Seit ein paar Tagen kursiert eine Info im Netz die teils kontrovers diskutiert wird. Es geht um den Waldbrand im Hürtgenwald, der erst vor kurzem gelöscht wurde. Dabei ist weniger der Brand Gegenstand der Spekulationen, sondern eine mögliche Nachnutzung der Fläche zum Bau eines Windparks.
Der Hürtgenwald liegt geografisch im Norden der Rureifel, östlich des Hohen Venns. Er ist Teil des Naturparks Nordeifel, dem Nordteil des grenzüberschreitenden deutsch-belgischen Naturparks Hohes Venn-Eifel. Er befindet sich im Viereck der Ortschaften Eschweiler im Norden, Düren im Nordosten, Simmerath im Süden und Roetgen im Südwesten. Die Gemeinde Hürtgenwald liegt – unter anderem mit dem Ortsteil Hürtgen – östlich seines Hauptkamms.
Während einige User vehement behaupten der mögliche Zusammenhang von Brand und Bauvorhaben sei ein Fake, ergeben sich bei näherer Recherche durchaus einige andere Aspekte. Fakt ist, dass die Gemeinde Hürtgen bereits seit seit Jahren plant, einen „WKA „Windpark Rennweg“ im Bereich der nahegelegenen Fläche am „Rennweg“ zu projektieren. Dagegen laufen parallel einschlägige Bürgerinitiativen Sturm.

Dass das ins Auge gefasste WKA-Vorhaben nicht unbedingt mit der abgebrannten Waldfläche übereinstimmt, wird auch wahrscheinlich so sein. Es liegt aber zumindest nahe dran. Für den Bereich Hürtgenwald / Vossenack wurde 2026 eine WEA des Typs Nordex N163/6.x genehmigt (245,5 m Gesamthöhe). Das zeigt, dass im Gemeindegebiet konkret weitere neue Anlagen genehmigt werden sollen. Auch wenn diese Genehmigungen nicht exakt „Windpark Rennweg“ heißen, sie liegen zumindest in unmittelbarer Nähe.
Dem Zukunftsprojekt steht dem Vernehmen nach noch eine seismologische Station zur Messung der unterirdischen Erdaktivitäten in dem vulkanisch noch inaktiven Gebiet im Weg. Solange die Gemeinde bzw. die genehmigungspflichtigen Behörden sehr sparsam mit exakten Informationen umgehen, bleibt ein „Geschmäckle“ wie der Schwabe sagen würde.
Fakt ist, dass der Brand im Hürtgenwald viele Fragen aufwirft. Nicht wenige Experten sprechen davon, dass der größte Teil aller Waldbrände nicht von alleine entstanden ist. Ob menschliche Dummheit oder Leichtsinn wird wohl nie restlos geklärt werden. Dass der Hürtgenwald von Rehen oder Hasen angesteckt wurde, ist kaum anzunehmen. Die lapidare Erklärung es sei der Klimawandel gewesen ist nicht besonders erfinderisch. Er hat aber mit Sicherheit durch langanhaltende Trockenheit den Großbrand begünstigt.
Fakt ist aber auch, dass im Bereich der Gemeinde Hürtgen und damit zumindest in der Nähe des abgebrannten Waldes Windräder erstellt werden sollen. Einen Zusammenhang der Bauvorhaben und der durch Brand vernichteten Waldfläche muss man aber nicht zwangsläufig sehen. Spekulationen werden dadurch aber nicht aus dem Weg geräumt. sig/Foto: KI