Ich denke also bin ich

Sonntagmorgen. Es ist später als ich denke. Die Umstellung auf die Sommerzeit muss erst noch meinen Bio-Rhythmus erreichen. Die Welt hält den Atem an. Zeit zum Aufstehen oder auch nicht. Die grauen Zellen mühen sich die nächtlichen Ausflüge in eine unstrukturierte Traumwelt zu verdauen und eine angepasste Ordnung zu schaffen.

„Der Arme Poet“

Der innere Schweinehund mahnt zur Ruhe. Es ist doch Sonntag. Das System hat mich um eine Stunde betrogen. Also liegenbleiben? Auch der Himmel hat sich die Schlafdecke noch einmal bis zur Nase hochgezogen.

Das Hamsterrad steht sowieso noch still und die Nymphe in ihrem Refugium denkt noch nicht mal daran, sich von ihrer Schlafstange zu erheben. „Cogito, ergo sum“ soll der 1596 bei Tours in Frankreich geborene Philosophen René Descartes vermutet haben. „Ich denke also bin ich“. Dahinter steht die Annahme, dass alles was der Mensch wahrnimmt, angezweifelt werden muss.

Da muss was dran sein. Ich nehme die Uhrzeit zwar wahr, zweifle sie aber zu Recht an. Also Decke zurückschlagen, Kopfkissen geklopft und rein in die Federn. Leider macht der Kopf nicht mehr mit. Das Kino unter der Schädeldecke hat Fahrt aufgenommen und wehrt sich gegen jegliche Inaktivität.

Die Entscheidung muss fallen. Zukunft oder Vergangenheit, das ist die Frage. Nein, um Gottes Willen, nicht in die Zukunft, die ist viel zu düster, sagt der Verstand. Her mit der Vergangenheit, die ist bekannt und im Zweifelsfall immer schön. Offensichtlich bin ich, weil ich denke, aber ich hinterfrage nichts, weil es noch zu früh ist.

René wie geht’s jetzt weiter? Soll ich aufstehen oder liegenbleiben. Ich denke also bin ich. Wieder ein Tag weniger, aber meine ganz persönliche Entscheidung ist gefallen. Ich lasse meinen Tag beginnen und freue mich, dass ich noch bin. sig/Foto: Repro: „Der arme Poet“ von Spitzweg.

Die etwas andere Sporteinheit zum Schutz der Umwelt

Als Herborner Bürgermeisterkandidat und Mitglied des Lauftreff Merkenbach war Michael Scheld am vergangenen Freitag mit den Vereinsmitgliedern im Rahmen der Aktion Saubere Umwelt unterwegs – diesmal nicht nur zum Laufen, sondern auch zum Müllsammeln.

Müllsammeln tat Not. Rechts im Bild Michael Scheld

Früh am Morgen machten sich die Lauffreunde gemeinsam und mit Handschuhen und Müllsäcken ausgestattet, auf den Weg. Während sie Kilometer für Kilometer zurücklegten, sammelten sie weggeworfenen Müll ein und sorgten so für eine saubere Umgebung. Neben der sportlichen Betätigung stand dabei vor allem der Gemeinschaftsgedanke im Mittelpunkt: „Gemeinsam aktiv sein, Verantwortung übernehmen und unseren Herborner Stadtteil Merkenbach ein Stück lebenswerter machen.“

Solche Aktionen zeigen, dass Nachhaltigkeit und Umweltschutz mit Bewegung und Teamgeist wunderbar kombiniert werden können – für unsere Umwelt und für ein starkes Miteinander!

Herbornseelbacher Big Band gastiert in der Kirche

Wenn am Sonntag (6. April 2025) die Big Band unter der Leitung von Erwin Gabriel in der evangelischen Kirche des Herborner Stadtteils Seelbach gastiert, setzt sich der Reigen der Kirchenkonzerte mit den beliebten Blasmusikern fort.

