Saisonende im Waldschwimmbad

Bei allerschönstem Spätsommerwetter endete am gestrigen Sonntag (07. September 2025) die Badesaison im Sinner Waldschwimmbad. Die 1. Vorsitzende des Fördervereins Ann-Katrin Sauer zeigte sich mit dem Verlauf der diesjährigen Badesaison mehr als zufrieden. Vater Uwe Sauer, Vereinsgründungsmitglied und unentwegter Schaffer im Hintergrund sprach voller berechtigtem Stolz von alleine fast 500 Frühstücken, die von den ausschließlich ehrenamtlich arbeitenden Frauen und Männer während der Saison 2025 über die Theke gereicht wurden.

Dass der Verein mit seinem segensreichen Wirken den zweiten Platz des Demografie-Preis 2025 des Hessischen Ministerpräsidenten Boris Rhein belegte, ist für alle Beteiligten, Förderer und Besucher der Beweis für die hervorragende Arbeit von Vorstand und aktiven Ehrenamtlern.

Dass viele Insider und Besucher von einem „Leuchtturmprojekt“ in Sachen autark betriebenem öffentlichen Schwimmbad sprechen, ist sicher nicht weit hergeholt. Angesicht des aufwändigen Betriebs sowie der Erweiterung der Gesamtanlage und dem ständigen Angebot, welches die Fördervereins-Mitglieder völlig alleine und nahezu perfekt stemmen, trifft dieses Adjektiv sicher uneingeschränkt zu.

Auch die Arbeiten an dem sogenannten Generationenpark unterhalb des Schwimmbeckens sind ein beredeter Beweis dafür. Er soll eine neue Verbindung zwischen Jung und Alt schaffen. Dazu werden und wurden bereits Spielangebote für die Kinder, Sportmöglichkeiten für die Jugendlichen sowie Entspannungsbereichen und Treffpunkten für die Erwachsenen installiert. Klaus Kohlenberg, ein langjähriges, sehr aktives Mitglied, immerhin fast 80 Jahre alt, berichtete von unzähligen Schubkarren voller Erde, die er in den vergangenen Tagen bewegt habe.

Der gesamte Bereich wird demnach neugestaltet. So wird der Hang durch die Anlage von Plateaus erschlossen. Die steilen Hänge gehören somit der Vergangenheit an. Dennoch wird der Geländeverlauf genutzt, um einen Spielbereich für Kinder mit Bachlauf, Matschbereichen und Aussichtsturm zu erschaffen. Gleichzeitig werden neue Liege- und Sitzmöglichkeiten für ein ruhiges und geselliges Beieinandersein der älteren Besucher angelegt. Auch ein Ort für eine Bühne, aufgebaut wie ein Amphitheater, soll als Veranstaltungsort umgesetzt werden.

Zwar werde das Projekt mit bis zu 46.000 Euro durch die Bundesrepublik Deutschland und das Land Hessen gefördert, aber erhebliche Eigenmittel sind dennoch zu erbringen, sagte die Vorsitzende. Sie hofft sehr auf Unterstützung.

Eine tolle Idee soll hierbei Hilfestellung leisten: Im Rahmen einer „Verkaufsaktion“ im Online-Shop können Bäume und Pflanzen für den Generationenpark gesponsert werden. Dort kann man das gewünschte Grün für die Anlage einfach „kaufen“. Als Anerkennung auf Wunsch kann dieses Sponsoring mit einer kleinen Tafel an der jeweiligen Pflanze gewürdigt werden. Unabhängig davon sei selbstverständlich das Ausstellen von Spendenquittungen möglich. Die Spenden werden vom Förderverein des Waldschwimmbades gesammelt.

Info-Handy: 0163-6279441. Phone: Schwimmbad und Bademeister: 02772 / 51170. Phone Bistro: 02772 / 571667 oder Tel. 01636279441 oder kiosk@waldschwimmbad-sinn.de. E-Mail: info@waldschwimmbad-sinn.de. sig/Fotos: Gerdau

Wenn Rettung Berührung durch Männer erfordert: Frauen bleiben nach dem Erdbeben in Afghanistan unter Trümmern liegen

Nach dem schweren Erdbeben in Afghanistan warteten und warten vielleicht immer noch viele Frauen und Mädchen unter den Trümmern, während Rettungskräfte Männer zuerst versorgen. Vorschriften der Taliban verhindern, dass Männer Frauen berühren.

