Das Volk ist der Souverän

Von Siegfried Gerdau

Pädagogen für politische Bildung können sich freuen. Noch mehr Anschauungsmaterial für negative demokratische Auswüchse gab es eher selten. Machtspiele und Kämpfe beherrschen die Szene in den politischen Zentren auf den verschiedensten Ebenen. Es wird beschimpft, verunglimpft und ausgebremst was das Zeug hält. Es wird mit harten Bandagen gekämpft bis dass die Fetzen fliegen.

Der vor Wahlen oft zitierte Souverän, steht angesichts dieser ständig steigenden Entwicklung buchstäblich auf dem Schlauch. „Sag mir bitte welche Partei ich wählen soll“, ist schon lange kein Spruch mehr, sondern brutale Wirklichkeit. Sogenannte Fakes und Desinformationen beherrschen die Internet-Foren und sorgen für weitere Unsicherheit. Wer sich an den Publikationen der verschiedenen Medien ausrichtet, erhält Informationen die eher das „eigene Lager“ stärken und kaum Leitlinien für neutrale Berichterstattung sind.

Der Souverän ist das Volk und alles andere drum herum arbeitet ihm zu. Foto: Ki-generiert

Sachlichkeit und Respekt trotz unterschiedlicher Weltanschauung gehören mittlerweile in das Reich der Fabeln. Es gibt die Guten und die Bösen, eine schreiende Minderheit und eine ermattete Mehrheit. „Gute Demokraten“ erkennt man daran wie stark sie ihre „Gegner“ bloßzustellen versuchen und verbal niederknüppeln.

Das Grundgesetz dient den jeweiligen Richtungen dazu, sich die passenden Paragrafen um die Ohren zu hauen. Mitten drin stehen hilflos die Wähler und nur wenige begreifen, dass sie in diesem traurigen Spiel lediglich das „Wahlvolk“ sind.

Gnadenlos greift ihnen die Administration in die Taschen und bittet sie dabei ruhig zu bleiben. Während die einen das nur peripher interessiert, weil genügend Schotter vorhanden ist, wächst die Verzweiflung der Masse. Hier an dieser Stelle sollten die echten Demokraten unruhig werden. Während die Machthaber im alten Rom ihr Volk mit Brot und Spielen zufrieden stellten, klappt das aktuell mit dem Brot immer weniger gut.

Demokratische Politik geht im Idealfall immer vom Volk aus. Praktischerweise wählt das Volk seine Repräsentanten, um die eigenen Interessen durchzusetzen. Grundsätzlich eine gute Einrichtung. Wenn die Gewählten jedoch nach der Wahl einen völlig anderen Kurs als den versprochenen fahren, nennt man das Wählertäuschung. Die Masse nimmt es hin, nach dem Motto: „Da kann man nichts ändern, die machen doch sowieso was sie wollen.“

Falsch! Die können nur das machen, was der Souverän zulässt. Er bestimmt über Krieg und Frieden. Über Wohlstand und Armut und über den Kurs der Bundesrepublik. Wie das geht? Ganz einfach über die Wahlen und indem man vorher genau hinschaut und vor allem geschlossen an die Wahlurnen geht.

Eine mehr als bedenkliche Entwicklung ist die gespaltene Gesellschaft. Nicht nur dass es teils grundverschiedene politische Anschauungen gibt, sondern Menschen klassifizieren sich in Gut und Böse, Wert und Unwert. Anstatt dem entgegenzuwirken, mischen viele Medien, aber leider auch die christlichen Kirchen kräftig mit. Dass diese Spaltung bis in die Familien reicht ist besonders bemerkenswert.

