„Ein Schrei ins Offene – Gedanken an der Schwelle des Seins“

Von Christian Heun

Kapitel 1: Der erste Schrei. Eine Geburt ins Ungewisse

1.1 Das Paradox des Menschseins

Es ist ein Widerspruch, der uns begleitet, seit wir denken können: Wie kann es die Erfüllung des Menschen sein, zu lieben – und doch zu hassen? Zu leben – und zugleich zu töten? In uns koexistieren Kräfte, die gegensätzlicher kaum sein könnten. Licht und Schatten, Hingabe und Zerstörung, Hoffnung und Angst. Kein philosophisches System, keine Religion hat dieses Paradoxon je vollständig auflösen können. Vielleicht, weil es nicht auflösbar ist. Vielleicht, weil das Menschsein genau hier beginnt – im Spannungsfeld zwischen dem, was wir sein möchten, und dem, was wir zu sein gezwungen scheinen. C. Heun

1.2 Ein Schrei in die Welt

Mit einem Schrei beginnt das Leben. Ein Schrei, der nichts artikuliert – und doch alles sagt. Er ist Ausdruck des Unverstandenen, des ersten Kontakts mit einer Realität, die uns fremd ist. Wer sind wir in diesem Moment? Ein Wesen im Übergang – vom Nichtsein ins Dasein, vom Dunkel ins Licht.
Und schon beginnt sie: die Zeit. Eine begrenzte, unwiederholbare Zeit. Eingespannt in ein unendliches Universum, dessen Weite uns mit der immer gleichen, unbeantworteten Frage konfrontiert:
Was ist der Sinn meines Daseins?

Ich spüre: Da ist mehr. Doch was ist dieses „Mehr“?

1.3 Die Abwesenheit Gottes

Ich meine nicht Gott – nicht im religiösen Sinn. Ich habe ihn gesucht, in Ritualen, Dogmen, Geschichten. Doch überall fand ich nur das: Geschichten. Konstruktionen, geschaffen, um das Unerklärbare zu zähmen. Ich bezweifle nicht die Bedeutung von Glauben – wohl aber seine Herkunft. Religion ist, so scheint es mir, weniger eine Offenbarung als eine menschliche Antwort auf die Angst vor dem Nichts.
Doch das „Mehr“, das ich meine, ist kein personifizierter Gott. Es ist still. Formlos. Vielleicht Bewusstsein. Vielleicht Resonanz. Vielleicht bloß ein Gedanke, den man nie zu Ende denken kann.

1.4 Der Verlust des Ursprünglichen

Kaum können wir gehen, sollen wir stillstehen. Kaum können wir sprechen, sollen wir schweigen. Das Leben beginnt mit einem Drang nach Ausdruck – und endet oft in einem Leben der Anpassung. Was wir im Spiel finden, verlieren wir im Ernst. Die Energie der Kindheit wird gezähmt durch Regeln, Erwartungen, Normen.
Und mit jeder Anpassung entfernen wir uns ein Stück mehr von dem, was wir einst waren: frei, laut, lebendig.
Wo beginnt also die Verfremdung?
Vielleicht genau da, wo das Leben beginnt – in jenem Moment, in dem wir uns zum ersten Mal anpassen, um dazuzugehören.

1.5 Die Zeit, die rinnt

Die Zeit ist ein Fluss, der still und erbarmungslos zugleich fließt.
Eben noch der erste Kuss.
Dann das erste graue Haar.
Ein Enkelsohn, der unsere Hände hält – so wie wir einst gehalten wurden.
Und plötzlich beginnt die Vergangenheit lauter zu rufen als die Zukunft.

Was früher ewig dauerte – ein Sommer, ein Schultag, eine Wartezeit – vergeht nun im Flug. Die Jahre rinnen dahin. Und mit ihnen die Illusion, man hätte unendlich Zeit.
In dieser Beschleunigung entsteht ein Gefühl der Leere – aber auch eine neue Dringlichkeit. Jetzt zu leben. Jetzt zu fragen. Jetzt zu erinnern.

