Trump, Putin und der Weltfrieden

Meine Meinung

Die derzeit mächtigsten Männer der Welt Trump und Putin trafen sich in in Anchorage/Alaska. Wolodymyr Selenskyi war nicht dabei. Große Hoffnung setzte wohl kein politisch Interessierter in die Zusammenkunft. Der große Durchbruch auf ein Ende der Kampfhandlungen in der Ukraine ist daher wohl noch lange nicht in Sicht. Der umstrittene amerikanische Präsident und der noch umstrittenere russische Machthaber haben immerhin miteinander gesprochen und das ist weit mehr als dass, was die europäischen Diplomaten bisher zu Wege gebracht haben. Kriegerische Auseinandersetzungen sind grundsätzlich dumm und entsprechen nicht der Intelligenz von Menschen der vergangenen Jahrzehnten. Dumm ist auch sich nicht irgendwann wieder die Hand zu reichen. Dass dies nicht so schnell geht weiß jeder, der schon irgendwann einmal mit einem Mitmenschen im Clinch lag.

Kompromissloses Zähne zeigen heißt auch die Inkaufnahme von tausenden getöteten Kindern.

„Frieden schaffen ohne Waffen“ war einst der Schlachtruf einer Bewegung die niemand geschadet hat. Die selben Leute schreien heute nach Vergeltung und kompromisslosem Handeln. Da wurde der Demo-Toni zum Panzer-Toni und viele einstige Wehr-und Kriegsdienstverweigerer folgen ihm und rufen nach der totalen Niederschlagung des russischen Angreifers. Applaus kommt natürlich aus der Ecke der Kriegsgewinnler. Wer am meisten unter der diplomatischen Tatenlosigkeit und der Maxime „keine Nachgiebigkeit dem Aggressor gegenüber“ leidet sind die Menschen in der Ukraine. Aber auch die russischen Soldaten können sich sicher schöneres vorstellen, als zwangsweise an der sogenannten Front in Stücke geschossen zu werden.

Kriegstüchtigkeit wird gefordert und dass sich nach dem Gemetzel in den beiden Weltkriegen mit zig Millionen Kriegsopfern wiederum junge Menschen bereit finden sich gegenseitig das Licht auszublasen oder sich zu verstümmeln zu lassen. Seit Corona ist es plötzlich wieder en vogue, dass Bedenkenträger über diese Entwicklung als Putin-Anhänger oder schlimmer noch als Nazis beschimpft werden. Anschwärzen und „melden“ sind erwünscht und der Hass unter den Bürgern wird wohlwollend in Kauf genommen. Niemand spricht von den zu erwartenden schrecklichen Folgen dieser geistlosen „Nichtdiplomatie“ . Es werden Szenarien und Begriffe wie Aufmarschgebiet Bundesgebiet verkündet und sogar der Einsatz von A-Waffen für möglich gehalten. Für denkende Menschen nicht zu fassen und völlig verantwortungslos. Die Erinnerung an den schrecklichen Krieg mit konventionellen Waffen ist ebenso verblasst wie Hiroshima und Nagasaki. Dort wurden lediglich mit „kleinen A-Bömbchen“ Hunderttausende getötet oder aufs schwerste verwundet. Die heutige Bedrohungslage ist hundertmal höher. Dazu gibt es noch nicht einmal auch nur für einen Bruchteil der Bevölkerung Schutzräume. Unter der Hand sickert durch, dass dies im Falle eines Falle ja gar nichts mehr nütze. Basta. Erledigt.

Fazit:
Was erwartete die Welt tatsächlich von einem solchen Treffen? Es ist doch mindestens ein positives Signal, wenn sich zwei Staatsmänner, die nun mal am Welt-Ruder sind, sich nicht gegenseitig mit Handgranaten bewerfen. Das Treffen könnte der Beginn weiterer fruchtbarer diplomatischer Verhandlungen sein. Europa tut gut daran sich dem anzuschließen und sich auf das Wohl seiner Menschen zu besinnen. Krieg darf nicht die Ultima Ratio sein; wer miteinander spricht, schießt nicht. sig

Sinn feiert 125 Jahre Kirche


Vor 125 Jahren wurde der Grundstein der Evangelischen Kirche in Sinn gelegt. Dieses Jubiläum soll am 31. August 2025 gefeiert werden mit einem kreativen Jubiläumsgottesdienst um 15 Uhr. Die evangelische Kirchengemeinde lädt dazu in die Ev. Kirche, Ballersbacher Weg 1,herzlich ein.

