Ja ich liebe ihn, den alten Fluß, der Deutschland und Frankreich verbindet. Ich mag seine Höhen und Tiefen. Seine Beschaulichkeit, wenn er zwischen Weinbergen und Dörfer ruhig dahinfließt.

Ich liebe das sanfte Klima welches Wein wachsen lässt und die starken Menschen, die die Trauben ernten um daraus den süffigen Moselwein keltern.

Ich liebe die schönen kleinen Restaurants mit ihrem herzhaften Speiseangebot und den Menschen oft fremder Herkunft, die mit großem Fleiß und Freundlichkeit die Gäste umsorgen.

Ich liebe es beim Wandern per Rad oder zu Fuß meinen Blick frei ins Land gleiten zu lassen ohne von hässlichen WKA gestört zu werden. Keine Schmiereien, Grafitti genannt, an den Wänden zu sehen. Unvermüllte Straßen und so gut wie keine finsteren Gestalten bei Nacht.

Es scheint, als wenn die Welt in der Moselregion noch ein wenig in Ordnung sei. Nicht ohne Grund kommen ältere Semester sehr gerne nach Cochem, Traben-Trarbach und Co. Aber auch junge Menschen entdecken vermehrt eine der schönsten Ecken Deutschlands und das sicher nicht nur wegen des guten Rieslings.

Wer seinen Winzer oder Hauswirt gefunden hat, hält ihm eine unverbrüchliche Treue, die nicht selten auch Kinder und Kindeskinder einschließt. Sich ohne Rad an der Mosel aufzuhalten ist fast ein faux pas. Der Moselradweg nimmt es in seiner Schönheit locker mit dem Donauradweg auf.

Wenn der Rhein mit seinen Burgen wirbt, muss sich die Mosel nicht verstecken. Weniger zahlreich und alles ein wenig kleiner, dafür aber selten protziger, grüßen Reichsburg Cochem und andere alten Baulichkeiten von den Höhen.

Traumhafte Dörfchen wie Beilstein, das“Dornröschen“ an der Mosel, dass auch über eine hübsche, betagte Seilfähre zu erreichen ist und ebenso gerne von Ausflugsschiffen angefahren wird, laden zu sich ein. Mittelalterliche Städte wie Bernkastel-Kues, glänzen mit wunderschönen Bauten und ihrem bürgerlichen Reichtum.

Wer mit erhöhtem Fluglärm durch den naheliegenden Militärflughafen Büchel leben kann, muss sich aber darüber im klaren sein, dass Supermärkte nicht an jeder Ecke zu finden sind. Ebenfalls sind die Zeiten von Bäckereien und Fleischerfachgeschäften in jedem Dorf schon lange Geschichte. Wer auf seine morgendlichen Brötchen nicht verzichten kann oder will, muss meist einige Kilometer zurücklegen.

Den Wohnmobilisten, die die Mosel schon seit langen für sich entdeckt haben, ist es schnuppe und den Ferien-und Hotelgästen ebenso. Ob es um einen Arzt oder eine Apotheke , geht, ist schon etwas schwieriger. Den zusätzlichen, täglichen Bedarf an Lebensmitteln, kann man schon in Supermärkten decken, aber man muss immer bereit sein zu fahren
Apropos fahren. Das öffentliche Verkehrsnetz ist einfach Spitze. Im Stundentakt fahren Busse fast überall hin und machen den PKW-Einsatz meist entbehrlich. Das ist Umweltschonend und Nachhaltig, wie es nicht nur die Grünen lieben.

Das Frühjahr in seiner Blütenpracht hat an der Mosel einen ganz besonderen Reiz. Dazu kommen das geringere Aufkommen an Touristen und die gut erholten Restaurant-und Hotelbetreiber die auf Gäste warten. Wer jedoch Wein, Weib und Gesang und ein besonders mildes Klima liebt, kommt im September, in der Zeit von Weinlese und Straßenfesten.

Ich liebe die Mosel und das geht nicht nur mir alleine so. Die Menschen suchen Frieden in einer friedlosen Zeit und wo lässt sich der besser als an der Mosel finden. sig/Fotos: Gerdau