Union und Grüne bilden neue Pole
Besonders bitter: Menschen lehnen Anhänger anderer Parteien zunehmend nicht wegen einzelner Positionen ab, sondern als Personen. Es gibt Misstrauen, Skepsis, Rückzug. Mittlerweile spiegelt sich die neue politische Realität auch in den Wahlprogrammen der Parteien wider, sagt der Freiburger Politikwissenschaftler Prof. Dr. Uwe Wagschal (60) im Gespräch mit BILD.
Für die Entscheidungshilfe „WahlSwiper“ hatte er die Parteien zur Berliner Abgeordnetenhauswahl mit einem umfangreichen Fragenkatalog konfrontiert. Das Ergebnis: CDU und Grüne stimmen nur in 16 Prozent der Positionen überein, Linke und Grüne dagegen in fast 90 Prozent der Fälle. Wagschal weiter: „Das eigentliche Überraschende ist: Nicht die AfD treibt den jüngsten Anstieg der emotionalen Polarisierung, sondern der Konflikt in der politischen Mitte.“ Die AfD habe bereits seit ihrer Gründung 2013 stark polarisiert. Quelle: BILD

Kein Wunder, dass viele Beobachter von einer Wiedergeburt der Weimarer Verhältnisse sprechen. Der Hass kultiviert sich und wird fast ausnahmslos als Triebfeder einer selbstzerstörerischen Realität benutzt. Die fast täglich irgendwo in der Republik stattfindenden Demonstrationen stehen kurz vor gewaltsamen Auseinandersetzungen. Heute noch verbal, Morgen vielleicht schon mit Waffengewalt verbreiten extremistische Verbindungen ihre „einzig wahren“ Weltanschauungen.

Die staatliche Exekutive steht dem mehr oder weniger hilflos gegenüber. Trotz hervorragender Ausbildung und Bewaffnung sind die Polizeibeamten angehalten ausnahmslos deeskalierend einzugreifen. Die grundsätzlich ideell gegensätzlichen Zusammenrottungen der „befeindeten Lager“ unterscheiden sich von einem Mob hauptsächlich durch die erkennbare Führung. Dessen radikale Äußerungen sind der Aufruhr und weniger der Inhalt.

Der Ausdruck Mob (englisch mob „aufgewiegelte Volksmenge“, von lateinisch mobile vulgus „reizbare Volksmenge“ bezeichnet meist pejorativ, also abwertend oder abfällig eine Masse aus Personen des einfachen Volkes bzw. eine sich zusammenrottende Menschenmenge mit überwiegend niedrigem Bildungs- und Sozialniveau (abwertend auch gemeines Volk, Pöbel, Plebs, Gesindel, Pulk, Schar genannt). Quelle: Wikipedia

Wohin das alles führen kann, hat Deutschland 1933 schon einmal erlebt. Beide extremen Seiten werfen sich vor, dafür erneut die Auslöser sein zu können. Man kann nur hoffen, dass nicht. Eine schwache Regierung, die den Geschehnissen mehr oder weniger hilflos gegenübersteht, muss sich Staatsversagen vorwerfen lassen und macht damit den Weg für andere Regierungsformen frei.

Noch schlimmer ist, wenn bestimmte politische Kräfte mit dem Gedanken spielen, ein Krieg könne die Lösung aller Probleme sein und das Volk wieder zusammenführen. Offenbar sind die beiden Weltkriege schon zu lange her und die Erinnerung an die schreckliche Zeiten weitgehend verblasst.  Aber: Krieg ist unsäglich schrecklich und alleine schon der Gedanke daran es doch wieder einmal zu versuchen, pervers.

„Wer Gewalt sät, wird Gewalt ernten“ ist sicher nicht grundlos ein deutsches Sprichwort, welches die Konsequenzen von Gewalt und Aggression thematisiert. Wenn sich die Menschen des 21.Jahrhundert nicht auf menschliche Werte besinnen und wieder miteinander reden statt sich gegenseitig mit Dreck zu beschmeißen, gewinnen die urmenschlichen Verhaltensweisen die Oberhand und stellen alle demokratischen Errungenschaften unserer Zeit ad absurdum.

Tansania zu Gast in Herborn

Evangelisches Dekanat an der Dill begrüßt Delegation aus Ruhija zum Dekanatskirchentag

Das Evangelische Dekanat an der Dill erhält Besuch aus Tansania: „Vom 8. bis 16. September 2026 werden vier Besucher aus Ruhija/Ntoma in unserer Region zu Gast sein“, teilt Uwe Seibert vom Tansania-Arbeitskreis mit. Die Gäste werden in Privatquartieren untergebracht.

