Am Samstag (16. Mai 2026) laden der Marburger Tenor Hubert Schmid, die
Klarinettistin Regina Rohrer und der Pianist Jonathan Rohrer um 19 Uhr in
den Pfarrsaal Herborn ein. Mit einem abwechslungsreichen Programm feiern die
drei Musiker den Frühling und besingen die Liebe in all ihren Facetten – vom
zarten Entstehen bis zum melancholischen Vergehen.

Im Mittelpunkt des Abends stehen die selten aufgeführten „Sechs deutschen
Lieder für Gesang, Klarinette und Klavier op. 103“ des Kasseler Komponisten
Louis Spohr. Diese 1837 entstandenen Lieder sind ein besonderes Juwel der
Romantik: Spohr, bekannt für seine experimentierfreudigen Besetzungen, schuf
hier ein Werk, das die klangliche Verbindung von Stimme, Klarinette und Klavier
auf einzigartige Weise auslotet. Die Lieder, darunter „Sei still, mein Herz“ und „Das
heimliche Lied“, erzählen von Sehnsucht, Naturverbundenheit und der zarten
Melancholie des Frühlingserwachens.
Umrahmt werden die Spohr-Lieder von Richard Strauss’ sinnlichen
Liedkompositionen, die mit ihrer opulenten Klangsprache und emotionalen Tiefe
das Programm bereichern. Besonders die berühmten Lieder wie „Morgen!“ und
„Cäcilie“ stehen für die unnachahmliche Kunst Strauss’, poetische Texte in Musik
von atemberaubender Schönheit zu verwandeln.
Ein weiteres Highlight des Abends ist Franz Schuberts „Der Hirt auf dem Felsen“
(D 965), eine der letzten und grandiosesten Kompositionen des österreichischen
Meisters. Das Werk, entstanden 1828, vereint Gesang, Klarinette und Klavier zu
einer berührenden Szene: Ein Hirte steht auf einem Felsen, sein Lied hallt durch die
Täler – ein Symbol für Sehnsucht, Natur und die tröstende Kraft der Musik.
Schubert schuf dieses Stück als Hommage an die berühmte Sängerin Anna Milder-
Hauptmann und verband darin Texte von Wilhelm Müller und Helmina von Chézy
zu einem poetischen Dialog zwischen Stimme und Klainette.
Den Abschluss des Konzerts bilden Robert Schumanns „Phantasiestücke für
Klarinette und Klavier op. 73“, interpretiert vom Kovács Duo (Regina und
Jonathan Rohrer). Schumann komponierte diese drei Charakterstücke 1849 in nur
zwei Tagen – ein Zeugnis seiner schöpferischen Leidenschaft. Die Stücke, die von
zarter Innigkeit bis zu feuriger Virtuosität reichen, gelten als Meisterwerke der
romantischen Kammermusik und zeigen Schumanns besondere Vorliebe für die
Klarinette als „Seeleninstrument“.
Karten 12 Euro (8 Euro an der Abendkasse) erhältlich.

Regina und Jonathan Rohrer konzertieren seit Jahren erfolgreich als Duo in ganz
Deutschland und sind für ihre lebendigen, einfühlsamen Interpretationen bekannt.
Ihr Spiel verbindet technische Brillanz mit einer tiefen musikalischen
Verständigung.
Text: Johann Lieberknecht, Kantor Stadtkirche + Theol. Seminar der EKHN Herborn