„Vielleicht ist die Redaktion der Bildzeitung meine letzte vertraute politische Heimat“, glaubt Leser Gregor Strabel und fügt hinzu:

Zwei Kommentare aus der Redaktion der Bildzeitung machen deutlich, warum ich mit dem Wahlkampf meiner Partei so unzufrieden bin. Der Chefredakteur Robert Schneider schreibt am 11. Januar unter dem Titel ‚Wie gut schlafen Scholz und Merz noch?“:

Seit Wochen verspricht Olaf Scholz seiner Partei eine Aufholjagd, an deren Ende die SPD stärkste Partei bleibt.

Die Aufholjagd hat längst begonnen, aber anders als erwartet: Die AfD rückt immer näher an die Union heran. Acht Prozentpunkte beträgt der Vorsprung von CDU und CSU vor den Rechtspopulisten, vor einer Woche waren es noch elf Prozent. Und der Vorsprung von Blau vor Rot wuchs in wenigen Tagen um zwei Prozent.

42 Tage vor der Wahl ist es wahrscheinlicher, dass die AfD die Union überholt, als dass dies der SPD gelingt. Eigentlich dürften Friedrich Merz und Olaf Scholz keine Nacht mehr ruhig schlafen. Denn es spricht wenig dafür, dass der blaue Wahltrend in den nächsten Tagen und Wochen abbrechen wird.

Ganz offenkundig fehlt einem erheblichen Teil der Wähler der Glaube, dass Union und SPD überzeugende Antworten auf ihre größten Sorgen haben – Migration, Kriminalität und Bezahlbarkeit des eigenen Lebens.

Der große Reformator und ebenso große Redner Martin Luther rief einst der Kirche und ihren Priestern zu: „Ihr müsst dem Volk aufs Maul schauen.“ Das scheint mir auch ein guter Rat für Union und SPD. Doch deren Spitzenpersonal redet lieber ihren Mitgliedern und Gremien nach dem Mund und hat den Kontakt zu erheblichen Teilen der Bevölkerung verloren.“

Und am gestrigen Abend ergänzt der Vize-Chef Politik Filipp Piatov unter dem Titel „Die AfD-Brandmauer ist gescheitert, aber sie muss bleiben“ folgende Gedanken:

„Sechs Wochen vor der Bundestagswahl liegt die AfD in Umfragen bei 22 Prozent. Acht Punkte hinter CDU/CSU. Acht Punkte vor der Kanzler-Partei SPD. Das von allen Parteien propagierte Ziel, die AfD zu bekämpfen, ist politisch gescheitert. Und Schuld daran ist auch die Brandmauer. Die Partei durch Ausgrenzung kleinzuhalten, hat nicht funktioniert. Es hat sie nur stärker gemacht.

Die Hauptverantwortung trägt die Union. Sie ließ sich auf die Brandmauer zur Partei AfD ein – und ließ zu lange auch die Finger von den Themen, die (nicht nur) AfD-Wähler umtreiben. Allen voran die Migrationskrise, die so viele Menschen im Land bewegt.

SPD und Grüne wollen AfD nicht schwächen

Die Union ließ sich von der politischen Konkurrenz mit der AfD-Keule dazu treiben, viel zu lange keine Antwort auf die Krise des deutschen Asylsystems zu finden. Es reichte der Vorwurf, vermeintlich zu AfD-nah zu sein, schon distanzierten sich CDU-Politiker geradezu panisch. Und weckten damit bei zu vielen Wählern den Eindruck, sie würden das Mega-Thema Migration am liebsten umschiffen.

Dabei ging es den Parteien links der Mitte nie darum, die AfD zu schwächen. Anders, als sie es bis heute beteuern. Denn die politische Logik lautet, dass eine starke AfD die letzte Hoffnung für Rot-Grün ist, doch noch die Union zu überholen. Je mehr Wähler die AfD von CDU/CSU wegnimmt, desto höher sind Chancen von SPD und Grünen auf das Kanzleramt.

Hätte die SPD ein Interesse daran gehabt, die AfD zu schwächen, dann hätte sie selbst eine Migrationswende herbeigeführt. So wie die dänischen Sozialdemokraten es längst gemacht haben – und ihre Rechtsaußen-Partei von 21 Prozent (2015) auf 2,6 Prozent (2022) schrumpften. Die deutsche SPD nutzt die AfD lieber für Wahlkampf-Attacken auf die Union. Unter Arbeitern hat die AfD die Sozialdemokraten längst überholt.“

Dann erklärt Piatow, warum es nach der aktuellen Radikalisierung der AfD vor den Wahlen ohne Brandmauer nicht mehr geht. Wer der AfD genauer zugehört hat, kennt diese Allmachtsphantasien von kleinen Leuten, wenn sie androhen, was passiert, wenn man erst mal die Macht hat. Einfach widerlich und ein Zeichen, dass   hier nicht mehr ein Politik-, sondern eher ein Systemwechsel angestrebt wird. Entscheidend sind dann aber die letzten Sätze des Kommentars:

„Wer die AfD wirklich bekämpfen will (und es nicht nur im Wahlkampf behauptet), muss um ihre Wähler kämpfen. Darunter viele, die vor Kurzem noch Union und SPD gewählt haben. Doch eine Koalition mit der Partei ist nicht mehr möglich.“

Im Kloster Seeon hat Friedrich Merz offen bekannt, dass in den Jahren nach 2015 entscheidende Fehler bei der Politik der offenen Grenzen von der Union gemacht worden sind. Wenn es uns in den nächsten Wochen nicht gelingt, der AfD die entscheidenden Prozentpunkte abzunehmen, indem man alte Stammwähler um einen Vertrauensvorschuss bittet, dann kommt es zu einer Groko oder einem schwarz-grünen Bündnis ohne Politikwechsel. Spätestens vier Jahre später wird die blaue Partei dann das Thema zu einer brutalen Kampagne nutzen. Man kann eine Demokratie auch zerstören, in dem man sie mit ungeeigneten Mitteln rettet! Hört endlich auf – Euch etwas vorzumachen!

