Besuch in der Weinbar Anno 1445 – Ein Stück Paris in Herborn

Bei seinem Besuch in der Weinbar Anno 1445, die sich im ältesten Haus Herborns befindet, durfte der Herborner Bürgermeisterkandidat Michael Scheld (parteilos) einen wahren Herzensort kennenlernen. Seit Juni 2024 betreibt der Eigentümer Shqiperim Kraki dieses historische Kleinod mit viel Leidenschaft und einem klaren Konzept: eine Weinbar mit Events, erlesenen Weinen und passender kulinarischer Begleitung.

Der innovative Gastronom, der lange in Paris gelebt hat, möchte ein Stück französische Lebensart nach Herborn bringen. „Mein Ziel ist es, die Menschen am Wochenende vor die Tür zu bringen, die Stadt zu beleben und Begegnungen zu schaffen“, erklärte er mir. Das ist ihm bereits gelungen: Die Weinbar zieht ein bunt gemischtes Publikum an, von jung bis alt, und schafft eine besondere Atmosphäre. Für den Betrieb beschäftigt er eine Vollzeitkraft und vier Aushilfen, die ihn bei der Umsetzung seines Konzepts unterstützen.

Michael Scheld (links) im Gespräch mit Shqiperim Kraki

„Ich habe dieses Projekt für meine Altersgruppe aus Liebe zu Herborn umsetzen wollen“, sagte er mir. Sein Konzept ist es, dass sich Gäste fühlen, als wären sie bei ihm zu Hause – entspannt, willkommen und mit dem Wunsch, wiederzukommen.

Besonders beeindruckt hat mich sein Engagement für Herborn. Trotz eines beruflichen Hintergrunds als Industriemechaniker hat er den Schritt in die Gastronomie gewagt und zudem mit „Flying Mode“ einen innovativen Bartrolley für die Luftfahrtbranche entwickelt. Solche kreativen Unternehmer braucht Herborn.

„Flying Mode“ ein innovativer Bartrolley

Neben seiner eigenen Weinbar macht sich der Gastronom auch Gedanken um das Umfeld: „Ich würde mir wünschen, dass auch der Bahnhofsplatz in Zukunft wieder ein sicherer Ort ist, denn mir ist wichtig, dass alle meine Gäste sicher nach Hause kommen.“ Er erzählt mir, dass sich kürzlich eine Mutter bei ihm bedankt hat, weil es in Herborn wieder eine Möglichkeit gibt, für junge Frauen abends unbesorgt auszugehen.

Für die Zukunft wünscht er sich eine Erweiterung der Außengastronomie, um bereits am Nachmittag Urlaubsflair zu schaffen. Zudem schlägt er vor, den Weihnachtsmarkt auf die Mühlgasse auszudehnen und kleine Straßenfeste zu etablieren. Dafür braucht es eine enge Zusammenarbeit mit der Stadt, einen offenen Dialog und ein unterstützendes Umfeld.

Ich sehe in solchen Projekten große Chancen für Herborn. Unsere Stadt lebt von kreativen Köpfen, mutigen Unternehmern und Menschen, die sich mit Leidenschaft engagieren. Mein Ziel ist es, genau solche Initiativen zu unterstützen – sei es durch vereinfachte Genehmigungen, einen festen Ansprechpartner in der Verwaltung oder die Förderung von Kooperationen zwischen Gastronomen.

Der Besuch hat mir einmal mehr gezeigt: Herborn hat enormes Potenzial – wir müssen es nur gemeinsam nutzen

Die Innere Aufgabe der Gesellschaft

Die stille Resignation in der Bundesrepublik Deutschland – Warum die Masse innerlich schon längst gekündigt hat!

Ein sehr nachdenklicher Beitrag von André Schmitt, einem ehemaliger KSK Elitesoldaten vom Kommando Spezialkräfte der Bundeswehr.

Sie stehen morgens auf, gehen zur Arbeit, machen ihre Pflicht. Sie sprechen freundlich mit Nachbarn, lächeln in der Öffentlichkeit und klicken sich durch die Nachrichten, als wäre alles wie immer. Doch hinter den Fassaden tobt eine Leere, die niemand mehr anspricht. Der innere Ausstieg hat begonnen – leise, still, konsequent. Die Menschen haben nicht protestiert. Sie haben gekündigt. Nicht auf Papier, sondern in sich selbst.