Regeln der Taliban besagen, dass Männer Frauen, die nicht zu ihrer Familie gehören, nicht berühren dürfen. In Andarluckak seien laut der „New York Times“ verwundete Männer und Kinder behandelt worden, während verletzte Frauen und Mädchen abgedrängt wurden, selbst wenn sie bluteten.

Frauen in Afghanistan sind unsichtbar und hinten angestellt

Tahzeebullah Muhazeb, ein freiwilliger Helfer in Mazar Dara, sagte dem Bericht zufolge, „es fühlte sich an, als wären Frauen unsichtbar“. Männer und Kinder seien zuerst versorgt worden, während Frauen abseits warteten. Wenn keine männlichen Verwandten vor Ort waren, seien tote Frauen an ihrer Kleidung aus den Trümmern gezogen worden, um Hautkontakt zu vermeiden.

Folgen der Restriktionen durch die Taliban

Frauen dürfen laut Regeln der Taliban seit vergangenem Jahr kein Medizinstudium mehr aufnehmen, Mädchen dürfen nur bis zur sechsten Klasse zur Schule gehen. Frauen können kaum noch arbeiten, weder in humanitären Organisationen noch bei den Vereinten Nationen, wo Mitarbeiterinnen bedroht wurden und zeitweise von zu Hause arbeiten mussten, wie die „New York Times“ berichtet. Quelle: Bettina Funk, Tagesspiegel

Dazu schreibt eine Freie Journalistin bei Schleswig- Holsteinischer Zeitungsverlag GmbH & Co. KG nachfolgenden, stark hinkenden Vergleich bei Facebook:

„Bei uns ist es kaum 50 Jahre her, dass Frauen kein Bankkonto eröffnen durften, weder einen Arbeitsvertrag unterschreiben noch kündigen durften ohne die Zustimmung des Herrn Gemahl. Und noch vor ein paar Jahren haben Politikern darunter auch Friedrich Merz, im Deutschen Bundestag abgestimmt, dass Vergewaltigung in der Ehe nicht strafbar sein soll.
Zur sogenannten guten Sitte hat das hier bei uns auch mal gehört, dass Frauen mit (fremden) Männern nicht allein gelassen wurden. Das war dann der oberen Gesellschaft vorbehalten, in klar geregelten Ritualen aus Frauen Damen zu machen, die sich von der einfacheren Schicht abzuheben hatten. All das ist nicht so lange her, wie man meinen möchte.
In der Schweiz durften bis fast 1990 im Kanton Appenzell Frauen nicht wählen.
Es ist leicht, sich aus der Distanz über etwas lustig zu machen oder zu erheben, was einem selbst als vollkommen absurd erscheint. Aber die Menschen haben das so gelernt und vermutlich hatte das auch durchaus mal Sinn gehabt in den Strukturen, in denen diese Auffassung gewachsen und entstanden ist.
Was da aber in Afghanistan geschieht, ist ja noch einmal eine große Schippe obendrauf und das kann man schon als religiösen Faschismus bezeichnen, was die Taliban da abziehen. das Tragische ist, dass die USA und auch wir Deutschen da sauber mitgefunkt haben und die Menschen dort jetzt schauen müssen, wie sie mit diesen durchgeknallten Fanatikern klarkommen“

Kommentar:

Der Umgang mit Mädchen und Frauen in diesem radikal-islamistischen Land spottet jeder Beschreibung. Man kann sich vorstellen, was mit Frauen, Homosexuellen und „Ungläubigen“ geschähe, wenn derartige Unmenschen die Macht in einem christlichen Land übernehmen würden.

Was religiöser Wahn mit Menschen macht, wird gerade jetzt in Afghanistan mehr als deutlich. Die Freude an legitimiertem Mord, Totschlag und Peinigen ist offensichtlich und wird verbrämt mit sogenannter „Kultur“ und religiösen Thesen.

Die Taliban in Afghanistan, im Libanon und Palästina die Hamas, im Jemen die Huti, in Nigeria Boko Haram, Al-Kaida, der „Islamische Staat“ und viele andere mörderische Gruppierungen eint allesamt die menschenunwürdige Auslegung des Korans. Ein beschwichtigender Umgang mit diesen religiösen Eiferern ist fehl am Platz. Wer sich zu Scharia und all ihren mittelalterlichen Praktiken auch in zivilisierten Ländern bekennt, muss in die Schranken gewiesen werden.

