Hebammen im Rettungsdienst

Im Bildungszentrum des Malteser Hilfsdienstes in Wetzlar hat der Lahn-Dill-Kreis den offiziellen Startschuss für die Testphase des neuen Kooperationsprojekts „Hebamme im Rettungsdienst“ gegeben. Ab dem 1. Juni 2026 werden Hebammen im Kreisgebiet bei bestimmten geburtshilflichen Notfällen parallel zum Rettungsdienst alarmiert, um die Versorgung von Schwangeren, Müttern und Neugeborenen weiter zu verbessern.

Bei der Auftaktveranstaltung begrüßten Kreisbrandinspektor Harald Stürtz und Dr. Thomas Möbius, Ärztlicher Leiter Rettungsdienst, insgesamt 13 im Lahn-Dill-Kreis tätige Hebammen. Die Teilnehmenden erhielten eine umfassende Einführung in das Projekt, konnten Fragen klären und sich anschließend mit dem Rettungswagen sowie der geburtshilflichen Ausstattung vertraut machen.

Im Bildungszentrum des Malteser Hilfsdienstes in Wetzlar fiel der Startschuss für die Testphase des neuen Kooperationsprojektes zwischen Hebammen und Rettungsdienst im Lahn-Dill-Kreis. Thomas Möbius (1.v.r.) und Harald Stürtz (2.v.r.) begrüßten die Hebammen. Erste Gespräche mit den Kreishebammensprecherinnen Saskia Friedrich (vorne, 2.v.l.) und Lisa Zipp (vorne, 3.v.l.) fanden bereits 2025 satt. Foto: Lahn-Dill-Kreis

Bereits 2025 fanden erste Gespräche mit den Kreishebammensprecherinnen Saskia Friedrich und Lisa Zipp statt. Das Projekt folgt einer Empfehlung des Hebammenverbandes und orientiert sich an erfolgreichen Modellen in benachbarten Landkreisen wie Limburg-Weilburg und dem Main-Kinzig-Kreis.

Ablauf im Einsatzfall

Bei einem speziellen Einsatzstichwort alarmiert die Zentrale Leitstelle künftig Hebamme und Rettungsdienst gleichzeitig. Die Hebamme fährt mit dem eigenen Fahrzeug direkt zur Einsatzstelle, um eine zeitnahe und fachlich spezialisierte Versorgung sicherzustellen. Vor Ort erfolgt die Behandlung von Mutter und Kind gemeinsam mit Notarzt und Rettungsdienstpersonal.

Ziel des Projekts

Der Lahn-Dill-Kreis möchte mit diesem Modellprojekt die Versorgungsqualität in geburtshilflichen Notfällen weiter stärken. Die Expertise der Hebammen ergänzt die medizinische Kompetenz des Rettungsdienstes und schafft zusätzliche Sicherheit für Familien im gesamten Kreisgebiet.

Die Testphase läuft bis Ende 2026. Die gewonnenen Erkenntnisse fließen anschließend in ein finales Kooperationskonzept ein.

Hebammen beraten, betreuen und beobachten Schwangere, leiten normale Geburten eigenständig und kümmern sich um Neugeborene.

  • Der Beruf gehört zu den ältesten Frauenberufen; schon im Alten Ägypten und in der Antike waren Hebammen zentrale Figuren der Geburtshilfe.
  • Seit 2020 ist die Ausbildung in Deutschland ein duales Studium (mind. 6 Semester).

Durchführung von Vorsorgeuntersuchungen, Beratung zu Ernährung, Bewegung, Risiken.

  • Überwachung des Geburtsverlaufs, Unterstützung bei Wehen, Leitung physiologischer Geburten.
  • Kontrolle von Mutter und Kind, Stillberatung, RückbildungsbegleitungUnterstützung von Familien mit besonderen Belastungen.
  • Kooperation mit Ärzten, Pflege, Sozialdiensten.

Ein Gedanke zu „Hebammen im Rettungsdienst

  • 1. Juni 2026 um 9:41 Uhr
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    Ein Projekt, das wirklich sinnvoll ist.
    In Anbetracht der Schließungen von wohnortnahen Entbindungsstationen und längeren Wegstrecken zur nächsten Entbindungsklinik kann ich mir gut vorstellen, dass Notsituationen zunehmen, allgemeine Rettungsdienste und Notärzte mit dieser speziellen Situation überfordert sein können und die Routine und das Fachwissen einer Hebamme hier zu einer absoluten Verbesserung beiträgt.
    Wenn auch der Beruf Hebamme eine Berufung ist und viele Hebammen dieses Projekt ehrenamtlich begleiten, sollten sie meiner Meinung nach, für ihren Einsatz entlohnt werden. Im Moment ist es so, dass nur Hebammen, die eine freiberufliche Tätigkeit angemeldet haben, die Einsätze im Rettungsdienst auch abrechnen können.

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