1.6 Die Rückkehr zur Frage

Was bleibt, wenn man das Leben rückwärts betrachtet?
Was bleibt, wenn man alles erreicht hat, was die Welt als Erfolg bezeichnet – und doch spürt, dass das Wesentliche immer noch ungesagt ist?

Ich kehre zurück zur Frage meines ersten Atemzugs.
Ich wiederhole sie mit dem Bewusstsein eines Erwachsenen, der die Welt gesehen hat – und sie dennoch nicht versteht:
Was ist dieses Leben?
Und warum fühlt es sich an, als gäbe es mehr – und doch ist es nirgends greifbar?

Ich weiß keine Antwort. Doch ich fühle, dass sie sich in der Tiefe verbirgt, im Schweigen zwischen den Worten, im Staunen über das Selbstverständliche

Kapitel 2: Sekunde für Sekunde – Die stille Flucht der Gegenwart

Die Zeit flieht nicht.
Sie schreit nicht.
Sie tut nichts weiter, als zu vergehen. Und dennoch hinterlässt sie überall Spuren – auf der Haut, in den Gedanken, in unseren Erinnerungen. Ihre Bewegung ist leise. Fast unsichtbar. Und doch ist sie alles, was unser Leben strukturiert, begrenzt, auflädt.
Wir leben in ihr.
Aber verstehen wir sie?

2.1 Die Zeit als Taktgeber und Zerstörerin

Jede Uhr misst dasselbe.
Aber kein Mensch erlebt Zeit gleich.
Ein Moment voller Angst zieht sich wie ein endloser Tunnel.
Ein Moment der Liebe vergeht wie ein Lidschlag.

Was sagt uns das? Dass Zeit nicht objektiv ist – nicht für uns. Sie ist mehr als nur ein Maß. Sie ist eine Empfindung. Eine Beziehung.
Und manchmal auch eine Last.
Denn sie geht – und nimmt alles mit.

Wann beginnt der Moment, in dem wir bemerken, dass uns etwas entgleitet?

Vielleicht beginnt er genau dann, wenn wir innehalten. Wenn wir zum ersten Mal wirklich verstehen, dass nichts bleibt. Dass jeder Augenblick bereits Vergangenheit ist, noch bevor wir ihn vollständig erfassen können. 2.2 Die Trägheit der Kindheit – und das rasende Jetzt

Als Kind war ein Tag ein Universum.
Die Wartezeit auf Weihnachten – eine Ewigkeit.
Der Schulvormittag – ein Gefängnis aus endlosen Minuten.
Doch heute rauschen Wochen an mir vorbei, als hätte jemand die Geschwindigkeit meines Lebens verdoppelt. Die Jahre fliegen – nicht, weil die Welt sich schneller dreht, sondern weil meine Wahrnehmung sich verändert hat.

Warum?
Ist es die Gewohnheit? Die Wiederholung?
Oder ist es die Abwesenheit von Staunen?

Kinder staunen.
Erwachsene funktionieren.

Vielleicht liegt die Wahrheit darin: Die Zeit wird nicht schneller – aber wir werden stumpfer. Weniger gegenwärtig. Mehr abwesend im Jetzt.
Und damit beginnt die stille Flucht der Gegenwart.

2.3 Was ist ein Moment wirklich?

Philosophen haben es versucht.
Physiker ebenfalls.
Und doch bleibt der „Moment“ ein Rätsel.

Wo beginnt er?
Wo endet er?

Er ist da – und schon vorbei.
Ein kurzer Aufleuchten zwischen Vergangenheit und Zukunft.
Und wir – als Menschen – leben fast nie in ihm. Wir bereuen Vergangenes oder planen Zukünftiges. Aber das Jetzt? Das übersehen wir oft.

Ist das vielleicht die tiefste Tragik des Menschen – dass er fast nie da ist, wo sein Leben gerade stattfindet?

2.4 Die Gegenwart wieder spüren

Ich glaube, es gibt einen Weg zurück – zurück in das Jetzt.
Aber er ist schmal.
Er verlangt Verlangsamung. Wachheit. Den Mut, sich nicht ständig zu betäuben.

