Feinschmeckertipp aus Herborn

Von Siegfried Gerdau

Wer vermutet hinter der Fassade des schmucken Einfamilienhauses in der Herborner Eichendorffhöhe 37 in der Alsbach schon ein Feinschmeckerparadies. Hier oben, mit Blick über die alte Fachwerkstadt Herborn, sind Maria und Alexander Koch in ihrem Element. Sie verfeinern Schinken, Speck und Schweinefilet und sogar leckerer Käse kommt bei ihnen aus dem Rauch. Auch Putenschinken ist im Angebot.

Maria und Alexander Koch in ihrem Probierstübchen

Um es gleich zu sagen, ich habe mich von der göttlichen Schmackhaftigkeit ihrer Produkte persönlich überzeugt und bin denen restlos verfallen.

Eine klassische Brotzeitplatte für Feinschmecker.

Was treibt Menschen um, solche Köstlichkeit zu kreieren. Die Frage ist relativ einfach zu beantworten, sagt Maria Monika Koch. Die 49-Jährige war es leid immer von ihrem Mann zu hören, dass er den fantasielosen Einheitsgeschmack industriell hergestellter Fleischerzeugnisse leid sei. Sie musste ihm Recht geben. Wenn sie an ihre Herkunft, den Osttiroler Oberkofler-Hof dachte, ist vieles, was man für teures Geld in den Supermärkten kauft, nur ein Abklatsch von dem, was sie von zu Hause gewöhnt war.

Da läuft einem schon beim Anschauen das Wasser im Mund zusammen.

„Dann mach doch mal selber“, sagte Ehemann Alexander und sie machte. Erst einmal musste er jedoch ran. Sie brauchte die richtige Hardware in Form von Räucherschränken. Auch eine externe Küche, die nichts mit der Hauseigenen zu tun hatte, verlangt die Hygienevorschrift. Alexander baute was das Zeug hielt und so ganz nebenbei wurde auch in ihrem schönen Haus so einiges umgebaut. Alles neben der täglichen Arbeit. Dass beide aus Leidenschaft kochen versteht sich von selbst und so ist ihr Name auch Programm.

Der Rauch im Räucherofen machts.

Maria schaute sich in der Nähe nach einem Metzger um, der in der Lage war Spitzen-Fleisch von heimischen Tieren zu liefern. Den fand sie mit Nils Schöndorf aus Angelburg-Lixfeld von der Metzgerei Schneider. Das nötige Wissen für die Schinkenherstellung lernte sie einst bei ihrer Großmutter auf dem Oberkofler-Hof. Ein langer, sorgsamer Prozess, der keine Hektik verträgt. Auch bei den Gewürzen bleibt nichts der Industrie überlassen. Eigene Mischungen aufgrund langer Erfahrung sind Trumpf und schon der Duft von Wacholder und Buchenholz lässt einem in Erwartung der Köstlichkeiten das Wasser im Munde zusammenlaufen.

Fertig verschnürt.

Nicht ohne Grund hat die „Bergziege“, wie sie schon als Kind genannt wurde, ihrer Spezialitätenmanufaktur den Namen „Feines aus dem Rauch“ gegeben. Die sorgsam ausgewählten Stücke werden zusammen mit den Gewürzmischungen unter anderem nach Rezepten ihrer Oma eingepökelt. Zwei bis drei Wochen verbringt das Fleisch nun in seinem Gewürzbett in einem der zahlreichen Kühlschränke. Danach werden die Stücke mit Baumwollkordel gebunden. Jetzt geht’s ans räuchern und das ist dann Alexanders Part. Kalträuchern mit Buchenspänen ist angesagt und das gibt dem späteren Schinken seinen ganz eigenen Geschmack. Der erste Räuchergang dauert bis zu 14 Stunden und dann wird das Fleisch im hauseigenen Reifekeller aufgehängt. Diese Prozedur wird mindestens vier bis fünfmal wiederholt, bis dass Lende, Knobi-Nuss, Wacholder-Nuss, Naturbauch, Osttiroler und Oberkofler zum Verzehr fertig sind. Jeder Schinken bekommt von der ersten Minute an seine ganz eigene Laufnummer, die ihn bis zur Auslieferung an den Kunden begleitet. Die Koch‘s garantieren dazu, dass jeder Schinken vor der Auslieferung persönlich bis aufs Detail überprüft und geschmacklich kontrolliert wird.  Ein zünftiger Speck, über Buchenholz geräuchert, fehlt natürlich auch nicht im Sortiment. Wie es auch auf den alten Bergbauernhöfen in ihrer österreichischen Heimat üblich war, gibt es auch einen feingeräucherten „Rauchkas“ im Angebot. Was wären all die Köstlichkeiten ohne einen hauseigenen Absacker. Der 4-Kanter, den es in 0,7 Liter Flaschen gibt, rundet den Schmaus sachgerecht ab.

Ein Osttiroler und dazu ein Gläschen 4-Kanter.

Alexander Koch ist stolz auf seine gar nicht so kleine aber sehr gemütliche Schinken-Probierstube. Eine eigene Bier-Zapfanlage für ein ausgesuchtes Bier ist darin der i-Punkt. Leider kam direkt nach Fertigstellung Corona und legte alles still. Das war gar nicht so gut.

Die Homepage von „Feines aus dem Rauch“ Made by Bergziege ist sehr informativ und spiegelt genau die hochwertigen Produkte aus der Manufaktur wider.

Alles reine Handarbeit.

Bestellen lassen sich die Köstlichkeiten ganz einfach per Internet. Die Internetseite von „Feines aus dem Rauch“ hält dafür eigene Bestellzettel bereit. Der Kunde kann wählen, wie er bezahlt, ob er die Ware abholt oder an seine Adresse schicken lässt. Alle ist transparent und auch die verbindliche Preisliste lässt keine Fragen offen.

Der Knobi-Nuss ist etwas für Kenner.

Da ich die Idee hatte, meine Lieben mit Weihnachtsgeschenken der besonderen Art zu beglücken, habe ich alles ausprobiert. Allerdings nicht per Post. Ich wollte mir beim Abholen einfach noch einmal den unnachahmlichen Duft der Herborner Feinschmeckerwelt um die Nase wehen lassen. Hier noch die Kontaktdaten: www.feines-aus-dem-rauch.de. mail: feinesausdemrauch@gmail.com, phone: 02772 5746377, mobil: 01573 9406823.

Ein Gedanke zu „Feinschmeckertipp aus Herborn

  • 30. November 2020 um 7:51
    Permalink

    Feines aus dem Rauch, ist eine sehr gute Adresse, wenn es um guten Geschmack geht. Maria und Alexander sind ganz herzliche Menschen. Man ist immer willkommen. Der leckere Schinken, der mit viel Wissen und natürlich Liebe hergestellt wird, ist nur zu empfehlen. Der 4 Kanter ist sehr sehr gut. Maria hat viele Sorten geräuchertes , da ist für jeden Geschmack etwas dabei. Was ich auch klasse finde, es gibt auch kleine Stücke. Man kann dadurch von jedem etwas kaufen und zu Hause genießen.

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