Von der Bibelschule Ruhija/Ntoma sind wieder Phenias Lwakatare und Oliva Loving mit dabei und bringen zwei Studenten der Bibelschule mit: Amos Byebazo und Jeniva Edwine. Hintergrund ist das besondere Jubiläum: Seit 40 Jahren besteht die Partnerschaft mit der Ausbildungsstätte. Hier werden Evangelisten für den Gemeindedienst ausgebildet.

Seit 1986 pflegt das Dekanat Herborn den Austausch mit der „Ruhija Evangelical Academy“. Das 40jährige Jubiläum wird auch aucf dem Dekanatskirchentag „DAS FEST!“ gefeiert. FOTOS: DEKANAT AN DER DILL

Zu den öffentlichen Terminen zählt der Eröffnungs-Gottesdienst zum Dekanatskirchentag „Das Fest!“ auf dem Schulgelände des Johanneum-Gymnasium am Sonntag, 13. September 2026 um 10.30 Uhr: die Delegation aus Tansania wird den Dekanatskirchentag miterleben und zwei Trommel-Workshops „So klingt Afrika“ um 12 Uhr und um 15 Uhr mitgestalten.

Die Gäste aus Tansania werden zudem die Vereinte Evangelische Mission (VEM) in Wuppertal und das ERF-Medienhaus in Wetzlar besuchen und im Schloss Herborn die theologische Ausbildungsstätte der EKHN kennenlernen.

Seit 1986 pflegt das Dekanat Herborn den Austausch mit der „Ruhija Evangelical Academy“. Neben der regelmäßigen finanziellen Unterstützung beispielsweise in Form von Stipendien für Studenten und Fahrrädern als Geschenk an die Absolventen der Bibelschule kommt dem regelmäßigen Austausch eine wichtige Rolle zu.

Konzerte zum Dekanatsfest

Nach über 25 Jahren feiert das Evangelische Dekanat an der Dill mit „Das Fest!“ wieder einen Dekanats-Kirchentag. Zur Großveranstaltung auf dem Schulgelände des Johanneum-Gymnasiums in Herborn kommen die Kirchenpräsidentin Prof. Dr. Christiane Tietz, Pfarrerin Annette Kurschus hält die Bibelarbeit und Landrat Carsten Braun ist als Gast einer Podiums-Diskussion mit dabei. Es werden Gäste aus Tansania erwartet, denn das Evangelische Dekanat an der Dill feiert 40 Jahre Partnerschaft mit einer Bibelschule in Tansania.

Fotos: privat

Nicht fehlen darf beim Dekanatskirchentag die Kirchenmusik der Region: Die drei evangelischen Kantoreien des Evangelischen Dekanats an der Dill präsentieren am Sonntag, 13. September 2026 bei „DAS FEST!“, dem Kirchentag an der Dill, ein besonderes Konzert: Um 13.30 Uhr wird in der Aula des Johanneum-Gymnasiums in Herborn (Otto-Wels-Straße) die „Misa a Buenos Aires“ des argentinischen Komponisten Martín Palmeri aufgeführt.

In diesem Werk verbinden sich die altbekannten Texte von Kyrie bis Agnus Dei auf reizvolle Weise mit einer modernen Tonsprache. Leidenschaftliche Klänge und lateinamerikanische Rhythmen kennzeichnen das Werk, das auch als „Tangomesse“ bekannt ist. Die Johanniskantorei aus Dillenburg, die Kantorei der Margarethenkirche Ewersbach und die Herborner Kantorei singen unter Leitung von Miyoung Jeon und Petra Denker. Die instrumentale Begleitung übernehmen Streicher der Camerata Instrumentale Siegen, Ulrich Kögel am Flügel und Karin Eckstein am Bandoneon. Das Bandoneon ist die argentinischen Version des Akkordeons, welches wie kein anderes Instrument die Seele des Tangos verkörpert. Die Sopranistin Manuela Meyer ergänzt die Besetzung. Das Konzert dauert etwa 45 Minuten. Der Eintritt ist frei, die Sitzplätze sind auf 200 Personen beschränkt.