Denn die Welt ist laut. Und Geschwindigkeit gilt als Tugend. Wer langsam lebt, lebt scheinbar falsch. Wer innehält, wirkt verdächtig.
Aber genau dort, in der Stille, liegt der Moment.

Ich versuche, ihn zu finden:
Im Spiel mit meinem Enkelsohn.
Im Licht, das abends durch das Fenster fällt.
Im leisen Geräusch meines Atems, wenn alles andere schweigt.

Es sind nur Sekunden.
Aber vielleicht sind sie das eigentliche Leben.

Kapitel 3: Kindheit in der Ferne – Wenn das Licht langsam blasser wird

Es gibt Erinnerungen, die nicht laut sind.
Sie kommen nicht mit Bildern, sondern mit Gefühlen.
Eine bestimmte Lichtstimmung.
Ein Geruch.
Ein Windhauch im Gesicht – und plötzlich ist sie da, die Kindheit.
Nicht greifbar, aber spürbar.
Ein inneres Echo.
Vertraut und doch unerreichbar fern.

3.1 Das verlorene Maß der Unschuld

Kindheit war kein Zustand, sondern ein Empfinden.
Nicht durch Sicherheit definiert, sondern durch Staunen.
Wir wussten nicht viel – und mussten auch nichts wissen.
Wir lebten im Moment, weil wir nichts anderes kannten.

Und heute?
Heute suchen wir das verlorene Maß dieser Unschuld – in Meditationen, in Retreats, in der Natur.
Aber was wir suchen, ist kein Ort. Es ist eine verlorene Perspektive.

Warum geht sie verloren? Und kann sie je zurückkehren?

Vielleicht verlieren wir sie nicht freiwillig.
Vielleicht nimmt sie uns das Leben Stück für Stück.
Mit jedem „Du musst“, mit jeder Erwartung, mit jedem Schritt in eine Welt, die misst und bewertet.

3.2 Die Mechanik des Erwachsenwerdens

Erwachsenwerden heißt oft: funktionieren lernen.
Pflichten erkennen, Regeln einhalten, Erwartungen erfüllen.
Aber irgendwo auf diesem Weg verlernen wir das Spielen.
Nicht das Spielen mit Spielzeug – das Spielen mit Möglichkeiten.
Die Leichtigkeit.
Die Offenheit.

Ist das Erwachsenwerden ein unausweichlicher Verrat an der eigenen Kindheit?

Ich erinnere mich an Momente, in denen ich einfach „war“.
Nicht „jemand“. Nicht „etwas“. Nur ich – in diesem Moment.
Diese Momente werden seltener. Und kostbarer.

3.3 Die Rückkehr zur Wurzel – Eine innere Archäologie

Es gibt eine stille Bewegung in uns, die rückwärts schaut.
Nicht aus Nostalgie – sondern aus Sehnsucht.
Die Kindheit ist nicht vorbei, weil die Zeit vergangen ist.
Sie ist nur verschüttet.
Unter Arbeit, Verantwortung, Selbstbild.

Manchmal braucht es nur einen Satz eines Kindes.
Ein gemeinsames Lachen.
Oder das Geräusch eines alten Liedes – und wir graben etwas aus:
Ein Gefühl, das nicht tot ist, nur vergessen.

Vielleicht liegt in der Rückkehr zur Kindheit nicht die Flucht, sondern die Erinnerung an den ursprünglichen Impuls des Lebendigen.
Dort, wo wir zum ersten Mal staunten.
Wo Zeit keine Rolle spielte.
Wo das Leben kein Ziel hatte, sondern einfach nur war.

3.4 Die Aufgabe: Kindheit nicht zurückholen – sondern verwandeln

Ich glaube nicht, dass wir unsere Kindheit zurückholen können.
Aber wir können sie verwandeln.
Sie als inneren Maßstab nehmen, an dem wir prüfen:
Ist mein heutiges Leben noch lebendig? Oder nur organisiert?
Würde mein kindliches Ich mich erkennen – oder vor mir davonlaufen?