125 Jahre Evangelische Kirche Sinn – das soll gefeiert werden! Der Kirchenvorstand lädt zu einem kreativen Jubiläums-Gottesdienst mit anschließendem Begegnungs-Imbiss ein. Der Gottesdienst beginnt am Sonntag, 31. August 2025, um 15 Uhr und steht unter dem Thema „Oase – Aufatmen & Kraft schöpfen bei Gott.“

Pröpstin Sabine Bertram-Schäfer hält die Predigt, den musikalischen Rahmen gestaltet Kantor i.R. Karl-Peter Chilla. Ein Team um Pfarrer Carsten Heß, Gemeindepädagogin Jacqueline Wabnik und Präses Dr. Wolfgang Wörner vom Evangelischen Dekanat an der Dill, übernehmen die Liturgie und die thematische Illustration.

Die Kirchengemeinde Sinn zählte vor über einhundert Jahren zur Pfarrei Herborn und war ab 1790 mit Hörbach und Hirschberg die dritte Pfarrei der Herborner Kirchengemeinde.

Die Seelsorger wohnten in Herborn und kamen bei Bedarf zu Fuß nach Sinn. Der Ort wuchs 1870 durch die Industrialisierung rasch an, die 1631 erbaute Kapelle – die heutige Mahnmalkapelle – wurde zu klein. Es musste eine größere Kirche her. Das neue Gotteshaus entstand direkt neben der Fachwerkkapelle.

Den Grundstock für den Neugotischen Bau aus Stein bildeten einige Industrielle wie die Ofenbauer Haas und Sohn oder die Glockengießer Rincker und auch viele Bürger spendeten für die neue Kirche.

Das Gotteshaus konnte dann sehr schnell von 1900 bis 1901 nach Entwürfen des Architekten Ludwig Hofmann erbaut werden. Aber erst einige Jahre später wurde die Kirchengemeinde in der Glockengießergemeinde Sinn selbständig. Die rasant wachsende Zahl der zu betreuenden Seelen legte es nahe, dass Sinn eine eigene Pfarrei würde. 

Die Zahl der Sinner Einwohner hatte sich durch die Ansiedlung aufstrebender Industrieunternehmen zwischen 1820 und 1900 verzehnfacht. Doch bis dieser Beschluss gefasst und alle vermögensrechtlichen Fragen zufrieden stellend geregelt waren, vergingen mehrere Jahre. Erst 1907 wurde die selbständige Kirchengemeinde Sinn errichtet.

Text und Foto: Holger J. Becker-von Wolff

Sternstunden der Orgelmusik

Matthias Grünert, Kantor der Frauenkirche Dresden, gastiert am Samstag ( 23. August 2025) um 18 Uhr in der Barock- Schlosskirche auf Burg Greifenstein und um 19.30 Uhr in der Stadtkirche Herborn. Zusätzlich am Sonntag, 24. August beim Dillenburger Orgelsommer (um 17 Uhr).

Der Kantor geht mehrmals im Jahr auf musikalische Erkundungstour. Immer voller Neugier, um für ihn bislang unbekannte Instrumente unter seine Hände und Füße zu nehmen. Am Samstag, 23. August, gibt er gleich zwei Konzerte: Um 18 Uhr in der barocken Schosskirche auf Burg Greifenstein und um 19.30 Uhr ein Orgelkonzert in der Stadtkirche Herborn.

Es erklingen Werke verschiedener italienischer Komponisten, unter anderem von Marcello, Zipoli, Botti und Zingarelli. Kantor Matthias Grünert hat ein umfassendes Repertoire an Noten, welches er passend für jedes Instrument auswählt und mit Leidenschaft dem Publikum präsentiert. 

