„Highland Cathedral“ und mehr in Herborn-Seelbach

Es war wie ein Nachhause-Kommen. Der Herborn-Seelbacher Musikverein gastierte wie schon seit 33 Jahren in der Herborn-Seelbacher Evangelischen Kirche. Bandleader und Dirigent Erwin Gabriel freute sich ebenso wie der Gastgeber Pfarrer Martin Slenczka über die unerwartet große Zahl der Konzertbesucher. Eine solch volle Kirche wünschte er sich sicher an vielen Sonntagen. Selbst seine Kollegin die Driedorfer Pfarrerin Kathleen Theiß hatte es nicht versäumt dem Kirchenkonzert die Ehre zu geben.

Das Benefizkonzert zu Gunsten der Evangelischen Beratungsstelle an der Dill vom Evangelischen Dekanat an der Dill, fand bei Alt und Jung großen Anklang. Annette Isheim, die Leiterin der Beratungsstelle bedankte sich sehr für das Engagement des Musikvereins und betonte, dass dies in Zeiten der knappen Kassen dringend notwendig sei.

Mit einem mächtigen Einstieg der „Highland Cathedral“ eröffneten die Frauen und Männer den bunten Reigen beliebter Weisen. Kathi Gabriel, die Ehefrau von Erwin hatte in bewährter Weise wieder die Moderation übernommen und führte mit vielen Erläuterungen durchs Programm. Sie betonte, dass die Akustik einer Kirche wie der Herborn-Seelbacher ihren ganz besonderen Reiz habe. Sie zitierte den großen Reformer Martin Luther, der einst sagte, dass die Musik ist eine wundervolle Gabe sei.

Mit dem Song „Africa“ der amerikanischen Rockband Toto, 1982 vom Schlagzeuger Jeff Porcaro und Keyboarder David Paich komponiert, ging es druckvoll weiter. Was die Blasmusiker aus diesem Stück herausholten war sehr beachtlich und wurde von den Konzertbesuchern mit lautstarkem Beifall goutiert. Etwas nachdenklicher ging es mit dem „Irischen Segenslied“ weiter und hier sang die ganze Konzertgemeinde mit.

1981 traten die „Roten Teufel“, wie sie auch wegen ihres roten Outfits gerne genannt werden, in den USA mit der „Sound of Music“ auf und erzeugten damit überall wo sie damit hinkamen ganze Beifallsorgien. Sie waren damals noch eine Jugendband und das imponierte den „Amis“ wohl ganz besonders, erzählte Katie Gabriel. Auch am Sonntagnachmittag waren die Menschen von dem Stück restlos begeistert und klatschten sich die Hände rot.

Nach dem russischen Volkstanz „Trepak“, der ursprünglich aus Gebieten des westlichen Russlands sowie der Sloboda-Ukraine stammt, folgte ein „Klarinettenkonzert“ von Wolfgang Amadeus Mozart. Hier brillierte das Musikverein Urgestein Volker Knetsch mit einem eingängigen Solo auf seiner Klarinette. Nach dem Blumentanz (The Floral Dance) mit dem die Geigerin, Pianistin und Sängerin Kathie Moss 1911 debütierte und weltweiten Erfolg hatte, stand Franziska (Franzi) Immel von ihrem Platz auf und vertauschte das Saxophon mit dem Mikrofon.

Es war ihr Wunsch „What the World needs now is Love“ zu intonieren, sagte die Moderatorin. Mit ihrer göttlichen Stimme sang sich Franzi in die Herzen der Anwesenden: „Liebe ist das fehlende Element in der Welt und dass, wenn wir mehr Liebe zeigen, die Welt zu einem besseren Ort werden kann.“ Nicht nur, dass der Text so gut in die heutige Zeit zu passen scheint, machte das Lied aus dem Mund des Ausnahmetalents Franzi Immel, zu einem überragenden Erlebnis.

