Über Hugenotten und Waldenser im Herborner Museum

Eine bemerkenswerte Ausstellung wurde am Sonntag im Herborner Museum in der Hohen Schule eröffnet. Die internationale Wanderausstellung mit dem Titel: „Wurzeln schlagen. Menschen und Pflanzen im Exil“, ist noch bis zum 18. August 2024 zu besuchen.

Die von der damaligen katholischen Kirche als Ketzer verfolgte Waldenser Glaubensbewegung wird in Schrift und Bildern sehr anschaulich geschildert. Das gilt auch für die sogenannten Hugenotten (französische Protestanten), deren Verfolgung 1685 ihren Höhepunkt erreichte. Es setzte eine ungeheure Fluchtwelle in die Protestantischen Regionen Europas ein. Auch in Hessen kann man heute noch starke Spuren dieser unfreiwilligen „Umsiedlung“ erkennen. sig

Kontakt: 02772 573810. Mail: info@museum-herborn.de

Klimakrise: Warum eure Doppelmoral mir auf die Nerven geht

Von Theresa Althaus

WAZ-Volontärin

Der Artikel dieser jungen WAZ-Volontärin hat mir so gut gefallen, dass ich ihn in meinen Blog stellen musste. Er trifft genau den Punkt und lässt sich auf viele unserer Verhaltesweisen übertragen. Erfreulich finde ich es außerdem, dass gerade die WAZ zu diesem Artikel grünes Licht gegeben hat.

sig

Theresa Althaus schreibt: Viele Menschen fliegen regelmäßig in die Ferne, obwohl sie auf Nachhaltigkeit Wert legen.

Viele Menschen fliegen regelmäßig in die Ferne, obwohl sie auf Nachhaltigkeit Wert legen.

Viele Menschen geben an, auf Nachhaltigkeit zu achten – außer, wenn es um eine Sache geht, stellt unsere Autorin fest. Warum sie das stört. Meine Freundin Emma geht schon seit Jahren nicht mehr zu Starbucks. Dort gibt es nur To-Go-Kaffeebecher aus Pappe mit Plastikdeckel, die sind umweltschädlich, sagt sie. Emma achtet auch sonst, wie sie sagt, auf Nachhaltigkeit in ihrem Leben.

Sie wählt die Grünen, fährt mit dem Fahrrad, wenn es geht und mit der Bahn, wenn sie Freunde außerhalb der Stadt besucht. Fleisch isst sie nur in Ausnahmefällen – zum Beispiel, wenn sie in einem neuen Land unterwegs ist und aus Höflichkeit die lokalen Spezialitäten probieren möchte.

Warum werden Flugreisen beim Thema Nachhaltigkeit außer Acht gelassen?

Als ich vor ein paar Monaten mit ihr zum Shoppen in der Stadt verabredet war, probierte sie ein Oberteil bei H&M an. Es stand ihr gut, sie wollte es kaufen. Wir stellten uns an der Kasse an, doch kurz vor dem Kauf überkam sie das schlechte Gewissen: „Ich kann mich einfach nicht überwinden, das zu kaufen“, sagte sie. Sie hängte die Bluse zurück an den Kleiderständer. Wir gingen dann in einen Secondhand-Laden, denn dort einkaufen kann Emma gewissenstechnisch noch verkraften.

Ich finde Emmas Einstellungen gut – wir sind ja unter anderem auch befreundet, weil wir viele Ansichten teilen. Doch stelle ich in den vergangenen Jahren immer öfter fest, dass ein Gedanke mich quält, wenn ich an meine so auf Nachhaltigkeit achtenden Freundinnen und Freunde denke – und damit ist nicht nur Emma gemeint, ich beobachte das bei so vielen anderen jungen Menschen meiner Generation auch: Wieso wird das wohl umweltschädlichste Thema von allen immer außer Acht gelassen? Denn: Während in Emmas Alltag noch nicht mal ein neu gekauftes Kleidungsstück Platz hat, ist Fliegen in ferne Länder ein fester Bestandteil ihrer Identität.

Das Flugzeug gehört zu Emmas Leben so sehr dazu wie ihre wöchentlichen Yoga-Stunden und ihre regelmäßigen Karaoke-Abende mit Freunden. Sie hat mit ihren 26 Jahren schon viel von der Welt gesehen: Wenn ich ihr Instagram-Profil herunterscrolle, sehe ich sie strahlend vor dem Machu Picchu in Peru, surfend auf den Wellen vor Australiens Küste, die Sonne genießend am Strand einer indonesischen Insel. Vergangenes Jahr hat Emma zwei Monate aus Kapstadt gearbeitet – „Workation“ nannte sie das. Wenn ich mir Emmas Leben so anschaue, dann sehe ich Spaß, Abwechslung, Abenteuerlust – und eine unübersehbare Doppelmoral.