Tour durch die Gastronomie: Zu Gast bei Hedi Ritter in der Traditionswirtsstube „Arme Icke“

Von Michael Scheld

Im Rahmen meiner Tour durch die Gastronomiebetriebe unserer Stadt und deren Stadtteile führte mich mein Weg in die Traditionswirtsstube „Arme Icke“ auf dem Herborner Holzmarkt. Die urige Bierkneipe wird seit über zwei Jahrzehnten von Hedi Ritter mit Herzblut geführt. Was ursprünglich als sechsmonatiges Pachtverhältnis begann, entwickelte sich zu einer 22-jährigen Erfolgsgeschichte – und dass, obwohl die damalige Verpächterin plötzlich erkrankte und verstarb und Hedi Ritter lediglich für die Zeit ihrer krankheitsbedingten Abwesenheit „einspringen“ wollte.

Mit ihrem respektvollen Umgang und einem guten Verhältnis zu den Hausbewohnern hat Frau Ritter die „Arme Icke“ zu einem Ort gemacht, an dem sich Jung und Alt wohlfühlen. Besonders seit Corona haben sich die Strukturen in ihrer Kneipe verändert: Es gibt keine festen Stammtische mehr, aber die Gäste finden sich spontan zusammen und genießen die gemütliche Atmosphäre.

An uriger Gemütlichkeit ist die älteste Herborner Gaststätte nicht zu überbieten. Davon konnte sich auch Michael Scheld (im Gespräch mit Hedi Ritter) überzeugen.

Auf die Frage, was hinter möglichen Preissteigerungen steckt, erklärt Frau Ritter: „Die gestiegenen Kosten sind eine große Herausforderung. Die Brauereien haben ihre Preise erhöht, genauso wie die Bierreiniger. Dazu kommen die gestiegenen Personal- und Energiekosten.“ Besonders bemerkenswert: Trotz dieser Belastungen bleiben die Preise bei ihr weitgehend stabil – eine bewusste Entscheidung, um die Gäste nicht zu überfordern. Unterstützung durch Corona-Hilfen erhielt sie nicht, da sie Rentnerin ist. In dieser schwierigen Zeit kam ihr der Eigentümer sehr entgegen, wofür sie dankbar ist.

Ein weiterer Grund für den Erfolg der „Arme Icke“ liegt in der Vielfalt, die Frau Ritter bietet. Da sie nicht an eine Brauerei gebunden ist, kann sie verschiedene Biersorten anbieten – sogar Wunschbierabende mit Voranmeldung sind möglich. Zudem kann die Gaststätte für geschlossene Gesellschaften und Feierlichkeiten aller Art genutzt werden. Diese zusätzlichen Veranstaltungen tragen entscheidend zum Umsatz bei.

Der Herborner Bürgermeisterkandidat Michael Scheld durfte sich sogar am Zapfhahn versuchen. Aber Hedi kann das doch viel besser.

Mit 77 Jahren strahlt Hedi Ritter eine bemerkenswerte Energie aus. Für sie ist die Arbeit als Gastwirtin nicht nur ein Beruf, sondern eine Herzensangelegenheit. „Ich liebe den Kontakt zu den Menschen. Diese Tätigkeit hält mich fit und gibt mir unglaublich viel zurück,“ sagt sie.

Auf die Frage, was sie sich zukünftig als Gastronomin von der Stadt wünscht und erwartet, antwortet sagte sie mir, dass sie gern genau so weiterarbeiten möchte wie bisher. Ihr kleiner Biergraten vor der Gaststätte in der Fußgängerzone, bestehend aus vier Tischen und einem Schirm sei wichtiger Bestandteil und wesentlich für den Fortbestand ihres Betriebes.

„Es müsse auch mal problemlos möglich sein, noch ein paar Stühle dazu zustellen, wenn das Gästeaufkommen es erfordere, ohne dafür gleich einen Antrag stellen zu müssen“ fügt sie hinzu.

„Mein Wirtshaus steht allen offen, die einmal schnell den Weg zur Toilette suchen, das ist für mich selbstverständlich und eine „Benimmfrage“ und mein kleiner Beitrag für das Miteinander in der Innenstadt sowie deren Bewohner und Besucher.

Natürlich wollte ich von Hedi Ritter auch wissen, ob sie sich schon Gedanken über die Zukunft und ihre Nachfolge gemacht habe. „Die Übergabe an eine Nachfolgerin oder einen Nachfolger will wohl überlegt sein, denn auch dies ist für mich eine absolute Herzensangelegenheit. Angebote gab es schon, die passten aber zum einen nicht zu meinen Vorstellungen für die Zukunft des „Icke“ oder waren teilweise schlicht unmoralisch.“

Die „Arme Icke“ ist mehr als nur eine Kneipe – sie ist ein Ort des Miteinanders, geprägt von Tradition, Herzlichkeit und einer Wirtin, die mit Leib und Seele dabei ist. Solche Betriebe sind ein wichtiger Bestandteil unserer Gemeinschaft.  Liebe Hedi ich wünsche dir weiterhin viel Erfolg und noch lange Freude bei deiner Arbeit! Danke für deinen wertvollen Beitrag für das gesellschaftliche Miteinander! Fotos: Gerdau

Bei Stavros wird wieder getafelt

In der kommenden Woche am Donnerstag (30.Januar) kann ab 18 Uhr bei Stavros im Omega-Grill wieder lecker gegessen werden. Küchenchef Martin Theiß hat es diesmal ganz besonders auf die Geschmacksknospen seiner Gäste abgesehen. Schweinebraten vom Wildschwein mit allem was dazugehört, steht auf dem Speiseplan. Wer bereits am vergangenen Mittwoch den tollen Hackbraten genießen konnte, weiß was auf ihn erwartet.