Wer heute durch die Straßen geht, sieht eine Gesellschaft, die funktioniert. Doch das ist nur die Hülle. Im Inneren ist längst etwas zerbrochen. Die Hoffnung, dass es besser wird. Der Glaube, dass jemand zuhört. Die Überzeugung, dass das eigene Tun noch einen Unterschied macht. Es sind nicht die Lauten, die das System kippen. Es sind die Stillen. Die, die nicht mehr kämpfen, sondern sich entziehen. Die, die nicht schreien, sondern innerlich abwinken. Die, die nicht mehr glauben – weder an Politik, noch an Medien, noch an Institutionen.

Der Zustand der Republik lässt sich nicht mehr nur an Wahlbeteiligungen oder Umfragen messen. Man muss in die Augen schauen. In Wartezimmern, auf Bahnhöfen, in Kantinen. Die Sprache ist flacher geworden. Die Gespräche vorsichtiger. Der Blick gesenkter. Und dazwischen: Zynismus. Galgenhumor. Rückzug. Die Menschen wissen, dass vieles falsch läuft. Aber sie wissen auch: Wer etwas sagt, steht allein. Wer widerspricht, verliert. Also macht man weiter – äußerlich. Und stirbt – innerlich.

Diese stille Resignation ist kein Zufall. Sie ist das Ergebnis von Jahren der Enttäuschung. Von Politik, die nicht mehr erklärt, sondern belehrt. Von Medien, die nicht mehr informieren, sondern framen. Von Debatten, die keine sind, weil das Ergebnis schon vorher feststeht. Viele haben lange geglaubt, dass ihre Stimme zählt. Dass ihr Einsatz etwas verändert. Heute glauben sie: Es ist egal. Und dieser Gedanke ist gefährlicher als jeder Wutanfall.

Denn wer sich aufregt, lebt. Wer diskutiert, glaubt noch an Wirkung. Doch wer sich abwendet, ist verloren. Und genau das geschieht gerade. Die Mittelschicht – Rückgrat jeder Gesellschaft – zieht sich zurück. Nicht radikal, sondern rational. Sie engagieren sich nicht mehr. Gründen keine Vereine. Melden sich nicht mehr zu Wort. Sie wissen: Wenn du dich einmischst, wirst du etikettiert. Also bleiben sie weg. Und mit ihnen verschwindet alles, was eine Demokratie trägt: Vertrauen, Beteiligung, Verantwortung.

Der Staat bemerkt diesen Rückzug nicht. Oder schlimmer: Er tut so, als sei alles in Ordnung. Man misst Wohlstand am Bruttoinlandsprodukt, Fortschritt an Gesetzesreformen und Zusammenhalt an Hashtags. Doch das wahre Barometer ist die Seele des Landes – und dort ist es still geworden. Die innere Kündigung ist der Anfang vom Ende. Nicht mit Knall und Chaos. Sondern mit Gleichgültigkeit und Desinteresse.

🇩🇪 Aber wegen diesem politischem Staatsversagen unsere Heimat Deutschland aufzugeben, ist KEINE Option! 🇩🇪

Quelle: Netzfund

Neue Pfarrerin nimmt für zwei Monate den Dienst auf

Dorothee Hagen ist neue Pfarrerin in Herborn-Schönbach, Erdbach und Roth. Die evangelische Theologin nimmt zum 1. April offiziell den Dienst auf. Sie wurde am Sonntag, 23. März 2025 in einem musikalischen Gottesdienst von Pröpstin Sabine Bertram-Schäfer ordiniert und von Dekan Andree Best in den Gemeindedienst eingeführt. Mit dabei waren die Kinder der beiden Kindertagesstätten in Schönbach und Erdbach, es musizierten im Gottesdienst der CVJM Posaunenchor aus Erdbach und Linus Wolf an der Orgel. „Segen ist Zuspruch und Auftrag zugleich“, sagte Pfarrerin Dorothee Hagen und brachte zwei Tassen mit auf die Kanzel. Eine Tasse mit dem Spruch „Du gehörst zu Gottes Bodenpersonal“ sei noch aus ihrer Jugendzeit und erinnere sie gerne an eine Gemeindeaktion als sie Teenie war. Der Schriftzug „Mutmacher“ war auf der zweiten Tasse verzeichnet. Gottes Segen gelte allen Menschen und darf gerne weitergeben werden, sagte Hagen, so werden wir selbst zu Mutmachern für andere. Die neue Gemeindepfarrerin ist keine Unbekannte im Evangelischen Dekanat an der Dill. Dorothee Hagen war zuletzt Vikarin in Siegbach und in Mittenaar-Ballersbach.