Warum wird übers Fliegen auch immer noch so wenig geredet?

Es gibt Menschen, die leben komplett ohne Umweltbewusstsein. Die kaufen bei Billigmarken wie Shein und Temu ein, nehmen das Flugzeug, als gäbe es kein Morgen mehr, essen täglich Fleisch, weil es ihnen schmeckt. Und es gibt Menschen, die sind wie Emma: Sie wissen, dass wir kollektiv als Menschheit etwas an unserem Lebensstil ändern müssen, damit wir die Klimakrise in den Griff bekommen.

Menschen wie Emma kaufen nachhaltiger und bewusster ein, nehmen häufiger mal das Fahrrad oder die Bahn und bringen ihren wiederverwendbaren Becher zum Kaffeetrinken mit. Sollte diesen Menschen nicht bewusst sein, wie groß der Einfluss von Fliegen auf den CO2-Fußabdruck ist? Der ist nämlich so groß, dass kein Fleisch- oder Autoverzicht ihn auch nur ansatzweise wieder wett machen kann. Und ich frage mich, warum darüber immer noch so wenig geredet wird – besonders in der grünen, vermeintlich nachhaltigeren Bubble.

Sagen wir mal, meine Freundin Emma lebt in einer 60-Quadratmeter-Wohnung, sie bezieht Ökostrom, besitzt kein Auto und ernährt sich vegetarisch. Dann kommt sie laut dem CO2-Schnellrechner des Umweltbundesamtes auf einen jährlichen Kohlendioxid-Fußabdruck von 5,80 Tonnen. Das liegt deutlich unter dem deutschen Schnitt von 10,35 Tonnen. Emmas Bilanz sieht gut aus – wäre sie nicht so reiselustig.

„Wir reden beim Fliegen über mehrere Tonnen CO2“

Denn wenn wir Emmas durchschnittliche Flug-Aktivität dazurechnen, ergibt sich ein anderes Bild. Nehmen wir mal an, sie fliegt einmal im Jahr nach Südafrika und wieder zurück (je ungefähr 12 Stunden) und einmal im Jahr nach Brasilien und zurück (auch je ungefähr 12 Stunden). Das sind zwei Flugreisen, 48 Flugstunden im Jahr. Dann liegt Emmas jährlicher CO2-Fußabdruck auf einmal nicht mehr bei 5,80, sondern bei 14 Tonnen. Er hat sich mehr als verdoppelt. Emma verhält sich damit insgesamt deutlich klimaschädlicher als der deutsche Durchschnittsbürger.

Emma würde sagen, dass sie ja in anderen Bereichen auf die Umwelt achtet und damit die Flugreisen, die ihr so wichtig sind, wieder wett macht. Diese Rechnung geht aber nicht auf: Wenn Emma nur noch Secondhand-Kleidung kauft, kann sie laut Statista im Jahr 0,23 Tonnen Kohlendioxid einsparen. Wenn sie komplett auf Fleisch verzichtet, kommen weitere 0,45 Tonnen CO2-Ersparnis dazu. Ähnlich sieht es beim Autofahren aus: Ein paar hundert Kilogramm CO2 kann sie jährlich einsparen, wenn sie die Bahn nimmt. Und ein Mehrweg-Kaffeebecher ist erst dann nachhaltiger als ein Pappbecher, wenn er mindestens fünfzigmal verwendet wird.

Aber beim Fliegen? Da reden wir nicht von ein paar Hundert Kilogramm, sondern von mehreren Tonnen Kohlendioxid. Zu behaupten, man sei an Nachhaltigkeit interessiert, wenn man regelmäßig Reisen in die Ferne macht, ist wie zu sagen, man achte auf gesunde Ernährung, weil man einmal in der Woche von einem Apfel abbeißt – und sonst jeden Tag nur Fast Food in sich hineinschaufelt.

Deutscher Durchschnittsbürger umweltfreundlicher als meine Freundin Emma

Das wird vor allem deutlich, wenn ich Emmas Lebensstil den eines deutschen Durchschnittsbürgers entgegenstelle. Nehmen wir mal an, unser Durchschnittsbürger heißt Markus, ist 45 Jahre alt, lebt in einer 70-Quadratmeter-Wohnung, der Klimawandel ist ihm egal. Er fährt täglich Auto, isst am liebsten Currywurst aus Billigfleisch (wir bleiben mal bei den Klischees) und fliegt einmal im Jahr in den Pauschalurlaub nach Mallorca.