Es war auch ein Geburtstagskind unter den Protagonisten. Christoph Henrich, der seit geraumer Zeit das Musikorchester mit seinem mächtigen Blasinstrument verstärkt, wurde mit einem Blumenstrauß für seinen Jubeltag geehrt. Nach weiteren Stücken wie „Concierto de Aranjuez“, „Morgens um Sieben ist die Welt noch in Ordnung“ von James Last, „Give us Peace“ und „One Moment in Time“ kam mit „Amazing Grace“ ein Stück, ohne dass ein Erwin-Gabriel-Konzert nicht enden darf. Das englischsprachige geistliche Lied zählt zu den beliebtesten Kirchenliedern der Welt. Es erzählt, wie wunderbar Gottes Gnade klingt und wie sie jemanden rettet, der sich verloren fühlte, bis er wiedergefunden wurde und klarsehen kann. Und wieder ging ein Konzert mit den Musikern des Herborn-Seelbacher Musikverein zu Ende, dass durch seine Einzigartigkeit bei den Konzertbesuchern noch lange nachklang. sig/Fotos: Gerdau

Polemische Äußerungen gehen-Schmähungen nicht.

Der sogenannte „Politiker-Paragraf“ 188 des StGB, wurde in der Öffentlichkeit bisher kaum beachtet. Mittlerweile gewinnt er jedoch zunehmend an Bedeutung. Dies nicht zuletzt durch zunehmend fragwürdige Interaktionen im Bereich der sozialen Netzwerke. Der „Beleidigungsparagraf “ § 185 hingegen korreliert hier oft mit dem Artikel 5 des Grundgesetzes (Meinungsfreiheit und tritt daher nur bedingt in Kraft, wenn es um politische Personen geht.

Die Grenze zwischen kritischen Äußerungen und Diffamierung gegenüber politischen Personen ist oft nicht so genau auszumachen. Der § 188 StGB wurde im Jahr 1871 (im Kaiserreich) eingeführt und seitdem immer wieder den zeit-und politischen Begebenheiten angepasst. Verschärft wurde er 2021 noch einmal und zwar im Hinblick auf den erweiterten Schutz für Politiker auch auf kommunaler Ebene und als Reaktion auf zunehmende Hassreden und Bedrohungen im Internet.

§ 188 StGB stellt Beleidigungen, üble Nachrede und Verleumdung gegen politisch tätige Personen unter verschärfte strafrechtliche Sanktionen. § 188 StGB schützt Personen, die im politischen Leben stehen, vor ehrverletzenden Angriffen die ihr öffentliches Wirken erheblich erschweren können. 

Dazu zählen  Bundestags- und Landtagsabgeordnete, Minister, Parteivorsitzende sowie kommunale Mandatsträger. 

Der Schutz gilt auf allen politischen Ebenen, von der kommunalen bis zur Bundesebene, und berücksichtigt, dass politisch aktive Personen besonders anfällig für ehrverletzende Angriffe sind. Die Staatsanwaltschaft kann Beleidigungen nach § 188 StGB auch ohne Strafantrag verfolgen, wenn ein öffentliches Interesse besteht. Kritische, pointierte oder polemische Äußerungen bleiben durch die Meinungsfreiheit nach Artikel 5 GG geschützt, solange sie nicht in Schmähkritik abgleiten. 


Hauptstadt des Verbrechens

Meine Meinung

Es gibt doch tatsächlich Zeitgenossen die behaupten, dass die immer schlimmer werdenden Verhältnisse im Land alle nicht wahr sind. Unsere Städte versinken nicht nur in Unrat, sondern auch im Verbrechen. Allen voran die Stadt, in deren Mauern sich unsere Regierungszentren befinden. Den nachfolgende Beitrag hat das ZDF produziert. Er zeigt nur auszugsweise einen kleinen Teil der unglaublichen Abläufe nur wenige Meter vom „Zentrum der Macht“ entfernt. Berlin ist für mich keine Reise mehr Wert und ich bin dankbar die Stadt an der Spree noch anders erlebt zu haben.