Einige Weggefährten begleiteten Pfarrerin Dorothee Hagen bei ihrer Ordination durch Pröpstin Sabine Bertram-Schäfer (beide Bildmitte): Mit dabei Pfarrerin Jelena Wegner aus Siegbach und die Mutter Pfarrerin i.R. Brigitte Hagen (3.v.r.) sowie Studienfreundin und Pfarrerin Eva Mähnert, Dekan Andree Best (2.v.l.), Präses Dr. Wolfgang Wörner (r.) vom Evangelischen Dekanat an der Dill und die Mitglieder des Kirchenvorstandes. FOTO: BECKER-VON WOLFF

Alexandra Georg, die Vorsitzende des Kirchenvorstands, zeigte sich erfreut, dass die Pfarrstelle nach einem knappen Jahr Vakanz wieder besetzt ist. Allerdings sei das wieder von kurzer Dauer. Sie wünschte der neuen Pfarrerin zwei spannende Monate in Schönbach, denn dann greife der Mutterschutz und die Elternzeit. Die Familie erwartet das zweite Kind. „Umso mehr freuen wir uns auf Ihre Wiederkehr und den Einzug in das Pfarrhaus in Schönbach“. Bis Dorothee Hagen mit ihrer Familie in das Schönbacher Pfarrhaus einziehen kann, werde es aber auch noch aus einem anderen Grund etwas dauern: Das Pfarrhaus war neun Jahre vermietet und soll erst noch renoviert werden. 

Die 33jährige Theologin ist verheiratet und Mutter einer dreijährigen Tochter. „Für uns als Familie beginnt dann bald in Schönbach eine neue Zeit als Familie“, sagt Dorothee Hagen, „ich freue mich, in den kommenden Monaten die Besonderheiten der drei Orte kennenzulernen, sei es der Ortsfunk in Schönbach oder die Kirmes in Roth. Und mich faszinieren die schönen alten Kirchen in Erdbach, Roth und in Schönbach – aber zeitgleich auch die Lust der Kirchengemeinde, Neues auszuprobieren“. Die evangelische Kirchengemeinde Schönbach gehört zum Nachbarschaftsraum Herborn-Westerwald-Sinn. Pfarrerin Kathleen Theiß aus Driedorf überbrachte die Grüße aus dem Verkündigungsteam des Nachbarschaftsraumes. „Die Kirchengemeinde Schönbach ist eine außergewöhnliche Kirchengemeinde, ideal für eine Pfarranfängerin“, lobte Dekan Andree Best und dankte dem Kirchenvorstand und der Vorsitzenden Alexandra Georg für die Gastfreundschaft in jeglicher Hinsicht. Pfarrerin Dorothee Hagen dankte ihrerseits für die freundliche Aufnahme, das Vertrauen und das herzliche Willkommen in Schönbach.       



 

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ins „rechte Licht“ setzen




Mitarbeiterbilder machen Unternehmen sympathisch. „Ich habe tatsächlich mit einem echten Menschen gesprochen“, berichtete kürzlich ein Bekannter ganz begeistert von seinem Kontakt mit einem Telekommunikations-Anbieter. Dass ihm schnell und kompetent geholfen wurde, war schon fast Nebensache. Bei aller Technisierung durch Chatbots und KI ist der Kontakt von Mensch zu Mensch immer noch einer der wichtigsten Faktoren bei Verkauf und Service.

Wo immer es geht, möchte sich der Mensch im wahrsten Sinne des Wortes ein Bild von seinem Gegenüber machen. Mit wem habe ich es eigentlich zu tun, wenn ich ein Problem schildere oder nach Informationen frage? Bilder der Ansprechpartner auf der Website, in Social-Media-Profilen oder in den

Geschäftsräumen schaffen Vertrauen und machen das Unternehmen Vertrauen: In allen Filialen der TARGOBANK sind Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit ihren Funktionen auf einer Magnetwand zu sehen.
Die professionellen Aufnahmen werden bundesweit von vor.ort-foto.de organisiert.

