Herborner Stadtmarkt eröffnet

Von Siegfried Gerdau

Darauf hat Herborn und besonders die Innenstadt, schon lange gewartet. Am vergangenen Freitag eröffneten Johannes Franz aus Solms und sein Marburger Geschäftspartner Marko Svrcek auf dem Herborner Kornmarkt 12 ihr Lebensmittelgeschäft „Stadtmarkt“. Schon Wochen vorher machten sich die Menschen Gedanken darüber, was da hineinkommt und wer wohl der Betreiber ist. Die Vermutungen reichten von „da macht das Stadtmarketing einen Laden auf“ bis „das wird ein Souvenirgeschäft“.

Das Interesse am Herborner Stadtmarkt ist offensichtlich groß.

Jetzt sind die Schleier gefallen und schon viele Menschen haben sich seitdem in dem gut sortierten Verkaufsraum umgeschaut. Die Reaktionen seien bislang ausschließlich positiv, sagte Johannes Franz. Besonders die älteren Besucher zeigten sich begeistert, einfach mal „gleich um die Ecke“ einkaufen zu können.

Das Angebot umfasst rund 400 Artikel und deckt die Grundbedürfnisse der Kundinnen und Kunden ab. Hiermit sei aber das Ende der Fahnenstange noch lange nicht erreicht, verrät Marko Svrcek. Die beiden Newcomer sind ja immer noch in der Entwicklungsphase und deren vorläufiger Abschluss werde wohl erst Ende des Jahres sein. Die Kunden dürfen gespannt darauf sein, was da noch alles kommt. 

Womit der schmucke Laden punktet, wird deutlich, wenn man das Angebot genauer unter die Lupe nimmt. Alle Produkte sind im wahrsten Sinne des Wortes handverlesen und von den beiden Kaufleuten getestet. Wenn sie einen Tipp oder ein Angebot erhalten, fahren sie persönlich hin und schauen sich das Produkt sowie die Herstellung an. Der regionale Bezug ist die Grundvoraussetzung für den Bezug der Waren und somit entfällt auch der Zwischenhandel. Vor allem die kurzen Wege sind ihnen ein Anliegen. Da werden auch schon einmal Waren in den eigenen Kofferraum verladen und in den „Stadtmarkt“ transportiert. Die krisenbedrohten Transportwege, durch LKW-Fahrer Knappheit und die kaum noch zu bezahlenden Dieselpreise können dadurch weitgehend ausgeblendet werden und der Umwelt tut es auch gut. Was letztlich noch zählt ist nicht die Masse, sondern die Klasse des Produktes und daran lassen Franz und Svrcek keine Zweifel aufkommen.

So zum Beispiel Backwaren. Da ist für sie das Brot vom Bäckermeister Reiner Zickel aus Mittenaar (Ballersbach) der unangefochtene Favorit. „Der macht noch lange haltbares Brot mit richtigem Sauerteig“, sagt Johannes Franz und deshalb verkaufen wir es auch bei uns im Stadtmarkt.

Von dem rheinhessischen Wein sind beide nicht nur der hohen Qualität wegen begeistert. Besonders der für die Landschaft typische Muskateller sei ein uralter Kulturwein. Julia Eller sei eine junge selbstständige Winzerin (Juwel), die sich mit viel Engagement positioniere und sie mit ihren Produkten restlos überzeugt habe.

„Beim Weinkauf, wie auch bei allen anderen Produkten werden die Kunden nicht alleine gelassen. Wir reden über die Produkte, geben, wenn gewollt, Empfehlungen und genauste Auskunft über Herkunft und Produzent, sagt Marko Svrcek. Genau das sei auch der Grund, warum sie den Laden betreiben sagt sein Geschäftspartner. „Wir wollen den Bezug zwischen Ware und Kunde wieder transparent machen. Außerdem müssen wir unsere Produkte, die wir anbieten, auch selber mögen. Wie sollen wir sie denn sonst an unsere Kunden weitergeben“, ergänzt Johannes das Gesagte.

Die Nudeln kommen aus der Heimat von Marko Riesa in Sachsen. Das kaum übersehbare Sortiment wird dort ausschließlich aus heimischen Produkten hergestellt und Marko erzählt, dass er sie fast alle gekostet hat. Die Riesa- Nudeln hätten bei ihnen so gut wie immer auf dem Mittagstisch gestanden.