Warum sich Regierungsmitglieder und Heerscharen von Abgeordneten in diesem Umfeld so wohl fühlen, lässt nur einen Schluss zu. Man ist so mit sich selbst und dem Machterhalt beschäftigt, dass die Realität einfach ausgeblendet wird. Begriffe wie Revierkämpfe und Clan-Kriminalität kannte Otto-Normalverbraucher bisher höchstens aus dem Fernsehen und weit weg von der eigenen Haustüre. Im Schatten bundesdeutscher Glückseligkeit und Behaglichkeit haben sich Strukturen entwickelt, die sich diametral gegensätzlich zum Niedergang deutscher Vorstellungen von einem „sauberen“ Staatsystem entwickelt haben.

Gab es früher Bandenstrukturen dann hatten sie sich nicht unbedingt aus Familienverbänden entwickelt. Das scheint heute anders zu sein. Sogenannte meist über 1000-köpfige Familienclans sind die Keimzelle für Raub, Totschlag und Zersetzung des Staates. Mir tun die Polizisten in der Seele Leid, dass sie sich mit den Paten und deren Lakaien ständig auseinandersetzen müssen. Dazu kommt natürlich noch der ganz „normale“ Kampf gegen Straffällige und die Geisterjagd gegen Gesinnungstäter. Was denkt eigentlich ein Kanzler, Bundespräsident und andere hoch besoldete „Staatsdiener“ Angesichts dieser brodelnden Fehlentwicklung. Vermutlich nicht viel, sonst würde man sich doch intensiv Gedanken machen, wie dem beizukommen ist

Wir haben jahrzehntelang über die mafiösen Zustände in Italien gelacht. Heute haben wir nicht nur die italienische Mafia, sondern mafiöse Verbindungen aus den unterschiedlichsten Ländern der Erde zu Gast. Erst gestern habe ich von einem deutschen Gastronom erfahren, dass er „Besuch“ hatte bei dem er erfuhr, was mit seinem Restaurant passiert, wenn er nicht eine bestimmte Summe zahlen würde. Es geht also auch in der Provinz zu Sache. Hinterwäldler und sozialistische Glaubenskrieger denken immer noch, dass alles im Land Bestens sei und verdrängen mit Permanenz die prekären Entwicklungen vor ihrer Nase. sig

Berlin – Dreimal pro Tag wurde im vergangenen Jahr auf Berlins Straßen scharf geschossen. Der Bandenkrieg der Clans artet aus, die Polizei kämpft gegen Windmühlenflügel.
„Die Zahl eingesetzter Schusswaffen hat sich 2025 gegenüber dem Vorjahr fast verdoppelt.“ Das sagte Justizsenatorin Felor Badenberg (CDU) am 12. März im Abgeordnetenhaus. Die Berliner Polizei registrierte 2025 insgesamt 1.119 „Schusswaffendelikte“, 2024 waren es 666. Von den ermittelten Tätern hatten 39,6 Prozent keinen deutschen Pass. Wie viele eingebürgerte Ausländer unter den Tätern waren, teilt die Polizei nicht mit.
Durchschnittlich wurde im vergangenen Jahr also dreimal am Tag geschossen – meistens auf offener Straße.
Über das jüngste Beispiel berichteten wir vor wenigen Stunden: Am Sonntag gegen vier Uhr morgens durchschlugen Pistolenkugeln die Fensterscheibe einer Bar in der Hermannstraße. Drinnen saßen Gäste, die glücklicherweise nicht getroffen wurden. Der Schütze feuerte aus einem fahrenden Auto auf die Bar.
Die Polizei geht davon aus, dass es sich bei den Schießereien um Erpressungen und Revierkämpfe innerhalb der organisierten Kriminalität handelt. Es handelt sich um Clans, also mafiöse Banden, die auf offener Straße aufeinander schießen. Ihre Namen sind bekannt, ihre Mitglieder stammen überwiegend aus dem arabischen oder kurdischen Raum.
Und sie wachsen: Unter den Flüchtlingen aus Syrien hätten sich „gefährliche Netzwerke“ gebildet, berichtet der Clan-Forscher und Politikwissenschaftler Mahmoud Jaraba (45) von der Universität Erlangen.
Wir beobachten, dass sich unter einem kleinen Teil der syrischen Zuwanderer unterschiedliche kriminelle Strukturen herausgebildet haben. Dazu gehören familien- und verwandtschaftsbasierte Gruppen, aber auch Netzwerke, die eher über regionale Herkunft, persönliche Beziehungen und lose Allianzen funktionieren, erklärte Jaraba gegenüber FOCUS online.
Der Berliner Senat hat den Kampf aufgenommen, hauptsächlich gegen die Geldwäsche der Clans. Es ist aber ein Kampf gegen Windmühlenflügel, der viel härter geführt werden müsste. Dafür fehlen das Bewusstsein und der politische Wille.
https://www.bild.de/…/gunnar-schupelius-warum-wird-in…