Diese Fragen sind unbequem.
Aber sie führen uns zurück zu einer Wahrheit, die nicht laut ist – aber echt

Widmung

Für meinen Enkel Adriano Julian Thomas,
damit er eines Tages begreift,
wie tief das Leben wirklich ist.
Und für alle,
die nicht aufhören zu fragen. Worte die mich lange begleiten haben inklusive der tiefen Gedanken des Inhaltlichen.

Über den Autor:
Christian Heun, geboren am 20. März 1975, lebt im mittelhessischen Driedorf. Seit Jahrzehnten beschäftigt er sich mit der Frage nach dem Wesen des Menschen, der Zeit und der Erinnerung. In seinem Leben als Vater, Großvater und Technologe vereint er das Konkrete mit dem Geistigen. „Schrei ins offene“ ist sein erstes philosophisches Werk. Weitere Fragmente könnten folgen.

Copyright: Christian Heun 21/06/2025

BEM: Die helfende Hand vom Arbeitgeber

Nachwahl, Gehalt und BEM – das waren die bestimmenden Themen der MAV-Vollversammlung in Dillenburg-Donsbach am vergangenen Mittwochnachmittag.

Gute Nachrichten hatte Beate Seelhof, die Vorsitzende der MAV an Dill, für die kirchlichen Mitarbeitenden im Evangelischen Dekanat an der Dill. Sie kündigte eine Gehaltserhöhung ab Herbst 2025 für die kirchlichen Mitarbeitenden an.


Für die in den Ruhestand wechselnde Christiane Krenzer wurden Heike Burk und Gerhard „Otto“ Werner für die in Elternzeit gehende Angeline Reif in das Team der MAV an der Dill nachgewählt.

Für die evangelischen Kindertagesstätten in der Gemeindeübergreifenden Trägerschaft des Dekanats (GüT) soll es zukünftig ein einheitliches Eingliederungsmanagement für die Mitarbeitenden in den 22 Kindertagesstätten an der Dill geben. Künftig werden sich Stefanie Simon und Nicole Eckhardt von der GüT die BEM-Verfahren begleiten. Sie stellten sich den Anwesenden vor.

Für Mitarbeitende des Evangelischen Dekanats (Verwaltungsangestellte, Gemeindepädagogen, Organisten, Mitarbeitende der Beratungsstelle) ist die stellvertretende Dekanin Anja Vollendorf und Präses Dr. Wolfgang Wörner für die BEM-Gespräche zuständig. Cornelia Schäfer und Bianca Halmel ermitteln die Fehltage. Für die Mitarbeitenden im pädagogischen Bereich, die nicht direkt dem Dekanat oder der GüT angeschlossen sind, ist die jeweilige Kirchengemeinde für BEM-Gespräche zuständig.

An der betrieblichen Dienstvereinbarung für das BEM mit der GÜT hat Thorsten Graff mitgearbeitet. Der Referent arbeitet beim Landeswohlfahrtsverband Hessen im Fachbereich „Behinderte Menschen im Beruf“ und im Integrationsamt. Als stellvertretender Regionalmanager ist er für begleitende Hilfen und dem Kündigungsschutz zuständig. Normalerweise berate er kleinere Gruppen und spreche nicht vor so vielen Zuhörenden. Zur MAV-Vollversammlung in Donsbach machte er eine Ausnahme und informierte die 200 anwesenden Mitarbeitenden aus den kirchlichen Kindertagesstätten und dem Evangelischen Dekanat an der Dill über das Betriebliche Eingliederungsmanagement (BEM).


Was ist „BEM“?
 

Vor 20 Jahren wurde es vom Gesetzgeber für alle Arbeitgeber eingeführt und ist gesetzlich vorgeschrieben, die Annahme ist freiwillig. Es ist ein Nachfrage- und Fürsorgeangebot des Arbeitgebers für länger oder häufiger erkrankte Mitarbeitende – und habe sich schon vielfach bewährt. In einem BEM-Gespräch könnten Hilfsangebote zur Überwindung der Arbeitsunfähigkeit oder zur Vorbeugung eines erneuten Ausfalls und zum Erhalt des Arbeitsplatzes getroffen werden.


