Bundeszustände im Klartext

Ein Netzfund, den ich meinen Lesern nicht vorenthalten möchte, weil die einschlägigen Medien dazu nicht bereit oder in der Lage sind. sig

Genauer hinschauen und selber denken ist das Gebot der Stunde.

Je irrer die Zustände, desto grandioser die Kommentierung durch all jene Stimmen, die der Sprachlosigkeit erfahrungsgemäß am besten Ausdruck verleihen könnten, es jedoch häufig nicht machen. Don Alphonso hat es in einem Artikel in der WELT getan. (Auszüge): --------------------------------------------------

„Gestern wurde eine desaströse Umfrage für die sogenannten Volksparteien veröffentlicht, und die hatte es in sich: 17,1 Prozent für die einst stolze CDU von Erhard und Adenauer, 12 Prozent für die rauchenden Reste des Erbes von Brandt und Schmidt, und 4,9 Prozent im Bund nur noch für die CSU, die ich noch als alles beherrschende Staatspartei kannte. 4,9 Prozent heißt, die Partei käme nur noch über Direktmandate in den Bundestag, aber nicht mehr über die 5-Prozent-Hürde. [Alle MdB der CSU im vergangenen und im jetzigen Bundestag sind Direktmandate. Eigentlich hätte die CSU sogar noch mehr Direktmandate, wenn es die Wahlrechtsreform der Ampelkoalition nicht gegeben hätte. Es wird im Laufe dieser Legislaturperiode eine erneute Wahlrechtsreform geben, die garantieren wird, dass künftig wieder alle Wahlkreisgewinner ihren Platz im Parlament einnehmen können. Insofern besteht bei der CSU kein Grund zur Sorge.]

Das gab es noch nie. Und das wäre vor 10 Jahren auch unvorstellbar gewesen, so unvorstellbar wie der Umstand, dass es rechts von der CSU eine Partei gibt, die sie in diesem reichen Musterstaat in manchen Stimmbezirken überflügelt. Die Söder-CSU macht es wie die bayerische SPD und vertagt die Debatte über ihr desaströses Ergebnis bei der Kommunalwahl in fernste Zukunft.

Und dann ist da noch die Reform der Krankenkassen, die deutsche Familien staatlich gewollt betrügt und den Bund von den Lasten seiner bevorzugten Kostgänger im Bürgergeld weitgehend entlastet. So entbindet man die Ministerien von der Unzumutbarkeit, das Geld, das die gesetzlich Versicherten zusätzlich ausgeben müssen, selbst einzusparen. Wie kann man so etwas beschließen, das weiten Teilen der eigenen Wählerschaft ins Gesicht spuckt, und glauben, das sei akzeptabel?

Was ich mich frage, ist: Ist das Desaster, das wir erleben, der synchrone Untergang von drei früheren Volksparteien und der Aufstieg einer einzigen Volkspartei, die vom sächsischen Automechaniker bis ins angeblich grüne Berlin die stärkste Kraft werden kann – ist dieses Desaster etwas, das man angesichts der eigenen Machterhaltung für die kommenden Jahre akzeptiert? Oder ist das etwas, das die Beteiligten hinter ihren Schranken, Mitarbeitervorzimmern und Gremienabsprachen grundsätzlich nicht mehr verstehen?

Meine Befürchtung ist, dass wir es mit der zweiten Variante zu tun haben, denn schon die FDP ist mit der Ampelregierung lieber untergegangen, als frühzeitig Grenzen zu ziehen: Sie ist heute APO, dafür ist Ferda Ataman immer noch Antidiskriminierungsbeauftragte, “ angeblich kann man das Geschlecht wechseln und sicher Haschisch konsumieren.

Wir haben ein drohendes Verbrennerverbot, den Niedergang der Autoindustrie für Klimaziele, für die uns die Welt auslacht, und all die Kaskadeneffekte vom Zulieferersterben bis zu sinkenden Hauspreisen. Die Vorstellung, in einem kollabierenden Immobilienmarkt zwangsweise energetisch sanieren zu müssen, ist etwas, das man bei der Weißwurst nicht erklären kann. Diese Politik ist für die Menschen ein persönlicher Albtraum und die Gefährdung ihrer privaten Existenz. Sie haben Angst und nicht den Eindruck, dass diese Angst verstanden wird.

Das bedeutet, dass sie ein Haus kaufen wollen, heiraten, Kinder in Schulen schicken, in denen Deutsch nicht optional ist, und ihr Erspartes nicht in ein Auto stecken, das drei Nettojahresgehälter nach allen Abzügen kostet, nur damit es mit Strom fährt.

