Fliegen und Teamwork erleben

Buntes Treiben herrschte am vergangenen Sonntag auf dem Herborn-Hörbacher Segelfluggelände. Der Luftsportverein Hörbach (LSV) hatte zu einem „Tag der offenen Tür“ eingeladen und zahlreiche Flugsportinteressierte nahmen das Angebot, trotz des lebhaften Westerwälder Windes gerne an. Ein Gottesdienst mit Pfarrer Thomas Gessner ging der eigentlichen Veranstaltung voraus. Während die Technik-Interessierten sich in der Luftsporthalle den Flugsimulator und die neue Motorwinde anschauten, übten die Kleinen fleißig mit „Kleinstflugzeugen“ auf Rädern das Aus- und Einparken oder tobten auf der großen Hüpfburg, was das Zeug hielt. Im Vereinshaus hatten derweil fleißige Hände die mitgebrachten Kuchen blickgerecht drapiert und aus der Grillbude dufteten die ersten Bratwürste.

Auf dem eigentlichen Fluggelände standen die Segelflugzeuge und der Motorsegler in Position. Es dauerte nicht lange und schon enterten die ersten Flughungrigen die Doppelsitzer und ließen sich mit der starken Seilwinde in die Höhe katapultieren. An den Steuerknüppeln saßen die Besten ihrer Zunft, die alle auf ein ansehnliches Flugstundenkonto zurückblicken. Der Motorsegler „Kleiner Falke“ kam ebenfalls zu Einsatz und so herrschte bald reger Flugbetrieb.

Seit 1958 sind die Luftsportler am Himmel über der Region unterwegs. „Wir können auch Strecken über mehrere hundert Kilometer in der Luft zurücklegen“, erklärte der Pressesprecher, Fluglehrer und 1. Schriftführer in Personalunion Jan Walther-Naumann. 30 Aktive und 100 passive Mitglieder zählt der Verein zurzeit und die Segler wünschten sich, dass noch viele potentielle Mitglieder den Weg zum Damel, wie die Höhe im Volksmund heißt, finden. Zwischen März und Oktober findet Flugbetrieb an jedem Wochenende statt. Durch die Mitgliedschaft ist es möglich den Flugschein für Segelflugzeuge zu erwerben. Derzeit befinden sich neun Flugschüler in der zweijährigen Ausbildung. Wer mindestens 13 Jahre alt ist kann mit der Ausbildung starten. Der erste Alleinflug ist schon mit 14 möglich. Den Schein allerdings kann man erst ab 16 Jahren erhalten. Die Prüfung erfolgt ähnlich der Führerscheinprüfung in zwei Schritten. Nach der bestandenen Theorie kommt der praktische Teil zu dem eigens ein externer Prüfer nach Hörbach kommt. Fluglehrer Jan Walther-Naumann blickt auf einen langen Erfahrungsschatz zurück und weiß, dass jeder der sich anstrengt, die Prüfung zum Steuern eines Segelflugzeuges absolvieren kann.

Alles zusammen viele gute Informationen im Windschatten der eigentlichen Veranstaltung, die besonders junge Menschen interessieren dürften. Wer noch mehr wissen will und sich vielleicht zum Piloten ausbilden lassen möchte, dem ist die Webseite des LSV Hörbach (https://lsv-hoerbach.de) zu empfehlen. Weitere Informationen per Phone: 0173 6791445 und per Mail: info@lsv-hoerbach.de. sig/Fotos: Gerdau  

„Kunst verstehen wir nicht als Ziel, sondern als Weg“

Bilder und Farben prägen die Malschule von Oxana Wachmann in Herborn am Kornmarkt 27-29. Die 49-jährige ausgebildete Kunstdozentin ist seit 20 Jahren in der Bärenstadt zu Hause und hat sich nicht nur als Künstlerin einen Namen gemacht. Ihre Liebe zur Farbenwelt ist gleichzeitig ihr Leben und das möchte sie mit Menschen aller Altersgruppen teilen. Was lag also näher als eine Malschule zu gründen. Das war tatsächlich vor 20 Jahren. Heute residiert die Künstlerin mit ihrem Atelier „Farbpoesie“ direkt gegenüber des „Cafés am Kornmarkt“.