BEM-Gespräch ist helfende Hand des Arbeitgebers
 

Thorsten Graff warb für die Möglichkeit eines BEM-Gesprächs: „Es ist das Angebot einer helfenden Hand, die der Arbeitgeber dem Arbeitnehmer reicht. Der Mitarbeitende bleibt ‚Herr des Geschehens‘. Er bestimmt, was besprochen wird, die Dauer des Gesprächs mit den Vertretern des Arbeitgebers und auch, ob die Schwerbehindertenvertretung (SBV), die MAV oder eine andere Begleitung dabei sein soll. So kann über alle Unterstützungs- und Hilfsmöglichkeiten seitens des Arbeitgebers gesprochen werden. Einziges Kriterium: An wieviel Tagen war der Arbeitnehmer in einem Zeitraum von 12 Monaten arbeitsunfähig – egal ob häufige Kurzerkrankungen oder eine längere Arbeitsunfähigkeit, die Fehltage sind entscheidend. 

Thorsten Graff


BEM-Gespräch ist völlig freiwillig
 

Wer also häufig oder länger arbeitsunfähig ist, erhält nach sechs Wochen per Post ein Gesprächsangebot vom Arbeitgeber. Das sieht das Betriebliche Eingliederungsmanagement (BEM) vor. Für den Mitarbeitenden ist das Angebot eines BEM-Gesprächs völlig freiwillig. Man ist nicht verpflichtet, das Angebot anzunehmen. Einzig der Arbeitgeber ist verpflichtet, ein BEM-Gespräch anzubieten.

Mehr dazu unter www.ev-dill.de

Text und Fotos: Holger-Jörn Becker-von Wolff

Bauwagen offen für Begegnung und Gespräche

Das Team der Evangelischen Beratungsstelle nutzt AWO-Bauwagen am Herborner Hintersand  

Ein bunter Bauwagen steht derzeit auf dem Herborner Hintersand-Parkplatz. Es ist ein Begegnungsort, das Projekt hat die Arbeiterwohlfahrt (AWO) Lahn-Dill mit der Stadt Herborn ins Leben gerufen. Der Bauwagen ist offen für verschiedene Gruppen und Angebote.


Ab Montag, 16. Juni 2025 nutzt das Team der Evangelischen Beratungsstelle Herborn den AWO-Bauwagen und bietet Beratung an. In direkter Nähe zum Hexenturm bietet Annette Isheim (Foto) und ihr Team „Offene Sprechstunden“ an. Wer Stress erlebt, ein Problem hat oder eine Krise durchlebt – und mal mit jemanden reden möchte, ist hier willkommen. Die Beraterinnen hören gerne zu und wollen weiterhelfen. Die Beratung ist kostenlos und natürlich völlig vertraulich. Auch wer einfach nur neugierig ist, darf gerne mal vorbei schauen.

Das Team der Evangelischen Beratungsstelle freut sich über jeden Besuch. Jeden dritten Montag im Monat steht eine Mitarbeiterin von 13.30 Uhr bis 15 Uhr am Bauwagen und ist offen für Gespräche und Begegnungen.  Die Termine lauten: 16. Juni, 21. Juli, 18. August und 15. September 2025.

Das Bauwagen-Projekt der AWO Lahn-Dill ist ein Angebot an alle Herborner Vereine, Verbände, Gruppen und Organisationen, sich im Herzen der Stadt einem interessierten Publikum vorzustellen. Infos zum Bauwagen-Projekt gibt Anna Schaub, Telefon 0 27 72 / 95 96 14. 

Weitere Informationen zur Evangelischen Beratungsstelle Herborn gibt es unter Telefon 0 27 72 / 58 34 – 300.