Mit über 25 Programmpunkten bietet „Das Fest!“ am Sonntag, 13. September 2026 von 10.30 bis 16 Uhr ein Feuerwerk von ganz unterschiedlichen Angeboten für Jung und Alt. Für Essen und Getränke ist gesorgt. Zudem gibt es etliche Mitmach-Angebote auf dem Sportplatz wie eine Gladiator-Arena und ein Turmbau-Projekt.
Bereits am Samstag, 12. September 2026 gestalten Jonny vom Dahl, Katharina Stahl und Lea Weigand einen Abend voller Poesie und Musik. Karten für das Doppelkonzert in der Aula des Johanneum-Gymnasiums kosten im Vorverkauf 15 Euro und an der Abendkasse 20 Euro.

Der Link zum Ticket-Vorverkauf: https://ticketree.de/event/kathi-leah-jonny-vom-dahl/      
Alle Angebote sind auf der Webseite https://www.dill-kirchentag.de/ zu finden.


Kammermusik in der evangelischen Kirche

Am kommenden Sonntag (23.8.) musizieren Instrumentalisten aus Herborn und Umgebung um 18Uhr barocke Kammermusik auf verschiedenen Instrumenten im Chorraum der Stadtkirche Herborn. Der Flötist Torsten Greis, Katharina Eich-Meier (Flöte und Geige) sowie Christine Vogel (Viola da Gamba) werden dabei von Kantor Johann Lieberknecht auf der Orgel und dem Cembalo begleitet. 

Chorraum der Herborner evangelischen Kirche

Im Zentrum stehen Werke der drei prominentesten deutschen Barockkomponisten Johann Sebastian Bach, Georg Philipp Telemann, Georg Friedrich Händel. Aber auch Kompositionen unbekannterer Meister wie Joseph Bodin de Boismortier (1691-1755) und Giovanni Benedetto Platti (1697-1763) werden zu hören sein. Die musikalische Spannweite reicht dabei von nachdenklichen Triosätzen bis zu fröhlich-ausgelassenen Tänzen. Der Eintritt ist frei, um eine Spende wird gebeten.

Schwimmparadies Sinn in seinem erfolgreichsten Jahr

Eines der schönsten und schönst gelegenen Freibäder im alten Dillkreis ist das „Waldschwimmbad Sinn“. Es wird nicht von der Gemeinde, sondern von einem großen Team freiwilliger Helfer geführt und bewirtschaftet. Pflege, Wartung, Badeaufsicht, Technik, Kiosk und sogar bauliche Maßnahmen werden von Bürgerinnen und Bürgern übernommen. Somit wird es auf eine in der Region außergewöhnliche Weise betrieben: Also fast vollständig ehrenamtlich und das ist einzigartig in der Region, weil es vollständig durch freiwilliges Engagement betrieben wird. Viele andere Kommunen müssen Bäder schließen – in Sinn hält die Bürgerschaft ihr Bad selbst am Leben.

Wer es geschafft hat an der Sinner evangelischen Kirche vorbei, den langen Ballersbacher Weg „zu erklimmen“ erblickt kurz vor dem Waldrand auf der linken Seite eine Anlage, die ihresgleichen sucht. Beim Passieren des Eingangs, in dem auch der Thekenbereich ist, wird der Besucher von einer unvergleichlich gastlichen Atmosphäre empfangen. Das Team wechselt sich beim Kassendienst ab und so kann man nicht selten neben dem hauptamtlichen Bademeister auch die 1. Vorsitzende des Fördervereins Waldschwimmbad Sinn e.V. Ann-Katrin Sauer treffen.

Es gibt zwei organisatorische Säulen:

Förderverein Waldschwimmbad Sinn e.V.

