 Jahren seiner Passion. Unzähligen Menschen hat er bei seinen Touren durch 69 Ländern die schönsten Orte der Welt gezeigt und dabei fast eine Million Flugkilometer zurückgelegt. Dass er dabei viel erfahren und erlebt hat, liegt auf der Hand. So war es geradezu ein Muss, dass er ein Buch schrieb. Hilfe, ich ersaufe in der Wüste, Anekdoten und Erlebnisse eines Reiseleiters, ist kein Reisebuch herkömmlicher Art oder gar ein Handbuch für Globetrotter. In dem knapp 250 Seiten-Werk, erschienen im Eigenverlag, hat Dieter Pfeiffer in nicht chronologischer Reihenfolge zusammengetragen, was in seinen Erinnerungen hängengeblieben ist. Als Reiseveranstalter in Personalunion mit Tour Leader und nicht selten als Fremdenführer vor Ort, häuften sich diese und mussten jetzt einfach heraus.

Wer die Welt und liebt und humorvolle Schilderungen liebt, muss dieses Buch gelesen haben.

Reich bebildert weckt das Buch im Taschenbuchformat Erinnerungen und Fernweh zugleich. Die in lockerer Form eingestreuten Rezepte, aktivieren Geruchs- und Geschmackssinne. Zahlreiche gute Tipps machen Selbsterfahrung, mit dem Risiko eines Flops, überflüssig. Dieter Pfeiffer belehrt nicht, sondern erzählt und überlässt es seinen Leserinnen und Lesern eigene Schlüsse zu ziehen.

Sein lockerer, pfiffiger bis hintersinniger Schreibstil ist fern jeder Akribie, dafür aber immer wieder sehr pointiert. Weitgehend schonungslos und dennoch verständnisvoll, beschreibt er Situationen die beim Lesen mehr als ein Lächeln ins Gesicht zaubern. Den Betroffenen war damals sicher weniger nach Lachen zu Mute, aber da alle beschriebenen Ereignisse gut ausgingen, können auch sie sich heute in der garantierten Anonymität daran erfreuen.

Dieter Pfeiffer mit einer seiner vielen Reiseerinnerungen.

Mir persönlich gefällt sehr gut, dass man Dieter Pfeiffers Erlebnisse relativ ziellos konsumieren kann. Zwar nach Kapiteln geordnet, erhebt es nicht den Anspruch in festgelegter Reihenfolge gelesen werden zu müssen. Fast jede einzelne Seite ist ein Leseerlebnis für sich und so „ganz nebenbei“ erfährt man viel Wissenswertes von der Welt. Wo es deftig zuging, schreibt er unverblümt und deutlich. „Eine ältere Dame, immer etwas steif gekleidet, mit Betonfrisur, meinte wohl sie sähe recht jung aus. So fragte sie einen jungen Mann, wie alt er sie wohl schätze. „70“, sagte der wie aus der Pistole geschossen. „60“ hätte auch gereicht“, war ihre erboste Antwort. Sie war 59.“

So zieht es sich quer durch „Hilfe, ich ersaufe in der Wüste“ und es ist einfach nur köstlich zu lesen in seiner Direktheit.

Fazit: Es ist sicher nicht existenziell notwendig das Buch gelesen zu haben. Wer sich jedoch den ungeheuren Spaß es zu goutieren gönnt, nimmt nicht nur viel Detailwissen über Gott und die Welt mit, sondern verschafft sich schöne Stunden voller Lebensfreude und kurzweiliger Zerstreuung. Die schriftstellerisch ansprechende Lektüre ist zum Preis von 14,90 Euro in jeder gut aufgestellten Buchhandlung und im Buchversand zu beziehen. ISBN: 978-3-96014-887-6. Fotos: Gerdau

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