Wer aus einem dieser Länder kommt und in einem hochentwickelten westlichen Land „Schutz“ sucht, muss sich augenblicklich nach dessen Normen verhalten und sich mit Wort und Tat zu diesem bekennen. Ansonsten hat er hier nichts verloren. Für den, der seinen Stammesgesetzen und teils mörderischen, mittelalterlichen Riten weiter anhängt, gilt das Gleiche.

Ich wundere mich immer wie viele Deutsche und hier besonders Frauen und Geistliche aller Couleur, die Zwangs-und Kinderehen und andere fragwürdigen, islamische Praktiken zumindest verbal unterstützen. Über die Gründe dafür kann man nur mutmaßen, verstehen kann man sie nicht. Der Stellwert, den die Frau in der Welt der islamischen Fundamentalisten hat, ist einfach archaisch. So etwas braucht man in höher entwickelten und aufgeklärten Staatsformen nicht.

Die Steinzeit liegt tausende von Jahren hinter uns und wer bei einer Naturkatastrophe Frauen einfach unter den Trümmern liegen lässt, weil angeblich Allah verboten hat sie von fremder männlicher Hand zu berühren, kann nicht verlangen, dass man ihn ernst nimmt. sig  

Schneider-Atelier „Pastello“ Herborn feiert 30-Jähriges

Nicht ohne Grund wählte die Herborner Schneidermeisterin Silke Grabert den Namen „Pastello“ für ihre Schneiderei. Der Modestil Pastello ist von Pastellfarben also zarten, hellen Farbtönen wie Rosa, Mintgrün, Lavendel, Babyblau oder Pfirsich, geprägt. Sie wirken weich, romantisch und oft nostalgisch. Diese persönliche und nahezu zeitlose Ausdrucksform in der Mode begleitet sie schon ihr ganzes Berufsleben.

Vor kurzem feierte die 58-jährige, gebürtige Driedorferin ihr 30-jähriges Firmenjubiläum in ihrem neuen Domizil in der Herborner Hauptstraße 70.

Silke Grabert

Vermutlich wurde ihr der Schneiderberuf bereits in die Wiege gelegt-bereits ihre Mutter übte ihn lebenslang aus. So war es nicht besonders erstaunlich, dass ihn die junge Silke ebenfalls ergreifen wollte. 1985 begann sie eine überbetriebliche Lehre zur Damenschneiderin und legte drei Jahre später erfolgreich ihre Gesellenprüfung zur Schneiderin ab. Zwei Jahre lang arbeitete sie dann in einem kleinen Atelier in Wissenbach und erweiterte anschließend ihre Kenntnisse bei Steilmann in Dillenburg sowie der Firma Eugen Klein in Frohnhausen.

Silke Grabert wollte mehr und meldete sich kurz entschlossen zur Meisterprüfung bei Müller & Sohn in Düsseldorf an. Es habe damals nur zwei Unternehmen in Deutschland gegeben, die eine qualifizierte Schneidermeister-Ausbildung angeboten hätten. 1992 legte sie die Meisterprüfung vor der Düsseldorfer IHK ab. Es folgte eine Weiterbildung zur Direktrice, also einer leitenden Fachkraft in Schnitttechnik.

Mit dieser geballten Kompetenz trat sie im gleichen Jahr eine Meisterstelle bei dem bekannten Damenmodehersteller Lebek in Bad Marienberg an. Auf ihrem Werdegang in dem Familien-Unternehmen durchlief sie mehrere Abteilungen bis hin zum Produktmanagement. Ein Lehrgang in Sachen Fashion, dem faszinierenden Universum aus Stil, Ausdruck und ständigem Wandel, machte sie zu einer gefragten Mitarbeiterin bei den Musterkollektionen-„aufgrund meiner gefragten Kleidergröße 38, gingen fast alle Lebek-Kleider über meinen Körper.“ Logischerweise präsentierte sie auch die neuesten Kollektionen auf großen Bekleidungs-Messen.

