Hilfe, das Klima wandelt sich

Von Siegfried Gerdau

Das Welt-Klima ist ohne Zweifel im Wandel begriffen. Ist daran tatsächlich der Mensch in den vergangenen 50 Jahren Schuld oder verrennen wir uns da in eine Hysterie, die unsere gesamte Nation spaltet? Nach der Flusslehre Heraklits fließt alles und nichts bleibt, es gibt nur ein ewiges Werden und Wandeln. Diskussionen über die Prozesse der Klimaveränderungen werden nur in eine Richtung geführt und wer die Dinge nüchtern und ohne jegliche Ideologie sieht und auch noch darüber spricht, wird oft aufs Übelste beschimpft oder gar als ungebildet dargestellt. Tatsache ist, dass sich alles bewegt und damit auch unser blauer Planet. An Beispiel der größten Insel der Welt die über 80 Prozent von einer dicken Eisschicht bedeckt ist, möchte ich Anregung geben die Dinge etwas nüchterner zu betrachten.

Grönland war in seiner Erdgeschichte mehrfach teilweise oder sogar weitgehend eisfrei. Mehrere aktuelle Studien belegen, dass große Teile der Insel in Warmzeiten der letzten 400.000 Jahre ohne Eisschild waren, und einzelne Regionen sogar noch vor 7.000 Jahren eisfrei lagen.

Eine Warmphase führte dazu, dass der massive Eispanzer im Nordwesten Grönlands etwa 16.000 Jahre lang verschwand.

  • Die Folge: Es bildete sich eine Tundra-Landschaft , möglicherweise sogar mit Bäumen. Daraus resultierte ein Meeresspiegelanstieg von mindestens 1,4 Metern weltweit.
  • Bohrkerndaten zeigen, dass Grönland damals weit weniger Eis hatte als heute und möglicherweise nahezu vollständig eisfrei war.
  • Pflanzenreste unter dem Eis belegen: Der Boden war damals Licht und Luft ausgesetzt.
  • Fossile Pflanzen- und Tierreste in Bodenproben deuten darauf hin, dass der heutige Eisschild im Zentrum Grönlands in der Vergangenheit zeitweise verschwunden war.

Vor 7.000 Jahren – waren einzelne Regionen der Insel eisfrei

Die Eiskuppel „Prudhoe Dome“ im Nordwesten Grönlands war in einer Warmphase des Holozäns komplett abgeschmolzen. Sie ist eine rund 500 Meter dicke Eiskuppel im Nordwesten Grönlands, die zum grönländischen Eisschild gehört. Neue Forschung zeigt, dass diese Eiskuppel vor etwa 7.000 Jahren vollständig abgeschmolzen ist – ein wichtiger Hinweis darauf, wie empfindlich Grönlands Eis auf Erwärmung reagiert

So oder ähnlich könnte Grönland vor 7 000 Jahren ausgesehen haben. Foto: KI

Grönland deshalb damals eisfrei, wegen der:

  • Natürlichen Warmzeiten (Milanković‑Zyklen)
  • Einer höheren globale Durchschnittstemperatur
  • Der geringeren Ausdehnung des arktischen Eises
  • Sowie langfristigen Klimaschwankungen der Erdgeschichte

Der grönländische Eisschild ist empfindlicher, als lange angenommen.

  • Frühere Warmzeiten mit Temperaturen ähnlich den heutigen führten zu massivem Eisverlust.
  • Das Risiko eines zukünftigen Meeresspiegelanstiegs wird dadurch realistischer eingeschätzt.
  • Bohrkerne zeigen, dass die gesamte Eiskuppel in einer Warmphase des Holozäns vollständig abgeschmolzen war. Unter dem Eis fanden Forscher:
  • Sedimente
  • Pflanzenreste
  • Gestein.
  • Diese lagen damals frei an der Luft, bevor sie später wieder vom Eis überdeckt wurden.

Eine Studie betont, dass ähnliche Temperaturanstiege wie heute, erneut zum Abschmelzen führen könnten. Ein erneutes Abschmelzen würde zum globalen Meeresspiegelanstieg beitragen – ein Grund, warum Klimaforscher den Prudhoe Dome genau beobachten.

Grönland war in der Vergangenheit mehrfach teilweise oder weitgehend eisfrei, weil natürliche Warmzeiten das Klima deutlich stärker erwärmten als heute. Die Forschung zeigt: Schon geringe Temperaturanstiege über viele Jahrtausende reichten aus, um große Teile des Eisschilds verschwinden zu lassen.

Grönland reagiert extrem empfindlich auf langfristige Schwankungen der Erdumlaufbahn:

  • Änderungen in Neigung, Exzentrizität und Präzession der Erde
  • führen zu stärkeren Sommern in der Arktis. Das Eis schmilzt schneller, als es im Winter nachwachsen kann

Diese Warmphasen traten im Pleistozän immer wieder auf und ließen den Eisschild teilweise verschwinden. Diese Warmzeiten lagen nur wenige Grad über heutigen Temperaturen – aber über sehr lange Zeiträume.

Wenn Grönland schmilzt, passiert Folgendes:

  • Der Meeresspiegel steigt (damals mindestens +1,4 Meter weltweit)
  • Die Küsten Grönlands werden wärmer
  • Die Albedo (Rückstrahlkraft) sinkt → dunkler Boden absorbiert mehr Wärme
  • Das Schmelzen beschleunigt sich weiter

Das bedeutet: Grönland war nicht nur „weniger vereist“, sondern wirklich grün.

Grönland war mehrfach eisfrei, weil:

  • natürliche Warmzeiten die Arktis stark erwärmten
  • der Eisschild sehr empfindlich auf Temperaturanstiege reagiert
  • Rückkopplungen das Abschmelzen beschleunigten

Die heutigen Temperaturen bewegen sich laut Forschern in Richtung jener Warmzeiten, die früher zum Eisverlust führten.

Als Resümee aus diesen Erkenntnissen lässt sich folgendes feststellen: In den genannten Zeiträumen gab es keinen Reifenabrieb, keine CO2 ausstoßende bösen Automobile, keine Schiffe und keine Flugzeuge. Es gab noch nicht einmal Menschen und dennoch wandelte sich das Klima im Verlauf von zehntausenden Jahren immer wieder. Wer heute in Zeiträumen von ein oder zwei Menschenleben denkt, ist einfach nur Kleingeistig. Will sagen, dass er nicht in der Lage über das Große und Ganze zumindest nachzudenken.
Ja, wir beeinflussen das Weltklima, aber wenn wir gar nicht existent wären, würde es sich auch wandeln. Es verschieben sich ganze Erdplatten, neue Vulkane entstehen und Kontinente bewegen sich aufeinander zu oder voneinander weg. Klimazonen ändern sich und das alles ohne dass der Mensch nur ein Bruchteil davon selbst bewegen könnte. Wenn Morgen oder im Jahr 2029 ein Riesen-Meteorit auf die Erde trifft oder der Mensch in seinem Größenwahn tatsächlich wieder einen Krieg entfesselt, sieht alles etwas anders aus.

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