Martin Theiß

Es empfiehlt sich jedoch dringend einen Platz zu reservieren. Das ist möglich bei Jessica Ghosh, mobil:0170 787 3623: sig/Foto: Gerdau

Besuch aus Indonesien

Seit Jahren pflegen die Evangelischen Dekanate an der Dill und Westerwald Beziehungen zur indonesischen Partnerkirche Gereja Kristen Protestan Simalungun (GKPS). Nun sind mit dem Generalsekretär der GKPS, Pfarrer Dr. Paul Ulrich Munthe und Pfarrer John Christian Saragih, hochrangige Vertreter der Partnerkirche zu Gast. Die beiden Vertreter der GKPS werden in den kommenden Tagen im Evangelischen Dekanat an der Dill unter anderem das Theologische Seminar der EKHN in Herborn, die Stadt Haiger und natürlich auch die Evangelische Stadtkirche Haiger besuchen und in Dillenburg den Weltladen und den Kleidertreff kennenlernen.

Im Evangelischen Dekanat an der Dill sind mit dem Generalsekretär der GKPS, Pfarrer Dr. Paul Ulrich Munthe und Pfarrer John Christian Saragih, hochrangige Vertreter der indonesischen Partnerkirche zu Gast. Die beiden Vertreter der GKPS wurden am Dienstag von Dr. Uwe Seibert (links) und der stellvertretenden Dekanin Anja Vollendorf sowie von Präses Dr. Wolfgang Wörner in Herborn begrüßt.

Ein strammes Programm kommt auf die beiden Gäste zu: Sie nehmen auf Einladung der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) unter anderem auch an der Einführung der neuen Kirchenpräsidentin Pfarrerin Christiane Tietz am 26. Januar 2025 in Wiesbaden teil. Im Anschluss werden Pfarrer Dr. Paul Ulrich Munthe und Pfarrer John Christian Saragih an einer Konsultationstagung der EKHN mit ihren Partnerkirchen in Arnoldshain teilnehmen. Bereits am Dienstag haben die beiden Vertreter der GKPS das Evangelische Dekanat an der Dill besucht. Präses Dr. Wolfgang Wörner und die stellvertretende Dekanin Anja Vollendorf begrüßten die Gäste aus Indonesien im Beisein der Mitarbeitenden des Dekanatsbüros. 

Langjährige Partnerschaft mit Indonesien

Deutlich wird, dass der Austausch mit Indonesien an Bedeutung gewinnt: Seit über einen Jahr gibt es einen gemeinsamen Partnerschaftsausschuss für die beiden Evangelischen Dekanate an der Dill und Westerwald. Die Synoden beider Dekanate haben eine gemeinsame Geschäftsordnung beider Dekanate beschlossen. Seit vielen Jahren bestehen freundschaftliche Beziehungen zur indonesischen Partnerkirche Gereja Kristen Protestan Simalungun (GKPS). Zuletzt war beim 120. Jubiläum der GKPS im vorletzten Jahr auch eine Besuchergruppe aus den Dekanaten an der Dill und Westerwald zugegen.


Vertiefende Ideen für die Partnerschaft

Mit diesem Besuch soll die bereits bestehende Partnerschaft nachhaltig gepflegt und intensiviert werden. So bestehen konkrete Ideen, wie sich die vertiefte Kooperation entwickeln kann. Eine Idee ist, dass eine Pfarrperson der GKPS im Dekanat an der Dill oder im Dekanat Westerwald als Gemeindepfarrer*in tätig werden könnte. Eine andere zarte Bande haben die Vertreter des Evangelischen Gymnasiums Bad Marienberg mit einer Schule in Pematang Raya geknüpft. Das werde hoffnungsvoll als guter Beginn für eine engere Zusammenarbeit gesehen. Text und Foto: Holger J. Becker-von Wolff


Im Gespräch mit Frisörmeisterin Kristina Kiselev

Michael Scheld

Als Bürgermeisterkandidat ist es mir wichtig, die Vielfalt und die Stärken unserer regionalen Dienstleistungsunternehmen kennenzulernen. Im Rahmen meiner Besuche durfte ich Kristina Kiselev in ihrem Salon „Hairborn“ in der Herborner Mühlgasse (gegenüber Schuhmarkt) treffen. Seit 2020 führt sie ihren geschmackvoll eingerichteten Salon sehr erfolgreich und wird dabei von ihrer Mitarbeiterin Jasmin Flug unterstützt. Ihre Kundschaft besteht überwiegend aus Damen, die besonders die trendige Balayage-Färbetechnik oder hochwertige Extensions schätzen. Auch immer mehr Herren wissen die Qualität ihrer Arbeit zu schätzen und gehören inzwischen ebenfalls zu ihren Stammkunden.