Das Konzert beginnt um 17 Uhr und der Einlass ist frei. Wer möchte kann jedoch eine kleine Spende für sozialdiakonische Aufgaben in der Gemeinde geben.

Die Band, die durch ihren Swing-Musik-Stil über die Grenzen Deutschlands hinaus bekannt ist, hat noch vielmehr drauf und davon kann man sich überzeugen.

In einer Zeit, die vom Medien-Konsum auf dem heimischen Sofa geprägt ist, erhält das Live-Konzert eine ganz besondere Bedeutung. Man kann die nahezu professionellen Musikerinnen und Musiker fast hautnah erleben und den unter die Haut gehenden Sound hören und spüren. Erwin Gabriel, ein Band-Leader der alten Schule, wird auch dieses Konzert in alter Frische perfekt dirigieren und dafür Sorge tragen, dass die ehrwürdige Kirche volltönend beschallt wird. Alleine die Tatsache, dass die Band viele junge Menschen ausbildet und in ihren Reihen behält, ist es Wert diese Tatsache durch einen Konzertbesuch zu würdigen. sig/Foto: Gerdau

Die Beratung in der Spur halten

Die neue Leiterin der Beratungsstelle, Annette Isheim, hat sich auf der Frühjahrssynode des Evangelischen Dekanats an der Dill den Synodalen vorgestellt. Als Nachfolgerin von Pfarrer Jörg Moxter wird sie zum 1. April 2025 die Leitung der Evangelischen Beratungsstelle für Kinder, Jugendliche, Familien und Paare übernehmen. Offiziell eingeführt wird Annette Isheim in einem Gottesdienst am Sonntag, 11. Mai (Muttertag) in der Stadtkirche Herborn.  

Annette Isheim wird die Leitung der Evangelischen Beratungsstelle für Kinder, Jugendliche, Eltern und Paare am 1. April 2025 im „Haus der Kirche und Diakonie“ in Herborn übernehmen.

Die 58Jährige Annette Isheim sagte, sie wolle die Spur halten in der Evangelischen Beratungsstelle. Nach verschiedenen beruflichen Stationen sei sie wieder in Mittelhessen angekommen. Annette Isheim ist in Gießen aufgewachsen. „Nach meinem Studium der Sozialpädagogik in Siegen arbeitete ich zunächst mit psychisch kranken Menschen – in einem psychiatrischen Krankenhaus, in der beruflichen Rehabilitation und im Betreuten Wohnen“, sagte Isheim vor der Synode in Frohnhausen.

Berufsbegleitend hat sie eine Familientherapie-Ausbildung absolviert, sich zur Supervisorin und Mediatorin weitergebildet und noch einen Masterabschluss erlangt. „In den vergangenen 15 Jahren war ich bei einem katholischen Träger in Frankfurt am Main im Team einer Krisen- und Lebensberatungsstelle als psychologische Beraterin tätig. Zugleich war ich dort die Koordinatorin der Telefon-Seelsorge, stand gemeinsam mit über 70 Ehrenamtlichen für Anrufende zur Verfügung, und begleitete die ehrenamtlich Mitarbeitenden in der Ausbildung und in ihrem seelsorglichen Engagement“.

So ist Annette Isheim seit 30 Jahren mit der Begleitung, Betreuung und Beratung von Menschen in unterschiedlichen Lebens-, Problem- und Konfliktsituationen vertraut. „Meine beruflichen Stationen führten von Gießen über Berlin nach Frankfurt. Und jetzt bin ich wieder in Mittelhessen angekommen“, sagt Isheim, die mit ihrem Mann in Herborn lebt. „Wir mögen die Stadt und die Umgebung, fühlen uns hier wohl und heimisch. In Gesprächen im Dekanat, im Team und mit meinem Vorgänger Herrn Moxter konnte ich einen ersten Überblick und eine gute Vorstellung über die Beratungsstelle gewinnen und viele Übereinstimmungen mit meiner eigenen Haltung finden“.