  • Verantwortlich für den gesamten laufenden Betrieb
  • Ehrenamtliche übernehmen nahezu alle Aufgaben
  • Ziel: langfristiger Erhalt des Schwimmbads trotz knapper kommunaler Haushalte

Waldschwimmbad Sinn gGmbH

  • Gemeinnützige GmbH, gegründet 2009
  • Zweck: Betrieb und Erhaltung des Schwimmbads, Förderung des Schwimmsports
  • Sitz: Ballersbacher Weg, 35764 Sinn
  • Rechtsform: gGmbH, HRB 5901 (Amtsgericht Wetzlar)

Die gGmbH bildet die rechtliche Grundlage, der Förderverein und seine Mitglieder leisten die praktische Arbeit.

Das 50 Meter Hauptbecken und ein Kinderbecken neben dem Sprungturm sowie eine riesengroße Liegewiese mit zwei farbenfrohen Umkleidehäuschen lassen keine Wünsche offen. Ein Mehrgenerationenbereich liegt direkt am Waldschwimmbad, angrenzend an die Liegewiesen und den Zugang zum Bad. Er ist frei zugänglich und wird wie das Schwimmbad ebenfalls ehrenamtlich gepflegt.

Die Sanitäranlage, getrennt nach Männer und Frauen, ist nicht vollständig auf dem neusten Stand. Wenn man jedoch bedenkt dass alle Arbeiten rund ums Bad und den Nebengebäuden in eigener Regie und mit eigenen Mittel erfolgen, kann man sich vorstellen, dass nicht jeder Wunsch sogleich in die Tat umgesetzt werden kann. Viele Investitionen in die Beckenbeheizung und die Außenanlagen konnten nur deshalb in Angriff genommen werden, weil die GmbH äußerst wirtschaftlich arbeitet.

Bewegungsstationen — Geräte für leichte Fitness, Gleichgewicht und Mobilität

Spielbereiche — kindgerechte Elemente, die gleichzeitig von Erwachsenen genutzt werden können

Sitz‑ und Ruheflächen — Bänke, Schattenplätze, Treffpunkte

Barrierearme Wege — geeignet für Rollatoren, Kinderwagen und eingeschränkte Mobilität

Sozialer Treffpunkt — Ort für Begegnung, kleine Veranstaltungen, Vereinsaktivitäten

Der Bereich ist so gestaltet, dass Bewegung, Gesundheit und Gemeinschaft unabhängig vom Alter.im Mittelpunkt stehen.

Die Dreh- und Angelpunkte im Sinner Waldschwimmbad sind neben diesen zahlreichen Attraktionen sicher die Gasträume im Inneren und die Außenterrasse. Sie werden in eigener Regie bewirtschaftet.

So gibt es zweimal in der Woche ein reichhaltiges Frühstück nach Wahl und oft werden komplette Gerichte in den frühen Abendstunden angeboten. Weitere Informationen und Kontakt. phone: 02772 571667 oder 02772 51170. mail: info@waldschwimmbad-sinn.de. sig/Fotos: Gerdau

„Tod und Leben“

Theaterstück von Herborns Ehrenbürger

Fast 30 Jahre sind es her, seitdem das wohl profilierteste Theaterstück von Herborns Ehrenbürger Walter Schwahn letztmals zu sehen war. 1997 erlebten die Besucher im Hof der Hohen Schule die tragischen Geschehnisse einer Stadt in den Klauen der Pest.

Gesetzestreue versus Menschlichkeit , Nächstenliebe contra starre Bürokratie-es sind die dramatischen Einzelschicksale, die an diesem Stück so faszinieren. Es ist eine Geschichte, die man im Kern auch heutzutage immer wiederfindet. Das war der Grund und vor allem höchste Zeit, dass „Tod und Leben“ wieder einmal auf dem Spielplan steht. Die Regie übernimmt erneut Albert Follert, der von Adelheid Simmer unterstützt wird. Quelle: Kulturscheune Herborn.

Herborns wohl bekanntester Bänkelsänger Thomas Jopp (links) mit seinem Adlatus kündigt auf dem Herborner Wochenmarkt das Ereignis an.