Michael Scheld konnte im Gespräch mit Kristina Kiseley wertvolle Erkenntnisse gewinnen.

Kristina Kiselev schwärmte von der Offenheit, Freundlichkeit und Unkompliziertheit ihrer Herborner Kundinnen und Kunden. Besonders begeistert ist sie von der Lage ihres Geschäfts mit den zahlreichen guten Parkmöglichkeiten. Ihre Kundschaft kommt nicht nur aus Herborn, sondern teilweise sogar aus Gießen und Siegen – ein beeindruckendes Zeichen für die Qualität ihrer Arbeit.

Für die Frisörmeisterin steht der Wohlfühlfaktor ihrer Kundinnen und Kunden an erster Stelle. Sie möchte ihnen einen Moment der Entspannung und des Abschaltens vom Alltag bieten. Dafür sorgt sie mit besonderen Raumdüften, wohltuenden Kopfmassagen, warmen Kompressen und Getränken. Diese liebevollen Details machen ihren Salon zu einem Ort, an dem sich Menschen gerne aufhalten.

Zukünftig wünscht sich die sympathische Unternehmerin eine engere Zusammenarbeit mit dem Einzelhandel und der Gastronomie, um gemeinsam Events zu veranstalten und die Herborner Innenstadt weiter zu beleben. Von einem zukünftigen Stadtoberhaupt erhofft sie sich Offenheit, Menschennähe und eine klare Vision für die Stadtentwicklung.

Unser offenes und sehr aufschlussreiches Gespräch war für mich ein wertvoller Austausch. Es hat mir gezeigt, wie wichtig es ist, die Anliegen und Ideen unserer Gewerbetreibenden ernst zu nehmen und das bei vielen von ihnen der Wille besteht für die Zukunft unserer Stadt zusammenzuarbeiten.

Ich wünsche ihr für die Zukunft weiterhin viel Erfolg und freue mich darauf, gemeinsam an einer lebendigen und starken Innenstadt zu arbeiten. Foto: Gerdau

Erste Dekrete nach Donald J.Trumps Amtsantritt

Nicht allzu lange mussten Amerika und die Welt auf die (angekündigten) ersten Dekrete Trumps warten.

So will er die Migration durch Maßnahmen an Amerikas Südgrenze (Mexico) eindämmen. Dazu zählen: Soldaten zu entsenden, die diesem Notstand zu begegnen und das Heimatschutzministerium unterstützen. Das erklärte Ziel: Kein illegaler Migrant soll mehr über die Südgrenze in die USA gelangen.

Auch den von ihm in seiner letzten Amtszeit begonnen Ausbau von Grenzbefestigungen an der Grenze Mexiko werde weitergeführt. Er wies das Heimatschutzministerium an, alle geeigneten Maßnahmen zu ergreifen, um Migranten ohne Bleiberecht abzuschieben. Nichtregistrierte Migranten sollen identifiziert werden.

Die automatische Staatsbürgerschaft für in den USA geborene Kinder von Migranten ohne Aufenthaltsstatus wird abgeschafft. Trump will dieses Recht auf Staatsangehörigkeit durch Geburt in den USA auch für Kinder von Eltern beenden, die sich zwar legal, aber nur temporär, in den USA aufhalten. Die Frage der Rechtmäßigkeit dieser Maßnahme ist noch offen.

Kartelle, die Drogenhandel, Menschenschmuggel und Waffengeschäfte betreiben, sollen als ausländische Terrororganisationen eingestuft werden.

Trump will die Inflation durch Ausweitung der Öl- und Gasproduktion senken, um Kosten für Verbraucher und Industrie zu minimieren.

Er kündigte weiter an, dass er überprüfen lasse, ob sich China an das 2020 geschlossene Handelsabkommen hält. Auch das Freihandelsabkommen mit Mexiko und Kanada will er auf den Prüfstein stellen. Zu all den Maßnahmen lässt Trump die Handelspraktiken von Partnern überprüfen, um möglicherweise Zölle oder andere Maßnahmen zu verhängen. Kanada und Mexiko werden unter Umständen Zölle in Höhe von 25 Prozent auf Produkte vielleicht schon ab dem 1. Februar abgeknöpft.

Auch den Panama-Kanal hat der neue Präsident im Fokus. Hier sind ihm die hohen Gebühren für die Passage amerikanische Schiffe im Panamakanal ein Dorn im Auge. „Wir holen ihn zurück“, sagte Trump in seiner Einführungsrede. Ob dies auch mit militärischen Mitteln erfolgen soll, bleibt abzuwarten.

Er will einen nationalen Energienotstand erklären und damit die Nutzung natürlicher Ressourcen wie Öl, Gas, aber auch Uran, Kohle und kritische Rohstoffe vereinfachen.

Gleichzeitig ordnet er an, die Förderung und Produktion natürlicher Vorkommen wie Öl und Gas in Alaska maximal voran zu treiben.

Dem Pariser Klimaschutzabkommen zur Begrenzung der Erderwärmung erteilt er eine deutliche Absage und widerruft diesbezüglich alle finanziellen Verpflichtungen.

Der 78-Jährige hat angeordnet, dass die Politik der Vereinigten Staaten nur zwei Geschlechter, nämlich männlich und weiblich anerkennt. So sollen in offiziellen Dokumenten wie Pässe und Visa künftig ausschließlich das „korrekte biologische Geschlecht“ festgeschrieben werden. Der Ausstieg aus der Weltgesundheitsorganisation (WHO) wird von Trump zum zweiten Mal bekanntgegeben und der Golf von Mexiko soll in „Golf von Amerika“ umbenannt werden.

