Altes Kochrezept aus dem Westerwald

In einer Zeit, die von Hass und Hetze, Verlust von Arbeitsplätzen und allgemeiner Verunsicherung geprägt ist, mal etwas ganz anderes.

Rainer Nöllge hat zu seinen Lebzeiten nicht nur seinem Dorf Schönbach in vielerlei Hinsicht gutes getan, sondern sich auch mit Speis und Trank nach Westerwälder Art befasst.

Gisela Nöllge, die Witwe von Rainer hat mir erlaubt in unregelmäßiger Folge aus dem „kleinen Kochbüchlein“ ihres Mannes Kochrezepte zu veröffentlichen. „Su aße mer froier em Westerwald“ hatte der Tausendsassa Rainer seine kulinarische Sammlung genannt und Zeitgenossen, die nach 1945 geboren wurden, werden sich an das eine oder andere Gericht noch erinnern.

Eben geht mit einem Teller Witwe Bolte in den Keller. Dass sie von dem Sauerkohle eine Portion sich hole. Wofür sie besonders schwärmt, wenn er wieder aufgewärmt. (Wilhelm Busch)

Struh un Lohme
Stroh und Lehm nannten die Altvorderen ein Gericht aus Kartoffelbrei und Sauerkraut. Gut durcheinander gerührt und mit gekochtem/gepökelten Fleisch, dem sogenannten Solwerfleisch „veredelt“, wurde Stroh und Lehm in der Regel als Hauptspeise serviert.
Zutaten für vier Personen:
Zwei Kilogramm Kartoffeln, ein halbes Kilogramm Sauerkraut, zwei Esslöffel Öl, drei Scheiben Dörrfleisch (Schinkenspeck) und Salz nach Belieben.
Zubereitung:
Kartoffel und Sauerkraut getrennt kochen. Dann Öl in die Pfanne und das Dörrfleisch darin gelb braten lassen. Wenn die Kartoffeln gar sind, werden sie zerstampft und das Sauerkraut dazu gegeben, dann alles kräftig durchgerührt. Zum Schluss das Dörrfleisch aus der Pfanne mitsamt dem Öl darunter rühren. Wer es besonders deftig mag, kann leicht angeräucherte und getrocknete Hausmacher Blut-und Leberwurst dazu reichen.
Der Westerwälder trank dazu ein Glas Bier und zum Schluss, um alles gut zu überstehen, einen klaren Schnaps wie zum Beispiel einen guten Obstschnaps.  

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