Gimbel´s Born in Driedorf feiert 100. Geburtstag

Von Anette Plescher

Genau 100 Jahre ist es her, seit der damalige Revierförster Theodor Gimbel aus Heisterberg in dem Driedorfer Waldstück „In der Struht“ eine Quelle einfasste, die später den Namen „Gimbelbrunnen“ erhielt. Seitdem war das Kleinod, unweit der heutigen Bergstraße in Driedorf, ein beliebtes Ziel für Jung und Alt. Ein Windbruch machte dem Ausflugsziel vor einigen Jahren den Garaus. Die fallenden Bäume und danach der Einsatz von schwerem Gerät, ließ von dem Brünnlein nichts mehr übrig. Die kleine Brücke gab es nicht mehr und den Brunnenstein mit der Inschrift „Gimbelbrunnen 1921“ hatte es zwei Meter von seinem Ursprungsort verschleppt. Dem Driedorfer Gerd Lorenz ließ das alles keine Ruhe. Immer wenn er mit seiner Hündin June spazieren ging, wanderte er auch an dem Brunnen vorbei und schaute dort nach dem Rechten. Als dann der Sturm kam und alles zerstörte, beschloss er den „Born“ wieder aufzubauen. Das sollte spätestens zum 100. Geburtstag erledigt sein. In unzähligen Arbeitsstunden räumte er das verwüstete Areal frei, schleppte Steine, säuberte das kleine Bachbett und legte den Wasserzulauf frei. Das ehemalige kleine Brücklein erneuerte er ebenfalls und baute gleich noch ein zweites samt Handlauf dazu. Den schweren Brunnenstein schaffte er jedoch mit Muskelkraft nicht alleine. Der Driedorfer Heiner Klaas ließ sich nicht lange bitten und sorgte mit handwerklichem Geschick und seinem PS-starken Traktor dafür, dass der Brunnenstein schon bald wieder an seinem alten Platz thronte. Gerd Lorenz hat das Fundament so stabil vorbereitet, dass das Brunnenarrangement mindestens weitere 100 Jahre bestehen bleiben wird.  

Intensive Recherchen hatten ergeben, dass der Namensgeber von „Gimbel´s Born“ auf seinen Erbauer Theodor Gimbel zurückzuführen ist. Der stammte genau genommen aus Hohenroth. Maria Kroppach aus Heisterberg erinnert sich noch an den damaligen Förster, dessen beiden Brüder Manfred und Theo Heinigk und auch an dessen Enkel. Auch die Geschwister Anneliese Hof (heute Brandenburger) und Gerhard Hof sind noch gut in der Erinnerung von Maria Kroppach. Der einst in Driedorf ansässige Uhrmacher Herbert Gimbel war ein Cousin des Försters.

Damit das schön gelegene Kulturdenkmal wieder zu einem entsprechenden Ausflugsziel wird, hat Driedorfs Bürgermeister Carsten Braun zugesagt, sich um eine rustikale Sitzgelegenheit zu kümmern. Braun freute sich so sehr über die Eigeninitiative von Gerd Lorenz und Heiner Klaas, dass er den fleißigen Schaffer je ein kulinarisches Präsent überreichte.

Zu finden ist der Gimbelbrunnen ganz einfach. Wer aus Driedorf-Heiligenborn kommend, mit dem Auto nach Driedorf (Kerngemeinde) fährt, biegt in die erste Einfahrt hinter dem Hochwald ein. Dort am sogenannten „Katzebrückelche“ kann das Auto stehen bleiben und man wandert keine 2000 Meter immer geradeaus den Waldweg hoch. Schon bald sieht man auf der linken Weg-Seite den Gimbelborn. Fotos: Siegfried Gerdau

Viel Spaß bei dem Besuch des Brünnleins.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.