Markus‘ CO2-Fußabdruck liegt laut dem Rechner des Umweltbundesamtes bei 7,80 Tonnen. Das sind über sechs Tonnen weniger als bei Emma. Diese Zahlen zeigen, was für eine Pseudo-Debatte wir hier in Deutschland führen. Es ergibt einfach keinen Sinn, im Alltag einen eigenen Kaffeebecher mitzubringen, wenn man eine Woche später in den Flieger nach Bali steigt, finde ich.

Leute fahren in den Urlaub, um bei Instagram anzugeben

Emma würde jetzt sagen, dass die Reisen außerhalb von Europa unverzichtbar sind, weil sie ihren Horizont erweitern und ihr einzigartige Erfahrungen bescheren. Ich glaube, dass Emma sich damit ein bisschen weit aus dem Fenster lehnt. In unserer globalisierten Welt unterscheiden sich die meisten Länder – zumindest die Großstädte – gar nicht mehr so sehr voneinander. Es gibt überall die gleichen Starbucks- und Zara-Filialen.

Soziale Medien sorgen dafür, dass die Menschen weltweit ähnlichen Modetrends nacheifern und sogar die gleichen Stars verehren – das sieht man zum Beispiel an Sängerinnen wie Taylor Swift, die in Singapur genauso die Stadien füllt wie in Gelsenkirchen. Und wenn man sieht, wie die Touristen-Attraktionen weltweit von Menschenmassen belagert werden, dann ist auch der Ausflug zu den Pyramiden von Gizeh keine lebensverändernde Erfahrung mehr, bei der man das Land und seine Bewohner richtig gut kennenlernt. Ich glaube, viele Menschen möchten dort vor allem hin, um anschließend auf Instagram mit ihren Urlaubsfotos anzugeben.

Wenn Emma diesen Text liest, wird sie vielleicht wütend werden

Die meisten Erwartungen, die wir Menschen an unsere Urlaube haben, könnten auch europäische Reiseziele erfüllen: Zum Beispiel Sonne, Strand, gutes Essen, historische Sehenswürdigkeiten. Ausnahmen gelten für Aufenthalte, die wirklich über eine touristische Reise hinaus gehen – also zum Beispiel Freiwilligendienste oder Auslandssemester. Dann ist man länger vor Ort, lernt Land und Leute kennen und die Flugstunden lohnen sich wieder mehr.

Wenn meine Freundin Emma diesen Text liest, wird sie vielleicht wütend werden. Das kann ich verstehen: Sie verbringt so viel Zeit damit, sich mit dem Thema Nachhaltigkeit auseinander zu setzen. Warum soll gerade sie jetzt kritisiert werden, obwohl andere Menschen noch weniger auf die Umwelt achten? Weil Emma, wenn es ihr mit dem Thema Nachhaltigkeit ernst wäre, versuchen würde, auf Fernreisen zu verzichten – oder zumindest noch eine Nacht darüber schlafen würde, bevor sie ihre nächste Flugreise bucht. Das bringt am Ende nämlich mehr als Starbucks wegen seiner Pappbecher zu boykottieren. Quelle: WAZ

Sind Leitmedien noch unabhängig?

Zu einem Pressesymposium mit dem Thema „Politisch motivierte Verfolgung von Aufklärern und Hinweisgebern“ lud „Axion Resist“ (Gießen)am Freitag in das Hotel Achat in Wetzlar ein.

„Axion Resist“ ist ein Zusammenschluss von Psychologen, Anwälten, Forensikern und Wissenschaftlern. Sie will nach eigenen Angaben Betroffene unterstützen und sich für den Schutz von Gesundheit, insbesondere Kindergesundheit einsetzen. Darüber hinaus ist Freiheit und Rechtstaatlichkeit eines ihrer Hauptanliegen, indem sie aufgrund von wissenschaftlich fundierten Erkenntnissen auf gesellschaftliche und institutionelle Defizite und systemische Missstände aufmerksam macht.

Die Moderation der Veranstaltung hatte der Naturwissenschaftler und Professor für DDV/Informatik, MWGFD-Mitglied Professor Dr. Aris Christidis übernommen. In seiner Einführungsrede machte er deutlich, dass Axion die mediale Vorverurteilung auf Schärfste anprangert. Es sei alleine die Aufgabe der Gerichte die Schuldfragen zu klären. Den Medien schrieb er ins Gebetbuch, sich bis zum Urteilsspruch ihre Unparteilichkeit zu bewahren, wollten sie nicht in den Ruf als Initiators von Schauprozessen geraten.