Wichtig ist allerdings, dass die Bilder die richtige Ausstrahlung vermitteln. Da reicht es nicht, dass der Praktkant mit dem iPhone die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter „mal eben” ablichtet. So etwas kann leicht den gegenteiligen Effekt haben. In einem Supermarkt bei uns hing zum Beispiel eine ganze Zeit lang ein „Fahndungsfoto“ des Filialleiters neben dem Eingang. Inzwischen scheint es dem Unternehmen aber gedämmert zu haben, dass das keine optimale Lösung war und das Bild ist verschwunden.

Sollen Bilder Vertrauen schaffen, müssen sie professionellen Standards genügen. Das heißt nicht, dass unbedingt im Studio mit perfekter Ausleuchtung gearbeitet werden muss. Das führt sogar eher zu „steifen“ Bildern, denen die Befangenheit der Mitarbeiter anzusehen ist. Es geht viel mehr darum, lebendige, ansprechende Bilder zu schaffen, die dem Unternehmen entsprechen.Dazu braucht es keinen großen Aufwand. Unsere Fotografen kommen ins Büro und arbeiten in der Regel auch mit dem vorhandenen Licht. Eventuell wird noch eine kleine Leuchte oder ein Blitz zum Aufhellen verwendet. Ein geeigneter Hintergrund lässt sich in den meisten Fällen auch finden. Bei mehreren Niederlassungen stellen wir durch ein vorher erarbeitetes Briefing sicher, dass überall die gleichen Standards eingehalten werden.

Sprechen Sie uns an, wenn Ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ansprechend ins Bild gesetzt werden sollen. Wenn Sie vorher einen Blick auf unser Team werfen wollen, können Sie das gerne hier tun.Impressum:

vor-ort-foto.de
EC Public Relations GmbH
Sybelstr. 22 A, 40239 Düsseldorf
AG Düsseldorf HRB 52687
Geschäftsführer: Lutz Cleffmann

Frühling komm bald wieder

Mit einem bunten Frühlingskonzert begeisterten heimische Formationen am vergangenen Sonntag die Anhänger der traditionellen Chormusik. Neben den Gastgebern, dem Gesangverein 1860 Niederscheld in Chorgemeinschaft mit dem MGV Dietzhölzgruß 1863 Frohnhausen, unter der Leitung von Victoria Künstler, gastierten der Frauenchor CremFrech, Herborn, unter der neuen Leitung von Marcin Murawski sowie der Männerchor MGV Liederkranz Guntersdorf 1864 mit dem bestens bekannten Chorleiter Thomas Jopp.

Gemeinsames Abschlusslied aller Chöre

Obwohl die als Turnhalle konzipierte Niederschelder Gemeinschaftshalle nicht die beste Akustik für derartige Veranstaltungen garantiert, erreichten die dargebotenen Stücke dennoch die Herzen der Anwesenden. Der Vorsitzende des Niederschelder Chors Dr. Matthias Wagner begrüßte neben der Vorsitzenden des Dill-Sängerbundes Erika Ghyra auch den Dillenburger Parlamentsvorsitzenden Klaus-Achim Wendel.

Gemeinschaftschor Niederscheld/Frohnhausen

Zum Entrée intonierte der Gemeinschaftschor von Markus Enseroth auf dem Piano begleitet, unter anderem „Jesus bleibt meine Freude“ sowie „Sancta Maria“. Für viele Konzertgäste war der Auftritt der Chorleiterin Victoria Künstler ein Debüt. Leuthold Ortelbach, der seinen Taktstock an Marcin Murawski übergeben hat. singt aber immer noch bei den „Herborner Jugendfreunden“. Er befand sich ebenfalls unter den Konzertgästen.

Mit „I´ve got a feeling“ und dem toll dargebotenen „Lied von den Hühnern“ bewiesen „CremFrech“ dass sie mit ihrem neuen Dirigenten Marcin Murawski von ihrer alte Frische und Pep absolut nichts verloren haben.

ChremFrech in Aktion

Victoria Künstler begeisterte mit ihrem Mezzo-Sopran in einer Soloeinlage „Memory“ aus dem Musical Cats, bevor der Guntersdorfer Liederkranz, dirigiert und performend von Thomas Jopp, neben dem „Nachtgesang“ auch „John Brown`s Body“ darbot.

Victoria Künstler

Von der Pause erfrischt übernahm „CremFrech“ mit „Chim Chim Cherie“, „Ein Löffelchen Zucker“ und dem Zungenbrecher „Supercalifragilisticexpialigetisch“ und erntete dafür großen Beifall.