Matthias Grünert wurde in Nürnberg geboren und verbrachte seine Kindheit im Windsbacher Knabenchor. Er studierte Kirchenmusik A, Gesang und Orgel in Bayreuth und Lübeck. Ab 2000 war er als Stadt- und Kreiskantor in Greiz tätig und brachte dort das gesamte Orgelwerk Bachs zur Aufführung. 2004 wurde er als erster Kantor der Dresdner Frauenkirche berufen und trat dieses Amt 2005 an. Seitdem ist er verantwortlich für die gesamte Kirchenmusik in dem wiederaufgebauten Barockbau.

» Der Eintritt für die Konzerte ist frei, es wird um Spenden gebeten.

Pfarrer Friedhelm Ackva geht in den Ruhestand


Friedhelm Ackva ist seit 2012 Pfarrer der Evangelischen Kirchengemeinde Dillenburg – und nun geht er in den Ruhestand. Die Kirchengemeinde verabschiedet ihren Pfarrer am Sonntag, 17. August 2025 in einem Gottesdienst um 14 Uhr in der Evangelischen Stadtkirche Dillenburg.

Pfarrer Friedhelm Ackva war vielseitig aktiv. In seiner Kirchengemeinde Dillenburg war er als Verkündiger, Seelsorger und zeitweise auch in der Spendenakquise tätig. Die jahrelange Dachsanierung der Dillenburger Stadtkirche hat er als Pfarrer genauso mitgetragen wie den Verkauf des Gemeindehauses am Mittelfeld und den Neubau des Gemeindehauses am Zwingel.  

Im Evangelischen Dekanat an der Dill war Ackva im Dekanats-Diakonieausschuss engagiert, als einer der Helfer bei der Notfallseelsorge aktiv und war an der Planung für Projekte, wie den kommenden Dekanatskirchentag 2026, beteiligt. Er hielt viele Andachten in der Gemeinde und schrieb als Autor das „Wort zum Sonntag“ für die Zeitung oder sprach die Bibelauslegungen für den Hörfunk.

Über seinen eigenen Kirchturm hinaus setzte er sich für die Ökumene in der Region und das Miteinander unterschiedlicher Religionen und Gemeinden ein. Er war ein sehr vielseitiger Theologe mit einem großen Horizont.

Pröpstin Sabine Bertram-Schäfer wird ihn am kommenden Sonntag aus dem aktiven Dienst entpflichten. Im Anschluss an den Gottesdienst lädt die Kirchengemeinde Dillenburg zu einem Empfang ab 15.30 Uhr in das Evangelische Gemeindehaus „Am Zwingel“ ein. 

Anstelle von Geschenken jeglicher Art bittet das Ehepaar Ackva um eine Spende für den dringend benötigten Sonnenschirm für die Evangelische Kindertagesstätte Schatzkiste in Dillenburg.

Hebamme mit Herz und viel Fachwissen

Wenn der Beruf wirklich eine Berufung war, trifft dieses Adjektiv haargenau auf die examinierte Hebamme Marie-Leonie Gabriel zu. Die 23-jährige eloquente Frau vereint in sich alle Parameter, die man für diesen sehr individuellen Beruf braucht. Angefangen bei der notwendigen Empathie, gepaart mit Einsatzfreude und vor allem einem umfangreichen Fachwissen, verkörpert sie alles, was sich eine Gebärende vor, während und nach der Geburt wünscht.

Hebamme Marie-Leonie Gabriel

Bereits als Gymnasialschülerin war ihr klar, dass sie nach dem Abitur diesen wohl ältesten Beruf der Menschheit erlernen würde. Ihr erstes Praktikum in Ehringshausen absolvierte die damals 14-Jährige und das verfestigte ihren späteren Berufswunsch. Der Kreißsaal war aufgrund ihres jugendlichen Alters für sie Tabu. Das zweite Praktikum, dass sie als Schülerin der 11. Klasse in der Uni-Klinik-Gießen machen durfte, erlaubte ihr mit Zustimmung ihrer Eltern auch den Aufenthalt im Kreißsaal. Sie erlebte „normale“ Geburten, Kaiserschnitte sowie die Betreuung schwangerer Frauen auf der Station.

