Campingplätze in Deutschland wegen Corona geschlossen

Auch in Heisterberg und Mademühlen sind die Schranken zu

Corona hat in diesem Jahr auch den Campern mit WoMo, Caravan oder Zelt einen Strich durch die Rechnung gemacht. Trotz idealem Wetter schon seit Wochen muss das Freiluft-Utensil in der Garage oder dem Abstellplatz bleiben. Die Gefahr des sprunghaften, nicht mehr zu kontrollierendem Anstieg der Pandemie sei einfach viel zu hoch, warnen die Epidemiologen und die Landesregierung hat entsprechend reagiert. Alle touristischen Übernachtungen ob in Hotels oder auf Camping-oder WoMo-Stellplätzen sind untersagt. Demzufolge mussten alle Campingplätze bis auf weiteres schließen. Basta. Dem hat sich auch Driedorfs Bürgermeister Carsten Braun anschließen müssen. „Glaub nur nicht, dass wir das gerne tun. Jeder Euro wird doch gerade in diesen schwierigen Zeiten auch in Driedorf gebraucht“, klagt das Gemeindeoberhaupt während unseres gestrigen Gesprächs. Auch die sogenannten Dauercamper seien von der behördlichen Verordnung betroffen. Dauercamper haben ihren Stellplatz für eine festgelegten Zeit auf einem der beiden gemeindeeigenen Campingplätze in Mademühlen und Heisterberg gemietet. Dieses Mietverhältnis begründet jedoch in der Regel keinen Wohnsitz und der Aufenthalt dort sei eine touristische Übernachtung, erklärt Braun. Somit treffe auch auf diesen Personenkreis die vierte Verordnung zur Bekämpfung des Corona Virus, Stand: 21.04.2020, Gültig ab 20.04.2020 bis 03.05.2020 der Hessischen Landesregierung zu. In deren Auslegungshinweisen werden explicit Beherbergungsbetriebe, Ferienwohnungen, Campingplätze, Wohnmobilstellplätze, sowie Airbnb zu touristischen Zwecken genannt. Im Klartext: Jede touristische Übernachtung in einer Einrichtung, die auf keinem festen, gemeldeten Wohnsitz begründet ist, wird für einen immer wieder zu überprüfenden Zeitraum untersagt. Der Pächter des Campingplatzes Mademühlen Dieter Tobey, sieht darin neben der geschäftsschädigenden Wirkung auch eine negative soziale Komponente. Zum einen brechen ihm die Einnahmen gegen Null weg. Außerdem nehme der Entscheid des Driedorfer Bürgermeister seinen Dauercampern ihren Wohnsitz fort. Diese müssten jetzt zurück in ihre Heimatregionen, die meist in Ballungsgebieten lägen. Dort seien sie einem viel höheren Ansteckungsrisiko ausgesetzt. Carsten Braun zeigt auch dafür ein gewisses Verständnis. Dennoch müsse er sich an die gesetzlichen Vorgaben halten, dem sich auch der Bundesverband der Campingwirtschaft in Deutschland e.V. / www.bvcd.de anschließt. Gerichtliche Eingaben einiger Dauercamper seien in der Vergangenheit im Sinne der Verordnung abgeschmettert worden, sagte der Bürgermeister. Ob es bei der geplanten Wiedereröffnung der beiden Plätze Heisterberg und Mademühlen am 3. Mai 2020 bleibe, müsse man abwarten. Tobey landet einen letzten Versuch, in dem er erklärt: „Ich habe gehört, dass ein Campingplatz an der Lahn für Dauercamper wieder geöffnet ist und der Platz liegt in Hessen.“ Anhang: Nach meinen Recherchen ist Dauercamping derzeit jedoch nur unter Einhaltung bestimmter Vorschriften in Nordrhein-Westfalen sowie in Sachsen gestattet. Foto und Text:Siggi Gerdau

Ein Gedanke zu „Campingplätze in Deutschland wegen Corona geschlossen

  • 26. April 2020 um 9:20
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    Das sehe ich alles ein. Trotzdem finde ich, dass die Gemeinde Driedorf sich irgendwas(Entschädigung) überlegen sollte.
    Schließlich bezahlen wir Pacht für das ganze Jahr.
    Wenn man (bis jetzt)davon schon zwei Monate nicht nutzen konnte, ist das sehr ärgerlich.

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