Ein sehr denkwürdiges und leider in unsere Zeit passendes Stück „Menschen, bewahrt den Frieden“ intonierten mit großem Ernst die Sänger vom Liederkranz. Von den „Dorfrocker“ inspiriert kam Thomas Jopp sehr überzeugend mit dem Solo „Im Dorf wo ich geboren bin“.

MGV Liederkranz Guntersdorf

Der Gemeinschaftschor von Niederscheld und Frohnhausen wünschte sich „Frühling komm bald wieder“ und sang die Empfehlung „Hab Sonne im Herzen“. Mit dem Solo „Gabriellas Lied“ aus dem schwedischen Film „Wie im Himmel“ begeisterte Victoria Künstler erneut mit ihrer wunderbaren Stimme. Die irische Volksweise „Möge die Straße uns zusammenführen“ beendete schließlich ein Konzert, dass einen breiten Liederbogen gespannt hatte. Mit dem gemeinsamen Abschlusslied aller Chöre „Dieser Tag war schön“ entließen die Sängerinnen und Sänger ihr Publikum in die Vorfrühlingssonne. sig/Fotos: Gerdau

Ich denke also bin ich

Sonntagmorgen. Es ist später als ich denke. Die Umstellung auf die Sommerzeit muss erst noch meinen Bio-Rhythmus erreichen. Die Welt hält den Atem an. Zeit zum Aufstehen oder auch nicht. Die grauen Zellen mühen sich die nächtlichen Ausflüge in eine unstrukturierte Traumwelt zu verdauen und eine angepasste Ordnung zu schaffen.

„Der Arme Poet“

Der innere Schweinehund mahnt zur Ruhe. Es ist doch Sonntag. Das System hat mich um eine Stunde betrogen. Also liegenbleiben? Auch der Himmel hat sich die Schlafdecke noch einmal bis zur Nase hochgezogen.

Das Hamsterrad steht sowieso noch still und die Nymphe in ihrem Refugium denkt noch nicht mal daran, sich von ihrer Schlafstange zu erheben. „Cogito, ergo sum“ soll der 1596 bei Tours in Frankreich geborene Philosophen René Descartes vermutet haben. „Ich denke also bin ich“. Dahinter steht die Annahme, dass alles was der Mensch wahrnimmt, angezweifelt werden muss.

Da muss was dran sein. Ich nehme die Uhrzeit zwar wahr, zweifle sie aber zu Recht an. Also Decke zurückschlagen, Kopfkissen geklopft und rein in die Federn. Leider macht der Kopf nicht mehr mit. Das Kino unter der Schädeldecke hat Fahrt aufgenommen und wehrt sich gegen jegliche Inaktivität.

Die Entscheidung muss fallen. Zukunft oder Vergangenheit, das ist die Frage. Nein, um Gottes Willen, nicht in die Zukunft, die ist viel zu düster, sagt der Verstand. Her mit der Vergangenheit, die ist bekannt und im Zweifelsfall immer schön. Offensichtlich bin ich, weil ich denke, aber ich hinterfrage nichts, weil es noch zu früh ist.

René wie geht’s jetzt weiter? Soll ich aufstehen oder liegenbleiben. Ich denke also bin ich. Wieder ein Tag weniger, aber meine ganz persönliche Entscheidung ist gefallen. Ich lasse meinen Tag beginnen und freue mich, dass ich noch bin. sig/Foto: Repro: „Der arme Poet“ von Spitzweg.

Die etwas andere Sporteinheit zum Schutz der Umwelt

Als Herborner Bürgermeisterkandidat und Mitglied des Lauftreff Merkenbach war Michael Scheld am vergangenen Freitag mit den Vereinsmitgliedern im Rahmen der Aktion Saubere Umwelt unterwegs – diesmal nicht nur zum Laufen, sondern auch zum Müllsammeln.

Müllsammeln tat Not. Rechts im Bild Michael Scheld

Früh am Morgen machten sich die Lauffreunde gemeinsam und mit Handschuhen und Müllsäcken ausgestattet, auf den Weg. Während sie Kilometer für Kilometer zurücklegten, sammelten sie weggeworfenen Müll ein und sorgten so für eine saubere Umgebung. Neben der sportlichen Betätigung stand dabei vor allem der Gemeinschaftsgedanke im Mittelpunkt: „Gemeinsam aktiv sein, Verantwortung übernehmen und unseren Herborner Stadtteil Merkenbach ein Stück lebenswerter machen.“

Solche Aktionen zeigen, dass Nachhaltigkeit und Umweltschutz mit Bewegung und Teamgeist wunderbar kombiniert werden können – für unsere Umwelt und für ein starkes Miteinander!