All das, was die Regierung begünstigt – illegale Einwanderung, fortgesetztes Afghanen-Einfliegen, Syrer-nicht-Heimschicken, Elendsverwaltung, Sozialbetrug, Beamtenwasserköpfe mit immensen Privilegien, aufgeblähte Ministerien und Bürokratie, die an den eigenen Vorschriften erstickt und nicht mal mehr in der Lage ist, für sicheren Nahverkehr zu sorgen – wollen sie nicht. Das wählen sie nicht. Sie sind damit nicht rechts, sie verlangen nur das, was früher in jedem Parteiprogramm der Volksparteien stand. Sie wollen in Frieden in ihrem hübschen Dorf im September ein Weinfest bei der Freiwilligen Feuerwehr abhalten. Was trägt die Politik in Berlin zum Gelingen bei?

Nichts. Nur noch mehr Schulden zum Stopfen von Löchern und Aufgaben für die Kommunen zur Lösung globaler, zu uns eingeladener Krisen. Man lädt alles bei Dörfern ab, die keinen Wohnraum für die eigenen Bewohner mehr haben.Wir haben eine Staatsquote höher als in China, wir bezahlen Entwicklungshilfe für die Raumfahrtnation Indien, wir nehmen Rekordschulden auf. Wieso glaubt diese Blase in ihren Berliner Büros, die Menschen würden sich am Weißwurststand auf dem Wochenmarkt treffen und sagen: Hurra! Endlich eine Regierung, die die richtigen Reformen anpackt und die Weichen für die Zukunft stellt.

Es mag Journalisten geben, die es als ihre Aufgabe betrachten, diesen Beutestaat weiter zu verteidigen, weil alles andere mit einer Schwefelpartei schlimmer ist. Aber ich habe aufgegeben. Ich kann das nicht. Es ist völlig unmöglich. Das Land ist in Ordnung, die Menschen sind gut – was eine umfassende Reform braucht, ist das abgekapselte System in Berlin, das glaubt, es könnte tun, was ihm passt, und es würde am Ende schon damit durchkommen. Die Leute würden sich schon beruhigen.

Was geht in diesen Politikerköpfen vor? Was haben die mit dem Land zu tun, in dem Bäckereien reihenweise an den Energiepreisen zugrunde gehen? Welche Relevanz wird Menschen jenseits von Strategiekonzepten der eingekauften Agenturen zugestanden? Ich habe den Betrieb von innen durchaus erlebt, und natürlich muss man Kompromisse machen. Aber inzwischen wird nicht mehr überzeugt, sondern auf fundamentale Zweifel mit immer mehr Selbstüberzeugung reagiert. NGOs framen klassische Lebensmodelle als Gefahr für die neue Gesellschaft. Der Bürger wird als faul und unwissend beschimpft, verbreitet schlechte Laune und muss Abstriche hinnehmen. Der Unternehmer soll 1000 Euro zahlen. Wenn es keine Wohnungen gibt, gibt es keine Wohnungen. Es wird keine Steuererhöhungen geben, aber eine Zuckersteuer wird nicht erhöht, sondern gleich neu erfunden.“

Die komplette Kolumne:
https://www.welt.de/kultur/stuetzen-der-gesellschaft/plus69f2ed98052adba8a89e5044/umfrage-desaster-pardon-aber-was-geht-in-den-koepfen-dieser-politiker-vor.html

Der „Kommentator Don Alfonso“, heißt mit „bürgerlichem Namen“ Rainer Meyer.
Er ist ein deutscher Journalist und Blogger, der unter dem Pseudonym Don Alphonso (oft auch scherzhaft „Don Alfonso“ geschrieben) bekannt wurde.
Kurz zu ihm:
Schreibt seit vielen Jahren Kolumnen, u. a. für die Zeitung Die Welt
Früher auch aktiv bei Frankfurter Allgemeine Zeitung
Bekannt für seine meinungsstarken, oft polemischen Kommentare zu Politik, Gesellschaft und Internetkultur
Hat eine eher konservativ-bürgerliche Perspektive und tritt häufig kritisch gegenüber linken Positionen und Social Media auf
Sein Stil ist bewusst provokant, manchmal ironisch oder sarkastisch – deshalb polarisiert er stark: Einige schätzen ihn für klare Worte, andere kritisieren ihn für Zuspitzung.

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