Am vergangenen Freitag herrschte buntes Treiben in den Galerie- und Arbeits-Räumen. Die Werke der jungen und älteren Künstlerinnen und Künstler zieren die Wände, während ein paar Schülerinnen an dem kleinen Maltisch ihre Kreationen zu Papier bringen. Oxana will mit ihren Malkursen anderen die Möglichkeit geben, ihre eigene Kreativität zu entdecken und das gelingt ihr auch perfekt. „Es kann jeder und ausnahmslos malen“, so ihr Wahlspruch und da ist etwas dran. Wenn man die Ergebnisse betrachtet und zum Beispiel auch das Alter der Mal-Novizinnen und Novizen erfährt, ist man nicht selten ganz schön überrascht. Kaum zu fassen: Da malt ein Zweijähriger ein ausdrucksstarkes Bild, dass es einen von den Socken haut. Eine 85-Jährige, die den Großteil ihrer Sehfähigkeit verloren hat, porträtiert einen wunderschönen Wolf und ein 14-Jähriger bringt fantastische Impressionen eines Waldbaches auf die Leinwand.

Oxana Wachmann verbindet professionelle künstlerische Grundlagen mit einem offenen, altersgerechten und individuellen Zugang. Experimentieren, Spielen und Forschen sowie freies Entdecken, sind ein wesentlicher Bestandteil ihrer Unterrichte. Die geschützte Atmosphäre in der Malschule begleitet in idealer Weise künstlerische Prozesse und dies vor allem ganz ohne Leistungsdruck.

„Kunst verstehen wir nicht als Ziel, sondern als Weg“

Die Workshops in der „Farbpoesie“ sind separat buchbar und werden außerdem auch auf Instagram (farb_poesie) bekanntgegeben. Veranstaltungen wie Geburtstage und Feiern aller Art für Erwachsene und/oder Kindern sind nach Absprache möglich. Auf dem folgenden Aktionsplan lassen sich Angebote der Malschule präzise verfolgen.

Der Veranstaltungsplan

Weitere Informationen bei Oxana Wachmann, Kornmarkt 27-29, Phone: 0178 919 4942, Instagram: farb_poesie. sig/Fotos: Gerdau

Seltene Orchideen und gelebter Naturschutz im Hoffeld

Rund 30 naturinteressierte Teilnehmer folgten am Samstag, dem 13. Juni, der Einladung der Freunde der Flora Herbornensis e.V. zu einer botanischen Exkursion in das Naturschutzgebiet Hoffeld bei Eisemroth. Unter der fachkundigen Leitung von Günther Schwab von der Landschaftspflegevereinigung Lahn-Dill e.V. erkundete die Gruppe das rund 37 Hektar große Schutzgebiet, das zu den botanisch wertvollsten Flächen der Region zählt.

Die Exkursionsteilnehmer lauschten interessiert den Ausführungen von Günther Schwab (dritter von rechts)

Das Hoffeld blickt auf eine bewegte Nutzungsgeschichte zurück: Bis in die 1950er Jahre wurde die Fläche als Hutefläche mit Rinder- und Schafweide genutzt, später diente sie als Truppenübungsplatz der Bundeswehr. Heute ist das Gebiet ein Refugium für zahlreiche seltene Pflanzenarten und ein Beispiel für erfolgreich gepflegte Kulturlandschaft.

Im Mittelpunkt der Exkursion standen die Orchideenbestände, die im Hoffeld in bemerkenswerter Vielfalt vorkommen. Die Teilnehmer konnten unter anderem das Brand-Knabenkraut sowie das Fuchs’ Knabenkraut entdecken. Darüber hinaus präsentierte sich die Fläche mit weiteren botanischen Besonderheiten wie Teufelsabbiss, Heilziest, Klappertopf und dem filigranen Zittergras, dessen zarte Blütenstände im Wind charakteristisch tanzen.

Günther Schwab erläuterte während der Führung aktuelle Maßnahmen zur Pflege des Naturschutzgebietes. Aufgrund der starken Ausbreitung der Herbstzeitlosen sei in diesem Jahr eine frühere Mahd notwendig gewesen. Bereiche mit Orchideenvorkommen wurden dabei bewusst ausgespart, um die empfindlichen Bestände zu schützen. Die Herbstzeitlose ist hochgiftig und macht Heu als Futtermittel unbrauchbar – in der Vergangenheit kam es immer wieder zu Vergiftungen von Lämmern, die die Pflanze fraßen.

