Falsche Aussage über Herborner Demo zurückgenommen

Von Siegfried Gerdau

Die sogenannten „Spaziergänge“, ob angemeldet oder nicht, beherrschen derzeit die Medien. Am vergangenen Montag fand eine angemeldete Demonstration von zirka 600 Menschen in Herborn statt, die sich, wie auch auf der vor Weihnachten, gegen Corona-Maßnahmen der Regierung richteten. Der Hessische Rundfunk berichtete darüber und mit mindestens einer Aussage waren zahlreiche Hörer überhaupt nicht einverstanden und brachten gegenüber dem Sender ihren Unmut zum Ausdruck.

Originalton HR am 4. Januar 2022

In einem Brief an die Sendeleitung forderten viele aufgebrachte Hörer, diese ihrer Meinung nach wahrheitswidrigen Fakten zu korrigieren. Eine meiner Leserinnen schickte mir ihren Brief an die Sendeleitung zum Abdruck in gerdaus-welt.de.

Sehr geehrte Damen und Herren,
hiermit äußere ich mich zu einem Bericht, den Sie gestern am 4.1.2022 gesendet haben. Es ging um
die Demos in Mittelhessen.
Ich muss schon sagen, dass ich über die Aussagen, die Sie über Herborn und Wetzlar getroffen haben,
sehr enttäuscht bin.
Auch Sie veröffentlichen Dinge, ohne diese selbst überprüft zu haben.
Ich war von Anfang bis Ende als Ordner bei der Demo in Herborn anwesend und kann Ihnen
versichern, dass diese absolut friedlich verlief und mir und den anderen Ordnern keine Menschen mit
rechtsradikalem Hintergrund, aufgefallen sind.
Am Anfang der Veranstaltung hat der Organisator auch deutlich darauf hingewiesen, dass diese
Gruppen nicht toleriert werden und uns als Ordner angewiesen, wenn uns in dieser Richtung etwas
auffällt, sofort die Polizei darüber zu informieren.
Was ist nur los mit den Journalisten und Moderatoren, der Presse? Sollten diese nicht kritisch zu
allem stehen?
Wenn Menschen einfach alles glauben und Meinungen und Lügen übernehmen, ohne selbstständig
zu denken und zu recherchieren, dann ist das wirklich schon sehr schlimm. Wenn aber Journalisten
und Presse das ebenfalls nicht tun, sondern selbst Lügen verbreiten und Lügen nicht aufdecken, dann
ist das nicht zu tolerieren, sondern absolut zu verurteilen. Das ist meiner Meinung nach, Verrat an
der Gesellschaft!
Daher bitte Sie von ganzem Herzen, für die Wahrheit einzustehen, richtig zu recherchieren und Lügen
aufzudecken.
Ich bitte Sie, Ihre negativen Aussagen bezüglich der Demo in Herborn richtig zu stellen und mir den
entsprechenden Termin mitzuteilen.
Vielen Dank!
Zum Schluß noch eine Bibelstelle, die jedem Mensch eine Warnung sein soll.
Jesaja 5, 20
Wehe denen, die Böses gut und Gutes böse nennen, die Finsternis als Licht bezeichnen und Licht als
Finsternis.
Mit freundlichen Grüßen

Absender der Redaktion bekannt.

Zur allgemeinen Verwunderung antworteten die Verantwortlichen des HR wie folgt:

Korrektur: hr1

Falsche Aussage in Reportergespräch

Veröffentlicht am 06.01.22 um 15:01 Uhr

Am 4. Januar 2022 gab es in der Sendung „hr1 am Mittag“ ein Reportergespräch zu den „Spaziergängen“ in Mittelhessen. Dabei wurde gesagt, dass bei der angemeldeten Demonstration in Herborn (Lahn-Dill) auch Mitglieder der rechten Szene demonstriert haben. Diese Aussage ist falsch und entspricht nicht dem Stand unserer Recherchen. Die Aussage bezog sich auf andere Veranstaltungen in Mittelhessen und nicht auf Herborn.

Wir bitten für diesen Fehler um Entschuldigung.