„Wer zu spät kommt, den bestraft das Leben.“

Von Siegfried Gerdau

Der Mann, der diesen sybillinischen Spruch am 7. Oktober 1989 vor der Presse, anlässlich des 40. Jahrestags der Gründung der Deutschen Demokratischen Republik (DDR), verlauten ließ, leitete die Deutsche Wiedervereinigung bereits kurz darauf ein. Die kommunistischen Machthaber um Erich Honecker (Staatspräsident der DDR) hatten wohl nicht richtig hingehört, als Michail Gorbatschow die Notwendigkeit von Reformen hinzufügte. Der eigentliche und unblutige Systemsturz erfolgte jedoch durch die Bürger des Landes hinter dem „Eisernen Vorhang“. „Wir sind das Volk wurde zum Schlachtruf und führte letztlich zum Fall der Mauer.  

Michail Gorbatschow, ein Politiker und Staatschef, der weltweit für eine der größten politischen und teilweise auch wirtschaftlichen Umwälzungen verantwortlich war, wurde in der westlichen Welt dafür geehrt und geachtet. Im eigenen Land hingegen überwiegend immer noch gehasst und verachtet. Der russische Staatspräsident der Sowjetunion wurde am 2. März 1931 in Priwolnoje geboren und starb am 30. August 2022 in Moskau.

Er war von März 1985 bis August 1991 Generalsekretär des Zentralkomitees der Kommunistischen Partei der Sowjetunion (KPdSU) und von März 1990 bis Dezember 1991 Staatspräsident der Sowjetunion. Er setzte mit Glasnost („Offenheit“), einem Bekenntnis zur Meinungsfreiheit, und Perestroika („Umbau“), insbesondere mit der Abschaffung der Planwirtschaft, neue Akzente in der sowjetischen Politik. In Abrüstungsverhandlungen mit den USA leitete er das Ende des Kalten Krieges ein.

1990 erhielt er, absolut zu Recht, den Friedensnobelpreis und anlässlich seines 80. Geburtstags 2011 schuf man den Mikhail Gorbachev Award – The Man Who Changed The World (Michail-Gorbatschow-Preis – Der Mensch, der die Welt veränderte). Mit ihm sollten Menschen geehrt werden, deren großartiger Beitrag zur Entwicklung unserer heutigen Welt unverkennbar sei, die jedoch dafür bislang kaum beziehungsweise gar keine Aufmerksamkeit oder Dankbarkeit erhalten hätten. UNO-Generalsekretär António Guterres würdigte Gorbatschow 2022 als Staatsmann, der „den Lauf der Geschichte verändert“ habe: Er habe „mehr als jeder andere dazu beigetragen, den Kalten Krieg friedlich zu beenden.

„Wenn Menschen Angst vor der politischen Macht haben, kann es zum Schlimmsten kommen. Wir brauchen Glasnost. Wir brauchen den Dialog zwischen der Gesellschaft und den Machthabern.“ Michail Sergejewitsch Gorbatschow.

Er beendete den Krieg gegen Afghanistan- im Dezember 1979 intervenierte die Sowjetunion (unter Leonid Breschnew) dort militärisch in dem Konflikt und setzte eine neue kommunistische Regierung ein. Mit der sowjetischen Invasion begann ein zehn Jahre andauernder Krieg zwischen der sowjetisch gestützten Regierung und von den USA unterstützten Widerstandsgruppen der Mudschahedin. Den Krieg Russlands gegen die Ukraine (Februar 2022) verurteilte Gorbatschow von Beginn an aufs Schärfste.