Ein besonderer Höhepunkt war die Beobachtung des Brand-Knabenkrauts, das noch in voller Blüte stand. Diese seltene Orchideenart wird derzeit im Rahmen eines Forschungsprojekts der Philipps-Universität Marburg intensiv untersucht. Eine installierte Überwachungskamera dokumentiert die Entwicklung der Pflanzen und erfasst die Zahl ihrer Bestäuber. Die gewonnenen Daten sollen langfristig zum Schutz dieser außergewöhnlichen Art beitragen. Text und Bild: Anne Krüger-Zechlin

Infoabend Notfallseelsorge

Die Ökumenische Notfallseelsorge Lahn-Dill lädt ein zum nächsten Ausbildungskurs für die ehrenamtliche Mitarbeit in der Notfallseelsorge im Lahn-Dill-Kreis.

Um die Arbeit kennen zu lernen, eigene Fragen zu stellen und Erwartungen abzuklären, findet ein Infoabend statt.

Wer mindestens 25 Jahre alt ist, über eine Fahrerlaubnis B und ein eigenes Auto verfügt, ist herzlich zu diesem Abend willkommen. Alle weiteren Voraussetzungen werden im gemeinschaftlichen Gespräch geklärt.

Wer vorab ein wenig über den Dienst der Ev. Dekanate an der Dill, Biedenkopf-Gladenbach, des Ev. Kirchenkreises an Lahn und Dill und des kath. Bistums Limburg erfahren will, kann auf der Homepage des Evangelischen Dekanats an der Dill vorbeischauen (https://ev-dill.de/dienste/seelsorge/notfall-seelsorge).

Der Infoabend findet am 22. Juni 2026 um 19.00 Uhr im Haus der Kirche, Am Hintersand 15, Herborn statt. Wir treffen uns im Gruppenraum im Erdgeschoss des Hauses. Eine Anmeldung ist nicht notwendig.

Ein Hinweis in eigener Sache: Aufgrund eines Dateiabsturzes ist die Liste der bisherigen Interessenten an der Notfallseelsorgeausbildung und -mitarbeit mit allen Kontaktdaten leider verloren. Sollte dies jemand lesen, der schon Kontakt zu Christian Reifert gehabt hat und seine Daten hinterlegt hat, bitten wir um Meldung per Mail. Wir danken an dieser Stelle für das Verständnis und bitten um Nachsicht.

Kontakt:

Ökumenische Notfallseelsorge Lahn-Dill, Diakon Christian Reifert, Im Grund 4, 35239 Steffenberg,Mail: nfs.dillkreis(at)ekhn.de, Telefon: 06464/2771012.

Foto: Notfallseelsorger Christian Reifert ist für die Ausbildung neuer ehrenamtlicher Notfallseelsorger zuständig. (Text und FOTO: BECKER-VON WOLFF)

Ganz neu in Herborn

Der Namensgeber nahm höchstpersönlich an der offiziellen Eröffnung des Maxim’s in der Herborner Bahnhofstraße 29 (ehemals La Momenta) teil. Seit vergangenem Freitag können sich die Gäste an Soft-Ices vieler Geschmacksrichtungen, dem besonders bei Kindern beliebten Slush-Eis, sowie Milkshakes erfreuen. Natürlich gibt es auch Kaffee, kühle Getränke und edle Proseccos.

Carmen Gosh, den meisten Herborner als gastronomische Fachfrau bekannt, verrät, dass es im Maxim’s schon bald auch vorzügliche Weine geben wird. Zahlreiche Herborner Wochenmarktbesucher benutzten die Gelegenheit sich von dem tollen Angebot des Softeis-Palastes zu überzeugen. Das Wetter spielte mit und so konnte wer wollte auch die Sonne außerhalb der Gasträume genießen. Die eigentliche Eisproduktion findet in einer der modernsten, computergesteuerten Maschine statt. Hier wird nicht nur Eis hergestellt, sondern die Milch parallel dazu pasteurisiert. Hygiene steht dabei an erster Stelle und das bei er Kühlung anfallende Wasser zum Spülen von Gläsern und anderen Behältnissen benutzt. Dadurch wird den Anforderungen an Nachhaltigkeit weitgehendst Rechnung getragen.

