Keine Ferienpause und Gartenarbeit ist angesagt, aber Gerdaus-Welt geht weiter.

In den nächsten Tagen werde ich in einem neuen Blog über ein Juwel auf dem Westerwald berichten, dass aber noch nicht in Betrieb gegangen ist.

In Herborn hat sich die Café-Haus-Szene etwas verändert. Lulas ist nicht mehr-der Betrieb geht aber unter neuer Adresse weiter. Mehr dazu in der kommenden Woche.

Auch Danis Café in der Mühlgasse ist leider Gottes passé, was daraus wird, werden wir noch erleben.

Es gibt auch schönes zu berichten. Diese Tabakpflanze war es mir Wert sie auf meinen Chip zu bannen.

Die Stadt hat den „Radweg“ durch die Stadt mit entsprechenden Zeichen auf den Straßen gekennzeichnet. Wenn’s hilft, dann OK.

Vielleicht hätte dieses Schild am Herborner Weinberg leserlicher sein sollen. Das hätte Menschen mit Bebauungsgedanken sicher abgeschreckt?!

Die geplante oder noch nicht geplante Bebauung des Herborner Weinbergs, wird ebenfalls ein Thema in Gerdaus-Welt sein. Ich persönlich hoffe noch immer auf ein Umdenken. Das Thema stand schon vor vielen Jahren auf der Agenda und durch entsprechendes Abwehrfeuer hatte man damals den Gedanken verworfen. Herborn braucht sicher Wohnungen, die bezahlbar sind. Das sollte der Hauptantrieb für die Verantwortlichen der Stadt sein. Eine zweite Sünde wie die Bebauung des Pertuis-Platzes darf sich nicht wiederholen. Ich hoffe, dass sich die politische Landschaft in der Stadt zum positiven geändert hat und dass im Rathaus die Umwelt und der ideelle Lebenswert mehr im Vordergrund stehen.

Immer wieder klagen besonders die direkt oder auch indirekt von dem Lärm nicht bezahlter aber getunter Limousinen und Motorräder Betroffenen über nächtliche Ruhestörungen. Die Fahrzeuge entfalten einen Lärm, der einfach nicht hinnehmbar ist. Der Polizei will ich keinesfalls einen Vorwurf machen. Sie schaffen mit den wenigen Beamten kaum ihr Pensum und wer weiß welchen Raum sie damit pro Schicht abdecken müssen, wird kaum mehr Einsatz fordern.

Hier könnte ich mir vorstellen, die Geschwindigkeitsüberwachung auch einmal auf die Nacht zu verlegen und die Ordnungspolizisten ebenfalls einmal zu Zeiten, die nicht unbedingt in die tägliche Dienstzeit passt, einzusetzen. Bei der Landespolizei, die in etwa das gleiche Gehalt bekommen, heißt so etwas Schichtbetrieb.

Der ruhende Verkehr besonders an der Peripherie verdient es ebenfalls, dass mal ein Auge darauf geworfen wird. Die Innenstadt ist ja von der Verkehrsüberwachung durch die städtischen Ordnungshüter sehr gut abgedeckt und das wissen leidgeprüfte Knöllchensammler am besten. Der Beamte, der jedoch nur die Westerwaldstraße hoch fährt, hätte an einem normalen Spätnachmittag schon einen Großteil seines Knöllchenblocks vollgeschrieben. Da gehört das Parken an Einmündungen und auf den Bürgersteigen zur Tagesordnung. Leider trifft das aber auf die meisten Herborner Nebenstraßen zu.

Um beim Thema zu bleiben. Der Herborner Bahnhof entwickelt sich immer mehr zu einem negativen Hotspot für gelangweilte Individuen, die den „normalen“ Reisenden durch ihr aggressives Verhalten Angst einflößen.

Darüber schrieb ich schon einmal vor wenigen Jahren und löste einen kleinen Tsunami im Rathaus aus. Damals verwies ich auf die Drogenszene, die immer ungestörter ihr Unwesen treibt. Wer nicht glaubt was ich gerade geschrieben habe, sollte sich einmal außerhalb der normalen Dienststunden im Bahnhofsumfeld aufhalten. Am besten aber sehr unauffällig damit er keine Prügel bezieht.