Die vergangenen Aktionen, die das Team durchgeführt hat, insbesondere für Kinder und Jugendliche, haben Annette Isheim sehr gefallen. „Auch ich will zusätzlich zu der psychologischen Beratung Menschen motivieren, aktiv zu werden, in Kontakt zu gehen und etwas zu finden, was sie erfüllt. Familien zu stärken, Zusammenhalt zu fördern und Einsamkeit zu mindern ist mir ein Anliegen, ergänzend zu der Beratungstätigkeit“, sagte Isheim.

Ganz wichtig sei ihr das gemeinsame Wirken im Team. „Wir werden uns in nächster Zeit kennenlernen und unsere Zusammenarbeit gestalten. Beratungsstellen in kirchlicher Trägerschaft bieten kompetente und seriöse Unterstützung und einen geschützten Ort, an dem Menschen mit fachlicher Begleitung Lösungen für Probleme entwickeln und Antworten auf Lebensfragen finden können. So freue ich mich nun sehr darauf, die Beratungsstelle für Eltern, Kinder und Jugendliche, Paare und Erwachsene im Evangelischen Dekanat an der Dill leiten zu dürfen und diese wertvolle Aufgabe in einem erfahrenen und qualifizierten Team aufnehmen und meine Beratungsexpertise, meine seelsorgliche Haltung und meine Leitungskompetenz einbringen zu können. Auch freue ich mich sehr darauf, mit den Kolleginnen und Kollegen im Dekanat zusammenzuarbeiten, mich in beruflichen Netzwerken einzubringen und mich mit den Menschen in der Region zu verbinden“.

Präses Dr. Wolfgang Wörner sagte, die Arbeit der Beratungsstelle sei von großer Bedeutung für das Evangelische Dekanat an der Dill. Er warb für Unterstützung und für Spenden an die Stiftung Familie Leben, die die Arbeit der Beratungsstelle unterstütze. „Wir wollen in die Gesellschaft hinein wirken und Menschen, die in Not sind, helfen“, sagte Wörner. 

Text und Foto: Holger J. Becker-von Wolff

Dekanatssynodalvorstand (DSV). Martin Slenczka rückt nach

Nach knapp vier Jahren ist für Jelena Wegner Schluss: Die Pfarrerin aus Siegbach beendet ihre Mitarbeit im Dekanatssynodalvorstand (DSV). Für sie rückt Pfarrer Martin Slenczka aus Herbornseelbach nach. Er ist für die nächsten zwei Jahre in das Gremium gewählt worden. Präses Dr. Wolfgang Wörner informierte die Synodalen darüber, dass Pfarrerin Jelena Wegner ihre Mitgliedschaft im Dekanatssynodalvorstand wie in der DSV-Sitzung am 20.02.2025 angekündigt zur heutigen Synode beenden möchte.

Der Dekanatssynodalvorstand (DSV) mit ihrem neuen Mitglied Pfarrer Martin Slenczka. Zum Gremium zählen die stellvertretende Dekanin Anja Vollendorf, Pfarrerin Sonja Oppermann, Achim Hartmann, Präses Dr. Wolfgang Wörner, Pfarrerin Kathleen Theiß, Dekan Andree Best, Klaus Best, Jenny Berns und Ralf Schaffner.

Im Anschluss musste für Pfarrerin Jelena Wegner ein neues Mitglied aus der Pfarrerschaft in den Dekanatssynodalvorstand gewählt werden. Dem Wahlvorstand gehörten Monika Tropp, Konrad Schullerus und Mario Passauer an. Vorgeschlagen wurden Pfarrer Martin Slenczka und Pfarrer Joachim Fritz. Pfarrer Joachim Fritz lehnte eine Kandidatur ab.