Da Soft-und Slusheis eine große Anhängerschaft hat und es dafür kaum noch Verkaufsstellen gibt, schließt Carmen Gosh mit ihren leckeren Produkten eine beachtliche Marktlücke. Eine Konkurrenz zu den niedergelassenen Herborner Eisdielen will sie und wird sie somit auch nicht sein. Das Highlight der angebotenen, geschmacklich ganz unterschiedlichen kühlen Leckereien sind die sogenannten Toppings. Das Softeis aus dem Maxim’s lässt sich mit einer Vielzahl von Toppings verfeinern, von klassischen Saucen über Nüsse bis hin zu fruchtigen oder ausgefallenen Varianten, um Geschmack und Optik zu steigern. Zu den beliebtesten klassischen Toppings zählen Schokosauce, Karamellsauce, Vanillesauce und Erdbeersauce, die sich leicht über das Softeis geben lassen und für einen süßen, cremigen Geschmack sorgen. Auch Mochaccino- oder Kaffeesaucen sind beliebt, besonders für Erwachsene oder Kaffeeliebhaber. Für den klassischen Schokoüberzug setzt Carmen Gosh eine spezielle Maschine ein.  

Softeis
Die spezielle Konsistenz von Softeis wird durch eine flüssige Eismischung in den Maschinen erreicht, die zu ca. 75 % aus Milch besteht. Sie wird in den Gefrierzylinder der Eismaschine gefüllt und auf −6 °C abgekühlt. Ein Rührwerk im Zylinder hält die gekühlte Mischung in ständiger Bewegung. Nur eine dünne Eisschicht, die an der Oberfläche des Zylinders gefriert, wird von scharfen Schabern abgekratzt und per Überdruck mit Luft aufgeschäumt und als Softeis in einen Waffeltrichter abgelassen. Die Geschmacksknospen des Menschen können das Aroma von Softeis besser wahrnehmen als das des kälteren (−18 °C) herkömmlichen Speiseeises. Laut Aussage des Bayerischen Landesamtes für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit führen Untersuchungen von Softeis zu wesentlich weniger Beanstandungen als Untersuchungen übrigen Speiseeises aus Eisdielen und Cafés. Voraussetzung dafür ist die konsequente Hygiene bei der Herstellung sowie eine sorgfältige und sachgemäße Reinigung der Automaten.

Wikipedia

Öffnungszeiten

Foto-Galerie

sig/Fotos: Gerdau

Und Dänemark? Was soll man dazu noch sagen?

Ein heutiger Kommentar in Facebook hat mir sehr gut gefallen, weil er heiße Tipps für unsere Regierungsverantwortliche enthält. Wenn man bedenkt, dass in Dänemark eine Mitte-Links-Koalition am Ruder ist und die Ministerpräsidentin Mette Frederiksen eine Sozialdemokratin ist, um so bemerkenswerter. Unser Bundeskanzler könnte schlagartig 50 Prozent mehr Zustimmung von seinem Wahlvolk bekommen, wenn er sich bei Frederiksen beraten ließe und einiges davon direkt umsetzen würde.

Dänemark scheint den Gordischen Knoten lösen zu können und Deutschland staunt

Die Dänen haben etwas getan, das in weiten Teilen Europas inzwischen als revolutionäre Idee gilt: Sie haben beschlossen, die Probleme nicht endlos zu diskutieren, sondern tatsächlich zu lösen.

Das Ergebnis? Die Nettozuwanderung aus problematischen Herkunftsländern ist massiv zurückgegangen. Und plötzlich ist es nicht mehr besonders bequem, frischgebackener Däne zu sein, wenn man eigentlich gar kein Interesse daran hat, Däne zu werden.

Ghettos? Nicht mehr erwünscht. Überschreitet der Anteil nichtwestlicher Migranten in einem Wohngebiet bestimmte Grenzen, wird umgebaut, aufgelöst oder notfalls abgerissen. Ja, das kostet Geld. Aber die sozialen, wirtschaftlichen und sicherheitspolitischen Folgekosten paralleler Gesellschaften sind bekanntlich um ein Vielfaches höher.

