„Wir müssen Kriegstüchtig werden“, sagt der Verteidigungsminister und redet davon, dass der Russe 2029 Deutschland angreift. Seine Generäle stimmen ihm zu. Rheinmetall die Waffenschmiede Deutschlands steht auf dem Gaspedal. Das 100 Milliarden Sondervermögen muss schnell ausgeschöpft werden, damit es nicht allzusehr in anderen Kanälen versickert.

Der Russe muss dennoch ein wenig warten, bis die Bundeswehr genügend Kämpfer zusammen hat. Die Zeit wird er uns noch geben. Wird er nicht sagt aktuell ein anderer General. „Er könnte Morgen schon angreifen“ glaubt der hochdekorierte Soldat und wippt unruhig mit den Fußspitzen.
Die Frage nach dem Warum der Russischen Angriffgelüsten stellt hingegen niemand. Egal meinen Viele und weisen daraufhin, dass er es in der Ukraine auch gemacht hat. Eigentlich war es unser Spezialgebiet. Wir standen 1943 vor Stalingrad. Leider oder Gottseidank war das der Anfang vom Ende. Diesmal werden wir Russland den Vortritt lassen.
Nicht wenige stellen sich die Frage, „Was will er denn eigentlich von Deutschland?“ Er möchte seine Großmachtgelüste befriedigen, meinen andere. Wir werden es erfahren. Da sind unsere Strategen einig. Bei all den Horrorvorstellungen, frage ich mich, wie gehe ich mit diesen „Prophezeiungen um. Ein Bunker hab ich nicht und es ist in weitem Umkreis auch keiner zu sehen. Abhauen kann ich nicht, weil das ja 82 Millionen Bundesbürger ebenfalls möchten. Den einzigen Trost, den ich habe ist, dass ich alles hautnah mitbekommen werde. Wie sagte ein Staatssekretär im BMVg: „Wir werden Aufmarschgebiet für die Bundeswehr und die benachbarten Armeen.“
Wenn ich mich recht an meine militärischen Kenntnisse aus 30-Jähriger Bundeswehrzeit erinnere, könnte der Aufmarsch ein perfektes Ziel für Angreifende sein. Dann wäre der Käse schnell gegessen. Bleibt nur die Hoffnung, dass der General mit seiner Prognose „der Russe könnte schon Morgen angreifen“, falsch liegt.
Die Geschwindigkeit mit der sich aktuell Dinge entwickeln und wieder in anderen Richtungen verwickeln, gibt Anlass zu hoffen, das alles auch ganz anders kommen könnte. sig/Foto:Gerdau