Ihren großen Wunschtraum verlor sie nie aus den Augen

Ihren Wunschtraum, eine eigene Schneiderei zu betreiben, verlor sie nie aus den Augen. Als sie ihn 1995 in die Tat umsetzte und am Herborner Dillturm 1 ein eigenes Schneider-Atelier eröffnete, war ihre Mutter not amused, weil sie ihren tollen Job bei Lebek gekündigt hatte. Die Aufregung legte sich bald und sie half ihrer Tochter wo sie nur konnte. In diese Zeit fielen auch die Geschäftsbeziehungen der stellvertretenden Schneider-Obermeisterin im LDK zu einem chinesischen Unternehmen, die sie bis nach Peking führten. Das Angebot, in China weiter zu arbeiten, schlug sie allerdings aus.

Sie bildete (die damalige Terminologie sprach von Lehrlingen) angehende Schneidergesellinen aus und zog nach neun Jahren mit ihrem Atelier in die Hauptstraße 51. Ein persönliches Highlight war die Ausstattung des Herborner Hessentags-Paar 2015 mit historischer Bekleidung.

Nicht leicht fiel ihr der Umzug 2024 in das Haus Nummer 70 ebenfalls in der Herborner Hauptstraße. Ihr ehemaliges Refugium musste sie wegen Eigennutz der Vermieter räumen. Ihr neuer Nachbar Bülent Terzi mit seiner Pizzeria gleich nebenan, testete das Können der Meisterin gleich einmal indem er ihr einen Auftrag für die Fertigung von Tischdecken übertrug.  

Silke Grabert vor ihrem Atelier mit ihrer Hündin Ophelia

Die Kundinnen von „Pastello“ finden den barrierefreien Zugang in ihr Atelier sehr gut und werden dem kleinen Unternehmen auch in den neuen Räumen die Treue halten. sig/Fotos: Gerdau

Herborner Repair-Café ist umgezogen

Küche und Garten ohne elektrische Helfer sind aus unserem Leben kaum noch wegzudenken. Doch die schönen Geräte gehen auch schon mal kaputt und dies oft nach kurzer Gebrauchszeit. Schnell wird Ersatz beschafft und das defekte Teil entsorgt. Was Umwelt- und Ressourcentechnisch eine Katastrophe ist, regt kaum noch jemanden auf und wird als normal empfunden. Reparaturwerkstätten für Kleingeräte gibt es praktisch nicht mehr und selber Hand anlegen erfordert viel Insiderwissen.

Reparieren statt wegschmeißen

Hier muss Abhilfe gefunden werden, dachte sich eine Gruppe hochkarätiger Fachleute aus Herborn und Umgebung. Die Herren alle im Pensionärs- und Rentnerstand habe langjährige Berufserfahrung im Bereich Elektrotechnik. Elektrokleingeräte aller Couleur lediglich wegen kleiner Defekte wegzuwerfen, ist nicht besonders intelligent und hilft ausschließlich den Herstellern. Kurzerhand beschlossen sie die Dinge selber in die Hand zu nehmen und eine Reparaturwerkstatt mit sozialem Touch zu gründen. Die BUND-Ortsgruppe Herborn initiierte das „Repair-Café“ schließlich mit großer Unterstützung der Katholischen Kirchengemeinde St. Petrus, Herborn, sowie Pfeiffer-Reisen und Kopp- Elektrotechnik, Sinn. Hier bekommen kaputte Elektrogeräte eine zweite Chance frei nach dem Motto “Reparieren statt wegschmeißen.“

Rolf Kopp mit einem Tonbandgerät aus den 1960er Jahren.

Die Initiative trug schon bald Früchte. Zahlreiche Bürger nahmen das Angebot gerne an. Die hochqualifizieren „Schrauber“, vom Diplom-Ingenieur über Berufschullehrer bis zum selbständigen Unternehmer bekamen gut zu tun und in der kleinen „Werkstatt“ in einem Nebengebäude der Kirche wurde es immer enger. Die Arbeiterwohlfahrt (AWO) im Mehrgenerationenhaus im Herborner Walkmühlenweg 5a, die ebenfalls die Repair-Initiative unterstützt, wusste Rat. Sie stellte der Repair-Gruppe einen Kellerraum in dem Flachdachgebäude gegenüber dem mehrstöckigen AWO-Bau zur Verfügung.

Martin Thielmann wird auch diese Kaffeemaschine wieder in Schwung bringen.