Hier rächt sich die Ignoranz der vorherigen Rathaus-Administration Viele Politiker quer durch die Parteienlandschaft hatten immer wieder gefordert die Ordnungspolizei im Bahnhof sesshaft zu machen. Das begrüßt sogar die Bahnpolizei, die ja bis zum Bahnhofsgebäude zuständig ist und gerne die Unterstützung der Stadtpolizei in Anspruch nähme. Es geschah bis heute nichts.

Die Zeiten haben sich drastisch geändert und vielleicht auch bald die Einsicht etwas tun zu müssen. Dazu gehört auch eine ordentliche Videoüberwachung und keine lächerlichen Dummies.

So das wars. Ich alter Pessimist gehe davon aus, dass meine Anregungen kaum etwas bewirken werden. Vielleicht habe ich mich aber diesmal getäuscht. Es würde mich und besonders die genervten Herborner Bürger sicher freuen.

Etwas sehr trauriges noch zum Schluss. Mein Freund Hans-Otto Repp, der in Herborn und besonders in den Schützenvereinen des Kreises und darüber hinaus so etwas wie eine Institution war, ist gestorben. Zwei Tage vorher traf ich ihn wie an den meisten Tagen in den ich in der Stadt unterwegs war in seinem Lieblingscafé La Momenta gegenüber des Rathauses. Das Bild, dass ich aus einer Laune heraus schoss, hat sich mir mittlerweile eingebrannt. Hans-Otto mach’s gut. Du wirst unserer kleinen Welt sehr fehlen. Ich und viele andere werden dich nie vergessen. Ich verneige mich tief vor einem guten Freund.

Hans-Otto Repp ist für immer von uns gegangen.

Ich wünsche euch dennoch einen schönen Abend und denkt daran: Das Leben mit Anstand genießen ist die Parole. Man kann nichts nachholen und mitnehmen erst Recht nicht. Euer Siggi

2 Gedanken zu „Keine Ferienpause und Gartenarbeit ist angesagt, aber Gerdaus-Welt geht weiter.

  • 24. Juli 2020 um 21:04
    Permalink

    Historischer Kommentar zur Tabakpflanze:
    Zacharias Rosenbach, geboren 1595 in Butzbach, gestorben 1638 in Herborn und auf dem alten Friedhof begraben. 1611 hat er auf der Hohen Schule in Herborn Theologie und Medizin studiert und wurde 1623 als Professor der Medizin hierher nach Herborn berufen. Er war ein kluger Kopf, verfasste nicht nur den 1330seitigen naturwissenschaftlichen Teil von Alsteds „Enzyklopädie“, sondern auch ein Wörterbuch zum griechischen Alten Testament. Interessanter ist vielleicht noch, dass er ein weibliches Skelett zu Demonstrationszwecken für seine Studenten erstellte, das im Vorlesungsraum oben auf der Kirche auf einen Spaten gestützt und mit einem Becher in der Hand in einer Ecke stand. Er verfasste zahlreiche, wissenschaftliche Beschreibungen von Blättern, Blumen und Bäumen und in diesem Zusammenhang schreibt er – und da bin ich bei dem angekündigten Kommentar:
    „Nicotiana, heißt getrocknet allgemein Tabacum. Damit ergötzen sich in wunderbarer Weise die Engländer und Holländer, während sie den Rauch durch Tonröhren einziehen und ihn dann durch Mund und Nase wie durch einen Kamin wieder entlassen. Macht trunken und dumm, wenn auch einige sagen, er mache Trunkene nüchtern. Wer zum ersten Mal Tabak raucht, wird schwindlig und fällt auf die Erde. Durch seinen Rauch werden die Weiber vertrieben, wenn auch manche Mannweiber ihn genießen. In der Kehle reizt er zu Husten, weshalb man gutes Bier trinkt, um seine Schärfe zu mildern.“
    Bei Gelegenheit weitere Weisheiten von Professor Rosenbach.
    Herzliche Grüße
    Ronald

    Antwort
    • 24. Juli 2020 um 21:26
      Permalink

      Herzlichen Dank lieber Ronald für deinen sehr informativen Kommentar zu meinem Blog. In der Tat, war man damals noch meilenweit davon entfernt dem Tabakgenuss eine äußerst schädliche Wirkung besonders für die Bronchien nachzuweisen. Heute weiß man es besser. Dennoch gibt es immer noch viele Zeitgenossen und erstaunlicherweise immer mehr Frauen, die diese Erkenntnisse ignorieren oder gar in den Bereich der Fabeln verweisen.

      Antwort

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