Herbornseelbacher Big Band gastiert in der Kirche

Wenn am Sonntag (6. April 2025) die Big Band unter der Leitung von Erwin Gabriel in der evangelischen Kirche des Herborner Stadtteils Seelbach gastiert, setzt sich der Reigen der Kirchenkonzerte mit den beliebten Blasmusikern fort.

Das Konzert beginnt um 17 Uhr und der Einlass ist frei. Wer möchte kann jedoch eine kleine Spende für sozialdiakonische Aufgaben in der Gemeinde geben.

Die Band, die durch ihren Swing-Musik-Stil über die Grenzen Deutschlands hinaus bekannt ist, hat noch vielmehr drauf und davon kann man sich überzeugen.

In einer Zeit, die vom Medien-Konsum auf dem heimischen Sofa geprägt ist, erhält das Live-Konzert eine ganz besondere Bedeutung. Man kann die nahezu professionellen Musikerinnen und Musiker fast hautnah erleben und den unter die Haut gehenden Sound hören und spüren. Erwin Gabriel, ein Band-Leader der alten Schule, wird auch dieses Konzert in alter Frische perfekt dirigieren und dafür Sorge tragen, dass die ehrwürdige Kirche volltönend beschallt wird. Alleine die Tatsache, dass die Band viele junge Menschen ausbildet und in ihren Reihen behält, ist es Wert diese Tatsache durch einen Konzertbesuch zu würdigen. sig/Foto: Gerdau

Die Beratung in der Spur halten

Die neue Leiterin der Beratungsstelle, Annette Isheim, hat sich auf der Frühjahrssynode des Evangelischen Dekanats an der Dill den Synodalen vorgestellt. Als Nachfolgerin von Pfarrer Jörg Moxter wird sie zum 1. April 2025 die Leitung der Evangelischen Beratungsstelle für Kinder, Jugendliche, Familien und Paare übernehmen. Offiziell eingeführt wird Annette Isheim in einem Gottesdienst am Sonntag, 11. Mai (Muttertag) in der Stadtkirche Herborn.  

Annette Isheim wird die Leitung der Evangelischen Beratungsstelle für Kinder, Jugendliche, Eltern und Paare am 1. April 2025 im „Haus der Kirche und Diakonie“ in Herborn übernehmen.

Die 58Jährige Annette Isheim sagte, sie wolle die Spur halten in der Evangelischen Beratungsstelle. Nach verschiedenen beruflichen Stationen sei sie wieder in Mittelhessen angekommen. Annette Isheim ist in Gießen aufgewachsen. „Nach meinem Studium der Sozialpädagogik in Siegen arbeitete ich zunächst mit psychisch kranken Menschen – in einem psychiatrischen Krankenhaus, in der beruflichen Rehabilitation und im Betreuten Wohnen“, sagte Isheim vor der Synode in Frohnhausen.

Berufsbegleitend hat sie eine Familientherapie-Ausbildung absolviert, sich zur Supervisorin und Mediatorin weitergebildet und noch einen Masterabschluss erlangt. „In den vergangenen 15 Jahren war ich bei einem katholischen Träger in Frankfurt am Main im Team einer Krisen- und Lebensberatungsstelle als psychologische Beraterin tätig. Zugleich war ich dort die Koordinatorin der Telefon-Seelsorge, stand gemeinsam mit über 70 Ehrenamtlichen für Anrufende zur Verfügung, und begleitete die ehrenamtlich Mitarbeitenden in der Ausbildung und in ihrem seelsorglichen Engagement“.

So ist Annette Isheim seit 30 Jahren mit der Begleitung, Betreuung und Beratung von Menschen in unterschiedlichen Lebens-, Problem- und Konfliktsituationen vertraut. „Meine beruflichen Stationen führten von Gießen über Berlin nach Frankfurt. Und jetzt bin ich wieder in Mittelhessen angekommen“, sagt Isheim, die mit ihrem Mann in Herborn lebt. „Wir mögen die Stadt und die Umgebung, fühlen uns hier wohl und heimisch. In Gesprächen im Dekanat, im Team und mit meinem Vorgänger Herrn Moxter konnte ich einen ersten Überblick und eine gute Vorstellung über die Beratungsstelle gewinnen und viele Übereinstimmungen mit meiner eigenen Haltung finden“.

