Wortspiel für Wache oder die es werden wollen

Liebe Mitmenschen

Ein dreiviertel Jahr Corona. Kaum eine Möglichkeit, die Welt zu sehen. Ich kenne so viele Menschen, die so gern reisen und es jetzt nicht können.

Als kleinen Trost habe ich für diese Leute vielleicht eine kleine Wortspielreise anzubieten.

Also wenn ich nicht hier wäre, Italien wär MaiLand.  Rom zum Beispiel: Da saß ich mal ganz bequem auf dem heiligen Stuhl. Glaubt Ihr nicht? Ist doch PETERSPLATZ, meint Ihr? Ihr wisst gar nicht, VATIKAN!

Also, die Corinna, eine gute Freundin, die kommt Australien.  Die ist wegen CORONA aber auch nicht Dublin, nein, die macht gerade Urlaub in VIETNAM.  „Ach“, hab ich zu ihr gesagt,“ das ist aber exotisch. Wo willst du denn da übernachten?“

„Ich denke, dass ich in PNOM PENH“, hat sie mir geantwortet.

Corinna war übrigens auch schon öfter Indonesien.

So ein Ziel ist für uns Deutsche im Moment utopisch, aber eine kleine WINTERTHUR, das müsste doch gehen.

Ich wollte vor kurzem gern mal einen Freund besuchen.

Unterwegs frag ich eine ausländische Mitbürgerin nach dem Weg:

„Oh nix, Mannheim“

Ei, dann gehen wir doch zu ihm, sagte ich, aber sie sprach: „Frankfurt!“

Scheiße, dachte ich: „Gar Kanada! Macht kein Sinn!“

Ich laufe weiter. Steht doch da tatsächlich einer am Straßenrand und pinkelt. Ich fragte: „Was machst du?“

„EiBach!“

Ich dachte noch: „ManderBach ist aber groß!“, da fühlte ich selbst auch schon Druck, etwa da, wo auch die Eiershausen.

Also machte ich auch SCHÖNBACH. So war ich wenigstens das WASSERLOS.

Das hätte ich mal besser bleiben lassen. Ich glaub, dabei habe ich mich erkältet: Mandeln!

Also schnell noch zum Arzt.                                                                      Im Wartezimmer Hochbetrieb: da saß einer neben mir, der kommt aus Mühlheim und leidet an der Ruhr. Er hieß Steinbach, Ludwig Steinbach, und ich merkte gleich, der wollte unbedingt bei mir London.

Ich: „Das is´jetzt Tschad, denn du bist ein ganz Libanese, aber ich bin leider kein Homolulu. Im Gegenteil, ich bin der Schwalm aller Frauen!  

Es waren noch mehr Leute im Wartezimmer:  

Einer mit Alkoholfahne:  voll Knüll !

Ein anderer lief auf allen Vieren. Diagnose: Hunsrück!

Sollte übrigens jemand vorhaben, in gleichnamiges Gebirge zu fahren, dann darf er folgendes nicht Vogesen: festes Schuhwerk, sonst kann man nämlich ganz leicht Abruzzen.

Wo war ich dran? Ach ja, das Wartezimmer.  Eine Frau mit übler Wasserscheide. Aqua Vagina heißt das, glaub ich. Aber lieber das als Rabenscheid, oder Breitscheid, denk ich mir. 

Ja, ich weiß, manchmal bin ich ein ganz Albaner!

Endlich wurde ich ins Sprechzimmer gerufen.

Der Arzt meinte nach kurzer Untersuchung: „Du Hartenroten Rachen!“

Mir war schon alles zu geschwollen. Ich frag nur noch „ Wo,Bicken?“   

Er: „DortMund“

Ich: „Darf ich Essen?“

Er: „Vielleicht nen EschenBurger!“

Und jetzt kommt das GROßE ARBER: „Aber auf keinen Fall ein LINSENGERICHT!“

Ich sag zu ihm: „Ich will gleich noch zu einer Fete, da Kamerunglaublich gut Essen.

„Warum nicht“, sagt der Doc, „GÖNNERN Sie sich ruhig was Fleischiges“.

Also gut, dacht ich, dann Istanbul.

Besser, als wenn ich ein Fuchskaute!

Schon beim Gedanken daran schnürt sich meine Kehle zu. Ich hab sozusagen einen Knoten im Hals, wenn ich dran denke, wie ich die Brocken runter WürgendorF. Da laufen ja die KATZENFURT!

Ich geh also in ein Lokal und eine halbe Stunde nach meiner Bestellung kommt der Koch zu mir an den Tisch und meint, er wollte gerade den Bulgaren, da drehte der sich um und plötzlich  war der Oxford.

Sag ich: „Das war bestimmt die Sau die arabische.