Prof. Dr. Aris Christidis (links) mit Dr. Andrea Christidis

Dr. Andrea Christidis, die Gründerin von Axion Resist, verdeutlichte am eigenen Beispiel „was es heißt Missstände aufzudecken. Unsägliche Denunziationen und Verfolgungen müsse man hinnehmen und die vom „tiefen Staat“ (engl. Deep State) unterwanderten Behörden verunglimpfen Kritiker öffentlich oder sie beschuldigen sie fingierter Straftaten, um von eigenen illegalen Machenschaften abzulenken“, sagte die Frau, die sich nach eigenen Schilderungen als Zielscheibe betrachtet.

Die Verflechtungen der Presse in Verbindung mit Denunziation-Netzwerken ließen keine Unabhängigkeit bei den Leitmedien mehr erkennen. Um sie (Andrea Christidis) mundtot zu machen zögen sich Vorwürfe und Strafanzeigen wegen Titelmissbrauch wie ein roter Faden durch ihr berufliches Leben. Dies ginge sogar so weit, dass Interpol eingeschaltet wurde, um zu beweisen, dass sie ihre Titel als Familientherapeutin und forensische Psychologin zu Unrecht benutze.  

Die Gründerin der „Stattzeitung. org“ Stef Manzini erklärte, dass sie mit ihrem dreiköpfigen Team den Menschen eine Zweitmeinung nahebringen wolle. „Der Fall Johanna Findeisen (Die Basis), der von der Justiz eine Nähe zur Reichsbürgerszene zum Vorwurf gemacht werde, zeigt eindrucksvoll wie einseitige Stimmungsmache in den Qualitätsmedien funktioniert“.

Von links: Professor Dr. Martin Schwab, Dr. Heinrich Fichtner, RA Edgar Siegmund, Aris und Andrea Christidis, Stef Manzini und RA Katja Wörmer.
Professor Dr. Martin Schwab

Joachim Schäfer (hessencam) und Pastoralreferent in der kath. Domgemeinde Wetzlar wollte wissen, wie Professor Dr. Martin Schwab (Die Basis) seine Tätigkeit als beamteter Universitätsprofessor mit der Funktion als Strafverteidiger unter einen Hut bekomme.

Das Mitglied des Vereins der „Mediziner und Wissenschaftler für Gesundheit, Freiheit und Demokratie“ (MWGFD) belehrte Schäfer, dass der Gesetzgeber dies ausdrücklich bestätige.

Dr. Heinrich Fiechtner (rechts) im Interview

Einen weiteren Gast in der Podiumsbesetzung, Dr. Heinrich Fiechtner, kann man mit Fug und Recht als schillernde Persönlichkeit bezeichnen. Der ehemalige Landtagsabgeordnete und AfD-Politiker aus Baden-Württemberg errang spektakuläre Aufmerksamkeit als er im Juni 2020 wegen mehrerer Ordnungsrufe aus der Landtagssitzung ausgeschlossen und schließlich von Beamten aus dem Sitzungssaal getragen wurde. Der Hämatologe, internistische Onkologe, Palliativmediziner und parteilose Politiker machte auch in Wetzlar kein Hehl aus seiner politischen Einstellung. Zeitungen hätten berichtet, er habe Hitlers „Mein Kampf“ mit dem Koran verglichen und für das angebliche Zeigen des Hitlergrußes (ihm fehlt von Geburt an die rechte Hand) bekam er in zwei Strafverfahren Geldstrafen in Höhe von 72.000 und 13.500 Euro. Beide Urteile seien jedoch noch nicht rechtskräftig.

Der Name von AXION Resist setzt sich zusammen aus Axion, ein hypothetisches Elementarteilchen und Resist=Widerstand leisten. sig/Fotos: Gerdau

Herborner Bürgermeisterkandidat im Gespräch

Aufmerksam folgte Michael Scheld (Bildmitte) den Ausführungen einer Herborner Stammtisch-Runde. Der 47-jährige gebürtige Hörbacher wird im kommenden Jahr am Sonntag 4. Mai für das Amt des Herborner Bürgermeisters kandidieren. Scheld beantwortete bereitwillig Fragen aus der Runde und stellte schließlich fest, dass er sich im Falle seiner Wahl auf die neue Aufgabe freue.