Musik und Poesie im Dreierpack

Drei Künstler an einem Abend: Jonny vom Dahl, Katharina Stahl und Leah Weigand gestalten in Herborn einen klangvollen und lyrischen Concert-Abend. Katharina Stahl tritt am Samstag, 12. September 2026 um 19.30 Uhr mit Leah Weigand in der Aula des Johanneum-Gymnasiums Herborn (Otto-Wels-Straße) auf. Als dritter Künstler sorgt Jonny vom Dahl mit seiner Band für gute Unterhaltung. Im Rahmen der „Bunten Fahnen Tour“ gibt er ebenfalls an diesem Abend ein Konzert in der Aula. Einlass ist um 19 Uhr, Karten gibt es jetzt online im Vorverkauf.

  

Ein Leben ohne Musik ist für Katharina Stahl unvorstellbar! Mit ihrer Musik schafft sie einen Soundtrack für das Leben ihres Publikums. In Herborn tritt sie in einer einzigartigen Kombination mit Leah Weigand auf. Die Dichterin, Autorin und Spoken-Word-Künstlerin Weigand rückt mit poetischer Sprache und großer Sensibilität Themen in den Vordergrund, die berühren. Als Poetry Slamerin verzaubert sie mit ihren Texten. Jonny vom Dahl ist Sänger und Musiker. Einem größeren Publikum ist er über die Talent-Show „The Voice of Germany“ 2016 bekannt geworden. Der in Marburg lebende Künstler ist nach vier Single-Veröffentlichungen 2024 und einem Album 2025 mit seinen neuen Songs auf „Bunte Fahnen“-Tour.    

Das besondere Konzert wird ein schöner Auftakt zu „DAS FEST!“ – dem Kirchentag an der Dill. Eintrittskarten gibt es online im Vorverkauf zu 15 Euro. An der Abendkasse kosten die Tickets 20 Euro.  

Der Link zum Ticket-Vorverkauf: https://ticketree.de/event/kathi-leah-jonny-vom-dahl/      

Foto: Veranstalter

Holger J. Becker-von Wolff

Herborn-Schloss-Rallye wirft ihre Schatten voraus.

Am 20. September 2026 (Sonntag) wird Herborn wieder im Oldie-Rausch sein. Der „Förderverein des Lions Club Herborn-Schloss“ richtet die 4. Herborn Schloss Rallye als Old-und Youngtimer-Treffen in der historischen Altstadt aus.

Die historische Herborner Altstadt mit ihren Fachwerkhäusern ist die perfekte Kulisse für die Rallye.

Bevor die rund 100 alten und nicht ganz so alten zwei und vierrädrigen Schätzchen auf dem Marktplatz zu besichtigen sind, gehen die auf eine sportliche 60 Kilometer-Tour zu den heimischen Seen wie Ulmtalsperre, Krombachtalsperre Heisterberger Weiher und Aartalsee. Allerspätestens um 11.30 Uhr werden auch die letzten die Innenstadt erreicht haben müssen. Die ab dann hochgefahrenen Sicherheitspoller machen eine Einfahrt in die Stadt nicht mehr möglich.

Derweil haben die fleißigen Helfer, um ihren Tour-Leiter Dieter Jung aus Sinn, schon alles im Schatten des historischen Rathauses vorbereitet. Es gibt Wein, Wurst, Kaffee und Waffeln. Der Nachwuchs darf sich auf den legendären Minitraktoren vergnügen und für den richtigen Sound sorgt das Schulorchester der Herborner Comeniusschule.

Die „Lions Herborner Schloss“ Veranstaltung steht wie gewohnt unter dem weltweiten Lions-Motto „We Serve“ – „Wir dienen.“ Das heißt, auch in diesem Jahr sollen die Erlöse der Rallye wieder heimischen Vereinen und im Besonderen dem Elisabeth-Hospiz, Dillenburg gespendet werden. Das setzt jedoch voraus, dass sich möglichst viele Sponsoren an der mildtätigen Aktion beteiligen.

Für den Betrag von 100 Euro bekommt der Spender einen doppelseitigen Aufkleber mit dem jeweiligen Sponsorenname und der Starnummer für eines der teilnehmenden Fahrzeuge (für den Kleber nur auf einer Seite werden 50 Euro fällig). Natürlich können die Teilnehmer auch ihre Fahrzeuge sponsern und somit ihre Startnummer mit eigenen Werbeaufdrucken versehen. Eine Sponsorenrechnung für den Fiskus ist obligatorisch. „Wir hätten gerne noch mehr Sponsoren für die Herborn-Schloss-Rallye und im Fahrzeugfeld sind auch noch genügend Plätze frei“, sagte Dieter Jung.