Neulich war ich übrigens noch viel schlimmer krank, ich HADAMAR ganz schlimmen HOUSTON. Ich war so krank, dass mir ein Geistlicher zur BIEBELRIED. Und ich sagte: „Sie wissen doch, verehrter PADERBORN, dass ich genau wie der LÜNEBURGER HEIDE bin. Er legte mir seinen AMRUM und ich dachte mir MANCHESTER nett. Und der Pater sprach: „Warst du überhaupt schon mal in einem Gotteshaus?“ Sag ich: „PASSAUf, bis jetzt noch nicht, weil ich immer Fußball gespielt habe. Sie glauben gar nicht, was ich alles am BALKAN! Erst in HAWAII hab ich mit Fußball aufgehört, weil ich mich irgendwann gefragt habe – „WAIKIKI?“

„Mein Sohn, du warst noch nie in einem Gotteshaus, ich muss dich RÜGEN“.

„Ich wollt ja schon mal, da war ich in SPEYER, aber da hatte der Dom zu. Und außerdem, was soll ich in ALTENKIRCHEN!“

Sagt er: „Ja, wenn der Dom zu ist, dann musst du klingeln, der Dom zu SPEYER ist nämlich eine LEUTKIRCH.“

 „Ja schon“, sag ich, „aber wenn die Glocke so laut ist, dann kommt der Pfarrer am Abend als TAUBERBISCHOFHEIM.“ Ich glaub, der Gute hat den Scherz nicht verstanden. Dauert halt oft etwas länger, BISKIRCHENmänner verstehen. Stattdessen hat er mich gefragt, ob ich mich mit ihm auf eine Bangkok. Gutmütig wie ich bin, hab ich’s tatsächlich getan. Und er textete mich zu, erzählte mir, wohin er zum Essen ging. Also meistens ASERBAIDSCHAN, und dann am liebsten ÖLSARDINIEN, alle Sorten, die krummen wie die KROATEN.

Was wollte ich eigentlich erzählen? Ach ja, ich war sehr krank. Jetzt bin ich aber wieder auf dem BOSTON.

Wohnen tu´ich momentan übrigens in der MAGELLANstraSSe, und zwar Beirut.

Die lebt in einer WG, es ist aber selten wer zu Hause – okay, ab und zu ist der Florida, aber letztes Jahr zum Beispiel, da war gar Kanada. Aber das macht nix, weil Hoyerswerda. Manchmal treffen wir uns alle beim Zähneputzen, sag ich neulich: „Geh´, leih´mir doch mal deinen Kambodscha!“ Ägypten mir.

Ein anderes Mal hab ich mich total erschrocken, geh´ich in den Waschraum, liegt da so eine Art Kamel in der BOTSWANA drin. Sag´ich : „Was um alles in der Welt ist denn das?“

Da sagt das Viech: „Islamabad!“.

Ansonsten wird da wenig gesprochen,  der Braun schweigt, der Marti niqueT, ganz zu schweigen von Karlsruhe.

Deswegen muss ich öfter mal was andres sehen.

Und so zog ich los. Ich war gespannt, wohin der Weg mich FÜRTH. Ich SAARBRÜCKEN und MÜNSTER, BURGEN AN DER MOSEL, KIRCHEN, SAARLAND und klar, ACHENSEE.

Irgendwann kam ich an einen kleinen Fluss, der keine Strömung hatte, das war der GLADBACH. Das Ufer des GLADBACH war BERGISCH. Ich stieg aus und traute meinen Augen nicht. Da saßen zwei kleine BERN. Die kleinen BERN heulten ganz bitterlich. Anscheinend war ich jetzt im WEINVIERTEL. Doch die BERN hatten Angst, denn hinter ihnen lauerte eine Raubkatze.

Ich wusste, was zu TUNIS.

Ich GREIFENSTEIN und sag zur Raubkatze: „Hau bloß ab, sonst mach ich dir BENELUX!“

Ich fuhr DANZIG Kilometer weiter UNNA IZMIR eingefallen, dass ich Hunger habe. In HOMBERG EFZE ich nur noch. Doch kurz drauf kam ich an einem Restaurant vorbei. Das ist ein Ort, an dem vorwiegend OBERHAUSEN.

Als Tagesgericht gab’s eine WESTERWÄLDER SEENPLATTE, aber ich hatte eher Appetit auf Fisch.

„ Vielleicht ein SHANG HAI- Filet“, überlegte ich, während ich das Lokal betrat.

Es dauerte, bis ich einen Kellner erspähte. Ich hatte sooo großen Hunger und dachte vor mich hin: Mensch, OBERWETZ! Aber ich sagte es nicht laut, aus Angst, dass er mich NIEDERSCHELD. Der Ober, der mich dann bediente, war ein gewisser Herr Rossbach. Und ich sagte zu ihm: „Lieber Herr OBERROSSBACH, wenn da jetzt nur schon ein DELAWARE.

Und was soll ich sagen, es war so, dass der Ober einfach nach einem TEL AVIV. Und in dem Moment flog einer heran.