In Russland ist Gorbatschow dagegen weitgehend unbeliebt, weil er nach verbreiteter Meinung den Zusammenbruch der Sowjetunion und die folgende Phase wirtschaftlicher und politischer Unsicherheit verursachte. Nach Gorbatschows Tod erklärte der Vizepräsident der Staatsduma, Witali Milonow: „Gorbatschow hat ein Vermächtnis hinterlassen, das für unser Land schlimmer als Hitler ist.“

Wir Deutsche in Ost und West hingegen haben Gorbatschow alles zu verdanken. Wer weiß wie sich die Dinge zu Zeiten des Kalten Krieges entwickelt hätten, wenn er nicht die Perestroika im gesamten Einflussbereich der damaligen Sowjetunion umgesetzt hätte. Putin, den er bereits schon im Vorfeld dessen Machtübernahme kritisch beobachtet hatte, konnte er nicht verhindern. Dass Deutschland und die gesamte westliche Welt wiederum Russland feindlich gegenüberstehen, war ganz gewiss nicht im Sinne des Reformers Michail Gorbatschow. Fakt ist jedoch und da muss man sich nichts vormachen. Wenn der Aggressor Wladimir Wladimirowitsch Putin aus welchen Gründen auch immer sein Amt verlässt, wird es einen „anderen Putin“ geben und ob der ein „neuer Gorbatschow“ sein wird, darf bezweifelt werden.

Beeindruckende Kunstschau in der Alten Färberei – Johanneum‑Leistungskurs präsentiert zwei Jahre kreativer Arbeit

Nach einer Woche endete im Haus der Vereine (Alte Färberei) eine außergewöhnliche Ausstellung des Leistungskurses Kunst des Johanneum‑Gymnasiums Herborn. Die beiden Schülerinnen Rihana Khaliqi (links) und Ida Immel führten mich exklusiv durch die historischen Räume des alten Fachwerkhauses, in denen die Ergebnisse von zwei Jahren intensiver künstlerischer Arbeit unter der Leitung von Sariye Uhr zu sehen waren.

Die Ausstellung zeigte eine beeindruckende Vielfalt: überwiegend Einzelarbeiten, aber auch Gruppenprojekte, ausgeführt in unterschiedlichsten Techniken, Materialien und Ausdrucksformen. Die Schülerinnen lobten übereinstimmend die pädagogischen und künstlerischen Fähigkeiten ihrer Tutorin, die es verstanden habe, sowohl Talent als auch erlernbare Fähigkeiten in der Gruppe zu fördern. Ursprünglich startete der Kurs mit fünfzehn Teilnehmerinnen und Teilnehmern, inzwischen sind es zwölf – doch die Qualität der Arbeiten blieb durchweg hoch.

Die Exponate füllten das gesamte Gebäude der Alten Färberei. An Materialien wurde nahezu alles genutzt, was verfügbar war: Zeichnungen, Malerei, Skulpturen, architektonische Modelle und experimentelle Arbeiten. „Es wäre wahrscheinlich einfacher aufzuzählen, was wir nicht benutzt haben“, sagte Ida Immel schmunzelnd. Besonders das Modellieren nahm einen großen Raum ein.

Tolle Typographien entstanden in mühevoller Kleinarbeit

Für die Fluchtpunkt‑Perspektiven diente das Johanneum‑Gebäude selbst als Motiv. Die präzisen Bleistiftzeichnungen wirken auf den ersten Blick fast wie Fotografien. Rund zehn Stunden habe eine dieser Arbeiten gedauert, erzählten die beiden jungen Künstlerinnen – und selbst zu Hause sei weitergearbeitet worden.

„Viele der Ausstellungsobjekte sind nicht nur aus Talent entstanden, sondern aus Dingen, die man lernen kann“, betonte Rhiana Khaliqi. Die hervorragende Anleitung ihrer Lehrerin habe bei vielen Mitschülerinnen und Mitschülern intuitive Fähigkeiten geweckt. Gleichzeitig stecke in allen Werken viel Übung und Ausdauer. Die Modelle von Gebäuden und Gegenständen entstanden bewusst ohne Vorlagen oder Anregungen – die Schülerinnen und Schüler mussten ihre eigenen Ideen entwickeln. Die einzige Vorgabe: Die Arbeiten sollten einer erkennbaren Kunstepoche zugeordnet sein. Alles andere blieb offen. So entstanden fantasievolle, skulpturale Gebäude, die durchaus als Wohnraum für eine Familie denkbar wären. Friedensreich Hundertwasser hätte an manchen Modellen sicher seine Freude gehabt.