Man stelle sich vor, Frankreich würde sich daran ein Beispiel nehmen. Vielleicht gäbe es dann weniger Viertel, in denen jugendliche „Aufpasser“ den ganzen Tag auf Plastikstühlen sitzen und Drogendealer vor Polizeikontrollen warnen.

Wer in Dänemark staatliche Leistungen und Rechte beansprucht, muss sich an die Spielregeln des Landes halten. Dazu gehört auch, einem Beamten zur Begrüßung die Hand zu geben. Mit der eigenen Hand. Persönlich. Direkt. Ganz ohne religiöse Sonderregelungen oder kulturelle Ausnahmen.

Die Botschaft ist denkbar einfach:

Europäisches Land. Europäische Regeln.

Und wer als Gast das Gefühl hat, seine eigenen Regeln seien wichtiger als die des Gastlandes, dem wird freundlich, aber bestimmt erklärt, dass die Weltkarte groß ist und niemand zum Bleiben gezwungen wird.

Auch bei Straftätern zeigt Dänemark bemerkenswert wenig romantische Verklärung. Wer schwer straffällig wird, darf sich künftig nicht mehr auf den Komfort skandinavischer Haftanstalten verlassen. Für manche Verurteilte wurden Haftplätze im Kosovo angemietet. Danach gilt das Prinzip: Strafe verbüßt, Rückreise antreten, Thema erledigt.

Man fragt sich unweigerlich:

Moment mal … das geht?

Man kann tatsächlich die Interessen der eigenen Bürger, die öffentliche Sicherheit und die kulturelle Identität eines Landes verteidigen, ohne dafür jeden zweiten Tag einen Expertenrat, einen Krisengipfel oder eine Arbeitsgruppe zur Vorbereitung der Vorbesprechung einzuberufen?

Während andere Länder Milliarden für die Beseitigung der Folgen ihrer verfehlten Politik ausgeben, haben die Dänen offenbar beschlossen, die Ursachen anzugehen.

Deshalb blickt heute ein Teil Europas auf Dänemark wie auf den einen Menschen im Raum, der als Erster auf die Idee gekommen ist, das Fenster zu schließen, statt stundenlang über den Luftzug zu diskutieren. Deutsche Freunde Israels/ Ru Em 

Kleine heile Welt

Meine Meinung

War die „kleine heile Welt“ immer schon lediglich eine Illusion oder gab und gibt es sie tatsächlich. In den vergangenen 80 Jahren sah es zumindest so aus, als wenn Not, Elend und Kriegslust für immer besiegt seien. Die deutsche Demokratie stabilisierte sich zusehends und „Einigkeit und Recht und Freiheit“ war nicht nur ein Spruch, sondern gelebte Wirklichkeit.

Hier scheint die Welt noch in Ordnung. Foto: Gerdau

Der „Status Quo“ also den gegenwärtigen Zustand, wie die Dinge aktuell sind – ohne Veränderung, ohne Verbesserung, ohne Verschlechterung zu halten und zu akzeptieren, war die oberste Prämisse. Der sogenannte kleine Mann wurde plötzlich zum Souverän und erfüllte damit den Anspruch an Demokratie (die Macht geht vom Volk aus). Diese Staats‑ und Gesellschaftsform, in der Menschen mitbestimmen, mitreden und mitentscheiden können wollten wir und wollen sie immer noch.

Das lief auch eine Zeit mehr oder weniger gut. Die Bürger waren damit beschäftigt sich ihre „kleine heile Welt“ aufzubauen und kümmerten sich nicht besonders um politische Vorgänge. Sie entschieden sich für eine Partei, je nach gesellschaftlicher Zugehörigkeit und hielten ihr die Treue. Vielen war das jedoch zu langweilig und sie skandierten „Macht kaputt, was euch kaputt macht.“ Der Staat wurde bekämpft und aus den 1968ern heraus entwickelten sich kommunistische Kader wie die sogenannte „Rote-Armee-Fraktion“ (RAF) als gewaltsame „Außerparlamentarische Opposition“ (APO).