Außenpolitisch werde es eine 90-tägige Pause für die Ausgabe von Entwicklungshilfe geben, um diese neu zu bewerten. Das Außenministerium könne jedoch bestimmte Programme davon ausnehmen.

Quelle: © Deutsche Presse-Agentur (dpa)

Trumps Kabinett

Pete Hegseth soll Verteidigungsminister werden. Robert F. Kennedy Jr. soll Gesundheitsminister werden. Marco Rubio ist Trumps Außenminister. Pam Bondi soll das US-Justizministerium leiten. Scott Bessent ist als Finanzminister vorgesehen. Kristi Noem soll Heimatschutzministerin werden.

Mike Waltz soll Nationaler Sicherheitsberater im Weißen Haus werden. Elise Stefanik soll Botschafterin der USA bei den Vereinten Nationen werden. Susie Wiles soll Trumps Stabchefin im Weißen Haus werden. John Ratcliffe soll CIA-Direktor werden.

Elon Musk soll Berater für Ausgaben-Kürzungen werden. Stephen Miller soll stellvertretender Stabschef werden. Linda McMahon ist als Bildungsministerin vorgesehen. Howard Lutnick soll Handelsminister werden. Brooke Rollins ist als Landwirtschaftsministerin vorgesehen. Tulsi Gabbard soll Geheimdienstkoordinatorin werden. Pete Hegseth soll Verteidigungsminister werden. Doug Burgum soll den Nationalen Energierats übernehmen. (dpa)

Viele davon, etwa Minister, müssen noch vom Senat bestätigt werden. Trump geht mit einem geschäftsführenden Kabinett an den Start.

Der Überblick

Fox-News-Moderator Pete Hegseth hat bis auf eine erfolglose Bewerbung für einen Sitz im US-Senat keine politische Erfahrung, dürfte aber mit dem Pentagon eines der wichtigsten Ministerien leiten. Ein unkonventioneller Kandidat sei Hegseth, sagte ein hochrangiger Republikaner, ganz wie sein zukünftiger Chef also. „Alle sind einfach schockiert“, zitierte der Sender CNN einen Ministeriumsvertreter. Trump lobte die militärische Erfahrung des Ex-Soldaten, unter anderem im Irak und Afghanistan. Der 44-Jährige präsentiert sich als Erneuerer: Es sei Zeit für jemanden mit „Staub auf seinen Stiefeln“, der das „Kämpfer-Ethos“ zurück ins Pentagon bringe. Er werde eine „America First“-Politik verfolgen und Frieden durch Stärke erreichen.

Die ehemalige Generalstaatsanwältin von Florida, Pam Bondi, ist als Justizministerin vorgesehen. Trump wollte ursprünglich den umstrittenen Kongressabgeordneten Matt Gaetz für den Posten, der verzichtete jedoch letztlich auf das Amt, nachdem es nicht nur Zweifel an dessen juristischer Expertise gegeben hatte. Seine Nominierung wurde vor allem von Vorwürfen torpediert, er habe Sex mit einer Minderjährigen gehabt und Drogen konsumiert. Bondi ist eine erfahrene Staatsanwältin. Die 59-Jährige ist schon länger als Trumps Unterstützerin aktiv und stand dem damaligen Präsidenten etwa im ersten Amtsenthebungsverfahren 2019 zur Seite. Trumps Rhetorik hat sie sich zu eigen gemacht: Sie werde Amerika wieder sicher machen und das Justizministerium nicht länger als Waffe instrumentalisieren.

Der 62-jährige Investor Scott Bessent ist Gründer des Hedgefonds Key Square Group. Er war zuvor Chief Investment Officer von George Soros‘ Soros Fund Management und gilt als Experte für globale Makroinvestitionen. In der neuen Rolle wird er unter anderem einen Weg finden müssen, Trumps Wahlkampf-Versprechen wie Steuersenkungen und neue Importzölle umzusetzen. Einige Wirtschaftsexperten hatten kritisiert, die Pläne würden zu höheren Preisen für US-Verbraucher führen und den Staatshaushalt belasten. Bessent hatte die Vorschläge in den vergangenen Monaten verteidigt.

Als Gesundheitsminister will Trump den früheren parteilosen Präsidentschaftsbewerber und erklärten Impfgegner Robert F. Kennedy Jr. Er werde „die Epidemie chronischer Krankheiten“ beenden und Amerika wieder gesund machen, teilte Trump mit. Kennedy war bei der Präsidentschaftswahl als unabhängiger Bewerber angetreten, zog seine aussichtslose Kandidatur dann aber zurück und wechselte ins Trump-Lager. Der 71-Jährige stammt aus der prominenten Kennedy-Familie. Er war jahrzehntelang Demokrat, entfernte sich aber zunehmend von der Partei. Kritisiert wird er wegen der Verbreitung von Verschwörungstheorien und Kontakten zu rechtsextremen Politikern.

Trump lobt den republikanischen Senator Marco Rubio aus Florida als einen „starken Fürsprecher“ für die USA, einen „wahren Freund der Verbündeten“ und „einen furchtlosen Krieger, der vor Gegnern niemals zurückschrecken wird“. Der 53-Jährige ist seit 2011 im US-Senat und hat schon in jungen Jahren Karriere in der Politik gemacht. 2016 versuchte der ehrgeizige Jurist erfolglos, Präsidentschaftskandidat zu werden. Der Republikaner scheiterte im Vorwahlkampf gegen Trump, der ihn damals mit Schmähungen bedachte. In den vergangenen Jahren tat sich der Sohn kubanischer Einwanderer als Trump-Getreuer hervor. Ein Ende des Ukraine-Krieges sollte seiner Ansicht nach offizielle US-Politik sein. Dafür müssten sowohl Russland als auch das angegriffene Land Zugeständnisse machen. Als Außenminister bekam er die Unterstützung aller Senatoren.