Morgen, am 03. August wird Michael Scheld von 10 bis 12 Uhr am Herborner Getränkemarkt Hoffmann im Gewerbepark unterer Au 12 (neben Lidl) Fragen interessierter Passanten beantworten. sig/Foto: Gerdau

Präsidentschaftswechsel beim Lions Club „Herborner Schloss“

Den Präsidenten-Staffelstab des Lions Club „Herborner Schloss“ übernahm Sina Albert anlässlich einer Wanderung im Breitscheider Wald. Unter dem Motto „Lionsfreunde & Family war ein buntes Völkchen mit Kindern und Hunden per Pedes unterwegs. Da auch das Wetter den Lions gut gesonnen war, konnte nichts mehr schief gehen. Beim gemütlichen Beisammensein im Flughafenrestaurant „Cockpit“ auf der Breitscheider Hub, konnte danach der formelle Akt der Präsidentschaftsübergabe 2024/2025 von Marion Krege an die neue Präsidentin Sina Albert erfolgen. Papstpräsidentin ist fortan Marion Krege und das Amt des Lions Club Herborner Schloss-Vizepräsident hat Jörg Albrecht übernommen.

Marion Krege (links) übergibt an Sina Albert Foto: Lions

Die Herborner Schloss-Rallye findet am 22. September 2024 wieder mit Start und Ziel in der Herborner Altstadt statt. Bereits schon jetzt laufen die Vorbereitungen durch die Mitglieder des Clubs.

Ich bin die Zeit.

Mein Reich ist klein und unabschreitbar weit.
Ich bin die Zeit.
Ich bin die Zeit, die schleicht und eilt,
die Wunden schlägt und Wunden heilt.
Hab weder Herz noch Augenlicht.
Ich kenn die Gut‘ und Bösen nicht.
Ich trenn die Gut‘ und Bösen nicht.
Ich hasse keinen, keiner tut mir leid.
Ich bin die Zeit.

Zeitlos

Da ist nur eins, – das sei euch anvertraut:
Ihr seid zu laut!
Ich höre die Sekunden nicht,
Ich hör‘ den Schritt der Stunden nicht.
Ich hör‘ euch beten, fluchen schrei’n,
Ich höre Schüsse zwischendrein;
Ich hör‘ nur Euch, nur Euch allein …
Gebt acht, ihr Menschen, was ich sagen will:
Seid endlich still!

Ihr seid ein Stäubchen am Gewand der Zeit, –
Lasst euren Streit!
Klein wie ein Punkt ist der Planet,
Der sich samt euch im Weltall dreht.
Mikroben pflegen nicht zu schrei’n.
Und wollt ihr schon nicht weise sein,
Könnt ihr zumindest leise sein.
Schweigt vor dem Ticken der Unendlichkeit!
Hört auf die Zeit!

Von Erich Kästner

Sehnsucht nach Deutschlands Norden

Sehnsucht nach Deutschlands Norden

Von Siegfried Gerdau

Es ist Anfang Juni und die Autobahnen Richtung Nordfriesland sind noch normal zu befahren. Baustellen gibt es dennoch zur genüge, aber wenn man sich Zeit für einen wochenlangen Urlaub gemehmigt, steckt man auch kleine Staus locker weg.

Klar kann man eine Strecke wie die geplante von Herborn nach Dagebüll in einem Stück fahren. Muß man aber nicht, es geht ja um Erholung, Spaß und ums Reisen und nicht ums Rasen. Eine Übernachtung planten wir 25 Kilometer oberhalb von Osnabrück am Alfsee in Rieste.

Am Alfsee bei Riste

Der Reisemobilhafen am Alfsee-Center gehört zu dem Campingplatz Alfsee Ferien- und Erlebnispark und der soll nach eigenen Angaben einer der führenden Plätze Europas sein.

Die 23 Euro für die Nacht waren sicher angemessen, aber von den tollen Angeboten nutzt man logischerweise bei einer Übernachtung nicht allzuviel. Die Fähre von Wischhafen nach Glückstadt konnten wir ohne anzuhalten befahren. Das haben wir noch nie erlebt.

Die Elbfähre bei Wischhafen

Zwar war die Strecke nach Wischhafen mit Umleitungen nur so gespickt, aber den Elbtunnel wollten wir uns auch diesmal nicht antun. Die Strecke entlang der Küste durch Dithmarschen, vorbei an Büsum und Husum, konnte entspannter nicht sein.
Da wir grundsätzlich mit dem Wohnmobil nicht schneller als 100 km/h fahren, kann man immer wieder auch mal ein Blick in die Landschaft werfen. Es kommt sofort das Gefühl auf, das Meer schon zu riechen. Nur noch wenige Stunden bis Dabebüll, das Tor nach Amrum und Föhr.