Besonders beeindruckend waren die zahlreichen händisch erstellten Typografie‑Porträts, die sofort ins Auge fielen. Viele davon könnte man sich problemlos in Restaurants, Geschäften oder Büroräumen vorstellen. Die Wand am Treppenaufgang war mit Porträts in Acryl und Öl geschmückt, die die jungen Künstlerinnen und Künstler selbst geschaffen hatten. Ergänzt wurde die Ausstellung durch Plakatgestaltungen zu Themen wie Gewalt oder Mobbing sowie durch die selbst entworfenen Flyer zur eigenen Veranstaltung.

Insgesamt präsentierte der Leistungskurs eine Ausstellung, die ein außergewöhnlich hohes künstlerisches Niveau zeigte – und eindrucksvoll belegte, wie viel Kreativität, Engagement und handwerkliches Können in den Schülerinnen und Schülern des Johanneums steckt. sig/ Fotos: Gerdau

Wer Eiszeit sagt, meint auch Uckersdorf

„Wir wollen nach Möglichkeit bereits in vier Wochen mit unserer Produktion in die bis dahin komplett sanierten Hallen des ehemaligen Möbelhaus Brutscher und Stein in Uckersdorf einziehen“, sagt einer der beiden Chefs des Lahnauer Unternehmens „Eiszeit“, Jakob Rauber. Die umfangreichen Umbauten sind daher noch voll im Gange, jedoch und das ist entscheidend: Der Eis-Verkauf läuft schon seit geraumer Zeit und viele Menschen sind bereits Stammkunden des Unternehmens „Eiszeit“ in dem Herborner Stadtteil.

Mitten in der idyllischen Umgebung des hessischen Westerwaldes werden die Brüder Jakob (Foto) und Elia Rauber schon in kürzester Zeit mit der Eisproduktion im großen Stil beginnen.

Die fast filmreife Unternehmensgeschichte hört sich einfach fantastisch an und ist es auch in der Realität. Schon als Kinder hatten die beiden Lahnauer Brüder Jakob (30) und Elia Rauber (26) die Herstellung des heimischen Nachtischs mit einer Haushalts-Eismaschine übernommen. „Es hat uns einfach Spaß gemacht“, erinnert sich Jakob Rauber. Ständig verfeinerten und veredelten sie ihre Produkte für den Bedarf der großen Familie und das ging auch während Abitur und Studium so weiter. Freunde und Bekannte vergrößerten den Kreis der Interessenten, so dass irgendwann die Frage aufkam, ob sie mit ihren Produkten nicht auch an die Öffentlichkeit gehen und Geld damit verdienen könnten. Sie konnten. 2018 gründeten sie die Firma Eiszeit GmbH und begannen die Produktion von Vanilleeis und Co in den Kellerräumen ihres Elternhauses.

Es war nur eine Frage der Zeit bis diese, doch ein wenig eingeschränkten, Räumlichkeiten aus allen Nähten platzten. Ihr mittweilerweile dreischichtiger Betrieb schrie förmlich nach Platz und die Brüder mieteten bereits drei Jahre später 500 Quadratmeter Arbeitsfläche dazu. Es lag nahe, dass Raubers auch eine Eisdiele am Ort eröffneten. Das Eis von „Eiszeit“ aus Lahnau verschaffte sich in kürzester Zeit ein solch guten Ruf, dass es im ganzen Bundesgebiet und benachbartem Ausland verkauft wurde. Ob in den Kühlregalen von Einzelhandelsgeschäften, REWE oder EDEKA sowie in der Systemgastronomie, haben sich die praktischen Eisbecher von „Eiszeit“ einen Spitzen-Platz erobert. Qualitativ hochwertig und überragend im Geschmack, begeistert das Eis aus der Produktion von „Eiszeit“ weit über die Grenzen der Region. Eigene „Eiszeit“-Eisdielen in Lahnau, Wetzlar, Bielefeld, Hanau, Dautphetal, Taunusstein und Hünstetten sprechen sicher nicht dagegen.