Von sozialistischen Gruppierungen mehr oder weniger offen toleriert, wollten sie eine „kapitalistische Fehlentwicklung“ korrigieren. Der Staat zeigte Zähne und es gelang diese politischen Phänomene einzudämmen, aber nie mehr ganz zu eliminieren. Sozialistische Verbindungen und Umweltaktivisten (heutige Grüne) stellten sich gemeinsam gegen die Wiederbewaffnung (Soldaten sind Mörder) und wer in diesen Kreisen etwas auf sich hielt, verachtete den Wehrdienst.

Die kleine heile Welt geriet in Gefahr und die Gesellschaft ließ erste Spaltungstendenzen erkennen. Es gab die Befürworter einer bewaffneten Wehr und andere, die mit allen Mitteln dagegen kämpften. Mit dem Zusammenbruch der ehemaligen DDR und er Auflösung der Sowjetunion gingen den Rüstungsgegnern ihre Ziele verloren und sie suchten sich andere Narrative. Die mittlerweile zu Wohlstandsbürgern mutierten Menschen profitierten von dem Zusammenschluss von Ost und West.

Das alles war in postkommunistischen Kreisen nicht der Königsweg. Das Volk musste in Bewegung gehalten werden und durfte nicht zur Ruhe kommen. Die Weltreligionen boten sich als Vorbild an und so bediente man mit glühendem Eifer die wirksame Schuldzuweisung. Selbsternannte Experten in Sachen Energie und Umweltschutz trommelten den verblüfften „Ewiggestrigen“ die Schuld in die Köpfe. Nachhaltig musste es sein und die Energieerzeugung vom Atom- und Kohlestrom in kürzester Zeit auf Erneuerbar umgestellt.

Während die christlichen Kreuze aus der Öffentlichkeit immer mehr verschwinden, wachsen sie als Windräder wie Fliegenpilze in den Wäldern. Während noch vor wenigen Jahren der Borkenkäfer den Wald auf dem Gewissen hatte, sind es heute Betonmischer und Baustraßen denen die Bäume zum Opfer fallen. Die „Corona-Pandemie“ war ein Testlauf der Möglichkeiten und so ganz nebenbei der Beginn einer geförderten Denunziation. Meldestellen sind seitdem wie Pilze aus dem Boden geschossen und werden von den „Anständigen“ eifrig genutzt.

Putins Krieg in der Ukraine kennt weltweit nur Gewinner und die Deutschen Rüstungsindustrie atmete auf. „Keine Waffen in Kriegsgebiete“ sind Slogans von gestern. Sozial-(Demokraten) und Grüne haben eine 180 Grad-Wende hingelegt und ihre einstigen Ideale „Schwerter zu Pflugscharen“ klammheimlich begraben. Hass und Hetze gegen Andersdenkende gehören zum Gesellschaftsbild und spalten was das Zeug hält. Die kleine heile Welt ist endgültig zerstört. Das tägliche Leben ist für viele kaum noch zu stemmen, während Rüstungslobbyisten (auch zahlreiche Politiker) in Geld nur so schwimmen.

Aufrüsten und Kriegstüchtigkeit sind die Zauberworte einer Gesellschaftsschicht, die vermutlich unter Geschichtsvergessenheit leidet. Kriege entstehen nicht schlagartig, sondern entstehen langsam und fast unmerklich. Wer heute den Gürtel enger schnallen muss um zu überleben, erlebt dann vielleicht das unvorstellbare Grauen eines „modernen Krieges“. Ein gutes Beispiel sind die Zustände in der Ukraine. Während Milliardäre aus diesem vom Krieg gebeutelten Land in Monaco Wohnung für 80 Millionen Euro kaufen, blutet das ukrainische Volk aus. Wer früher einmal dieses Land besucht hat weiß, dass es für die breite Masse dort nie eine „kleine heile Welt“ gab. Heute wird auch das Wenige mit Bomben und Raketen platt gemacht.