Pfarrer Martin Slenczka, der ehemalige Jugendpfarrer im Evangelischen Dekanat an der Dill und langjährige Gemeindepfarrer in Herbornseelbach, stellte sich kurz der Synode vor. Gewählt wurde in geheimer Abstimmung. Mit 48 Ja-Stimmen und 2 Enthaltungen votierten der DSV für Pfarrer Martin Slenczka.


Text und Foto: BECKER-VON WOLFF

Synode hält an Einschnitten fest

Mitgliederschwund und fehlender Pfarrernachwuchs machen Kürzungen bei den Pfarrstellen notwendig

In den fünf Nachbarschaftsräumen des Evangelischen Dekanats an der Dill wird es in den kommenden Jahren schmerzende Einschnitte bei den Pfarrstellen geben. Einen entsprechenden Sollstellenplan bis 2029 hat die Frühjahrssynode, die am Samstag in Dillenburg-Frohnhausen im evangelischen Gemeindehaus „Haus am Brunnen“ tagte,  verabschiedet. Der Plan sieht künftig auch „kW“-Vermerke („künftig wegfallend“ d.Red.) vor. Künftig sind die Pfarrerinnen und Pfarrer Teil eines Verkündigungsteams in den Nachbarschaftsräumen. „Es ist also kein Gastspiel, wenn der Pfarrer vom Nachbarort zum Gottesdienst kommt, sondern es wird Realität“, erklärte Dekan Andree Best den Paradigmenwechsel. Ein entsprechendes EKD-Gesetz werde sich dahingehend noch ändern: Die Pfarrstellen sollen schon bald nicht mehr ortsgebunden ausgeschrieben werden. Damit reagiert die Evangelische Kirche insgesamt auf den Mitgliederschwund und den Pfarrermangel. Dekan Andree Best rief die Synodalen auf, „werben Sie für den Pfarrberuf“.

Dekan Andree Best stellte am Samstag vor der Synode die Zahlen für die fünf Nachbarschaftsräume vor. In zwei Schritten werden die Pfarrstellen bis 2029 im Evangelischen Dekanat an der Dill gekürzt.
FOTO: BECKER-VON WOLFF

Aber es gäbe dann auch Vereinfachungen, so der Dekan: Für die Arbeit der Verkündigungsteams in den Nachbarschaftsräumen wäre dann nur noch eine Dienstordnung für alle notwendig. Die Stellen im gemeindepädagogischen und kirchenmusikalischen Dienst wurden aufgestockt.

Dekan Andree Best erläuterte, der Sollstellenplan wurde bereits in der Frühjahrssynode 2024 beschlossen. Bei dem heutigen Beschluss gehe es um die nachträgliche Zuordnung der Pfarrstellen innerhalb des Nachbarschaftsraums. Der nun vorgelegte Sollstellenplan wurde vom Dekanatssynodalvorstand (DSV) in seiner Sitzung am 11. März 2025 der Dekanatssynode zum Beschluss empfohlen.

Neu ist: Die Pfarrstellen werden künftig einheitlich durchnummeriert. Es bleibe weiterhin das Ziel, möglichst volle Pfarrstellen zu erhalten. Bei sinkenden Mitgliedszahlen sei es aber leider absehbar, dass alle fünf Nachbarschaftsräume gleichermaßen von Stellenkürzungen betroffen sein werden. 

Dekan Andree Best habe sich bei der Zuordnung der vollen Pfarrstellen grundsätzlich daran orientiert, wo Pfarrhäuser vorhanden sind oder im Falle einer Wiederbesetzung der Stelle bereitgestellt werden können. Denn: Für jede volle Pfarrstelle ist ein Pfarrhaus vorzuhalten.

Wo Stellen längere Zeit vakant sind oder die Zahl der Gemeindeglieder deutlich unter 1600 Gemeindeglieder sinke, können künftig Pfarrstellen mit einen KW-Vermerk versehen werden. Die alte Regel „pro 1600 Gemeindeglieder ein Pfarrer“ gelte in der EKHN aber vorerst weiterhin, sagte Dekan Best. Er habe in den zurückliegenden Wochen und Monaten viele Kirchenvorstände besucht und sie beraten. Er stellte zur Frühjahrssynode 2026 den überarbeiteten Sollstellenplan zur Diskussion.