Quelle: Hessischer Rundfunk

4 Gedanken zu „Falsche Aussage über Herborner Demo zurückgenommen

  • 7. Januar 2022 um 11:17
    Permalink

    Durch solche unverantwortlichen, schlecht bis gar nicht informierten Journalisten und Reporter wird die Spaltung der Gesellschaft vorangetrieben. Mich wundert es nicht mehr, wenn Mitmenschen, die selbst nicht an diesen Demonstrationen/Spaziergängen teilnehmen im Anschluss behaupten es seien Rechte und andere radikale/extremistische Gruppierungen bei diesen Protesten dabei. Ich sage es hier noch einmal; es sind Bürger aus der Mitte der Gesellschaft, dir hier für ihre Grundrechte, besonders in Bezug auf eine freie Impfentscheidung, gegen die Spaltung der Gesellschaft und ein friedliches und freies Miteinander auf die Straße gehen. Auch für jene Bürger, die, die Demonstranten verbal verunglimpfen.
    Ich danke ausdrücklich der Dame, die sich in dem oben abgedruckten Brief an HR 1 gewandt hat und hoffe, dass die Korrektur der Falschaussage genauso viele Hörer und Leser erreicht, wie zuvor das falsch Behauptete. Des Weiteren fordere ich alle Journalisten, Reporter, Moderatoren auf sich ihrer Aufgabe der unabhängigen, meinungsfreien und neutralen Berichterstattung zu widmen und sich nicht mit einer politischen Propaganda gemein zu machen. Wir müssen wieder zusammen finden und uns nicht spalten lassen. Dazu können und müssen auch die Medien beitragen. Dir, lieber Siggi, danke für das Veröffentlichen auf deinem Blog.

    Antwort
  • 7. Januar 2022 um 11:51
    Permalink

    Dann sollte der vermeintlich objektiv berichten hr diese Entschuldigung ÖFFRNTLICH ,im rundfunk machen.
    Es ist schon erbärmlich was die öffentlich rechtlichen Medien hier „leisten“.

    Antwort
  • 7. Januar 2022 um 12:53
    Permalink

    ….Facharbeiter*innen Mangel in jedem Berufszweig 🤷.
    Aber es ist richtig, dass hier auch klar Stellung bezogen wird von Menschen die vor Ort waren.

    Gerade Presse u. Journalist*innen haben in solch besonderen Zeiten die Pflicht zu prüfen und auf die Goldwaage zu legen, was Sie da veröffentlichen. Das erwarte ich !
    Das ist Basis des Journalismus in diesem Lande.

    Herr Benjamin Müller hat Glück der „späten Geburt“. Im Mittelalter wäre er jetzt um 200gr. erleichtert worden. Die Zunge wäre Ihm abhanden gekommen. 😁

    Wir werden es kaum glauben, aber auch im Mittelalter herrschte Recht und Ordnung 🤭.

    Antwort
  • 7. Januar 2022 um 15:53
    Permalink

    Nicht jeder, der geimpft ist, ist den Impfungen gegenüber unkritisch. Nicht jeder der die Maßnahmen der Regierung befolgt, hält diese für richtig. Und nicht jeder der eine allgemeine Impfpflicht für Erwachsene oder Kinder kritisiert, ist undemokratisch, asozial oder rechtsradikal. Früher hieß es mal, wer Dich kritisiert, ist Dein Freund. Kritik ist keine Feindseligkeit. Andere Meinung gelten zu lassen und gemeinsam über Argumente zu sprechen, ist in einer demokratischen, pluralistischen Gesellschaft nötig, sonst ist sie keine mehr. Und wer ein kritisches Bewußtsein hat und sich eine Meinung bildet, nutzt die Möglichkeiten, die eine Demokratie bietet. Wer demonstriert und auf die Straße geht, damit seine Meinung sichtbar wird und Gehör findet, nutzt ein demokratisches Grundrecht. Zu unserer Gesellschaft gehört es, dass wir Öffentlich-Rechtlichen Rundfunk und eine Presse haben, die Meldung von Meinung trennt und nicht Stimmung macht oder verstärkt. Früher waren die Amtsblätter Verlautbarungsorgane der Obrigkeit für ihre Untertanen. Es kann einem so vorkommen, dass manche Zeitungen sich in dieser Tradition wohlfühlen und die ÖR zum Regierungsfunk mutiert sind.

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