Anfang dieser Woche konnten die Spezialisten nach langer Umräume-Arbeit einziehen. Jetzt galt es die aufgelaufenen Reparaturaufträge zügig abzuarbeiten. Während der 82-jährige ehemalige Berufschullehrer Hartmut Kaffenberger einer defekten Kaffeemaschine zu Leibe rückt, hat sein Kollege Rolf Kopp (71) einen Dino, ein UHER-Tonbandgerät in der Mache. Der gleichaltrige Elektromeister und Elektrotechniker Martin Thielmann (72) rückt gemeinsam mit dem Thermotechnik-Ingenieur Roman Omelchenko einem anderen Patienten auf den Leib.

Die Reparierer. Von links: Martin Thielmann, Hartmut Kaffenberger, Reinhardt Waschke, Klaus Georg, Rolf Kopp. Es fehlen Thorsten Lehr und Roman Omelchenko.

Der 72-jährige Reinhardt Waschke, Diplom-Starkstrom und Niederspannungs-Ingenieur, blickt voll Stolz auf 53 Prozent erfolgreiche Reparaturen die in 16 Monaten seit der Inbetriebnahme des Repair-Cafés durchgeführt wurden. Immerhin waren es 480 Geräte, die durch die fleißigen Hände der Ehrenamtler gingen. Benjamin der Truppe ist Thorsten Lehr, ein Physik-Lehrer.

Groß war die Freude von Ursula Benner als Klaus Georg ihr die wieder funktionstüchtige Heckenschere übergeben konnte.

Kurz vor Feierabend kam die 73-jährige Ursula Benner, um ihre Heckenschere abzuholen. Der 71-jährige Elektrotechniker Klaus Georg hatte dem Gerät wieder Leben eingehaucht und Ursula revanchierte sich freudig mit einem Schein in die Spendendose.

Wer der Umwelt und seinem Portemonnaie einen Gefallen tun möchte, nimmt per Mail: (repaircafe@bund-herborn.de) Verbindung mit den fachkundigen Männern im Herborner AWO-Haus auf. Geschäftszeiten sind Montag von 10 bis 12 und Dienstag von 14 bis 16 Uhr. sig/Fotos: Gerdau

Neu in Herborn: Kunst, Musik und Kultur für alle

Der Name ist so vielversprechend wie auch das Programm. Am vergangenen Samstag gründete sich in den Räumen der bisherigen Galerie „TomFischerArt“ in der Herborner Hauptstraße 16-18 der Verein „ART-HAUS Herborn e.V.“.  Tom Fischer, der frischgebackene Schatzmeister des Vereins betonte, dass der gemeinnützige Verein Kunst, Musik und Kultur für alle zugänglich machen wolle. „Ein lebendiger Ort für Begegnung, Kreativität, Dialog und Gemeinschaft, wird in Herborn dringend benötigt“, sagte der 27-jährige Herborner.

Der geschäftsführende Vorstand. Von links: Kathrin Kölsch, Marcel Groos und Tom Fischer

Der Künstler, der sich der abstrakt/surrealen Malerei verschrieben hat, will darüber hinaus Nachwuchskünstlerinnen und Künstler durch Ausstellungen, Workshops und Projektförderungen unterstützen. Die Organisation von kulturellen Veranstaltungen wie Konzerte, Lesungen, Tastings, Mal-Events, sowie Film-und Theaterprojekte und Charity-Veranstaltungen werden aus der Mitte des Vereins ART-HAUS entstehen, gefördert und begleitet werden.

Der Nachwuchs ist gesichert

„Die bereits in der Vergangenheit gute Kooperation der Galerie TomFischerArt mit Künstlern aus anderen Ländern wird vom Verein ART-Haus fortgesetzt und erweitert“, so der frisch gewählte 1. Vorsitzende Marcel Groos.

Aufmerksame Gäste der Vereinsgründung

Ein weiterer Schwerpunkt soll die kulturelle Bildung für Kinder und Jugendliche sein und hierfür konnte Tom Fischer die professionelle Malerin Oxana Vakhman verpflichten. Mit ihren Malkursen hat sie bereits erfolgreich mit Kindern und Erwachsenen in den Räumen des ART-Haus gearbeitet.

Am 5. und 6. September (Freitag 11 bis 20 Uhr und Samstag 17 bis 20 Uhr) präsentieren sieben junge Talente aus den Klassen 3 bis 10 ihre Arbeiten. Parallel dazu wird die Kunstschule „Farbpoesie“ von Oxana Vakhman im ART-HAUS Herborn eröffnet. Der Gesamtausstellungszeitraum geht vom 5. bis 21. September 2025.

