„Das Glück“ ist fünf bis sieben Kilogramm schwer und erreicht eine Höhe von 110 bis 130 Zentimeter. Die Flügelspannweite beträgt etwa 220 bis 245 Zentimeter. Seit gestern hört man wieder die Trompetenrufe der Kraniche auch über Herborn. Die Zugvögel fliegen zu ihren Brutplätzen zurück. Etwas früh sollte man meinen. Eigentlich wäre erst Ende Februar mit ihnen zu rechnen, aber die bereits im Altertum hochverehrten Tiere wissen in der Regel was sie tun.

Wir Menschen freuen uns jedes mal, wenn wir sie in Richtung Norden ziehen sehen. Sie künden den kommenden Frühling, so zumindest behauptet es der Volksmund. Man soll sich jedoch nicht täuschen lassen. Kraniche sind hart im Nehmen und stecken auch einen weiteren Wintereinbruch locker weg. Die Hoffnung auf baldige wärmere Tage stirbt bekanntlich zuletzt.
Fakten
Kraniche sind ausdauernde Flieger und können bis zu 2000 Kilometer am Stück zurücklegen, wobei kürzere Tagesetappen von 10 bis 100 km eher die Regel sind. Im Flug erreichen sie eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 45 bis 65 km/h. Ganz schön beachtlich, aber noch bewundernswerter ist ihr Orientierungsverhalten. Kraniche nutzen den Stand der Sonne zur Orientierung. Sie erkennen aber auch auch das Muster des polarisierten Lichts, das durch die Atmosphäre gestreut wird – selbst bei Bewölkung. Sie besitzen magnetische Rezeptoren, vermutlich im Schnabel oder Gehirn. Damit können sie sich am Magnetfeld der Erde orientieren – ähnlich wie ein Kompass. Flüsse, Gebirge, Küstenlinien dienen ebenfalls als Orientierungshilfen, dies ist besonders bei Tagesflügen wichtig. Der Zug der stolzen Vögeln folgt traditionellen Routen, die über Generationen weitergegeben werden. Jungvögel lernen die Route von erfahrenen Altvögeln.
Der Lebensraumverlust durch Landwirtschaft und Urbanisierung ist eine der größten Bedrohungen für Kraniche.
Auch der Klimawandel beeinflusst die Verfügbarkeit von Nahrungsquellen und Brutgebieten.
Illegale Jagd und Wilderei stellen in einigen Regionen eine ernsthafte Gefahr dar.
Auch die Verschmutzung von Gewässern kann die Gesundheit und Fortpflanzung von Kranichen beeinträchtigen.
Die Kollisionsgefahr mit Stromleitungen und Windkraftanlagen sind ein ständig wachsendes Problem.
Kraniche haben viele einzigartige Eigenschaften, die sie von anderen Vogelarten unterscheiden. Die außergewöhnlichen Vögel können bis zu 25 Jahre alt werden, einige sogar noch älter.
Der Höhenflugrekord eines Kranichs liegt bei über 10.000 Metern, was sie zu den höchsten fliegenden Vögeln macht.
Mindestens 10.000 Kraniche seien schon unterwegs, sagt ein Nabu-Sprecher. Wer in den kommenden Tagen gut aufpasst und vielleicht sogar ein gutes Objektiv hat, wird sicher viele Kranichzüge in ihrer charakteristischen Keilform am Himmel erleben und auf die Platte bannen können. sig/Foto: Gerdau