Der neue Reisemobil-Hafen in Dagebüll

Der neue Wohnmobilhafen „Ankerplatz am Deich“ unweit der Mole ist mit seinen 142 Plätzen auf Schotterrasen aufs Feinste hergerichtet. Die Gebührenabrechnung funktioniert wie mittlerweile an vielen Orten ausschließlich auf digitalem Wege.Auch hier waren 26 Euro für die Nacht durchaus angemessen (Strom exklusive).

Auf der deutschen Trauminsel Amrum trafen wir alte Freunde und wir ließen es uns bei einem schmackhaften Essen in Steenodde beim „Likedeeler“ gutgehen.

Fähre nach Amrum und Föhr
Beim Likedeeler

Die Überfahrt mit Zwischen-Anlegen in Föhr, ist mit knapp 45 Euro Hin-und Zurück (2 Personen) durchaus erschwinglich. Auch die das Meer meinte es gut mit uns und war ausgesprochen friedlich. Die Insel ist, zumindest was wir davon sahen, wunderschön. Einen längeren Urlaub auf dem einzigen Campingplatz „Dünen Camping Amrum“ können wir uns jedoch nicht vorstellen. Man ist halt sehr von der Welt abgeschnitten und immer auf die Fähre angewiesen.

Ohne Reservierung geht es heute auf Camping-und Stellplätzen nicht mehr. Ausnahmen bestätigen die Regel aber die schönen Zeiten mit „einfach Anfahren“ und einchecken sind vorbei. Den alten Wohnmobilisten wie uns gefällt das nicht. Es ist einfach ein Einschnitt in die ehemals große Freiheit. Auch auf „unserem Platz Eiderblick“ in Tönning ist das nicht anders.

Auf unserem Stellplatz

Wir hatten schon Monate vorher unseren Ideal-Stellplatz gebucht und sind nach fast fünf Wochen immer noch glücklich damit.

Unzählige Male musste ich den Neuankömmlingen Hilfe beim elektronischen Einchecken leisten. Das Procedere ist grundsätzlich einfach,…wenn man weiß wie es funktioniert. Es erinnert stark an einen Fahrkartenautomaten. Komplettes Scheitern ist jedoch unmöglich. Es bleibt immer noch der Weg zur Rezeption des um die Ecke liegenden Basis-Campingplatzes „Comfort-Camping Eider“. Die Mannschaft um Chef Walter Simon ist ausgeprochen freundlich und hilft höchst professionell in jeder Stituation.

Zum Platz gehört auch ein guter Imbiss, der vom Sohn des Chefs, einem gelernten Koch, perfekt geführt wird.Zu dem Freizeit-Ensemble gehört ein weiterer Stellplatz, „Kapitänshaus“. Dort finden die Dickschiffe ab 7,50 Meter einen Platz. Ganz in der Nähe des Stellplatzes „Eiderblick“, hinter dem Deich, punktet Tönning mit einem feinen Freibad.

Tönninger Strandbad

Wer nach einem erfrischenden Badetag Hunger bekommen hat, kann oberhalb der Anlage in dem griechischen Lokal „Poseidon“ sehr lecker Essen.

Das Tönninger Strandbad, nur wenige  Meter entfernt, Ist für Eltern mit Kindern ein Paradies. Während die Kleinen sich im Sand und an den Spielgeräten verlustieren, können sich Mama und Papa ein kühles Blondes und ein kleines Gericht in der Strandbar bei Christian genehmigen. Fahrräder gehören selbstverständlich zur Grundausstattung eines Campers. Hier oben im hohen Norden sind sie fast Pflicht. Kilometerlange Radwege der Traum eines jeden Pedalritters laden zum Biken ein. Eine gemütliche Tour zum Eidersperrwerk oder der malerischen Holländerstadt „Friedrichstadt“, ist auch für Ungeübte locker zu bewältigen. Zuvor muss man jedoch unbedingt das historische Städtchen Tönning besuchen.

Wochenmarkt auf dem Tönninger Marktplatz

Der alte Marktplatz von 1595 mit dem reich verzierten Brunnen und der darüber wachenden St. Laurentius Kirche mit ihrem 62 Meter hohen Turm und dem ausgemalten Tonnengewölbe, ist eine Wucht. Bis 1735 gab es ein Schloß in der Stadt im heutigen Stadtpark. Ein prachtvolles Modell aus Edelstahl ziert heute den nördlichen Eingang der Stadt auf einer Verkehrsinsel.