Die Würfel waren gefallen und direkt nach dem Abi fing Marie mit ihrer Ausbildung im September 2021 an der Uni-Klinik Gießen an. Drei Jahre später, Ende August 2024 nahm die junge Frau mit berechtigtem Stolz ihre Examensurkunde entgegen. Bereits im Oktober trat sie ihre Stelle als examinierte Hebamme im Kreißsaal der Klinik an. Sie gehörte dem allerletzten Ausbildungsgang ohne Studium an. Auf die Berufsbezeichnung Hebamme hat das allerdings keinen Einfluss, erklärte sie.

Die Ausbildung umfasste sehr große praktische-und theoretische Blöcke. Der größte Teil der praktischen Ausbildung habe natürlich im Kreißsaal gelegen. Dazu kamen Wochenbettstation und Kinderklinik. Sie musste aber auch an gynäkologische Operationen teilnehmen. Auf zwei Externaten in der Schweiz in einem Geburtshaus sowie in einer Praxis in Löhnberg, begleitete sie freiberufliche Hebammen einige Wochen lang. Die sehr anspruchsvollen Theorieblöcke hätten es ebenfalls in sich gehabt, sagte Marie Gabriel. Allgemeine Anatomie, Mikrobiologie und Arzneimittelkunde und vor allem Hebammentätigkeit schafften die Voraussetzungen für die Praxis. Die Frage, ob sie durch ihre umfangreiche Ausbildung eine gute Hebamme geworden sei, beantwortete sie ohne Zögern mit ja. Marie kann bisher auf eine stattliche Zahl von Geburten zurückblicken. Alleine die in der Ausbildungszeit vorgeschriebenen 40 übertraf um 10 Geburten, so dass mittlerweile weit über hundert Geburten zusammenkommen. 

Sie sei sich jedoch durchaus bewusst, dass gerade die Hebamme ihr ganzes Berufsleben lernen müsse. Darüber hinaus bestehe für Hebammen eine gesetzlich verankerte und nachzuweisende Fortbildungspflicht. Dies alles und noch viel mehr sei in dem sogenannten Hebammengesetz (HebG) geregelt.

Marie- Leonie Gabriel ist heute im Drei- Schicht-Betrieb im Kreißsaal der Uni-Klinik-Gießen eingesetzt. Dort nimmt sie vollumfassend die Aufgaben einer Hebamme wahr. Dazu gehöre natürlich auch die vorgeburtliche Betreuung von Schwangeren. Da sie „nur“ zu 75 Prozent in der Klinik eingesetzt wird, ermöglicht es ihr einer freiberuflichen Hebammentätigkeit nachzugehen. Das muss sie allerdings in ihrer Freizeit erledigen. Dieses Berufssplitting sei durchaus nicht ungewöhnlich und werde von vielen Kolleginnen praktiziert. „Der Arbeitgeber ist mit dieser beruflichen Selbständigkeit durchaus einverstanden, die Abrechnung erfolgt über die Krankenkasse“, so Marie. Da jede Frau Anspruch auf einen gesetzlichen Anspruch auf Hebammenbetreuung habe, gehören beispielsweise auch Beratungsgespräche oder Stillberatungen dazu.

Notwendiges Equipment

In der Klinik stehe sie allen Frauen je nach Bedarf zur Verfügung. In ihrer freiberuflichen Tätigkeit betreue sie „ihre“ Frauen vor und nach der Geburt und dies schaffe ein lückenloses Vertrauensverhältnis, welches besonders für derart einschneidende Abläufe für Mutter und Kind von großer Wichtigkeit seien. Hausgeburten biete sie als „Freie“ jedoch nicht an. Ihre Betreuung umfasst einen Radius von 25 Kilometer um ihren Wohnsitz, was quasi ein Gebietsschutz für sie und ihre Kolleginnen ist. So kann jede Schwangere in diesem Umkreis mit ihr Verbindung aufnehmen und Kapazität vorausgesetzt-Terminabsprachen treffen. Sie habe sich auf Herborn und Umgebung spezialisiert, so dass sie den Wünschen und Bedürfnissen ihrer „Kundinnen“ aber auch ihrem Hauptarbeitgeber in vollem Umfang gerecht werde. Marie-Leonie Gabriel ist Mitglied im Deutschen Hebammenverband.