Der Liebhaberkreis des leckeren Premium-Eis von „Eiszeit“ wird immer größer

120 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter arbeiten mittlerweile im Unternehmen und man kann davon ausgehen, dass die Herstellung der täglichen Portionen in der Größenordnung von zehn bis fünfzigtausend Stück diese auch erfordern. Dass hierfür „normale“ Lagerkapazitäten für Materialzulieferung, Lager und Produktion nicht mehr ausreichen, ist klar. „Wir standen wieder einmal vor der Frage was tun?“ Wir brauchten viel mehr Platz für Herstellung und Lagerung, wollte uns an eine Autobahn anbinden, um den Kühl-LKW eine möglichst schnelle und einfache Zu-und Abfahrt zu ermöglichen. Das alles sollte natürlich schnell und kostengünstig realisiert werden können.

Eine Lösung fand sich rasch. Das brachliegende ehemalige Möbelhaus in Uckersdorf, mit seinen riesigen Hallen, war genau das, was die Brüder suchten. Mit den Besitzern wurde man schnell handelseinig. Dem Verkauf an die Eiszeit GmbH stand nichts mehr im Wege. Das Konzept für den Umbau und Betrieb der ehemaligen Verkaufsräume in die Bereiche Produktion, Lager und Verkauf steht. Der Werksverkauf wird ausschließlich als Selbstbedienungskonzept funktionieren. Das schließt auch die Selbstbedienungskassen mit ein. Noch läuft die Eis-Produktion im Werk Lahnau aber der Werksverkauf auch schon in Uckersdorf. Der „fliegende“ Wechsel soll in etwa vier Wochen stattfinden. Die Öffnungszeiten werden dann täglich von 7 bis 21 Uhr sein. Bis dahin findet der Werksverkauf Dienstag bis Samstag von 13 bis 17 Uhr statt. Weitere Informationen auf der Homepage http://natuerlich-eiszeit.de, sowie per Mobiltelefon: 01590 677 4061. sig/Fotos: Gerdau

Zeitreise durch Erdbach

Zum 3. Dorfabend in Breitscheid-Erdbach (am 17. April 2026 um 19 Uhr) lädt die Arbeitsgruppe um Heinz Leng zu einer besonderen Zeitreise ein. Nachdem der erste Dorfabend 2024 und der zweite 2025 bereits auf große Resonanz gestoßen sind, präsentiert das Team nun den dritten Teil der Filmreihe – erneut mit vielen historischen Schätzen aus dem Dorfleben.

Im Mittelpunkt steht ein rund 50‑minütiger Film, der eindrucksvoll zeigt, wie lebendig und vielfältig das Gemeinschaftsleben in Erdbach über viele Jahrzehnte war. Die Aufnahmen beginnen in der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg und zeigen frühe Dorffeste wie Kirmes, Erntedank und andere traditionelle Feiern. Neben zahlreichen historischen Fotos enthält der Film auch Originalvideos, teilweise sogar mit Originalton, was die Atmosphäre der damaligen Zeit besonders authentisch wirken lässt.

Ein Höhepunkt des Films ist die Dokumentation der 750‑Jahrfeier im Jahr 1980. Der große Festzug wurde damals vollständig gefilmt und bildet einen zentralen Abschnitt des Abends. Ebenso zu sehen ist ein Film vom Schützenfest 2013, der die jüngere Festtradition lebendig werden lässt.

Darüber hinaus zeigt der Film viele Aktivitäten der Erdbacher Vereine, der Kirchengemeinde und weiterer Gruppen, die das Dorfleben über Jahrzehnte geprägt haben. Die Aufnahmen machen sichtbar, wie viel Engagement, Gemeinschaftssinn und Kreativität in Erdbach zu Hause sind.