Die Oldie-Karawane wird sich am 20. September um 9 Uhr vom Herborner Festplatz aus in Bewegung setzen. So werden die schönen Fahrzeuge auch unterwegs ein Highlight auf den heimischen Straßen sein.

Anmeldungen können gerne an Eckhard Blöcher, Mail: info@herborn-schloss-rallye.de gesendet werden. Wer mehr Informationen über den Veranstalter und die Veranstaltung wissen möchte findet diese unter www.herborn-schloss-rallye.de. sig/Archiv-Foto: Gerdau

Berlin ist (k) eine Reise Wert

Andreas Trojak  fühlt sich traurig. ·Folgen

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Berlin. Ich kenne diese Stadt seit fast 50 Jahren. Und es kotzt mich an was aus dieser einst so schönen Stadt gemacht wurde!

Ernsthaft. Ich war unzählige Male dort, kenne Berlin so gut wie das Siegerland. Den Alex, den Ku’damm, den Zoo, das Nicolaiviertel, Kreuzberg, Neukölln, Spandau, den Prenzlauer Berg, den Görli, das Cotti, den Graefekiez — ich bin durch diese Stadt gelaufen wie durch mein Wohnzimmer. Da war Charme, da war Leben, da war Großstadt mit Ecken und Kanten aber mit Herz. Berlin hat sich nie verstellt und genau das hat diese Stadt ausgemacht. Und heute? Müll. Dreck. Und Kriminalität an jeder Ecke. Diese Stadt sackt ab. Und zwar nicht langsam, sondern mit Vollgas.

Und dann machst du montags morgens den Rechner an und liest DAS: Erschossen. Vor dem Bahnhof Zoo. In der Nacht.

Kurz vor Mitternacht, Hardenbergplatz. Da wo tagsüber tausende Touristen rumlaufen, wo die Busse abfahren, wo man abends noch schnell zum Primark rübergeht. Ein Streit zwischen mehreren Männern eskaliert. Schüsse. Ein 30-Jähriger sackt zusammen. Die Sanitäter versuchen ihn zu reanimieren, direkt auf dem Pflaster. Bringt nichts. Er stirbt da. Die Täter? Weg. Die Mordkommission ermittelt.

Kennt ihr den Film „Wir Kinder vom Bahnhof Zoo“? Genau DA. Damals ging es um Drogen und kaputte Jugendliche. Heute wird da geschossen. Und gestorben.

Und das ist nicht der einzige Fall diese Woche. Nicht mal annähernd.

Freitagabend, Kreuzberg. Ein 22-Jähriger sitzt vor einem Café, ganz normaler Sommerabend, draußen, Getränk vor sich. Einer kommt, schießt auf ihn, haut ab. Notoperation. Hat überlebt. Knapp.

Sonntag, 6 Uhr morgens, Marzahn. Schüsse auf einen Friseurladen UND den Nachtclub nebenan. Um SECHS morgens!

Selbe Nacht, Neukölln. Einschusslöcher in der Scheibe einer Gaststätte.

Und dann der Knaller aus dem Märkischen Viertel — da ballert einer mit Waffen aus dem Fenster in die Luft. Einfach so. Spezialkräfte vom LKA müssen anrücken und die Bude stürmen.

Das ist Berlin im Sommer 2026. Unsere Hauptstadt. Es ist SCHLIMM wie diese Stadt verkommt!

Bevor jetzt alle durchdrehen — eine Sache muss man dazusagen. Das ist meistens kein Irrer der wahllos in die Gegend ballert. Die Polizei sagt selber, dass ungefähr die Hälfte dieser ganzen Schießereien mit Erpressung zu tun hat. Schutzgeld. Da werden Läden kaputtgeschossen und Geschäftsleute bedroht, bis sie zahlen. Ein Milieu, das seine Probleme mit scharfen Waffen löst. Auf offener Straße. In Deutschland. 2026.

