Bettina Georgs neustes Buch ist erschienen

Bettina Georg, pensionierte Lehrerin und Buchautorin hat den dritten Band ihrer bemerkenswerten Trilogie über ihren Wohnort Herbornseelbach fertiggestellt. Mit „Wu Gaggeragaagspisch en Moijäbbel woase“ Band 3 hat die Heimatschriftstellerin wieder einmal ihre Heimat einer tiefschürfenden Betrachtung unterzogen. Er beendet die -Trilogie“  und befasst sich mit der Infrastruktur von Seelbach früher und heute. Der Band ist für 15 Euro direkt bei der Verfasserin Bettina Georg, Telefon 02772/62867 erhältlich.

Mit dem 3. Band ihrer Trilogie wird Bettina Georg sicher wieder genau den Lesergeschmack treffen.

Freundlicherweise hat die Schriftstellerin mir einen kleinen Auszug ihres Werks zur Verfügung gestellt, den ich nachfolgend zeigen möchte. Bemerkenswert auch die vielen alten Fotos in dem Buch, die das Gelesene aussagekräftig unterstreichen.

4.1  Wortsammlung

                 D         Grammatikmögl. Übersetzung ins Hochdeutsche
dabbezeijernVtapezieren
DachhoasN, m / SKatze (Dachhase)
Donnsel, vernehm DonnselN, w / Sdespektierliche Bezeichnung für eine aufgetakelte Frau
dinn dröwwer mache“Redewendungeigentlich: dünn drüber machen; wird in vielen Zusammenhängen benutzt, z.B. beim Hausputz, bei der Körperpflege, etc.

4.2  Infrastruktur

4.2.1  Deggersch

Deggersch wouwwer en der Zeitspanne erricht, als der Napoleon de Chaussee baue leijs, also irjendwonn zwische 1800 en 1820. Der Burrn koam allerdings örscht Ende vom 19. Joahrhonnerd dezou. Dej Wörtschafd wor bis 1999 en Betrieb, dej Disko dehinner bis 2006.

Seitdem trauerd dos einstmoals schiene Fachwerkhaus ver sich hie en fällt en sich zesoome.

Wos werrd dos Gebäude all mederläbd en geseh ho? Hej als Beispiele e poar Fotos vo der Verinnerung der Aussefassade en off dem Bild onne re. de Körmes, wu es Karsell immer näwerm Burrn stoann.

Der Theodor Decker (re.) stoann bis 1968 hinner der Thek, demnoh bis 1972 der Erhard Wunderer med Deggersch Edda, seuer doumolije Fraa, dej de Tochter vom Theodor en spääer med em Herwersche Börmoasder Sonnhof liiert woar.

Es bestoann de Meelichkeit en Deggersch ze nächtije, se harre, seweit aijch waas, als oanzichste em Dorf  Fremdenzimmer. Dos Foto med dem Gerissd oam Haus beweist, darres aach Zeire gobb, wu fer Sanierung en Instandhaldung wos gedoh wouwwer.

Der letzde Päächder vo der Wörtschafd wor der Georgios Polymeros, der hau noch „Schorschs Bergschänke“ (s.d.) betreibd. Hej off em Foto hadd der Stoammdisch Brunnen-schänke wörre mol de Burrn gesäuwerd.

De Disko, dej spääer „Deckers Music Hall“ hejs, betribb der Sandy en der Suppe. Se ho subber Trubbe en Bands oh Loand gezoache en es wor immer en Genuss, der Live Mussig zouzehörrn en debei obzezabbeln.

Vejes Joahr (2019) dääd sich off oamol wos oam en em Haus: gruuße Container stoanne ver Deggersch en es wouwwer schwer entrümpeld. Doachelong Krach en Gedeh enne en auße: donoh woar wörre Rouh em Busch en mer hörrd en seehd nautmieh vo er grußoardiche Sanierung. Es leijd alles doijsder en stell.

4.2.2  Deggersch Julius

1949 wouwwer der Loare vom Julius eröffnet; Elektro-ware aller Art konnt mer do kreije: ver allem de Fernseher worrn en de örschde Joahrn gefroagt. 1974 öwwernohm der Sohn vom Julius,  Deggersch Jörg med seuer Fraa Waldi, de Loare. Dej beheijle den bis 1998 en demnoh hadd en der Jürgen Schell noch bis 2002. Meddlerweil stidd dos Geschäfd schu lingere Zeit leer, aach de Postfiliale woar emol drenn innergebroachd.

4.2.3  Dorfentwicklung

Wenn man über die Seelbacher Dorfentwicklung reden möchte, muss man in einer Zeit beginnen, als es noch verschiedene Siedlungsplätze in unserer Gemarkung gab. Informationen dazu habe ich u.a. in Heiko Bickels Aufzeichnungen über Herborn-seelbach gefunden. Obwohl es einen bronzezeitlichen Grabfund (2000-800 v.Chr.), einen Fund der Hallstattzeit (800-500 v.Chr.) und einen fränkischen Grabfund (400 n.Chr.) gibt, lässt sich daraus kein umfassendes Bild der Vor- und Frühgeschichte zeichnen.

Auf eine ursprüngliche Siedlung im Seelbachtal deutet die Flurbezeichnung „Seelwoch“ hin. Sie ist durch mehrere Wohnstellen, ausgeprägte Böschungen und eine Trockenmauer entlang der Grenze zu Bicken gekennzeichnet.

Der Siedlungsbereich „Dernbach“ wurde ja schon des Öfteren im Zusammenhang mit den Dernbacher Rittern besprochen und weitere Siedlungen im Monzenbachtal sind in Punkt 12.2.2 noch einmal näher betrachtet.

Wann die Siedlung aus dem Seelbachtal wegen der besseren Anbindung zur „Hohen Straße“ in die Gegend des alten Dorfkernes und der Hardt umzog, kann nicht genau datiert werden. Der Fund der Goldscheibenfibel aus der Zeit um 700 n.Chr. an der Ecke Gäßchen / Bergstraße lässt darauf schließen, dass in dieser Phase schon Menschen dort gelebt haben. Als dann die Dernbacher Ritter besiegt und vertrieben wurden, ist davon auszugehen, dass die dazugehörigen Gehöfte sich auch dem eigentlichen Dorfkern angeschlossen haben und Seelbach dadurch immer mehr an Größe zunahm. Auch die Geschichte der „Füllscheuer“, einer in der Nähe von Burg und Herborn gelegene Siedlung, die durch die Pest nur eine Überlebende hatte, um die sich keiner kümmern wollte, aber die Seelbacher sie aufnahm, zeigt auf, dass durch solche Begebenheiten das Siedlungsgebiet „Seelbach“ immer umfänglicher wurde.

Wer noch ein schönes Weihnachtsgeschenk für seine Lieben sucht, hier ist es.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.