Gehört, gesehen und erlebt.

Corona hat sich mit einem Paukenschlag zurückgemeldet. Allen Leugnern und Ignoranten zum Trotz, der fiese kleine Drecksack lebt und erfreut sich bester Gesundheit. Während die meisten Menschen sich bemühen, seiner Ausbreitung mit Maske und Abstand einen Riegel vorzuschieben, helfen andere dem Virus fleißig sich zu vermehren. Man fliegt in Urlaub- „das wird man sich ja wohl noch gönnen dürfen“- feiert fröhlich masken-und abstandsfreie Partys und bezichtigt Mahner als Spaßverderber und Panikmacher. Die steigenden Fall-Zahlen und R-Faktoren sprechen eigentlich eine deutliche Sprache.  OK, wir werden sehen wer Recht hat, aber leider weiß man das immer erst hinterher. Bis dahin wird jedoch noch so mancher Beatmungsschlauch in irgendwelche Lungenflügeln geschoben worden sein.

Einkauf mit Maske, aber der Abstand muss auch gehalten werden.

Ernst beiseite, es gibt natürlich auch noch spaßige Begebenheiten wie zum Beispiel vor kurzem in Herborn. Gold und Silber An-und Verkaufsläden sind existenziell von höchster Bedeutung für eine kleine Stadt. Was machen deren Bürger denn nur mit den Bergen von Zahngold ihrer verstorbenen Angehörigen. Auch deren hinterlassene Pelze wollen schließlich nicht nur mit Mottenkugeln in irgendwelchen muffigen Schränken ihr Dasein fristen. Das dachte sich auch ein Zeitgenosse und ließ sich in Herborns oberer Hauptstraße nieder. Gold und Silber Ankauf und Verkauf sowie der Ankauf von Pelzen aller Art und Größe sein Begehr. Doch die Freude den Bürgern der Bärenstadt etwas Gutes zu tun, währte nicht lange. Kaum zwei Stunden eröffnet, schon waren die Ordnungshüter zur Stelle und der Laden war schon wieder Geschichte. Über die Hintergründe der guinnessreifen Aktion war bisher noch nichts in Erfahrung zu bringen.

Das Restaurant im „Hotel zum Löwen“ in Herborn läuft. Auch die hessische Umweltministerin Priska Hinz überzeugte sich mitsamt Gatten Manfred Rompf am Samstagabend von der Schmackhaftigkeit der Gerichte und dem Ambiente des neu eröffneten Restaurants in der Turmstraße. Von der vermutlich 1577 herrschenden Ruhe- dieses stattliche Alter sieht man dem jugendlich frischen Haus nicht an-war jedoch wie meist an Sommerabenden auf der idyllischen Terrasse nichts zu spüren. Spätpubertierende „Möchte-Gern-Rennfahrer“ ließen Papas oder Luxusauto-Verleihers Lamborghini, Audi R 8 und Co an dem Anwesen vorbeiröhren, dass es eine Wonne für Bronchien und Ohren war. Ganz sicher wird der Herborner Stadtrat noch lange nicht so weit sein, diese und andere innerstädtischen Straßen, wie auch den schmalen Weg, für Poser- und Durchgangsverkehr einfach dicht zu machen. Es wird noch viel eigenes Erleben und Proteste der Anwohner bedürfen, um einen solch komplizierten Denkprozess in Gang zu setzen.

Der Pächter des Herborner Löwen Achim Betz (61) ist mit der Resonanz auf sein Restaurant ganz zufrieden.

Apropos Polizei. Was zurzeit in Deutschland mit den Menschen gemacht wird, die Sicherheit garantieren sollen und dafür ihre eigene Gesundheit und auch ihr Leben einsetzen, ist schlichtweg ungeheuerlich. Polizistinnen und Polizisten stehen wieder einmal am Dauer-Pranger und (fast) alle Medien machen fleißig mit. Was sich da am linken Rand der Politik zusammenbraut, ist in seiner Tragweite für unsere Republik bisher noch kaum ganz zu überschauen. Polizisten sind Rassisten, wenn sie Andersfarbige kontrollieren, sind Nazis, wenn sie Gewalttäter aktiv zur Ordnung rufen, sind Scheiß-Bullen, wenn sie Verkehrs-Rowdys erzieherisch mit Bußgeld belegen. So tönt es allenthalben aus linken Kreisen und die Medien machen fleißig mit. Der sogenannte brave Bürger ist irritiert und fühlt sich alleine gelassen, wenn er Gewaltorgien wie in Stuttgart oder Frankfurt miterleben muss. Er bekommt die Hilflosigkeit der Beamtinnen und Beamten hautnah mit und fragt sich was da eigentlich abgeht. Liegt es an Ausrüstung und Ausbildung? Nein, ganz sicher nicht.

Der Staat lässt seine Exekutive einfach im Regen stehen und die Justiz spielt den Gesetzesbrechern immer mehr in die Hände. Taschendiebe die gefasst, am nächsten Tag wieder ihrem Handwerk nachgehen, Dealer die im Schutze ihres Andersseins völlig unbehelligt in der Öffentlichkeit ihr Gift besonders an junge Menschen verticken. Ist das alles unabänderlich? Ganz sicher nicht. Aber es hat System vermutet Otto Normalverbraucher und wirft den Verantwortlichen mehr oder weniger berechtigt Totalversagen oder noch schlimmer Absicht vor. Die Polizei springt derweilen immer mehr im Kreis, weiß schon nicht mehr welche Ausgabe der Straßenverkehrsordnung aktuell gilt oder schon wieder überholt ist.

Der alte Streifenhelfer vom 1.12.2017 gilt wieder. Wer ihn nicht weggeworfen hat ist jetzt in einer glücklichen Lage.

Die Männer und Frauen versuchen immer noch verzweifelt Recht und Ordnung zu garantieren. Das alles ohne den Rückhalt, den Gesetzeshüter dringen brauchen. Da fallen die Ministerpräsidentin Genossin Malu Dreyer und besonders die SPD-Heilsbringerin Eskens über die ach so böse Polizei her und fordern Überprüfungen und Ahndung angeblicher Polizeigewalt. Jetzt stehen sogar Polizeiabfragen auf dem Prüfstein. Über die Gewalt der Straße dagegen, sprechen und schreiben meine Kollegen von der überregionalen Tagespresse nicht besonders gerne. Wohl aber akzeptieren sie Hetz-Artikel wie den von taz, indem eine „Journalistin“ fordert, dass die Polizei auf den Müll gehört. Wo bleibt der ansonsten übliche Aufschrei der Anständigen. Was passiert denn, wenn die Polizei wie schon mancherorts praktiziert, einfach wegschaut, um allem aus dem Wege zu gehen. Wollen wir einen anarchistischen Staat? Ganz sicher nicht. Wenn das alles so weiter geht, bekommen wir ihn garantiert. Manchmal habe ich das Gefühl, dass die gesellschaftliche Degeneration mit Riesenschritten fortschreitet. Text und Fotos: Siegfried Gerdau

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