Die Gouverneurin von South Dakota, Kristi Noem, ist eine überzeugte Unterstützerin Trumps. Im Heimatschutzministerium hätte die 53-Jährige eine maßgebliche Rolle bei dem von Trump geplanten „größten Abschiebeprogramm in der amerikanischen Geschichte“. Das Ressort ist für die Einwanderungs- und Grenzschutzbehörden zuständig – und Trump hat Massenabschiebungen als eine Priorität seiner Amtszeit ausgerufen. Noem bezeichnete die Situation an der Südgrenze zu Mexiko zuletzt als „Kriegsgebiet“. Die Republikanerin war zeitweise als seine Vizekandidatin im Gespräch, doch ihre Memoiren handelten ihr negative Schlagzeilen ein: Darin beschrieb sie, wie sie ihre junge Hündin Cricket erschoss, weil diese sich nicht zum Jagdhund eignete. Später erklärte sie, dies zeige ihre Bereitschaft zu harten Entscheidungen.

Linda McMahon ist Mitgründerin des Medien-Imperiums World Wrestling Entertainment (WWE). In Trumps erster Amtszeit leitete sie die US-Bundesbehörde zur Förderung kleiner und mittlerer Unternehmen; davor hatte sie erfolglos versucht, in den US-Senat gewählt zu werden. Die 76-Jährige war nun in dem Team, das Trumps Amtsübernahme vorbereitete. Sie hat eine langjährige persönliche Verbindung zum Präsidenten, der als großer Fan von Wrestling und Kampfsport gilt. Ihr fehlen allerdings nennenswerte Qualifikationen für das Ressort, das Trump ihr übergeben möchte. Im Wahlkampf hatte der Republikaner zeitweise gesagt, er wolle das Bildungsministerium abschaffen.

Howard Lutnick ist Chef der New Yorker Finanzfirma Cantor Fitzgerald und war auch im Team für die Amtsübernahme. Als Handelsminister müsste er an der Seite des Finanzministers Zoll-Pläne umsetzen, mit denen Trump Unternehmen zur Produktion in den USA bewegen will. Der 63-Jährige ist seit den 80er Jahren bei Cantor Fitzgerald. Bei den Terroranschlägen vom 11. September 2001 kamen mehr als zwei Drittel der New Yorker Beschäftigten der Finanzfirma ums Leben, darunter auch Lutnicks Bruder.

Der Abgeordnete Mike Waltz soll Trumps Nationaler Sicherheitsberater werden. Der 50-Jährige aus Florida bezeichnete China wenige Tage vor der Wahl in einem Meinungsbeitrag im Magazin „Economist“ als „größten Rivalen“ der USA. Er sprach sich für eine rasche Beendigung der Kriege in der Ukraine und in Nahost aus, um sich auf China zu fokussieren. Zugleich schrieb Waltz im vergangenen Jahr mit Blick auf die republikanische Mehrheit im Abgeordnetenhaus: „Die Ära der Blankoschecks für die Ukraine vom Kongress ist vorbei.“ Die europäischen Länder müssten mehr tun.

Die Juristin Brooke Rollins (52) hatte bereits während Trumps erster Amtszeit verschiedene Positionen im Weißen Haus inne und leitet das America First Policy Institute, einen einflussreichen konservativen Thinktank. Das Landwirtschaftsministerium zählt zu den größten Bundesbehörden. In das Ressort fällt nicht nur klassische Agrarpolitik. Auch Programme zur Entwicklung ländlicher Räume sowie das wichtige Ernährungsprogramm SNAP, das einkommensschwachen Haushalten Unterstützung bietet, gehören dazu.

Die republikanische Abgeordnete Elise Stefanik (40) trat in den vergangenen Jahren immer wieder als loyale Verbündete Trumps in Erscheinung und stellte sich auch hinter dessen Falschbehauptungen über angeblichen Betrug bei der Präsidentenwahl 2020. Die Abgeordnete aus dem Bundesstaat New York gehört der Führung ihrer Fraktion an. 2014 war sie mit damals 30 Jahren die jüngste Frau, die ins Repräsentantenhaus gewählt wurde. Einst zählte Stefanik zu den eher moderateren Mitgliedern der Partei. Davon kann jetzt keine Rede mehr sein.

Mit Susie Wiles hat sich Trump eine enge Vertraute für die einflussreiche Rolle ausgesucht. Die 67-Jährige war Trumps Wahlkampfmanagerin, trat bislang in der Öffentlichkeit kaum in Erscheinung, gilt aber als mächtige Strippenzieherin. „Politico“ schrieb im Frühjahr ein Porträt über die Mutter und Großmutter mit dem Titel: „Die am meisten gefürchtete und am wenigsten bekannte politische Akteurin in Amerika“. Darin hieß es, Wiles sei die „wichtigste“ Beraterin Trumps. Die politische Strategin gilt als extrem loyal und diskret. Wiles ist die erste Frau auf dem Posten und wird den Regierungsalltag des Präsidenten organisieren.