Text und Fotos: BECKER-VON WOLFF

Serenade im Schlosshof

Die Herborner Kantorei veranstaltet am Sonntag (29. Juni um 18 Uhr) wieder eine Sommerserenade im Hof des Herborner Schlosses. Unter dem Titel „British Feelings“ gibt es Chor- und Instrumentalmusik aus England, Irland, Schottland und Wales.

Herborner Schloss. Foto: Gerdau

Mehrstimmige Vokalstücke weltlichen Inhalts, auch als Madrigals bezeichnet, spielten in der Renaissance und im Frühbarock eine wichtige Rolle. Das Repertoire umfasst sogar Stücke von den Beatles. Begleitet werden die Sängerinnen und Sänger der Kantorei von Klavier, einem Bläserensemble der Musikschule Wetzlar sowie dem Dudelsackspieler Björn Frauendienst. Die Leitung der Veranstaltung liegt in den Händen von Kantor Johann Lieberknecht.

Der Eintritt ist frei und für die leibliche Erfrischung wird gesorgt.

Glockenspiel und Kleinstadtidyll.

Die emeritierte Professorin sitzt neben der verenteten MTA im Frisiersalon von Sandy. Was beide vereint ist das Studium des Boulevard-Blattes  „Gala“.

Gala lesen gehört einfach dazu

Sandy und ihre Kollegin sind ausgebildete Meisterinnen ihres Fachs. Sandy würzt die Verwandlung ihrer Kundinnen mit lustigen Bonmots und leckeren Getränken.

Gefragt und geschätzt. Der Salon von Sandy in Tönning

Ach ja, ein wenig Geld braucht man sicher auch  noch. Kein Problem. Die Sparkasse ist gleich um die Ecke und ich nutze die Wartezeit, um meine Kasse aufzufüllen.

Auch eine Sparkasse befindet sich in der kleinen Stadt

Wie praktisch, dass direkt gegenüber eine picksaubere Toilette steht. 50 Cent für den Einlass sind sicher nicht zuviel. In der kleinen 5 000 Einwohner zählenden Stadt, liegt alles dicht beisammen.

Vorbildliche Toiletten für die „Notfälle“

Bäcker, eine traumhafte italienische Eisdiele und das Tourismusbüro gruppieren sich um den historischen Marktplatz. Der entstand einst als der Tönninger Hafen gebaut wurde und die Bauherren nicht wussten, wo sie den Aushub deponieren sollten.

Brunnen und Kirche einträchtig nebeneinander

Die alles überragende Kirche schaut sich den Montagsmarkt schon seit vielen Jahren an, aber langweilig ist es ihr offensichtlich noch nicht geworden.

Roland Ehlers mit seinem Geschäft, namens ,“Boye Hamkens“, hat viele schöne Sachen, die das Herz begehrt.

In der Saison ist bei ihm Hochzeit, aber Kunden hat er auch das ganze Jahr. Der Alteingesessene ist im Kirchenvorstand und in der Kommunalpolitik gilt seine Stimme auch.

Der Tönninger Marktplatz

Der „Runde Tisch“ der sich um die Tönninger Historie verdient macht und gemacht hat, schenkte der Stadt ein Glockenspiel an dem Haus neben der Apotheke. Man kann getrost von einer Attraktion sprechen.

Das Glockenspiel ist sinnigerweise am Giebel des Hörgeräteakustiker angebracht.

Im Stadtpark nur wenige Schritte weiter stand das Tönninger Schloss. Davon sind heute nur noch ein paar Fragmente übrig. Wer sehen will, wie es einmal aussah, kann sich an dem Edelstahl-Nachbau auf dem Kreisel am Ortsausgang in Richtung Garding eine Vorstellung machen.

sig/Fotos: Gerdau

Rund um das Mündungsgebiet der Eider.

Die Wetterbedingungen könnten nicht besser sein. Also aufs Rad und los.

Im Hintergrund die Tönninger Kirche

Es geht über die Eiderbrücke, aber zu Fuß. Der Wind aus westlicher Richtung ist einfach zu heftig. Aus der Hubbrückenwarte schaun mich vier Augen erstaunt an. Hier steigen wohl nur Weicheier ab.