Stellenstreichung erfolgt in zwei Schritten

Demnach bestehen im Nachbarschaftsraum Dietzhölztal-Eschenburg aktuell 5 Pfarrstellen, ab 31.12.2027 werden es 4 Pfarrstellen und ab 31.12.2029 noch 3,5 Pfarrstellen sein. Im Nachbarschaftsraum Haiger-Struth werden die 7 Pfarrstellen zum 31.12.2027 um 1 Pfarrstelle und zum 31.12.2029 um eine weitere halbe Pfarrstelle auf dann 5,5 Pfarrstellen reduziert. Im Nachbarschaftsraum Dillenburg werden die bestehenden 5 Pfarrstellen am 31.12.2027 um 1 Stelle gekürzt und dann noch einmal zum 31.12.2029 um eine weitere halbe Stelle auf 3,5 Stellen reduziert. Im Nachbarschaftsraum Herborn-Mittenaar-Siegbach werden die 7 Pfarrstellen zum 31.12.2027 um 1 Pfarrstelle und am 31.12.2029 um eine weitere halbe Stelle gekürzt. Es bleiben 5,5 Pfarrstellen. Im Nachbarschaftsraum Herborn-Westerwald-Sinn bestehen 8 Pfarrstellen, zum 31.12.2027 wird hier eine Pfarrstelle gestrichen und eine weitere zum 31.12.2029. Es bleiben 6 Pfarrstellen erhalten. 

Dekan Andree Best bat die Verkündigungsteams in den Nachbarschaftsräumen bis Jahresende die notwendige Dienstordnung zu erstellen, damit eine Erprobung erfolgen kann. Der vorgestellte Sollstellenplan wurde von der Synode bei drei Enthaltungen angenommen.

Text: Holger J. Becker-von Wolff

Die Küken-Retter vom Autohaus

Von Nadja Steinwachs

Vielen lieben Dank an die kompetenten, ideenreichen und vor allem tierlieben Mitarbeiter des Autohaus-Hoppmann in Herborn, im schönen Hessen. Den Mitarbeitern war das Leben eines Vogelküken, dass aus dem Nest gestürzt war nicht einerlei und egal, wie so vielen leider. Sie haben das kleine hilflose Wesen erstmal gesichert und es dann möglich gemacht- mit einer Hebebühne, in knapp 8 Metern Höhe, das kleine Geschöpf wieder zu seinen Eltern und seinem Geschwisterchen zurück zu führen! 😊 Herzlichen Dank für den Aufwand und diesen tollen Einsatz und die Sicht der Notwendigkeit auch dem kleinsten Wesen zu helfen. Somit haben sie eine Familie wieder zusammengeführt und alle sind selig. So ein Tier hat vermutlich nun mal auch nur dieses eine Leben.

„Ich kann die Welt nicht retten- sagt der Engherzige und hilft somit keinem. “

Aber das Leben dieses kleinen Lebewesens wurde Dank Großherzigkeit der Auto-Hoppmann-Mitarbeiter Mark Zeiler, Juri Weißgerber und Phillip Eichel gesichert.

„Die Größe und den Fortschritt einer Nation lässt sich daran erkennen, wie es seine Tiere behandelt.“

Foto: Nadja Steinwachs

Dillenburger Atelier „Farbenquelle“ eröffnet.

Am Samstag feierte das Atelier „Farbenquelle“ eine überaus bunte Eröffnung am
Kirchberg 28 (oberhalb der katholischen Kirche in Dillenburg).