Oxana Vakhman, Kunstschule Farbpoesie

Die zweite Vorsitzende, Kathrin Kölsch, die auch die Stelle der Schriftführerin im Verein übernommen hat, wies daraufhin, dass es in Zukunft kostenlose Malkurse für sozial benachteiligte Kinder geben werde.

Der Bereich Ausstellungen im ART-HAUS umfasst zeitgenössische Kunst sowie lokale und internationale Positionen.

Worhshops und Kurse werden für Malerei, Skulptur, Musik sowie Näh-und Häkelkurse angeboten

Konzerte und Events umfassen Jazz, Singer-Songwriter und Lesungen.

Der Raum für Begegnungen wird mittels offener Galerie, Café-Charakter, aber auch Kooperationen mit regionalen Partnern einen noch höheren Stellwert erhalten. Kontakt per Mail: info@arthaus-herborn.de. Webseite: www.arthaus-herborn.de. sig/Fotos: Gerdau  

Höflichkeit und Rücksichtnahme

In der zivilisatorischen Entwicklungsgeschichte der Menschheit spielte Höflichkeit schon immer eine tragende Rolle. So ist Grüßen zum Beispiel eine Erscheinungsform der sozialen Welt. Es ist ein Ausdruck von Respekt, Achtung und sozialer Kompetenz. Aus der Begrüßung wird aber nicht nur die kulturelle, familiäre oder soziale Zugehörigkeit ersichtlich. Sie sagt auch viel über die eigene Persönlichkeit und die Bindung, die man zu seinen Mitmenschen hat aus.

Die vermehrt beklagte Rücksichtslosigkeit ist besonders im Straßenverkehr augenfällig wenn es um das Anzeigen der Fahrtrichtung geht. Blinken dient nicht nur der Verkehrssicherheit, sondern ist auch ein Aspekt der Höflichkeit. Man zeigt anderen Verkehrsteilnehmern das eigene Vorhaben an, so dass diese sich darauf einstellen können. Aber: Wer sich darauf verlässt, dass Fahrerinnen oder noch viel mehr Fahrer den Blinkerhebel benutzen, wird leider oft eines Besseren belehrt.

In vielen anderen Ländern manifestiert sich das Wahrnehmen anderer Menschen mit viel größerer Selbstverständlichkeit. Gemeint ist das Grüßen. In dem alten deutschen Wort Estimieren, was so viel bedeutet wie beachten oder wertschätzen , steckt viel Positives. Bezeichnenderweise ist aber dieser Begriff fast in Vergessenheit geraten und könnte dadurch auch als Synonym für den Rückgang von Höflichkeit und Rücksichtnahme gewertet werden.

Als Männer noch „behütet“ waren, hoben sie zum Grüßen ihrer Zeitgenossen den Hut leicht an. Man reichte sich auf unterschiedlichste Art die rechte Hand und schaute sich dabei an. Im Vorbeigehen wünschten sich auch Fremde eine schöne Tageszeit. Wer heute noch so durchs Leben geht, erntet oftmals Unverständnis.

Ein Hallo oder Hi kommt nur im äußersten Fall über die Lippen. Das ist aber dann schon die Ausnahme. Die Regel ist stures Nichtbeachten. Kein Stuhlrücken für die Dame. Einen Sitzplatz in Bussen oder Bahnen anzubieten ist per se aus der Mode gekommen. Diese Strecke von Unhöflichkeiten oder fehlender Rücksichtnahme wird höchstens von älteren Menschen durchbrochen oder von denen die im Elternhaus eine gute Portion Benimm mitbekommen haben.

Dass Pünktlichkeit eine Frage von Respekt und Wertschätzung ist, sollte nicht unerwähnt bleiben. Ein alter Spruch mit viel Hintersinn sagt sehr viel darüber aus: „Pünktlichkeit ist die Höflichkeit der Könige“. Auch das Sprichwort „Fünf Minuten vor der Zeit, ist des Deutschen Pünktlichkeit“, wirft ein Blick auf die einstigen Gepflogenheiten, die heute eher selten gepflegt werden. Höflichkeit und Rücksichtnahme würde auch den Beziehungen zwischen Ländern gut tun. Wer höflich und rücksichtsvoll ist wirft keine Bomben und verschießt keine Raketen. Aber letzteres ist wohl ein sehr frommer Wunschtraum. sig