Eider-Hubbrücke. Blick auf Tönning

Ich biege nach rechts ab in Richtung Wesselburerkoog. Der Wind kommt jetzt brutal von vorne. Der E-Antrieb  muss unterstützen. Schäfchen grasen zur Linken. Dann kann ja nichts mehr schiefgehen.

Hunderte WKA verschandeln das Landschaftsbild auf der Dithmarschen Seite der Eider.

Auf den weiten Feldern wachsen Kohl und Kartoffeln was das Zeug hält. Auf der Straße nach St. Peter Ording ist die Hölle los. Wie gut, dass parallel ein Radweg verläuft. Noch 5 Kilometer bis zum Eidersperrwerk.

Kohlfelder so weit das Auge reicht.

Ich biege vorher ab und schaue mir den Camping Wesselburerkoog an und steige auf den Deich. Inmitten von großen und kleinen Schafen lasse ich mir den Wind um die Nase wehen und genieße den freien Blick über die Nordsee.

Salzwiesenschafe pflegen die Deiche

Am Eidersperrwerk gibt es einen überschaubaren Stau. Die Schleusenbrücke ist oben, weil ein Segelschiffchen in die Eider wollte.

Straßenverkehr muss warten

Das Sperrwerk, eine Konstruktion die bei Sturmflut die Wassermassen zurückhalten soll, ist ein Wunderwerk der Technik. Zurzeit wird eines der Tore aufwändig instandgesetzt.

Eidersperrwerk mit Kontrollturm im Hintergrund

An der Imbisstube neben dem Sperrwerk muss ich mich erst einmal mit einem leckeren Fiscbrötchenund einem Flens stärken.

Rastplatz mit leckeren Fischbrötchen-Imbiss

Die Möven ficht das alles  nicht an. Sie verteidigen ihre Brutplätze mit lautem Geschrei und manch ein allzu Neugieriger bekommt auch schon mal eine Ladung ab.

Ein Krabbenkutter kreuzt in der Eidermündung

Der Radweg in Richtung Welt und Garding ist über ein Kilometer nicht befahrbar. Die Deicherhöhungsarbeiten sind in vollem Gange. Für mich kein Problem, da ich in Richtung Kattinger Watt fahren will und dann weiter zurück nach Tönning.

Schwahnengesang

Die Radwege auf der gesamten Strecke sind in einem sehr guten Zustand und da alles bretteben ist, auch gut zu befahren. Einzig der Wind, der erfahrungsgemäß hier immer von vorne kommt, wird mit einem E-Antrieb locker ausgetrickst.

Auf einem kleinen See ruht sich ein Schwahn aus und ein Fischreiher schaut dem Faulpelz verständnislos zu. Von den zahlreichen Seeadlern habe ich leider noch keinen gesehen. Schade. Ich kenne die stolzen Vögel nur von Fotos.

So langsam spüre ich die zurückgelegten Kilometer in den Waden und das trotz Akku-Unterstützung. Petra hat wunderschöne Erdbeeren direkt vom Bauern gekauft und die schmecken auf Waffeln mit Sahne verdammt lecker. Außerdem habe ich mir die redlich verdient.

Der Himmel hielt Wort und seine Schleusen geschlossen. Na geht doch, oder. sig/Fotos: Gerdau

 

Infoveranstaltung AKK

                                                                                 

Einladung an

Eltern, Großeltern,Begleiter von Kindern wie Erzieherinnen und alle Interessenten Bürgerinnen und Bürger.

 AAK = Aktiv – Aktuell – Kritisch

Im Gespräch mit anderen Menschen, Betroffenen und Experten geht es um  Krankheiten der Haut, der Atemwege, wie Asthma, Ekzem (Neurodermitis) häufige Bronchitis, die oft auf UNVERTRÄGLICHKEITEN und ALLERGIEN zurückzuführen sind.

Klimawandel, Umwelteinflüsse, wie Mikroplastik im Zusammenhang mit Konsumgütern werden im Zusammenhang diskutiert.