Den Auslandsgeheimdienst will Trump seinem langjährigen Weggefährten John Ratcliffe anvertrauen. Der ehemalige Kongressabgeordnete aus Texas war bereits in Trumps erster Amtszeit als Geheimdienstkoordinator tätig – dabei konzentrierte er sich besonders auf China und Iran. Die Demokraten warfen dem 59-Jährigen damals unter anderem vor, seine Position für politische Zwecke zu missbrauchen. Es gab auch Zweifel an seiner fachlichen Qualifikation. Trump lobte Ratcliffe nun als „Kämpfer für die Wahrheit“.

Unternehmer Elon Musk soll Trump bei der Kürzung der Regierungsausgaben helfen. Er soll die Führung eines speziell dafür geschaffenen Beratungsgremiums übernehmen. Dieses „Department of Government Efficiency“ soll nicht Teil der Regierung sein, aber mit dem Weißen Haus zusammenarbeiten, „um großangelegte Strukturreformen voranzutreiben“. Die Arbeit soll demnach bis Juli 2026 abgeschlossen sein.

Einer der Architekten von Trumps restriktiver Einwanderungspolitik während dessen erster Amtszeit, Stephen Miller, bekommt eine Schlüsselposition im Weißen Haus. Obwohl der 39-Jährige sehr umstritten ist, wird er stellvertretender Stabschef und Heimatschutz-Berater. Miller war während Trumps erster Regierungsperiode Berater in der Regierungszentrale und prägte hinter den Kulissen dessen harte Gangart gegenüber Migranten mit. Ihm werden auch detaillierte Pläne für die von Trump angekündigten Massenabschiebungen in der neuen Amtszeit zugeschrieben.

Die ehemalige Kongressabgeordnete Tulsi Gabbard soll Geheimdienstkoordinatorin werden. Die 43-Jährige war von 2013 bis 2021 demokratische Abgeordnete im US-Repräsentantenhaus, hat aber die Seiten gewechselt und steht eisern hinter Trump. Zu ihrer Zeit bei den Demokraten standen ihre Positionen oft im Widerspruch mit denen ihrer Partei. So reiste Gabbard 2017 nach Syrien, um Machthaber Baschar al-Assad zu treffen – und wurde für die Reise stark kritisiert. 2020 wollte sie Präsidentschaftskandidatin der Demokraten werden, schied aber chancenlos aus dem Rennen aus. Trump lobte ihren „furchtlosen Geist und ihre glanzvolle Karriere“.

Doug Burgum, der vermögende Gouverneur des Bundesstaates North Dakota, soll auch den Vorsitz eines neu geschaffenen Nationalen Energierats übernehmen, der sämtliche Aspekte der Energieproduktion und -nutzung in den USA koordinieren soll. Der Innenminister ist in den USA nicht für innere Sicherheit zuständig, sondern hauptsächlich für die Verwaltung von Naturschutzgebieten und öffentlichen Ländereien. Burgum hatte zeitweise versucht, Kandidat der Republikaner im Rennen ums Weiße Haus zu werden – gab aber frühzeitig auf und stellte sich hinter Trump. Im Wahlkampf wurde er als ein Anwärter auf den Vize-Posten gehandelt. Der 68-Jährige wurde mit einer Softwarefirma reich. 2016 wurde Burgum zum Gouverneur gewählt. Er setzt sich für mehr Öl- und Gas-Förderung in den USA ein. Quelle: dpa

„America First“

Wie der 78-jährige Donald J. Trump gestern sein Amt als 47.Präsident der Vereinigten Staaten übernommen hat, war beeindruckend und vor allem überdeutlich. Seine „Glorreichen“ wie Musk, Zuckerberg oder Bezos hatte er um sich geschart. Auch Georgia Meloni, Italiens Regierungschefin und Viktor Orban, waren eingeladen. Wo aber waren die anderen Europäer?

Der einst vom amerikanischen Präsidenten Woodrow Wilson 1916 geprägte Wahlspruch „America First“, zog sich hör- aber auch unhörbar durch seine gesamte Antrittsrede. Sehr detailliert sprach er davon, was man von ihm bereits in den nächsten Tagen zu erwarten hat.

Immer wieder standen die Menschen im Capitol auf, um seine markigen Ankündigungen frenetisch zu feiern. Dass daneben auch Kamala Harris oder Joe Biden sich zumindest für die Öffentlichkeit teilnahmsvoll zeigten, spricht für das amerikanische Nationalbewusstsein und den Zusammenhalt einer Nation, die mindestens ebenso viele Probleme wie das kleine Deutschland hat.

Die gesamte „Krönungszeremonie“ mit „Glory, Glory, Hallelujah“, Uniformen und Fanfahren wird bei uns in unangebrachter Überheblichkeit nicht selten belächelt. Sie sollte jedoch zu denken geben. Der Stolz auf das eigene Land und dessen Volk ist nur mittelbar mit dem Präsidenten oder einer Präsidentin verknüpft. Den „Yankees“ geht es vor allem um ihr Präsidentenamt und dem zollen die Menschen in erster Linie Respekt.

„American First“ also „Amerika zuerst“ ist aus Deutscher Sicht sicher eine unmögliche Aussage und würde dem Politiker, der diese in den Mund nähme, garantiert im Hals stecken bleiben. Stolz auf das eigene Land, die Republik, die Menschen oder manches Mal sogar die eigene Flagge, ist in Deutschland mit seinen 16 Bundesländern bereits im Ansatz verdächtig.