Homepage: www.hebamme-mariegabriel.de. Anschrift: Marie-Leonie Gabriel, Eberstalstraße 12, 35745 Herborn. Mobil: 0157 555 102 92. Mail: hebamme.mariegabriel@gmail.com.

sig/Foto: privat

Kulinarischer Nachbrenner

Unser Ausflug an den Rhein nach Bacharach war ein voller Erfolg. Der ausführliche Bericht ist unter „Oh wie war der Rhein so schön zu lesen. „In Sachen Kulinarik hatte Michael den richtigen Riecher gehabt. Im Rhein-Hotel von Andreas Stüber speisten wir wie die Könige und stellten fest, dass der Chef es einfach drauf hat. Das spiegelt sich auch in einem Beitrag von ZDF Neo „Stadt, Land, Lecker – Alexander Herrmann kocht Bacharacher Tapas“ wieder. Der Sternekoch trat gegen den Bacharacher Fernsehkoch Andreas Stüber an und die sympathischen Köche zauberten, jeder auf seine Weise, Gerichte die einem beim Zusehen das Wasser im Mund zusammenlaufen ließen:

https://deref-gmx.net/mail/client/GTwDQcMdZjs/dereferrer/?redirectUrl=https%3A%2F%2Fwww.prisma.de%2Fmediathek%2Fzdfneo%2Fessen-und-trinken%2Fstadt-land-lecker%2Falexander-herrmann-kocht-bacharacher-tapas%2C43300693

Der Fernsehkoch von Bacharach Andreas Stüber

Wer Spaß an gutem, von Spitzenköchen zubereitetem Essen hat, sollte sich den Link unbedingt anschauen. Auch wir waren bei unserem Besuch in dem idyllischen Hotel-Restaurant von der Zusammenstellung der Gerichte begeistert. Dazu kam die Übernachtung in freundlich lauschigen Zimmern und ein ausgedehnter Besuch der alten Fachwerkstadt.

Bacharach mit Burg Stahleck und St. Peter

sig/Fotos: Gerdau

Oh wie war es am Rhein so schoen

Einen Zwei-Tages-Ausflug in eine Gegend wo ich tatsächlich noch nicht war, erlebten wir am vergangenen Wochenende. Ja, ich gestehe es, ich war noch nie in Kaub, an der Loreley und in Bacharach. Ich habe alles nachgeholt und fand es wunderbar. Gute Freunde hatten uns eingeladen, aber wir wussten nicht wohin. Egal, das Wetter war traumhaft und als ich den Namen Lorch auf einem Hinweisschild las, wusste ich, dass es an den Rhein geht.

Burg Pfalzgrafenstein

Natürlich kannte ich die alte Zollstation Burg Pfalzgrafenstein mitten im Bacharacher Engtal von Fotos. Auf einem Rheinfelsenriff bei Kaub thront die Feste mit ihren dicken Mauern. Nach dem Errichten des fünfeckigen Turm entstanden im Laufe der Zeit die Mauern für die zwölf Meter hohe Ringbefestigung.

Feldschlangen in der Burg Pfalzgrafenstein

Dass man die schöne Anlage, heute im Besitz von Rheinland-Pfalz, besichtigen kann, wusste ich nicht. Ein kleines Fährschiff mit einem netten Kapitän brachte uns in sehr kurzer Zeit auf die Insel und nach dem Entrichten eines Obolus enterten wir die Anlage und schauten uns um. Die Burg ist in einem sehr guten Zustand und es war fantastisch den großen Partikulieren oder Fluss-Kreuzfahr-Schiffen zuzuschauen, wenn sie an der alten Zollstation vorbeifuhren. Alte Lindenbäume luden auch uns zum Verweilen ein. Dann wechselten wir das Fährschiff, um auf die andere Rheinseite zu kommen. Eine Fahrt mit dem „Vater Rhein“ vorbei am Loreley-Felsen nach St. Goarshausen und wieder zurück stand ebenfalls auf dem Programm und wir sahen auch den einzigen Raddampfer auf dem Rhein, die Goethe. Da hatte es General Blücher, der auch als „General Vorwärts“ in die Geschichte einging, bedeutend schwerer. Um Napoleons Truppen platt zu machen überquerte er mit 50 000 Mann mittels Pontons den Rhein bei Kaub. Wir schafften das ohne Schrammen und checkten in der nur 1500 Einwohner zählenden Stadt Bacherach im Rhein-Hotel Bacharach /Stübers Restaurant ein.