Fakten, die immer häufiger Kinder belastet und der gesamten Familie Lebensqualität nimmt – denn ist ein Kind krank, chronisch krank, ist die gesamte Familie in Mitleidenschaft gezogen und kann sich in Schule, Freizeit, bis hin zur Berufstätigkeit der Eltern auswirken.

 

Mit dem Thema „Plastik – Risiko für Mensch und Umwelt“ wird die AAK eine umfangreiche Informationsreihe am Montag, 02.06.2025 ab 11:00 Uhr in 35745 Herborn, in der Aula der Hohen Schule, Schulhofstraße 3 – 5 eröffnen.
Hintergründe zu dem Thema und was jeder beitragen kann, darüber wird bei dem “Allergie Fachgespräch“ 11:00 Uhr – 14:00 Uhr informiert.

Gruppen, Verbände, Entwickler und Künstler, die sich für einen sozialverträglichen Umgang für Umwelt, Gesundheit einsetzen, begleiten den Tag. So zum Beispiel UETB,  BUND und die Verbraucherzentrale Frankfurt.  Auch für Kinder werden am Nachmittag Aktivitäten stattfinden.

 

Professor Dr. Schweisfurth wird als Ehrenamtlicher Ethischer Berater (Ethics Advisor) für das Forschungsprojekt „Plastics Fate and Effects in the human body“, Horizon 2020 der Europäischen Union, Nr. 965367 wird zu dieser Thematik erstmals öffentlich als langjähriges wissenschaftliches Beiratsmitglied der AAK Stellung beziehen.

 

Weitere Infos: https://www.aak.de

Die Veranstaltung ist für Jedermann kostenfrei.

Kontakt 02772 92871 oder per E-Mail mitmachnetz@aak.de  

 

 

 

 

 

 

Getrennt marschieren, vereint schlagen

Bürgermeisterwahlen sind Direktwahlen und dabei dürfen die Bürger ihre Stimme direkt für einen Kandidaten abgeben.

Wenn da aber plötzlich acht an der Zahl stehen, sind viele überfordert. Ein Großteil resigniert oder es ist Vielen schlichtweg wurscht,  wer in den kommenden sechs Jahren die Geschicke der Kommune  dirigiert.

48,3 Prozent der Wahlbetechtigten gingen zu den Wahlurnen, der Rest blieb einfach zu Hause. Möglicherweise waren die Wahlverweigerer von den öffentlichen Auftritten irritiert, bei denen sich die Kandidaten oft in den „Armen lagen“.

Dass die Wahlwerbung ebenfall teils als undifferenziert empfunden wurde, liegt in der Natur der Sache.

Einen Kandidaten wollten die tonangebenden Parteien einst gemeinsam aufstellen. Davon nahm man schließlich Abstand und es wurde beschlossen „getrennt zu marschieren“. Fast jede Partei stellte ihren Kandidaten auf.

Viele Bürger hatten den Eindruck, dass diese Bürgermeisterkandidaten ein wenig halbherzig oder angelegentlich agierten. Den parteilosen Bewerbern räumten die Akteure  perse geringe Chancen ein, zumal denen auch jegliche moralische oder vielleicht sogar finanzielle Unterstützung fehlte.

Die Wahlergebnisse sprachen für sich. Mittlerweile wurde die „schwere Artillerie“ in Stellung gebracht. Ein Kreistagsvorsitzender und Bundestagsabgeordneter rührte ebenso die Wahltrommel wie ein Landtagsabgeordeter und sogar der Ministerpräsident sprach sich für den Kandidaten seiner Partei aus. Das machte gewaltigen Eindruck.  Als dann im Stichwahlvorfeld auch noch fast alle abgeschlagenen Kandidaten sich per Plakatwerbung für einen aus ihren Reihen ausprachen, war die Richtung klar vorgezeichnet. „Vereint schlagen“, so das unausgesprochene Motto.

Das Wahlvolk wars zufrieden und Gustave Le Bon hätte am Verlauf der ganzen Aktion seine Freude gehabt. sig