Verdienter Geistlicher geht in Ruhestand

Weilmünster, Ambachtal und schließlich Nenderoth – das sind die Wegmarken, die Pfarrer Reiner Lepper in seiner aktiven Zeit zurückgelegt hat. 26 Jahre war der evangelische Gemeindepfarrer als Seelsorger in den drei Orten tätig. Am Ostermontag, 6. April 2026 wird er offiziell in einen Gottesdienst um 14 Uhr in den Ruhestand verabschiedet. Pröpstin Sabine Bertram-Schäfer wird ihn in der Evangelischen Kirche Nenderoth entpflichten. Dekan Andree Best dankt und würdigt Reiner Lepper für seinen langjährigen und treuen Dienst als stiller Arbeiter im Weinberg des Herrn.  

Pfarrer Reiner Lepper hat erst im Frühjahr die Urkunde zum 25jährigen Dienstjubiläum persönlich von der Kirchenpräsidentin Christiane Tietz bei ihrem Besuch des Dekanatskonventes erhalten. Ostermontag wechselt Pfarrer Reiner Lepper in den Ruhestand.  
FOTO: BECKER-VON WOLFF

Der gelernte Mechaniker wechselte nach seinem Zivildienst bei der Evangelischen Kirchengemeinde Rennerod und Abitur über den Zweiten Bildungsweg am Hessenkolleg Wetzlar zum Theologiestudium nach Marburg. Nach abgeschlossener Ausbildung trat Reiner Lepper als Pfarrvikar den Gemeindedienst an der Evangelischen Kirchengemeinde Weilmünster am 1. Januar 2000 an. Im Juni 2000 wurde er von Propst Michael Karg im Alter von 39 Jahren in Weilmünster ordiniert. Lepper war sieben Jahre als Seelsorger in Weilmünster, Rohnstadt und Langenbach tätig. Er versah darüber hinaus auch im Evangelischen Dekanat Weilburg Vertretungsdienste.

2007 wechselt der Pfarrer an die Dill: Zunächst war er bis Ende Mai 2009 Pfarrer in der Evangelischen Kirchengemeinde Ambachtal und wechselte dann im Juni 2009 zur Evangelischen Kirchengemeinde Nenderoth: „Wenn ich mich an die Anfänge in Nenderoth erinnere, denke ich an meine Eltern zurück, die damals nicht sehr begeistert waren von der Idee, in der eigenen Heimatgemeinde Pfarrer zu werden, da der Prophet im eigenen Land bekanntlich nichts gelte“, sagt Pfarrer Lepper zurückblickend. Dennoch habe er es gewagt und zum Glück habe sich diese Befürchtung nicht wirklich bestätigt. „Ich glaube, das Verhältnis vom Pfarrer zur Gemeinde und umgekehrt war meistens gut und so war ich gerne hier am Heimatort Pfarrer“.

Zwar habe er manchmal Sätze gehört wie „Reiner, ich kenne dich noch, da warst du noch ein kleines Kind“ und so manches von dem, was er früher angestellt hatte, kam ihm gelegentlich noch freundlich zu Ohren. Aber eigentlich waren die gemeinsamen Geschichten auch stets ein Türöffner zu den Menschen in der Gemeinde „Ich habe es immer positiv verstanden, eben wie es auch gemeint war. Und manchmal habe ich noch die ein oder andere Geschichte zusätzlich erzählt und wir haben dann gemeinsam gelacht“.

Als Pfarrer haben ihn besonders die vielen Gottesdienste bewegt, die er mit der Gemeinde gefeiert habe. Neben Sonntags- und Festtagsgottesdienten, Taufen, Konfirmationen Jubelkonfirmationen, Hochzeiten waren die Beerdigungen besonders für ihn: „Letztere habe ich mit den Jahren immer lieber übernommen, weil man hier den Menschen ganz nahekommt und ihnen besonders gut etwas mitgeben kann, aber auch etwas zurückbekommt“, sagt Lepper, „das tut gut in einem Beruf, in dem man abends nicht sieht, was man mit den Händen gemacht hat wie noch zuvor im Beruf des Mechanikers“. Seelsorge und der Kontakt zu den Menschen – das war ihm wichtig.

Und was macht Reiner Lepper in seinem Ruhestand? „Nach dem aktiven Dienst will ich gerne verreisen und mir besonders Deutschland einmal genauer ansehen“, sagt er. Da sein Hobby vom Moped-Schrauben mehr zur Eisenbahn gewechselt ist, wird er sich vermehrt alte Bahnhöfe anschauen und Bahnbetriebswerke besuchen oder auch zu Dampfloktagen fahren. „Das Beste ist, meine Ehefrau Annette fährt da auch gerne mit“. Darauf freut sich Reiner Lepper besonders – und er will sich wieder mehr in der Natur bewegen als am Schreitisch zu sitzen. „Das ist für die Zukunft dringend nötig und wird meiner Gesundheit gut tun“, sagt er.

In der Vakanz-Zeit wird Pfarrerin Gudrun Fialla-Michel nach Absprache mit Dekan Andree Best und dem Kirchenvorstand in der Gemeinde tätig sein. Dekan Andree Best: „Ich danke Pfarrer Reiner Lepper sehr herzlich für seinen langjährigen und treuen Dienst. Sein Weg vom Mechaniker ins Pfarramt zeigt, dass Berufung manchmal überraschende Wege nimmt. Vielleicht hat ihn seine erste Ausbildung sogar geprägt: Ein guter Mechaniker sorgt dafür, dass alles läuft, ohne selbst im Rampenlicht stehen zu müssen. So hat auch Reiner Lepper über viele Jahre als stiller Arbeiter im Weinberg des Herrn gewirkt – verlässlich, nah bei den Menschen und aufmerksam für die entscheidenden Momente ihres Lebens.“

Text: Holger J. Becker-von Wolff

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