Modell des Tönninger Schlosses.

Tönnig hat wohl den schönsten Hafen an der nordfriesischen Küste.

Er hatte einst für die gesamte Region eine herausragende Bedeutung. Heute ist er Heimathafen für viele Sportboote. Die alte Holzschiff-Werft ist sowohl ein kulturelles als auch kulinarisches Highlight. Die Fischereigenossenschaft an dem historischen Hafen lockt mit fangfrischen Produkten. Wer sich den Wind auf See um die Nase wehen lassen will, entert den Adler II, der dreimal täglich seine Gäste zum Eidersperrwerk und durch die Schleuse in die Nordsee bringt. Mit etwas Glück kann man auf einer dieser Schiffstouren auch auf den Sandbänken (bei Ebbe) possierliche Seehunde beobachten.

Der historische Hafen

Tönnig hat einen kleinen Bahnhof, von dem jede Stunde ein Zug Richtung Husum oder St. Peter-Ording geht. Daneben gibt es gute Busverbindungen ins Umland und sogar einen „Rufbus“ welcher für wenig Geld auch individuelle Ziele ansteuert.

Tönnig fehlt zwar einü Meeresstrand, aber dafür fließt dort die 188 Kilometer lange Eider vorbei. Mit rund 300 Metern Breite ist sie hier kein kleiner Fluss. Über  hunderte Windkraftanlagen, vorzugsweise auf Dithmarscher Gebiet, kann man geteilter Meinung sein und ist es auch.

Die Eiderstädter, mit ihrer Kreisstadt Husum, haben sich bisher erfolgreich gegen den Bau der Stromerzeuger auf ihrer Halbinsel gewehrt.

Blick auf die Eider

Wir hatten in diesem Jahr an vielen Tagen richtig viel Regen. Deswegen Langeweile? Fehlanzeige! Wer die nordische Gastfreundschaft sowie gutes Essen und Trinken schätzt, kommt immer wieder. Die frische Brise und eine Ruhe sagenhafte Ruhe, bei der man die Seele baumeln lassen kann, machen einen Aufenthalt zur runden Sache. Moin aus Nordfriesland und der Halbinsel Eiderstedt, es lohnt sich. Fotos: Gerdau

Trauer Begleitung

Mit der Trauer nicht alleine sein


Trauer heißt Abschied nehmen – und das braucht Zeit und eine gute Begleitung. Eine Trauergruppe im Evangelischen Dekanat an der Dill bietet jeweils montags von 16.30 bis 18 Uhr einen geschützten Raum für Trauernde an. Die Gruppe ist offen für Frauen und Männer, die ihren Ehepartner oder Lebensgefährten verloren haben und die darüber mit anderen Betroffenen ins Gespräch kommen möchten. Der Verlust sollte bei Beginn der Trauergruppe mindestens vier Monate zurückliegen.

Die Gruppe besteht aus sechs bis maximal acht Teilnehmenden und zwei Trauerbegleiterinnen. Die Trauergruppe trifft sich voraussichtlich an sechs Terminen. Veranstaltungsort ist das Evangelische Dekanat an der Dill, Am Hintersand 15, 35745 Herborn.


Hier die Übersicht der Termine:

Die Termine sind jeweils montags von 16.30 bis 18 Uhr am 26. August, 9. September, 16. September, 30. September, 14. Oktober und schließlich am 28. Oktober 2024.


Für die Teilnahme an der Gruppe ist ein individuelles Vorgespräch mit den beiden Trauerbegleiterinnen erforderlich. Interessenten werden gebeten, Kontakt aufzunehmen mit Pfarrerin Bettina Marloth, Telefon 02772 / 58 34 – 290 oder per E-Mail unter bettina.marloth@ekhn.de  

Die Teilnahme an den Treffen ist kostenfrei. Das Angebot ist grundsätzlich für alle Menschen offen, unabhängig von ihrer Konfession und Glaubenseinstellung.



 

Holger J. Becker-von Wolff

Telefon 0 27 72 / 58 34 – 220

Mobil/WhatsApp: 0160 / 914 82 187

Mail:  info@ev-dill.de

 

 

 

Friedrich-Wilhelm Bieneck sagt Tschüss

Mit Pfarrer Friedrich-Wilhelm Bieneck ist am 1. November 2020 ein sehr erfahrener Seelsorger nach Breitscheid und Medenbach gekommen. Am Sonntag, 7. Juli 2024 heißt es um 14 Uhr Abschied nehmen, denn der Pfarrer hat mit seinen 66 Jahren den Ruhestand erreicht. In einem Kirchspielgottesdienst in der Evangelischen Kirche in Breitscheid wird Pfarrer Bieneck verabschiedet. Bieneck war zuvor über neunzehn Jahre Pfarrer der Paul-Gerhardt-Gemeinde in Wiesbaden. Sechsunddreißig Jahre war er als Seelsorger tätig.