Während auch die Bundesrepublik tonnenweise Waffen, Munition und vor allem Geld in die Ukraine schickt, bleibt nicht nur die bundesdeutsche Infrastruktur auf der Strecke. Mit aller Kraft werden die Menschen verunglimpft und mit Hass und Hetze überschüttet, die diese Entwicklung ansprechen. Nicht so wie damals in der DDR. Dort wurden Kritiker eingesperrt. Heute im Gesamtdeutschland verlieren sie nur den Job und die gesellschaftliche Reputation. Man schaut bei öffentlichen Gesprächen wieder über die Schulter, ob da nicht der Falsche mithört und es empfiehlt sich gegebenenfalls für den Fall eines unerwarteten Besuchs einen Bademantel bereit zu halten.

Wenn man den Umfrage-Statistiken glauben schenkt und Fake News ausschließt, sind die etablierten Parteien im freien Fall. Die Koalitionäre von Schwarz und Rot reiben sich die Augen und überlegen wie man die verhassten Konkurrenten aus dem Weg räumen kann. Demokratie ist: Unliebsame Störer madig zu machen und notfalls mit drastischen Schritten zu erledigen. Ist das wirklich Demokratie, wenn mehrere Millionen Wähler ihr Votum abgegeben haben diese als Idioten, Nazis oder Putin-Freunde zu bezeichnen. Die heile bundesdeutsche Welt ist Geschichte. Die Gesellschaft ist gespalten wie noch nie und die Spaltung geht bis in die Familien (Kinder hört mal zu Hause hin, was da so gesprochen wird).

Anstatt der in Stein gemeißelten Forderung über dem Reichstagsgebäude „DEM DEUTSCHEN VOLKE“ zu entsprechen, überlegen die Regierenden wie sie ihren Untertanen das eigenmächtige Denken abgewöhnen. Das wird allerdings schwierig werden, da auch die Mainstream-Abweichler keine Idioten, sondern Menschen, die mit der vorherrschenden Regierungspolitik nicht einverstanden sind. Wie beginnt die dritte Strophe unserer Nationalhymne: „Einigkeit und Recht und Freiheit“. Daran sollten wir uns alle halten und die Politiker besonders die Einigkeit im Blick behalten, damit wieder für jeden Bürger eine kleine heile Welt entstehen kann. sig  

Nur noch Wertstoffhöfe nehmen Altkleider an

Wer alte, saubere und gebrauchsfähige Kleider besitzt und sie los werden möchte, hat es nicht leicht. Während noch vor einiger Zeit das Geschäft mit den Altkleidercontainer brummte und die einschlägigen Unternehmen sich teils in die Haare bekamen, weil sie unbedingt die Container voll haben wollten, sieht das heute anders aus.

Die Container sind weg und die wenigen verbliebenen voll bis zum Anschlag. Direkt daneben häufen sich die Kleiderberge und es sieht aus wie in einem Entwicklungsland. Die Bürger finden beides nicht besonders toll und die Touristen, die die Stadt besuchen, sicher auch nicht.

Auf dieses abstoßende Bild stößt man in der Herborner Schwerstraße. Die Kleider neben die stillgelegten Container zu legen, ist nicht besonders intelligent. Andererseits könnte die Stadt dafür sorgen, dass die Container zeitnah entfernt werden.

Neues aus dem Rathaus Herborn
Nach unserem Beitrag zu Altkleidercontainern gab es bei einigen Followern noch Verunsicherung. Seit dem 1. Januar 2025 gilt die Verpflichtung zur getrennten Sammlung von Textilabfällen gemäß § 20 Absatz 2 Satz 1 Nr. 6 Kreislaufwirtschaftsgesetzes. Sie richtet sich in Deutschland an die öffentlich-rechtlichen Entsorgungsträger – bei uns ist das die Abfallwirtschaft Lahn-Dill.
Deshalb eine Information von der Internetseite der Abfallwirtschaft: „Stark verschmutzte und nasse Textilien, Lumpen und Putzlappen eignen sich weder für die Wiederverwendung noch für das Recycling, weshalb sie weiterhin in den Restabfall gehören.“ Zudem wird darum gebeten, „nur saubere, trockene und möglichst gebrauchsfähige Kleidung, Schuhe und Haushaltstextilien in die Altkleidercontainer zu werfen, um das bewährte Sammelsystem für Alttextilien im Lahn-Dill-Kreis nicht zu gefährden. Rund 300 Altkleidercontainer […] stehen kreisweit für die getrennte Erfassung von Alttextilien zur Verfügung.“

Facebook

Im Klartext heißt das, wer Altkleider hat und weiß nicht wohin damit, klappert am besten das Kreisgebiet in der Hoffnung ab, noch irgendwo einen Platz für seine Plünnen in einem Container zu finden. Zum Glück ist das jedoch nicht der Königsweg.

