Mammografie in Herborn

Auf Anraten besorgter Frauen habe ich mich entschlossen meinen Artikel über die Möglichkeiten der Vorsorgeuntersuchung im Bereich der weiblichen Brust auch in meinem Blog zu veröffentlichen. Ich habe mich sehr gut am derzeitigen Standort des Mammobil I informieren können und hatte in der Leiterin des Referenzzentrums Marburg Dr. med Karin Bock eine sehr kompetente Ansprechpartnerin.

Das Mammobil I der Mammographie Screening-Einheit Marburg hat am Wochenende anseinem derzeitigen Standort in Herborn vor Edeka einen neuen Auflieger bekommen. Wie die programmverantwortliche Ärztin und Referenzzentrumsleiterin Dr. Karin Bock erklärte, sei der neue Röntgenwagen mit neuen Geräten und einem freundlicheren Ambiente ausgestattet.

Kathrin Schopphoven die leitende MTRA, freut sich auf die Arbeit in ihrem technisch und optisch auf den neuesten Stand gebrachten Untersuchungswagen.

Neben den 94 stationären Screening-Einheiten gibt es diese Wagen als Röntgenstation auf Rädern. Das Mammographie-Screening, also eine Röntgenreihenuntersuchung, ist ein Programm zur Früherkennung von Brustkrebs bei Frauen zwischen 50 und 69 Lebensjahren die bisher noch frei von Symptomen waren.

Die Röntgenuntersuchung der weiblichen Brust eignet sich zur Brustkrebsfrüherkennung, weil sie schon sehr kleine, nicht tastbare Tumoren in einem frühen Stadium sichtbar machen kann. Karin Bock erteilte gleichzeitig der manuellen Eigenuntersuchung, dem sogenannten Abtasten, eine klare Absage. Das sei ungefähr so, als wolle man eine Erbse unter einem Stuhlkissen ertasten. Das funktioniere auch nicht, sagte sie. „Wenn man selber tumorverdächtige Knoten ertastet, sind die meist größer als zwei Zentimeter“, warnte die Fachärztin.  Das Mammographie-Screening-Programm hingegen habe das Ziel, Brustkrebs in einem sehr frühen Stadium zu entdecken, in dem der Tumor noch klein ist und die Lymphknoten noch nicht befallen sind. Dadurch hätten Frauen die Chance auf eine günstige Prognose und würden so vor dem Tod durch Brustkrebs bewahrt werden. Das Programm habe erreicht, dass 80 Prozent der Befunde unter zwei Zentimeter blieben. Zur Untersuchung würden alle Frauen in dem entsprechende Altersspektrum alle zwei Jahre eingeladen. Die Kosten werden im Übrigen in der Regel von den Kassen übernommen. Leider würden von den angeschriebenen Frauen lediglich 50 Prozent kommen. Man habe es immer noch mit Vorbehalten, wie dass es bei der Untersuchung zu doll drückt oder das Ergebnis nicht ganz sicher sein könnte, zu tun. Ja, räumte Karin Bock ein, es kann auch schon mal etwas schmerzhaft sein, wenn die weibliche Brust gepresst werden müsse. Hier sei die Frau mit einer größeren Brust benachteiligt. Das Röntgenpersonal werde aber immer bestrebt sein, diese Unannehmlichkeiten auf ein Minimum zu beschränken. Es sei nun einmal so, dass nur bei größtmöglichem noch vertretbarem Zusammenpressen alle Bereiche der zu untersuchenden Brust bei minimalem Einsatz der Röntgenstrahlung abgelichtet werden. Leider gäbe es natürlich Frauen, die Angst vor einem positiven Ergebnis hätten. „Die verschließen lieber die Augen und meiden den Gang zur Mammographie.“  Für Bock ist es wichtig, dass alle Frauen unabhängig von einem Haus-oder Facharzt die mobile Einrichtung praktisch vor der eigenen Haustüre aufsuchen können und dadurch eine absolute Chancengleichheit gegeben sei. Im Rahmen des Programms sehen deren Ärztinnen und Ärzte die Aufnahmen von mindestens 5000 Frauen. Pro Frau werden vier Bilder geschossen und diese werden immer doppelt, das heißt von zwei Ärzten unabhängig voneinander angesehen. Das habe nachweislich den Vorteil, dass mindestens 10 Prozent mehr positive Befunde erkannt würden. „Brustkrebs ist die häufigste bösartige Krebserkrankung bei Frauen in Deutschland, gefolgt von Dickdarm und Lungenkrebs“, stellte Dr. Bock mit Bedauern fest. Bei Männern sind es in erster Linie Prostata, Dickdarm und dann Lungenkrebs. „Pro Jahr erkranken 70 000 Frauen neu an Brustkrebs. Davon sterben ungefähr 19 000“, machte sie deutlich. Es sei das Ziel der Früherkennung diese Zahlen deutlich zu verringern. Bis zu 40 Frauen können am Tag in der mobilen Röntgeneinrichtung untersucht werden. Karin Bock erklärt, dass man sich bewusst Zeit für jede Frau nähme. Die neuen Kabinen wurden entsprechend geräumig, hell und ansprechend gestaltet. Damit auch in Corona-Zeiten die Ansteckungsgefahr ausgeschlossen werden kann, sind entsprechende Maßnahmen wie Desinfektion, Abstand und Mund-und Nasenschutz ein Muss. Durch großzügige zeitliche Abstände kann sich das Fachpersonal besonders für Frauen, die zum ersten Mal an einer derartigen Untersuchung teilnehmen, viel mehr Zeit nehmen. Das Screening- Team von Dr. Bock setzt mehr auf Qualität als Quantität. Die Frauen sollen dadurch mehr in ihrer Persönlichkeit wahrgenommen werden, erläuterte die Chefin die Vorgehensweise. Das Team steht mit dem Mammobil I-es gibt in Marburg auch noch ein Mammobil II- noch bis zum 24.07.2020 auf dem Edeka/Herkules Parkplatz Herborn.

Informationen und Anmeldungen über die „Zentrale Stelle Hessen“, Telefon: 069 24741-7676.

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