Was man so alles erlebt, wenn man auf Reisen geht. Heute am frühen Abend, auf der Rückfahrt von Zell-Barl, mussten wir in Bullay auf den Anschlussbus nach Ellenz-Poltersdorf warten. Der Busbahnhof war leer, aber ein Afalleimer stand in hellen Flammen und stank wie die Pest. Was macht man in einem solchen Fall? 112 antwortete direkt und die Wehr von Bullay war kurz darauf zur Stelle und löschte was das Zeug hielt. Der stellvertretende Wehrführer holte aus dem inzwischen abgekühlten Corpus Delicti die Reste einer E-Zigarette heraus. Die mittlerweile eingetroffen, sehr netten  Polizeibeamten (Kollegin und Kollege) bestätigten, dass solche Teile nicht auf diese Art entsorgt werden sollten. Jetzt kommen sicher Fragen auf. Gerdaus fahren doch immer mit ihren Wohnmobil und wieso jetzt mit dem Bus. Ganz einfach. Das WoMo steht als Ferienquartier bei unserem Winzer und wir fahren mit Bussen und Schiffen auf oder an der Mosel entlang. Das ist nachhaltig, umweltbewusst und wahnsinnig bequem. Apropos Busse. Mir fiel heute wieder auf, wie sehr  die guten Sitten immer mehr in Vergessenheit geraten.

Die Mülltonne brennt

Die Busfahrer waren immer fast erschrocken wenn wir ihr Gefährt mit einem fröhlichen „Guten Tag“ enterten. Wenn ich richtig beobachtet habe, sind wir die Einzigen, die sie als Menschen wahrnehmen. Schade eigentlich. Selbst Hunde begrüßen sich ausnahmslos.

Dieses Jahr hatten wir beschlossen schon im Frühjahr unseren großen Urlaub an unserer geliebten Mosel zu verbringen.

Auffallend ist, dass es viel weniger Touristen zwischen Cochem und Traben-Trarbach gibt. Würde mich nicht wundern. Der Sprit ist unglaublich teuer und die Preise in der beliebten Urlaubsregion haben naturgemäß ebenfalls angezogen.

Wir lieben die Konstanten. Beilstein, das Dornröschen an der Mosel, für uns zum greifen nah und der gar nicht knorzige Fährmann, der mit seiner seilgebundenen Fähre so oft über die Mosel fährt, wie Menschen auf sie warten, ist für vier Wochen unsere Welt.

Während ich diese Zeilen schreibe, genieße ich einen Dornfelelder Rotwein von unserer Winzerfamilie Claudia und Udo Loosen. Was gibt es besseres als einen Wein direkt vom Erzeuger zu trinken.

Gestern haben wir es uns bei Schweinemedaillons und Kroketten im Restaurant “ Kleine Bäckerei“ die von den gleichen Besitzern wie die „Klapperburg“ direkt daneben, betrieben wird, gut gehen lassen. Das Essen war göttlich wie immer. Kein Wunder, der Chef persönlich ist der Zauberer in der Küche. 

Im kleinen Café Dehren in Ellenz trafen wir die bezaubernden Damen mit ihrem leckeren Kuchenangebot. Es ist jedes Mal ein Hochgenuss hier ungezügelt dem Genuss frönen zu können.

Café Dehren

Das Wetter kann man nur als perfektes Moselwetter bezeichnen. Blauer Himmel, Sonne pur und angenehme Temperaturen. Wir vermissen die See nicht und Angesichts der unsicheren, teuren Treibstoffsituation ist es auch besser so.

Ach so Zell-Barl. Das muss auf jedem Moselurlaub angefahren werden. Der Globus-Markt ist unser kleines Paradies. Shoppen was das Zeug hält, heißt die Devise und es macht einfach Spaß. Unser Wohnmobilstellplatz beim Weingut Loosen war,als wir ankamen praktisch leer. Jetzt füllt er sich langsam, aber wir haben unseren Exclusiv-Platz und genießen ihn in vollen Zügen.

Wir stellen uns mit zunehmendem Alter öfter die Frage, „warum muss es denn immer noch das Wohnmobil sein. Muss es nicht, aber die Freiheit alles dabei zu haben “ was wichtig ist“ und die Freiheit zu jeder Zeit Ort und Platz wechseln zu können ist unbezahlbar.

Morgen kommen die E-Bikes in Aktion. Bewegung tut Not und bei dem Wetter ist Radeln fast Pflicht. Auch Cochem steht diese Woche noch auf dem Programm. Wir müssen unbedingt unseren Freunde im Café“ Filou“ einen Besuch abstatten und überprüfen ob die Sacher-Torte noch so gut schmeckt wie im vergangenen Jahr.

sig/Fotos: Gerdau

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