Was sagt denn der Gesetzgeber dazu?
Seit 1. Januar 2025 gilt die Verpflichtung zur getrennten Sammlung von Textilabfällen (Paragraf 20 Absatz 2 Satz 1 Nummer 6 Kreislaufwirtschaftsgesetz). Diese neue Pflicht richtet sich in Deutschland an die Kommunen beziehungsweise die öffentlich-rechtlichen Entsorgungsträger. Für die allermeisten Verbraucherinnen und Verbraucher in Deutschland ändert sich in der Praxis nichts.

Das hört sich alles ganz toll an. Leider kann der Altkleiderbesitzer auch damit wenig anfangen. Er weiß immer noch nicht, was er machen soll, um seine Kleider loszuwerden.

LDK-Abfallwirtschaft schließt Lücke
Vielleicht helfen die Informationen, die der Lahn-Dill-Kreis herausgegeben hat, weiter. Wer es gewohnt war, gebrauchte Textilien und Schuhe über die Altkleidercontainer z.B. des Deutschen Roten Kreuzes zu entsorgen, wird sich im Lahn-Dill-Kreis auf neue Entsorgungswege einstellen müssen. Denn die meisten der ca. 220 Sammelcontainer der Wohlfahrtsverbände werden bis Jahresende abgezogen. Als Ersatz stellt die Abfallwirtschaft Lahn-Dill auf allen Wertstoffhöfen eigene Sammelbehälter auf.
Die Abfallwirtschaft Lahn-Dill als öffentlicher Entsorgungsträger übernimmt einen Großteil der Einsammlung und Verwertung der Materialien. Dazu hat sie kreisweit 21 Wertstoffhöfe (außer Stadt Wetzlar) mit Sammelbehältern ausgestattet, die zu den bekannten Öffnungszeiten kostenfrei von den Bürgern des Lahn-Dill-Kreises genutzt werden können. Angenommen werden Alttextilien-Mengen bis zu einem Kubikmeter pro Öffnungstag und Anlieferer.

Lahn-Dill-Kreis

Wertstoffhof Herborn

Wertstoffhof Herborn
Stadion
Rehbergring
35745 Herborn

Kontakt Wertstoffhof Herborn
Abfalltelefon 06441 407-1818

Öffnungszeiten: Samstags von 8-13 Uhr

Im Gespräch mit einer Mitarbeiterin der Abfallwirtschaft des Lahn-Dill-Kreises wurden die von mir recherchierten Angaben bestätigt. Es stehen nach ihrer Information 5 Behälter in Herborn zur Verfügung. Wenn sie jedoch zum Zeitpunkt der Anlieferung voll seien, hätte man Pech gehabt. sig/Foto: Gerdau

Keine Feindschaft und Hass gegen andere Menschen

Die Rede des damaligen Bundespräsidenten Richard von Weizsäcker am 8. Mai 1985 hat bis heute große Bedeutung für die gesamtdeutsche Erinnerung an das Ende des Zweiten Weltkrieges vor 81 Jahren.

Hitler hat stets damit gearbeitet, Vorurteile, Feindschaften und Hass zu schüren. Die Bitte an die jungen Menschen lautet daher: Lassen Sie sich nicht hineintreiben in Feindschaft und Hass gegen andere Menschen, gegen Russen oder Amerikaner, gegen Juden oder Türken, gegen Alternative oder Konservative, gegen Schwarz oder Weiß.

Lernen Sie, miteinander zu leben, nicht gegeneinander. Lassen Sie auch uns als demokratisch gewählte Politiker dies immer wieder beherzigen und ein Beispiel geben. Ehren wir die Freiheit. Arbeiten wir für den Frieden. Halten wir uns an das Recht. Dienen wir unseren inneren Maßstäben der Gerechtigkeit.

Symbolfoto