Kinder, Mütter und Väter und andere Neugierige drängten sich in den beiden Räumen. In
dem einen waren große Papierbögen an Holzplatten gepinnt. In der Mitte standen Pinsel und
jede Menge Becher mit vielen verschiedenen Gouache-Farben. Die Kinder schlüpften in
Schürzen und malten begeistert. Bilder mit Häusern, Tieren, Bergen, Himmel und vieles mehr
entstanden. Manche jungen Künstler experimentierten genussvoll mit Farben.


In dem zweiten Raum nahmen die kleinen Gäste an Tischen Platz und probierten das
Material Ton aus.
Maria Fridman behielt in dem Trubel die Ruhe, half hier und dort behutsam beim Umgang
mit dem Pinsel. Sie ist studierte Pädagogin und hat etliche Fortbildungen zum sogenannten
„Begleiteten Malen“ absolviert.

„Wo Worte fehlen, können Bilder helfen“, erklärt Maria Fridman.


Doch steht bei ihr die Freude am kreativen Gestalten im Vordergrund. Das tut nicht
nur Kindern gut, sondern auch Erwachsenen. Nichts wird interpretiert oder gar gewertet.
Maria Fridman bietet verschiedene Kurse zum Malen und Töpfern für Menschen ab zwei
Jahren an.

Kontakt: Maria Fridman, Tel. 0176 220 313 00, www.farbenquelle-atelier.de,
info@farbenquelle-atelier.de.
Text und Fotos: Christine Krauskopf

Johanneum-Gymnasiasten begeistern mit Kunst

Mit einer bemerkenswerten Ausstellung ihrer Werke machten zwei Kunst-Leistungskurse des Johanneum-Gymnasium Herborn auch in diesem Jahr wieder von sich reden. 25 Schülerinnen und Schüler spannten mit zahlreichen Ausstellungsobjekten einen weiten Bogen von den unterschiedlichsten Maltechniken, über die Fotografie bis hin zur formgebenden Gestaltung.

Unter der künstlerischen Betreuung der beiden Gymnasial-Pädagogen Anke Eismann und Michael Häfner verwirklichten sich die jungen Künstlerinnen und Künstler mit teils erstaunlichen Ergebnissen.

Anke Eismann, Michael Häfner und Sarye Uhr. (von links)

Bereits beim Entrée ins Haus der Vereine (Alte Färberei) in der Herborner Mühlgasse sah man sich nicht nur einer schier unübersehbaren Besuchermenge gegenüber, sondern konnte auch die ersten Exponate bewundern.

Im Raum, gleich nebenan, überraschten die Aussteller mit fantastischen Architektur-Modellen und kreativen Modellzeichnungen. Immer wieder begegnete man kleinen Leinwandgemälden, die nicht selten ein hohes künstlerisches Leistungsbild offenbarten.

Die Räume im ersten Stock wurden von Plakatinstallationen dominiert und auch im Obergeschoss sprangen künstlerische Arbeiten aus allen Fugen.  

Die Eröffnung der Vernissage wurde musikalisch von Joachim Rabe am Piano und gesanglich sehr eindrucksvoll von Isabella Pötzl begleitet. Wen beim Gang durch das Haus der Hunger überfiel, erfrischte sich mit Getränken und kleinen Häppchen.

Am kommenden Sonntag (30. März) um 20 Uhr führt die FINE ARTS AG in der kleinen Turnhalle des Gymnasiums das Musical „BEWARE OF SHREK“ auf. Der Eintritt ist frei. Kontakt 02772 9427-0

sig/Fotos: Gerdau

Perfektes Zusammenspiel zwischen Tier und Mensch

Von Michael Scheld (Bürgermeisterkandidat)

Am heutigen Sonntagmorgen hatte ich die Gelegenheit, die ehrenamtlichen Mitglieder der Rettungshundeabteilung Mittelhessen von Veritas Ambulanz bei ihrem wöchentlichen Training in Herborn zu besuchen. Jeden Sonntag zwischen 10 und 14 Uhr treffen sich die engagierten Hundeführinnen und Hundeführer, um ihre Rettungshunde auf den Ernstfall vorzubereiten.