Der Richtungswechsel, wie ihn Trump angekündigt hat, würde jedoch auch Deutschland gut zu Gesichte stehen. Die Meinung von den kleinlichen Rangeleien auf der politischen Bühne Deutschlands, hat der 45. und 47. US-Präsident deutlich zum Ausdruck gebracht, indem er dessen Staatsoberhaupt einfach nicht eingeladen hat. Lediglich der Deutsche Botschafter in Amerika Andreas Michaelis durfte bei der Amtseinführung von Donald Trump zumindest dabei sein.

Nicht nur dadurch erkennbar, sondern auch in Wirtschaftsfragen denkt der zum zweiten Mal Gekrönte sicher nicht wie Scholz, Habeck oder Baerbock. Bei aller Häme, die immer wieder selbst von hinterwäldlerischen Pressevertretern über ihn ausgegossen wurde, wird dieser Mann die Richtung auf vielen Bühnen der Welt vorgeben; ob dies dem einen oder anderen passt oder auch nicht. Er und sein „kapitalgewaltiger Vasall“ Musk wird sich garantiert nicht für geifernde Minderheiten in Deutschland interessieren.

Sicher sind unsere neuen Regierungsverantwortlichen gut beraten, wenn sie nicht alles, was über den großen Teich schwappt, von vorneherein ablehnen. Sicher ist Deutschland nicht mit Amerika vergleichbar. Wenn wir schon alles kopieren, was aus dem Bereich des Landes der unbegrenzten Möglichkeiten kommt, können wir vielleicht zusätzlich die eine oder andere Idee von einem Mann übernehmen, dem Viele nicht nur die Kompetenz absprechen.

Deutschland war seit 1945 das erklärte Anhängsel der USA und wird es alleine schon aus überlebensstrategischen Überlegungen bleiben. Ob jedoch der „große Bruder“ immer mitspielt, wird die Zukunft zeigen. Es müsste zumindest den deutschen Politgrößen zu denken geben, dass sie die Feierlichkeiten in Übersee lediglich auf den Bildschirmen beobachten durften.

Ein wenig strategische Bescheidenheit würde daher einigen deutschen Politikern gut stehen. Wenn die Ideologen oder politischen Sekten auch weiterhin den deutschen Kurs bestimmen, kann man nicht ausschließen, dass Überheblichkeit und Selbstüberschätzung uns Deutsche irgendwann auf die Knie fallen lässt. sig

Chanson und Gaumenfreuden in der Hohen Schule

Zu einem Empfang, anlässlich des Deutsch-Französischen Tages lädt der Verein der Freunde von Pertuis am 8. Februar (Samstag) um 16 Uhr in die Aula der Hohen Schule zu Chanson und Amuse Gueules ein.

Das Pariser Künstler-Duo „La Fille de l’Eau“ mit Ophélie Lehmann und Clément Séclin wird mit beeindruckenden musikalischen Beiträgen der Veranstaltung den passenden Rahmen geben.

Der Eintritt ist frei, Spenden sind willkommen! Anmeldung bis 1. Februar per E-Mail an pertuis-verein@web.de.

Verabschiedung und Einführung zugleich

Blecker wird Krankenseelsorger

Der Dillenburger Gemeindepfarrer Pfarrer Ralf Arnd Blecker tritt die neue Seelsorge-Pfarrstelle an. Er wird künftig mit einer halben Stelle als Klinikseelsorger an den Dill-Kliniken Dillenburg und darüber hinaus als Krankenseelsorger im Nachbarschaftsraum Dillenburg im Einsatz sein. Dekan Andree Best wird den neuen Krankenseelsorger für den Nachbarschaftsraum in einem Gottesdienst in der Dillenburger Stadtkirche am Sonntag, 2. Februar 2025 um 14 Uhr einführen.

Offiziell hat Pfarrer Ralf Arnd Blecker (54) zum Jahreswechsel die neue Seelsorge-Pfarrstelle im Nachbarschaftsraum Dillenburg angetreten. Den Stellenwechsel hatte er in einem Brief an die Mitarbeitenden in der Evangelischen Kirchengemeinde vorab bekannt gegeben. Im Gottesdienst wird Dekan Andree Best Pfarrer Ralf Arnd Blecker als Gemeindepfarrer der Kirchengemeinde Dillenburg verabschieden und ihn gleichzeitig als neuen Krankenseelsorger begrüßen.

Knapp vier Jahre war Pfarrer Ralf Arnd Blecker Gemeindepfarrer in Dillenburg. „Die Entscheidung, mich auf diese Seelsorge-Stelle zu bewerben, war keine Entscheidung gegen Dillenburg, Sechshelden oder Donsbach – im Gegenteil: Die Arbeit in den drei Gemeinden ist vielfältig, bunt und im guten Sinne herausfordernd – und ich fühle mich hier ausgesprochen wohl! Es war eine Entscheidung für eine neue Pfarrer-Rolle in unserer Region, in der ich gerne bleiben, aber meinen Dienst anders als bisher tun möchte“, schreibt Blecker weiter. Das Profil der neuen Stelle entspräche seinen Gaben und er habe innerlich einen deutlichen Ruf gespürt, dem er mit seiner Bewerbung gefolgt sei.

Seit Mitte November 2024 weiß er, dass er die neue Stelle antreten wird. „Somit entsteht die schwere und zugleich auch schöne Situation, dass ich als Gemeindepfarrer gehe und als Klinik- und Seelsorgepfarrer komme“, schreibt er in dem Brief. Damit verlässt Ralf Arnd Blecker die Region Dillenburg nicht, auch wenn er nicht mehr Gemeindepfarrer ist. 

Pfarrer Ralf Arnd Blecker

Foto: Privat Text: Holger J. Becker-von Wolff