Der Film endet mit einer besonders stimmungsvollen Szene: dem Ostermorgenblasen des CVJM‑Posaunenchores, das seit vielen Jahren ein fester Bestandteil der Erdbacher Tradition ist.

Der 3. Dorfabend im Haus der Freien Evangelischen Gemeinde Erdbach verspricht damit erneut einen bewegenden und unterhaltsamen Blick auf die Geschichte und das Miteinander im Dorf – ein Abend voller Erinnerungen, Begegnungen und lebendiger Heimatgeschichte. sig

Hohe Treibstoffkosten machen alles platt.

Meine Meinung

(Ein Beitrag der lediglich Normalverdiener interessieren wird)

Ja, volltanken tut im Moment sehr weh und es nicht abzusehen, dass es billiger wird. Die Mehrkosten belasten den Privathaushalt wie noch nie. Das aber ist nur eine Sache. Was viel schwerer wiegt, sind die steigenden Transportkosten und die betreffen auch die autolosen Zeitgenossen oder die E-Auto-Fahrer. Wenn man sich den unten eingefügten Artikel auf der Zunge zergehen lässt, weiß man was auf uns alle zukommt. Unsere Regierung greift jetzt ein und legt fest, dass die Preise an der Tanke nur einmal täglich erhöht werden dürfen. Eine wirklich tolle Idee. Dass die Sprithersteller jede größere Preiserhöhung begründen müssen ist dabei der Ideenhammer.

Symbolbild, LKW verlassen eine Hochseefähre. Foto: Gerdau

Da fühlt sich der denkende Bürger schon ein wenig auf den Arm genommen. Von Steuerreduzierung oder Abschaffung der hirnrissigen CO2-Steuer keine Rede. Wie lange das alles noch gut geht, weiß man nicht. Fest steht, dass irgendwann für den kleinen Familienhaushalt die Schmerzgrenze überschritten ist. Egal, wenden wir uns den wichtigen Themen wie Parteienverboten zu und lassen die Omas gegen Rechts ihre Arbeit machen. Man muss halt Prioritäten setzen. sig

Von Iris Julia Aschenbrenner

Jahrestagung des Küsterbundes

Der Küsterbund der EKHN lädt zur Jahrestagung nach Driedorf ein. Die 59. Jahreshauptversammlung findet am Osterdienstag, 7. April 2026 im Evangelischen Dekanat an der Dill statt. Geplant sind zur Jahreshauptversammlung auch ein Festgottesdienst in der Evangelischen Kirche Driedorf (Wilhelmstraße 19, 35759 Driedorf), ein gemeinsames Mittagessen und ein Vortrag zur Breitscheider Höhlenwelt, dem Herbstlabyrinth. Der Küstertag beginnt um 9.30 Uhr mit einem Stehkaffee im Betsaal (Weilburger Straße, 35759 Driedorf) schräg gegenüber der Kirche. Um 10 Uhr läuten die Glocken für den Festgottesdienst, die Predigt hält die stellverttretende Dekanin Anja Vollendorf. Parken lässt sich auf dem Marktplatz.  

Symbolbild

Um 11.15 Uhr beginnt die Jahreshauptversammlung im benachbarten Gemeindehaus. Auf der Tagesordnung stehen der Bericht des Vorstands, die Jahresrechnung 2025 mit Entlastung des Vorstandes und der Haushaltsplan 2026. Nach dem Mittagessen um 12.30 Uhr folgt dann die virtuelle Reise in die Breitscheider Höhlenwelt. In einem Vortrag wird ein Höhlenforscher über das Herbstlabyrinth berichten. Mit einem Kaffeetrinken um 15 Uhr und dem Reisesegen gegen 16 Uhr endet die 59. Jahreshauptversammlung des Küsterbundes in Driedorf. Interessierte Küsterinnen und Küster werden gebeten, sich bis zum 22. März 2026 anzumelden.  

Weitere Informationen geben Petra Albohn unter Telefon 06404-8084590 oder per E-Mail unter petra.albohn(at)kuesterbund.de sowie Carsten Schwöbel unter Telefon 0151-17216283 oder per E-Mail unter carsten-schwoebel(at)gmx.de  

Holger J. Becker-von Wolff