Die Zahlen dazu sind irre. Über 1.100 Schusswaffendelikte in Berlin. In EINEM Jahr. Rund 515 Mal wurde tatsächlich geschossen. Das ist mehr als einer am Tag. JEDEN Tag. Berlin da deutschlandweit ganz vorne mit dabei. Nichts worauf irgendwer stolz sein kann.

Der Senat hat zwei Sondereinheiten gegründet, „Ferrum“ und „Telum“, die genau diese Netzwerke jagen sollen. Über 120 Verfahren laufen. Die Innensenatorin redet von „null Toleranz“ und „roter Linie“.

Ja. Und in der Nacht ist trotzdem wieder einer gestorben. Vor dem Bahnhof Zoo.

Dazu kommen noch hunderte Messerdelikte in der Stadt — aber das ist nochmal ein eigenes Thema, das spreng ich hier jetzt nicht auch noch auf.

Bei uns im Siegerland regen wir uns auf wenn ne Zufahrt gesperrt wird oder der nächste Kreisverkehr kommt. Und in Berlin schießen die sich nachts gegenseitig über den Haufen.

Übrigens: Der Hardenbergplatz, wo in der Nacht zum Montag der Mann erschossen wurde, liegt nur wenige Meter vom Breitscheidplatz entfernt. Da, wo 2016 der Terrorist Anis Amri mit einem LKW in den Weihnachtsmarkt an der Gedächtniskirche fuhr, 13 Menschen tötete und dutzende verletzte. Ich war damals an dem Tag zufällig vor Ort und habe darüber berichtet.

Mein Beileid den Hinterbliebenen und mein PFUI denen, die für diese Zustände teils die größte Verantwortung tragen!

Den Beitrag habe ich im Netz gefunden und hoffe, dass viele Menschen ihn lesen werden.

Die Aussage eines Vertreters der Polizeigewerkschaft passt zum Thema

Die Europäische Gottesanbeterin – Meisterin der Tarnung und Geduld

Die einzige Fangschreckenart Mitteleuropas breitet sich durch den Klimawandel zunehmend nach Norden aus.

Gabriele Knips gelang in ihrem Garten der fotografische Schnappschuss dieses seltenen, grazilen Insekts.

Die Europäische Gottesanbeterin (Mantis religiosa) ist in Deutschland streng geschützt und wurde 2017 zum Insekt des Jahres gewählt. Sie fasziniert durch ihre Haltung, ihre Jagdtechnik und ihre Anpassungsfähigkeit.

  • Weibchen bis 8 cm, Männchen bis 6 cm
  • Farben von Grün bis Braun, selten fast Schwarz
  • Dreieckiger, beweglicher Kopf
  • Dornenbesetzte Fangarme für blitzschnelle Jagd
  • Schwarzer Fleck an den Vorderhüften als Abwehrmimikry

Das faszinierende Insekt bevorzugt warme, sonnige Lebensräume wie Waldränder und Trockenrasen. Es jagt Heuschrecken, Grillen und andere Insekten – gelegentlich sogar kleine Eidechsen. Dank perfekter Tarnung bleibt es oft unentdeckt.

Nach der Paarung kommt es häufig zu sexuellem Kannibalismus. Die Weibchen legen bis zu 300 Eier in einer schaumigen Oothek (Eipaket), die den Nachwuchs über den Winter schützt. Im Frühjahr schlüpfen die Nymphen und häuten sich mehrfach bis zur Geschlechtsreife.

Ursprünglich aus Afrika stammend, ist die Art heute im gesamten Mittelmeerraum verbreitet. In Deutschland existieren stabile Populationen in Baden‑Württemberg, Rheinland‑Pfalz, Hessen, Saarland sowie im Osten um Berlin und Brandenburg. Der Klimawandel begünstigt ihre weitere Ausbreitung.

Infokasten
Status: gefährdet (Rote Liste) Schutz: streng geschützt nach BNatSchG Größe: 6–8 cm Lebensraum: warme, offene Standorte Besonderheit: sexuellem Kannibalismus Oothek: bis 300 Eier