1016 Pfeifen sorgen für den guten Ton

Die Kirchenorgel in der evangelischen Margarethenkirche in Ewersbach feiert ein Jubiläum: „50 Jahre Hardt-Orgel“ ist Anlass für ein Jubiläums-Orgelkonzert am Sonntag, 7. September 2025, um 17 Uhr. Der Eintritt ist frei, es wird um eine Spende für die kirchenmusikalische Arbeit in der Gemeinde gebeten. Kantorin Miyoung Jeon wird an der Hardt-Orgel unter anderem Werke von Nicolaus Bruhns und Olivier Messiaen spielen.

Geschichte der Orgeln in Ewersbach

Die erste Orgel in Ewersbach war die im Jahre 1969 ausgebaute Raßmann-Orgel, die nur über ein Manual und Pedal gespielt werden konnte. Es folgte mit der Hardt-Orgel die aktuelle Orgel für die Margarethenkirche Ewersbach. Sie wurde von dem Orgelbauer Daniel Raßmann aus Möttau im Jahre 1974 gebaut. Raßmann ist als Gründer der heutigen Orgelbauwerkstätte Günter Hardt & Sohn in Möttau bekannt. Das Gehäuse der Orgel besteht aus massiver Schwarzwald-Fichte und sie hat 1016 Pfeifen.

Raßmann hat in der Werkstatt Hardt die zweite Orgel für Ewersbach gebaut. Diese Orgel in Ewersbach wurde zum Abschluss der Innenrenovierung der Kirche 1974 in die Turmstube eingebaut. Sie ist als Gegengewicht zu dem tiefen und farbigen Chorraum geplant worden. Über den hinteren Teil der Turmstube kann sich im Kirchenraum eine Klangglocke bilden und den Ton bis zum vorderen Chorraum abstrahlen.

Die Orgel im Kirchenraum

Dabei hilft das Orgelgehäuse: Es ist so gebaut, dass die Töne der einzelnen Pfeifen in ihm zu einem Ganzen geformt werden. Die aufstrebenden Türme des Orgelgehäuses folgen den senkrechten Linien der Gewölbepfeiler und übertragen das gotische Raummotiv durch das ganze Kirchenschiff. Die weinrote Farbe der Orgel bildet den erforderlichen Schwerpunkt zum Chorraum.

Text: Holger J. Becker-von Wolff. Foto: privat

Waldschwimmbad Sinn

Anerkennung für gesellschaftliches, ehrenamtliches Engagement

Am 27. August 2025 erhielt der Förderverein des Waldschwimmbads Sinn den zweiten Preise im Wettbewerb um den Demografiepreis der Hessischen Staatskanzlei. In einer offiziellen Preisverleihung wurden alle sechs Preisträger für ihre erfolgreiche und nachhaltige generationenübergreifende Arbeit im ländlichen Raum gewürdigt.

Eine achtköpfige Delegation des Fördervereins nahm in Wiesbaden den mit einer stolzen Geldsumme dotierten Preis entgegen und hatte danach auch die Möglichkeit, mit anderen Preisträgern ins Gespräch zu kommen, wobei auch weitere Kontaktpflege vereinbart wurde. Die Urkunde wird demnächst im Eingangsbereich ausgestellt.

Wer sich weiter informieren möchte, sei auf folgende Beiträge aus dem Fernsehen oder aus dem Internet verwiesen:

Hessenschau: https://www.ardmediathek.de/…/NzRiMGZiZTUtMTZjMi00M2MxL…

Hessische Staatkanzlei: https://staatskanzlei.hessen.de/…/gesundheitszentrum…

Hessenschau.de:https://www.hessenschau.de/…/demografie-preis-diese…

n-tv.de:https://www.n-tv.de/…/Waldschwimmbad-und-Dorfladen…

Hessen.de

„Echo des Sommers“ – twenty-two-Ensemble singt in Herborn

Unter dem poetischen Titel „Echo des Sommers“ begibt sich das twentytwo-ensemble bereits zum vierten Mal auf Tournee durch ganz Deutschland und gastiert mit einem Konzert am Montag, 1.9. um 19.00 Uhr in der Stadtkirche Herborn. Die zehn jungen Männer, alles Ehemalige des berühmten Dresdner Kreuzchores, präsentieren ein neues, facettenreiches Programm, das sowohl musikalisch als auch atmosphärisch begeistert.