Die vergangenen Aktionen, die das Team durchgeführt hat, insbesondere für Kinder und Jugendliche, haben Annette Isheim sehr gefallen. „Auch ich will zusätzlich zu der psychologischen Beratung Menschen motivieren, aktiv zu werden, in Kontakt zu gehen und etwas zu finden, was sie erfüllt. Familien zu stärken, Zusammenhalt zu fördern und Einsamkeit zu mindern ist mir ein Anliegen, ergänzend zu der Beratungstätigkeit“, sagte Isheim.

Ganz wichtig sei ihr das gemeinsame Wirken im Team. „Wir werden uns in nächster Zeit kennenlernen und unsere Zusammenarbeit gestalten. Beratungsstellen in kirchlicher Trägerschaft bieten kompetente und seriöse Unterstützung und einen geschützten Ort, an dem Menschen mit fachlicher Begleitung Lösungen für Probleme entwickeln und Antworten auf Lebensfragen finden können. So freue ich mich nun sehr darauf, die Beratungsstelle für Eltern, Kinder und Jugendliche, Paare und Erwachsene im Evangelischen Dekanat an der Dill leiten zu dürfen und diese wertvolle Aufgabe in einem erfahrenen und qualifizierten Team aufnehmen und meine Beratungsexpertise, meine seelsorgliche Haltung und meine Leitungskompetenz einbringen zu können. Auch freue ich mich sehr darauf, mit den Kolleginnen und Kollegen im Dekanat zusammenzuarbeiten, mich in beruflichen Netzwerken einzubringen und mich mit den Menschen in der Region zu verbinden“.

Präses Dr. Wolfgang Wörner sagte, die Arbeit der Beratungsstelle sei von großer Bedeutung für das Evangelische Dekanat an der Dill. Er warb für Unterstützung und für Spenden an die Stiftung Familie Leben, die die Arbeit der Beratungsstelle unterstütze. „Wir wollen in die Gesellschaft hinein wirken und Menschen, die in Not sind, helfen“, sagte Wörner. 

Text und Foto: Holger J. Becker-von Wolff

Dekanatssynodalvorstand (DSV). Martin Slenczka rückt nach

Nach knapp vier Jahren ist für Jelena Wegner Schluss: Die Pfarrerin aus Siegbach beendet ihre Mitarbeit im Dekanatssynodalvorstand (DSV). Für sie rückt Pfarrer Martin Slenczka aus Herbornseelbach nach. Er ist für die nächsten zwei Jahre in das Gremium gewählt worden. Präses Dr. Wolfgang Wörner informierte die Synodalen darüber, dass Pfarrerin Jelena Wegner ihre Mitgliedschaft im Dekanatssynodalvorstand wie in der DSV-Sitzung am 20.02.2025 angekündigt zur heutigen Synode beenden möchte.

Der Dekanatssynodalvorstand (DSV) mit ihrem neuen Mitglied Pfarrer Martin Slenczka. Zum Gremium zählen die stellvertretende Dekanin Anja Vollendorf, Pfarrerin Sonja Oppermann, Achim Hartmann, Präses Dr. Wolfgang Wörner, Pfarrerin Kathleen Theiß, Dekan Andree Best, Klaus Best, Jenny Berns und Ralf Schaffner.

Im Anschluss musste für Pfarrerin Jelena Wegner ein neues Mitglied aus der Pfarrerschaft in den Dekanatssynodalvorstand gewählt werden. Dem Wahlvorstand gehörten Monika Tropp, Konrad Schullerus und Mario Passauer an. Vorgeschlagen wurden Pfarrer Martin Slenczka und Pfarrer Joachim Fritz. Pfarrer Joachim Fritz lehnte eine Kandidatur ab.

Pfarrer Martin Slenczka, der ehemalige Jugendpfarrer im Evangelischen Dekanat an der Dill und langjährige Gemeindepfarrer in Herbornseelbach, stellte sich kurz der Synode vor. Gewählt wurde in geheimer Abstimmung. Mit 48 Ja-Stimmen und 2 Enthaltungen votierten der DSV für Pfarrer Martin Slenczka.


Text und Foto: BECKER-VON WOLFF