Andreas Stüber

Vom Besitzer, dem Fernsehkoch von Bacharach Andreas Stüber herzlich willkommen geheißen, waren wir gespannt darauf, was uns an und auf der Stadtmauer in dem bestens renovierten Hotel erwartete. Abgesehen davon, dass man sich an die vorbeifahrenden Eisenbahnzüge gewöhnen muss, waren wir von den blitzsauberen und gemütlichen Gästezimmern begeistert. Die Preisgestaltung war Angesichts der nahezu luxuriösen Ausstattung erstaunlich moderat. Unsere Freunde Anja und Michael zeigten sich natürlich weniger überrascht. Sie hatten sich bereits im Vorfeld genauestens informiert.

Das Abendessen nahmen wir auf der Terrasse auf der Stadtmauer ein. Auch hierbei unterhielten wir uns mit dem eloquenten Chef und waren ebenfalls vom freundlichen Service-Personal angetan. Die Auswahl der Gerichte auf der sehr informativen Speisekarte erwies sich jedoch als gar nicht so einfach. Das Angebot war einfach umwerfend. Wir, Petra und ich, entschieden uns als Entree für Miso-Suppe und Samtsuppe, während Anja einem leckeren Salat und einem vegetarischen Nudelgericht den Vorzug gab. Für uns beide war der Sauerbraten vom Bacharach-Wild mit gebackenen Kartoffel-Brezelklößchen genau die richtige Wahl. Michael bevorzugte einen Bacheracher Rieslingbraten mit handgeschabten Spätzle und zeigte sich ebenso begeistert.

Leckere Desserts, Espresso und mit erlesenen Zutaten verfeinertem Trester rundeten ein Essen ab, dass noch lange in uns nachhallen wird. Den fein abgestimmten Riesling zum Mahl muss ich hier nicht besonders erwähnen. Nach einem reichhaltigen Frühstück machten wir uns am nächsten Tag auf den Weg, um die kleine Stadt zu erkunden.

Da wir bereits aus unserem Zimmerfenster die „Wernerkapelle“ und „Burg Stahleck“ gesehen hatten, wollten wir es genau wissen und machten uns an den Aufstieg. Die gotische Kapelle entstand als Folge von Judenpogrome und wurde bei der Zerstörung von Burg Stahleck während der Erbfolgekriege 1689 in Mitleidenschaft gezogen. Heute ist die Ruine immer noch eine Schönheit. Schon mal bis dahin gestiegen, nahmen wir auch die steile Passage zur Burg unter die Hufe. Das ging für uns ungeübte Wanderer ganz schön in die Knochen. Der wunderschöne Ausblick, von der heute als Jugendherberge genutzten Burg, entschädigte jedoch für die Mühsal. Den Mittel-Rhein werden wir bestimmt noch einmal besuchen und das Rhein-Hotel Bacharach ebenfalls. sig/Fotos: Gerdau

Orgel-Nachmittag für Kinder

Kantor Johann Lieberknecht

lädt am Freitag (15.August)-und nicht wie im Gemeindebrief geschrieben am 23. August-alle Kinder zwischen 5 und 12 Jahren zum Orgelnachmittag in die Herborner Stadtkirche ein. Um 15 Uhr wird das Orgelmärchen „Die Bremer Stadtmusikanten“ für Orgel und Erzähler mit Bildern auf der Leinwand aufgeführt – also fast wie im Kino. Anschließend gibt es eine Orgelführung für Groß und Klein, das heißt: Kinder und Erwachsene schauen und hören sich die Orgel hoch oben ganz genau an und bekommen von dem Kantor erklärt, wo der Klang rauskommt und warum man mit der Orgel so viele verschiedene Töne erzeugen kann. Auch was es mit dem Zimbelstern auf sich hat, wird verraten.

Bei all dem helfen ein Orgelmodell und einige Beispielpfeifen. Natürlich können die Kinder auch selbst die Tasten und Orgel-Pedale ausprobieren, und gehen sogar in die Orgel rein. Erwachsene dürfen natürlich mit dabei sein. Der Eintritt ist frei, eine Anmeldung ist nicht nötig. sig/Fotos: privat

Kann man einen Nuklearangriff überleben?