Die Ausbildung eines solchen Hundes ist anspruchsvoll und dauert zwei Jahre. Nach einer abschließenden Vollprüfung und mehreren Einsatzprüfungen, dürfen die Hunde in den Einsatz. Es folgen dann alle drei Jahre Wiederholungsprüfungen.

Bei der Vollprüfung ist ein 30.000 qm großes Flächenstück, auf welchem sich 2-3 versteckte Personen befinden, in 20 Minuten zu durchsuchen.

„Eine enorme Leistung, wie ich finde!“.

Die Einsatzzeit eines Hundes ist von der Wetterlage abhängig. Bei warmen Temperaturen liegt sie bei rund 30 Minuten bis hin zu einer Stunde an kühleren Tagen.

Derzeit umfasst die Abteilung Mittelhessen zehn aktive Mitglieder mit insgesamt 13 Hunden, die als Trümmer- oder Flächensuchhunde ausgebildet sind. Jährlich rücken die Einheiten Süd- Mittel und Nordhessen zu etwa 80 bis 100 Einsätzen aus – meist handelt es sich um die Suche nach vermissten Personen, darunter Menschen mit Demenz, vermisste Kinder oder orientierungslose Personen. Auch in Fällen von Suizidgefahr kommen die Rettungshunde zum Einsatz.

Während meines Besuchs wurde mir eindrucksvoll demonstriert, wie die Hunde in der Flächensuche arbeiten. Hierbei durchstreifen sie große Wald- oder Wiesenflächen und suchen gezielt nach menschlicher Witterung. Sobald sie eine Person gefunden haben, zeigen sie dies durch lautes Bellen an, bis ihr Hundeführer eintrifft. Besonders beeindruckend ist das Zusammenspiel zwischen Hund und Mensch – die Ausbildung basiert auf Vertrauen, Konsequenz und Geduld.

Die Trümmersuche stellt noch einmal ganz besondere Anforderungen an die Hunde. Sie müssen eigenständig Trümmerkegel absuchen, da Menschen aus Sicherheitsgründen solche Gebiete oft nicht betreten dürfen. Hier lernen die Hunde, zwischen alten und frischen Gerüchen zu unterscheiden, um möglichst schnell vermisste Personen aufzuspüren.

Die Rettungshundestaffel von Veritas Ambulanz wurde 2014 als ehrenamtliche Einheit gegründet und ist mittlerweile an mehreren Standorten in Hessen aktiv. Insgesamt stehen dort rund 40 Rettungshundeteams zur Verfügung. Die Einsätze erfordern nicht nur gut ausgebildete Hunde, sondern auch eine umfassende Ausrüstung, darunter Einsatzfahrzeuge für die Transportlogistik sowie technische Ortungsgeräte zur Unterstützung der Suchhunde.

Besonders hervorzuheben ist das große Engagement der ehrenamtlichen Mitglieder. Neben der intensiven Ausbildung der Hunde sind sie rund um die Uhr einsatzbereit, um in Notlagen Menschenleben zu retten. Veritas Ambulanz ist daher immer auf der Suche nach neuen Helfern – sowohl mit als auch ohne Hund. Interessierte können sich jederzeit über die Möglichkeiten der Mitarbeit informieren.

Mein Respekt und meine Anerkennung gelten den Mitgliedern dieser Rettungshundestaffel, die mit viel Herzblut und Ausdauer eine unverzichtbare Aufgabe für unsere Gesellschaft übernehmen. Sie leisten wertvolle Arbeit, die oft über Leben und Tod entscheidet. Ein herzliches Dankeschön an alle Beteiligten für die spannende und lehrreiche Einblicke in ihre Tätigkeit.

Gut, dass es Euch und Eure tollen Hunde gibt!

Wer mehr erfahren möchte kann sich unter: veritas-ambulanz.de informieren.