In ihrem aktuellen Konzertprogramm vereint das Ensemble klassische und geistliche Chorliteratur mit modernen Arrangements und humorvollen Elementen ihres vielseitigen a-cappella-Repertoires. Dabei entstehen bewegende Kontraste und überraschende Übergänge – von klangvollen Motetten über gefühlvolle Popballaden bis hin zu augenzwinkernden Eigenkompositionen.

„Echo des Sommers“ ist mehr als nur ein Konzerttitel – es ist eine Hommage an die warme Jahreszeit, ein klangvoller Rückblick auf lichte Tage und laue Nächte. Das Publikum erwartet ein stimmungsvoller Spätsommerabend, der die Schönheit der Vokalmusik feiert und verspricht noch lange nachzuklingen.

Mit jugendlicher Energie, musikalischer Präzision und einem feinen Gespür für Stimmungen beweist das twentytwo-ensemble einmal mehr, dass anspruchsvolle Chormusik und unterhaltsames A-cappella kein Widerspruch sind – sondern eine Einladung zum Lauschen, Lächeln und Staunen.“ Der Eintritt ist frei, um eine Spende wird gebeten. Text:Johann Lieberknecht. Fotos: Theo Thomsch

60 Jahre Reformhaus Hoffmann – Ein Herborner Original feiert Jubiläum

Ein Stück gelebte Geschichte mitten in Herborn: Das Reformhaus Hoffmann feiert in diesem Jahr sein 60-jähriges Bestehen – ein Anlass, der nicht nur die Familie Hoffmann, sondern auch viele treue Kundinnen und Kunden bewegt.

Von der Drogerie zur Wohlfühloase 

Gegründet wurde das Unternehmen 1965 von Ralf und Gerlinde Hoffmann in Herborn-Seelbach – damals noch als klassische Drogerie mit Reformhaus. Acht Jahre später, 1973, zog das Reformhaus in die Herborner Innenstadt und wurde schnell zu einer festen Größe in der Hauptstraße. Seit 1999 befindet sich das Geschäft am Holzmarkt (direkt neben der Holzmarktküche), wo es mit seinem liebevoll gestalteten Ladenlokal und persönlichem Service überzeugt.

Besitzerin und Geschäftsführerin Gerlinde Hoffmann und Jörg Hoffmann

Das Besondere Alleinstellungsmerkmal

Inhaber-geführte Drogerie-Fachgeschäfte sind in Deutschland und demzufolge auch in Hessen praktisch ausgestorben. Damit ist auch die persönliche Kunden-Beziehung, die gerade in diesem sehr sensiblem Geschäftsbereich eine der tragenden Säulen ist, so gut wie nicht mehr vorhanden.

Natürlich. Regional. Besonders. 

Heute bietet das Reformhaus Hoffmann ein vielseitiges Sortiment, das weit über die klassischen Reformhausprodukte hinausgeht.

Biologische Lebensmittel für bewusste Ernährung

Naturkosmetik, darunter hochwertige Pflegeprodukte von Annemarie Börlind

Naturarzneimittel für sanfte Gesundheit

Handgefertigte Kerzen und Keramik für das besondere Zuhausegefühl

Verwöhn-Momente im Obergeschoss 

Ein besonderes Highlight ist die Kosmetikkabine im ersten Stock. Hier können sich Kundinnen von der hauseigenen Kosmetikerin mit Produkten von Annemarie Börlind verwöhnen lassen – eine kleine Auszeit vom Alltag, mitten in der Stadt.

Jubiläumswoche mit täglichen Aktionen 

Vom 1. bis zum 6. September lädt das Reformhaus Hoffmann zur großen Geburtstagswoche ein. Jeden Tag erwarteten die Besucherinnen und Besucher besondere Aktionen – von exklusiven Rabatten bis zu kleinen Überraschungen.

„Ein herzliches Dankeschön, Wir freuen uns auf Euch“, schreibt das Team vom Reformhaus Hoffmann – und das spürt man. Mit Herz, Engagement und einem feinen Gespür für Qualität hat sich das Reformhaus über sechs Jahrzehnte hinweg einen festen Platz in Herborn erarbeitet.

Auf die nächsten 60 Jahre – natürlich mit Hoffmann. sig/Foto: Gerdau