Eine der perversesten Waffen unserer Zeit ist zweifellos die Atombombe. Ihr Einsatz beendet mindestens in großen Teilen der Welt menschliches und tierisches Leben. Wer mit den Möglichkeiten eines atomaren Krieges spielt, ist alleine schon deshalb ein Verbrecher. Dass die meisten Menschen sich kaum vorstellen was dies für sie bedeutet ist tragisch. Nur so ist es möglich, dass gewissenlose „Eliten“ erneut Völker gegeneinander aufhetzen können ohne zu bedenken, dass sie diesmal mit untergehen.

Atomexplosion. KI generiert.

Eine Atomexplosion entwickelt  eine enorme Sprengkraft samt starker Hitze und radioaktiver Strahlung. Die dazu gehörige Druckwelle, entwickelt ebenfalls eine große Zerstörungskraft. Alles im Umkreis von mehreren Kilometern verdampft aufgrund der hohen Hitze. Die Druckwelle ist mindestens genau so schlimm. Es reicht daher nicht aus, sich in Innenräumen in Sicherheit zu bringen. Enge Räume können den Druck sogar noch erhöhen. Dennoch bieten Gebäude einen gewissen Schutz.

Bei Atombomben-Druckwelle Schutz in Ecken suchen

Eine Studie erläutert, dass man sich im Falle einer Atombombenexplosion unbedingt von Fenstern, Korridoren und Türen fernhalten sollte. Stattdessen sollte man in den Ecken eines Raumes Schutz suchen, die der Explosion zugewandt sind. Dafür muss man allerdings schnell sein, denn die Zeit zwischen Explosion und Ankunft der Druckwelle ist kurz.

Wer das Glück hat, die Explosion einer Atombombe tatsächlich zu überleben, sieht sich aber voraussichtlich mit ganz anderen Problemen konfrontiert. Diese thematisiert unter anderem die investigative Journalistin Annie Jacobsen. Ihre Ausführungen beziehen sich vor allem auf den sogenannten „nuklearen Winter“. Mehrere detonierte Atombomben können so viel Staub und Dreck aufwirbeln, dass es zu einer flächendeckenden Verdunkelung und somit zu einer Abkühlung der Erde kommt, die mehrere Jahre anhalten würde. Das größte Problem in diesem postapokalyptischen Szenario wäre die Nahrungsversorgung, da Landwirtschaft unter diesen Umständen unmöglich wäre. Annie Jacobsen behauptet, dass nur ein Überleben  in Australien und Neuseeland möglich wäre. Die beiden Inselstaaten würden aufgrund ihrer geografischen Isolation, ihrer Entfernung zu den großen Atommächten und der schützenden Meeresströmungen den in dieser Situation bestmöglichen Schutz bieten.

Neuste russische Militärdoktrin – Stand 2024/2025

Russland hat seine Militärdoktrin, insbesondere die Nukleardoktrin, im November 2024 deutlich verschärft und aktualisiert. Präsident Wladimir Putin unterzeichnete ein neues Dokument, das die Einsatzbedingungen für Atomwaffen neu definiert und die strategische Ausrichtung Russlands gegenüber dem Westen klarer formuliert.

Die Kernpunkte: Atomwaffen gelten weiterhin als letztes Mittel, aber:

  • Ein Angriff mit konventionellen Raketen auf Russland unter Beteiligung einer Nuklearmacht kann nun einen nuklearen Gegenschlag rechtfertigen.
  • Die Aggression eines Staates aus einem Militärbündnis (z. B. NATO) wird als Angriff des gesamten Bündnisses gewertet.
  • Die Doktrin betont die defensive Natur der russischen Nuklearstrategie. Gleichzeitig wird die Unvermeidlichkeit einer Vergeltung bei Angriffen hervorgehoben – ein klares Signal an den Westen. Die neue Doktrin ist eine Reaktion auf die verstärkte Waffenhilfe der USA für die Ukraine, insbesondere die Lieferung von ATACMS-Raketen. Russland sieht darin eine Eskalation durch den Westen und positioniert sich entsprechend scharf.