Leckere Saucen von Heike

Die Tomatensauce und Pestos, aber auch Sirup und Marmeladen von Heike, der Frau eines Gemüsebauern aus Mutterstadt sind der absolute Knaller. Heike verarbeitet in ihren Saucen alles was nicht den Normmaßen von EU und Handel entspricht. Krumme Salatgurken und zu kleine Möhren und mehr ergeben eine unvergleichliche Qualität. Der Müller der Horbacher Mühle im Siegerland, von dem sie ihr hochwertiges Mehl beziehen, gab ihnen den Tipp. Selbstredend schauten sie sich auch bei der Mühle um und waren angetan von der Qualität der Backmischungen und Co. 

Helmut Scharfenberg aus Holzhausen ist begeistert von dem Engagement der jungen Leute. Er verspricht mit seiner Ehefrau wiederzukommen und die Botschaft von dem kleinen aber feinen Laden ins Ulmtal zu tragen. Auch die Familie Maaß aus Hannover, die ihre Tochter in Dillenburg besucht und eher zufällig in Herborn an dem Laden vorbeikommt, zeigt sich sehr angetan von der umfangreichen, persönlichen Beratung und dem ansprechenden Warenangebot.

Die Eier kommen vom Eierhof Fuchskaute aus Waigandshain und die sind jetzt kurz vor Ostern natürlich auch bunt gefärbt zu kaufen. Den Herborner Wochenmarktgängern ist die Qualität bestens bekannt.

Wer es gerne süß möchte, kann Pralinen des jungen Konditormeisters Christopher Bayer, Chef von Hessen-Praline in Zierenberg erwerben. Auch dort haben die Stadtmarketing-Betreiber eine umfangreiche Verkostung vorgenommen, von der sie heute noch schwärmen. Bier gibt es von der Bosch-Brauerei in Bad Laaspe und der Lauterbacher Burgbrauerei im Vogelsberg.

Es gibt „Nackt-Getreide“ aus Hessen vom Schwalmtalhof, garantiert ohne Spelze, Saft von Müller aus Butzbach und natürlich auch

Milch und Butter, die Butter zählt zu den fünf besten der Welt, von der Hüttental-Molkerei aus dem Mossautal im Odenwald ist ein Highlight im Warenangebot des Stadtmarkts. Demnächst kommt Milch und Butter vom Bauernhof Henks aus Wittgenstein. Auch leckerer Ziegenkäse wird dann von dort im Portfolio des Stadtmarkts sein.

Michael Pötzl (Adams) vom Herborner Kornmarkt lobt die „Jungs“ und wünscht ihnen viel Glück für ihren Stadtmarkt. „Diesen Engagement müssen wir Herborner unterstützen, davon profitieren wir alle.“

Bis zum Jahresende soll auch die obere Etage fertig ausgestattet sein, verrät Marko. Die wird ein Juwel in Sachen Selbstversorgung, wie Brotbacken, Sauerkrautherstellung, Samenberatung für die unterschiedlichsten Gartenkräuter und Salate. Auch Workshops werden dort regelmäßig abgehalten, ergänzt Johannes. Wir sind für alles offen und freuen uns über jede Anregung oder Tipps. Auch Wünsche der Kundschaft, die das Sortiment erweitern können, sind gefragt im Herborner Stadtmarkt.

Die Öffnungszeiten werden demnächst festgeschrieben. So viel weiß man allerdings schon. Montag bis Freitag (ausgenommen Mittwoch Ruhetag) soll der Stadtmarkt von 9 bis 12.30 Uhr und von 13.30 bis 19 Uhr geöffnet sein. Samstag von9-bis 12 Uhr und 14 bis 18 Uhr. Am Sonntag vorläufig von 14 bis 18 Uhr (angedacht ist auch ein Brötchenverkauf schon morgens). Kontakt. Mobil: 0176 4159 8776. Fotos: Gerdau

2 Gedanken zu „Herborner Stadtmarkt eröffnet

  • 5. April 2022 um 22:19
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    Lieber Siggi,
    eine sehr gute Nachricht für unser Herborn. Schön zu sehen, wenn eine neuer Lebensmittelmarkt in der Innenstadt öffnet. Du hast mich neugierig gemacht.
    Dem Unternehmen und seinen Inhabern wünsche ich alles Gute, einen guter Start in Herborn und treue Kundschaft.
    Liebe Grüße
    Hans-Dieter

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  • 7. April 2022 um 11:16
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    Da werde ich sicher bald mal vorbei schauen!

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