Buntes Treiben herrschte am vergangenen Sonntag auf dem Herborn-Hörbacher Segelfluggelände. Der Luftsportverein Hörbach (LSV) hatte zu einem „Tag der offenen Tür“ eingeladen und zahlreiche Flugsportinteressierte nahmen das Angebot, trotz des lebhaften Westerwälder Windes gerne an. Ein Gottesdienst mit Pfarrer Thomas Gessner ging der eigentlichen Veranstaltung voraus. Während die Technik-Interessierten sich in der Luftsporthalle den Flugsimulator und die neue Motorwinde anschauten, übten die Kleinen fleißig mit „Kleinstflugzeugen“ auf Rädern das Aus- und Einparken oder tobten auf der großen Hüpfburg, was das Zeug hielt. Im Vereinshaus hatten derweil fleißige Hände die mitgebrachten Kuchen blickgerecht drapiert und aus der Grillbude dufteten die ersten Bratwürste.



Auf dem eigentlichen Fluggelände standen die Segelflugzeuge und der Motorsegler in Position. Es dauerte nicht lange und schon enterten die ersten Flughungrigen die Doppelsitzer und ließen sich mit der starken Seilwinde in die Höhe katapultieren. An den Steuerknüppeln saßen die Besten ihrer Zunft, die alle auf ein ansehnliches Flugstundenkonto zurückblicken. Der Motorsegler „Kleiner Falke“ kam ebenfalls zu Einsatz und so herrschte bald reger Flugbetrieb.



Seit 1958 sind die Luftsportler am Himmel über der Region unterwegs. „Wir können auch Strecken über mehrere hundert Kilometer in der Luft zurücklegen“, erklärte der Pressesprecher, Fluglehrer und 1. Schriftführer in Personalunion Jan Walther-Naumann. 30 Aktive und 100 passive Mitglieder zählt der Verein zurzeit und die Segler wünschten sich, dass noch viele potentielle Mitglieder den Weg zum Damel, wie die Höhe im Volksmund heißt, finden. Zwischen März und Oktober findet Flugbetrieb an jedem Wochenende statt. Durch die Mitgliedschaft ist es möglich den Flugschein für Segelflugzeuge zu erwerben. Derzeit befinden sich neun Flugschüler in der zweijährigen Ausbildung. Wer mindestens 13 Jahre alt ist kann mit der Ausbildung starten. Der erste Alleinflug ist schon mit 14 möglich. Den Schein allerdings kann man erst ab 16 Jahren erhalten. Die Prüfung erfolgt ähnlich der Führerscheinprüfung in zwei Schritten. Nach der bestandenen Theorie kommt der praktische Teil zu dem eigens ein externer Prüfer nach Hörbach kommt. Fluglehrer Jan Walther-Naumann blickt auf einen langen Erfahrungsschatz zurück und weiß, dass jeder der sich anstrengt, die Prüfung zum Steuern eines Segelflugzeuges absolvieren kann.



Alles zusammen viele gute Informationen im Windschatten der eigentlichen Veranstaltung, die besonders junge Menschen interessieren dürften. Wer noch mehr wissen will und sich vielleicht zum Piloten ausbilden lassen möchte, dem ist die Webseite des LSV Hörbach (https://lsv-hoerbach.de) zu empfehlen. Weitere Informationen per Phone: 0173 6791445 und per Mail: info@lsv-hoerbach.de. sig/Fotos: Gerdau