Er hielt seine Hand auf, weil er dachte, für so einen billigen Trick ISERLOHN drin. Aber für so was sieht der von mir CAMARGUE. Weiter ging die Reise: Am Straßenrand nahm ich einen Tramper auf, ein ganz netter Kerl aus den neuen Bundesländern. Der war SCHWERIN Ordnung. Ich dachte: Manchmal ist es richtig gut, wenn man für einen SACHSEN ANHALT. Er erzählte mir von einem großen Saufgelage an einem  Gewässer im OSTEN  und wie betrunken er gewesen sei: PLAU AM SEE! 

In BAD BRÜCKENAU, denk ich mir: „Mensch, da auf der Straße da LICHTENFELS“ und als ich genauer auf den BODENSEE, war es ein totgefahrener Hirsch. Seitdem gibt’s in BAD BRÜCKENAU WILDFLECKEN.

Langsam wurde ich müde. Auf einem Parkplatz machte ich ein Nickerchen. Ich hatte einen Traum: Ich steh am Strand, schau so auf‘s Wasser und denk nur; Nee, WATTENMEER, da kommt plötzlich eine Traumfrau auf mich zu; sie sah meine abstehenden Ohren und ich Zaire.

Tansania ihre Fotoalben aus der Hand gerutscht. Darin Fotos von Queen Elizabeth und anderen KÖNIGSLEITEN. Ich, Kavalier der alten Schule, sag: „Ich heb´ das auf und SYrien sich nicht vom Fleck.

 „Schauen Sie sich mal meinen roten Kopf an“, sagt sie.

Sag ich, „ja, ich SEESHAUPT“.

Sie hatte fast purpurnes Haar und alles war hochgesteckt. Das reinste ROTHAARGEBIRGE!

Und sie hieß VERONA. Ich rannte schnell noch zum Kiosk, um Blumen zu kaufen. „Den Strauß in der Hand fragte ich an der Kasse: „Ist ein Nachlass drin?“

„Sorry, kein RABAT, vielleicht noch ein Kaffee TOGO?“

 Ich verneinte und kam mit dem Strauß ROSENHEIM. Das imponierte ihr ganz offensichtlich. Ich stellte mich vor: „Ich heiße HAGEN“.

Und sie antwortete: „Für dich schlägt MEINHERZHAGEN!“

Tja, so ist das, ich bin halt kein Looser, ich will immer SIEGEN! HAGENAU!

Wir aßen bei mir zu Abend, sie aß Nudeln und ibiza. Sie sagte: „Ich komm übrigens aus Mecklenburg!“, und  ich: „Gott, das kann schon mal  Vorpommern.“

In Wahrheit kam sie BAYERN, was man unschwer an ihrem Dialekt erkannte.

Ich zeigte ihr an der Wand ein Gemälde und sagte: „Das ist ein Picasso.“

Sie sagte: „Was, das ist ein Picasso. SO MAL I A !“

„Ja“, sag ich, „es gibt schon GUATE MALA“.

„DA VINCI mir mehr von!“

Ja, diese Frau wollt ich Libyen. Ich stellte sie mir im Badeanzug vor und wusste: Die Frau, die kommt im Bikini-AToll. Die könnte man grad mal ins BETHLEHEM.

Mir stand der Schweiz auf der Stirn, denn sie hatte Offenbach keine Hemmungen. „BOR MI O!  Ich will dir meinen Leib zig mal zeigen! Und wenn er dir von der einen Seite zu langweilig wird, dann, dann…“-  „was dann? „Ja, dann Dresden.“

Als MARIA LAACH und ich schließlich ihr linkes Elfenbeinküste, waren meine Klagenfurt.

Fast gierig betrachtete ich sie und sie erklärte mir: „Schau, das ist MAINSPITZDREIECK.“

Nun freute ich mich doch gehörig auf das, was kommen sollte, als sie vor Entsetzen aufschrie: „Was is´n des?“

Sag ich: „Buenos Aires!“  

Und dann fragte sie sie: „Ja, und was ist das  andere?“

 „ERDA?“, frag ich: „Ja, das ist mein Stockholm! Und der ist FULDA!“

 Sagt sie: „Ja, da braucht man aber a Guadeloup´ ! Und wo sind die Haare?“

„Gibt’s nicht, das ist ein KAHLER ASTEN“, sag ich.

„Genua!“, sagt  sie.

Und ich:  „Das mach ich auch, ich BAGDAD nicht!“.

So ging dieser erotische Traum am Schluss noch in den BAHRAIN.

So, ich hoffe, da war für jeden ein Reiseziel Dubai. Falls immer noch nicht, dann könnte ich noch LUXEMBURG empfehlen, da gibt’s WASSERBILLIG!!!  

ASSLAR?

Danke dir lieber Uli für dieses unterhaltsame Wort-Spiel. Es hat mich zu dieser späten Stunde genötigt, meine Hirnwindungen zu strapazieren. Vielleicht kann ich den Einen oder Anderen auch davon überzeugen, seinen Grips anzustrengen.

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