Pfarrer Friedrich-Wilhelm Bieneck

„Es war für mich eine Freude, dass ich gleich zu Anfang meines Dienstes in Breitscheid und in Medenbach einen Sonntagsgottesdienst feiern durfte. Ein herzliches Anliegen war es von mir, das Wort der Bibel als lebendiges Gespräch von Gott mit uns Menschen in unserer Zeit und für unseren Alltag zu hören und zu verstehen“, sagt Pfarrer Bieneck, der als beauftragter Pfarrer in Gießen wohnte und zu den Diensten nach Breitscheid und Medenbach gependelt ist. Die vorherigen neunzehn Jahre war Friedrich-Wilhelm Bieneck mit Herz und Seele Pfarrer der Paul-Gerhardt-Gemeinde in Wiesbaden gewesen. „Im Frühjahr 2020 hatte ich ein Gespräch mit der Pröpstin für Nord-Nassau und gefragt, wo ich im hiesigen Gebiet in einer Kirchengemeinde gebraucht würde und arbeiten könnte. Sie hat mir Breitscheid und Medenbach genannt. Von Anfang an war ich hier sehr freundlichen Menschen begegnet. Mit ganzem Herzen danke ich Ihnen für die zurückliegenden Jahre“. Pröpstin Sabine Bertram-Schäfer wird ihn im Gottesdienst von seinem Pfarrdienst entpflichten und Dekan Andree Best will ihm für seinen Dienst im Evangelischen Dekanat an der Dill danken.   

Gerne erinnert sich Pfarrer Friedrich-Wilhelm Bieneck an die Weihnachtsgottesdienste zur Corona-Zeit: An Heilig Abend hat ein Open-Air-Weihnachtsgottesdienstin Medenbach am Weihnachtsbaum vor der Feuerwehr stattgefunden und in Breitscheid wurde der Weihnachtsgottesdienst ebenfalls als Open-Air im Kirchhof der Breitscheider Kirche gefeiert.

Foto: Sonja Leuthäusel

Text: Holger J. Becker-von Wolff


Öffentlichkeitsreferat für das

Evangelische Dekanat an der Dill

Am Hintersand 15

35745 Herborn

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Lightroom ChurchSKY&SEA: Chillen am WeiherChillen am Heisterberger Weiher – das wird schön! Für Samstag, 6. Juli 2024, lädt die Evangelische Jugend im Dekanat an den Heisterberger Weiher ein. Es gibt Strand, Wasser und viele Angebote. Der Tag klingt mit einer Party aus.Der Sommer kann kommen, alle Klausuren sind geschrieben und wer Lust hat, schon vor den Ferien den Sommer zu genießen, ist bei „Sky&Sea“ genau richtig! Am Samstag, 6. Juli 2024 startet ab 12 Uhr das „Sky&Sea“ – ein Jugendevent für alle Jugendliche ab 13 Jahre als Open Air am Heisterberger Weiher. Wer mag, kann dort ohne einen Hauch von Langeweile den ganzen Tag verbringen. Es gibt einen Open-Air-Gottesdienst, einen Menschenkicker, ein Bungee-Run, verschiedene Workshops oder auch einfach die Möglichkeit zu baden und die Zeit mit Freunden am Weiher zu genießen. Am Abend startet eine Party mit einem DJ. So lässt sich bis zum Sonnenuntergang feiern. „So ein ganzer Tag mit verschiedenen Menschen am Weiher ist schon ein wirklich cooles Erlebnis“, sagt Gemeindepädagogin Isabelle Schreiber, die diesen Tag mit dem Team der Jugendkirche „Lightroom Church“ gestaltet. „Einfach da sein und machen, worauf man Lust hat – eben unsere Idee: Dein Sommertag am See!“ Der Eintritt ist frei, es wird um eine kleine Spende gebeten, um das Event zu finanzieren.» Kontakt:Lightroom ChurchIsabelle SchreiberTelefon 0 27 72.58 34-283isabelle.schreiber@ekhn.de


Holger J. Becker-von Wolff
Öffentlichkeitsreferat für das
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