Zu einer wunderschönen Vorweihnachtsfeier lud der „ANAX Pontischer Kulturverein Lahn-Dill-Kreis e.V.“ Haiger in die Räume des Sportcenter Faitas, Herborn-Burg, Junostraße 1 (direkt neben dem TÜV) ein. Der erst im vergangenen Jahr neu gegründete griechische Verein mit Sitz in Haiger hat es sich zur Aufgabe gemacht Tradition zu bewahren, Gemeinschaft zu stärken und den kulturellen Austausch zwischen Deutschland und Griechenland zu fördern. Im Mittelpunkt dieser Arbeit stehen die Pflege der kulturellen Tradition, der Bräuche und Feste, um diese an die nächsten Generationen weiterzugeben. So gehören die traditionellen griechischen Tänze ebenso ins Repertoire, wie der gemeinsame Sport und die Sprache, die ein wichtiger Teil ihrer Identität ist.

Zahlreiche Mitglieder und Eltern beziehungsweise Großeltern und viele Kinder aller Altersgruppen bevölkerten den Saal, in dem Großmeister Christos Faitas und seine Mitarbeiter ansonsten die Techniken der unterschiedlichsten Kampfsportarten vermitteln. Der Nachwuchs des Vereins dessen Angehörige Mitglieder der griechisch-orthodoxen Kirche sind, schmückten gemeinsam mit der 1. Vorsitzenden Zograta Christostomidou den Weihnachtsbaum mit bunten Kugeln und einem goldenen Stern auf der Baumspitze. Gemeinsam sang man Weihnachtslieder und wartete auf den Nikolaus. Der kam dann auch im Doppelpack mit Knecht Rupprecht und beide trugen schwere Säcke aus denen sie die Kinder mit Geschenken beglückten.


Von der Saalseite verteilte sich bereits leckerer Essenduft, aber erst einmal stand Bewegung auf dem Programm. Die alten traditionellen Tänze in die Frauen, Männer und Kinder mit einbezogen werden, unterstrichen die weihnachtliche Atmosphäre. Jede Familie hatte ein Gericht von Zuhause mitgebracht und schon beim Ansehen lief manchem das Wasser im Mund zusammen. Die tollen griechischen Speisen forderten die Geschmacksnerven zur Höchstleistung und der leckere Nachtisch mit vielen Köstlichkeiten stellte auch den anspruchsvollsten Gourmet zufrieden.


Viele der Anwesenden kannten sich bereits von den wöchentlichen Zusammenkünften (sonntags von 14 bis 15 Uhr) im Sportcenter Faitas, bei dem die Kinder ebenfalls im Mittelpunkt stehen. Es wird getanzt, gebastelt, gemalt und gespielt. Von 15 bis 16 Uhr sind dann die Erwachsenen mit traditionellen Tänzen dran. Der christliche Glauben ist ein fester Bestandteil des Vereinslebens und da die Kinder sich im Gebrauch der griechischen Sprache schwertun oder sie gar nicht beherrschen, findet freitags Griechisch- Unterricht für Kinder, Jugendliche und interessierten Erwachsenen statt.

Der Vereinsvorstand besteht aus Zograta Christostomidou (1. Vorsitzende), der 2. Vorsitzenden Theofania Chatzlimanoli, der Schriftführerin Paraskevi Papadopoulou und dem Kassierer Nikolaos Alamanidis. Kontakt per E-Mail: anax.kulturverein@gmx.de. Phone: 0176 3166 2176.
Die pontische Sprache ist eine griechische Sprache, die ursprünglich an der türkischen Schwarzmeerküste einschließlich angrenzender Gebiete Georgiens gesprochen wurde. Diese Region hieß in der Antike Pontos, latinisiert Pontus. Die Sprecher des Pontischen sind die Pontos-Griechen. Ihre Sprache ist vom Aussterben bedroht.
Das Pontische ging aus der attischen griechischen Sprache hervor und enthält Einflüsse aus der byzantinisch-griechischen, der türkischen, der persischen und aus zahlreichen kaukasischen Sprachen. Für Sprecher des Standardgriechischen ist sie nur schwer zu verstehen. Der Grund dafür liegt vor allem darin, dass sich diese Sprachen für den Zeitraum von fast zwei Jahrtausenden mit nur geringem gegenseitigem Einfluss entwickelten. Außerdem wurde das Pontische im Mittelalter durch die kaukasischen Sprachen beeinflusst. So enthält das Pontische grammatikalische Formen, die dem Standardgriechischen fremd sind.
Zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurde das pontische Griechisch entlang der gesamten türkischen Schwarzmeerküste sowie im angrenzenden Georgien gesprochen. Die westpontische Dialektgruppe war im Gebiet zwischen Inebolu und Ünye beheimatet, die ostpontische Gruppe im Raum Trabzon, in Chaldia und bei Gümüşhane. Im Rahmen des im Vertrag von Lausanne geregelten Bevölkerungsaustausches zwischen Griechenland und der Türkei verließ 1923 mit den christlichen Pontos-Griechen die Mehrheit der Sprecher diese Gebiete.
Die griechisch-orthodoxe Kirche ist eine der ältesten christlichen Gemeinschaften und besetzt eine zentrale Rolle im östlichen Christentum, mit Wurzeln, die bis ins 1. Jahrhundert zurückreichen. Sie spielt außerdem eine bedeutende kulturelle Rolle in Griechenland und unter griechischen Gemeinden weltweit nicht nur als eine religiöse Institution, sondern auch ein Träger der griechischen Kultur und Identität. In Deutschland gibt es eine große griechisch-orthodoxe Gemeinde, die seit den 1960er Jahren gewachsen ist. Die griechisch-orthodoxe Kirche ist somit eine bedeutende religiöse Gemeinschaft mit einer reichen Geschichte und tiefen kulturellen Wurzeln. Sie nimmt eine zentrale Rolle im Leben vieler Menschen ein und bewahrt die Traditionen des frühen Christentums bis heute. sig/Fotos: Gerdau