Griechisches Feinkostlokal in neuem Outfit.

Das „Estia“ auf dem Herborner Kornmarkt 12 von Theofania und Vasileios Chatzimanolis, hat seinen Geschäft-und Restaurant-Räumen ein gemütliches Ambiente verpasst. Auch der schön gestaltete Außenbereich lädt in der etwas kühleren Jahreszeit zum Verweilen ein. Vasileios, der sein Kochhandwerk im Schloss-Hotel gelernt hat, verwöhnt seine Gäste mit Leckereien aus seiner griechischen Heimat.

Ein leckerer und vor allem gesunder Snack hat die persönliche Note des Kochs

Neben dem lukullischen Verweilen bei Original griechischem Mokka, einem feurigen Roten oder einem Uzo, kann man griechische Produkte wie kaltgepresstes Olivenöl und vieles mehr erwerben.

Hier bedient der Chef persönlich

Immer mehr Gäste, nicht nur aus Herborn, schätzen den sehr freundlichen Service der Geschwister sowie die liebevoll zubereiteten Gerichte mit dem gewissen Etwas. Das Estia hält was sein Name verspricht. Alles was in Griechenland Familie, Haus und Küche ausmacht, findet man hier unter einem Dach.

Mein Tipp: Unbedingt einkehren, es lohnt sich. sig/Fotos: Gerdau

Romantik pur an der Mosel

Was hat König Ludwig XIV nur geritten als er die Höhenburg Metternich über Beilstein an der Mosel 1689 zerstören ließ. Der französische „Sonnenkönig“ („L’État, c’est moi“) war, so würde man es heute nennen, kriegsgeil. Im Pfälzischen Erbfolgekrieg zwischen 1688-1697 verwüsteten französische Truppen die Kurpfalz und die angrenzenden Gebiete. Dem fiel auch die Beilsteiner Burganlage zum Opfer. Auch der letzte Eigentümer, Fürst von Metternich, baute die Burg nicht mehr auf und somit ist heute noch lediglich die Ruine zu besichtigen. Der 25 Meter hohe Bergfried verschafft Burg Metternich jedoch eine herausragende Attraktivität. Wer es über die teils ausgetretenen Treppen nach oben geschafft hat, wird mit einem unvergleichlichen Blick weit über die Mosel belohnt.

Über der Mosel herüber schaut man auf die Moselkrampendörfer Poltersdorf und Ellenz. Die zusammengehörenden Winzerdörfer sind in die Verbandsgemeinde Cochem eingebunden.

Hier von Ellenz-Poltersdorf hat man den besten Blick auf das „Dornröschen an der Mosel“ genannte Dorf Beilstein mit seinen 131 Einwohnern. Sein mittelalterliches Stadtbild ist so gut erhalten, wie in keinem anderen Ort an der Mosel. Die etwas in die Jahre gekommene Fähre St. Josef bringt Gäste zu Fuß, mit dem Rad oder sogar dem PKW für kleines Geld über den Fluss. Den komfortablen Straßenanschluss gab es zu früheren Zeiten noch nicht, dafür war die Armut in dem historischen Kleinod viel zu groß.

Ein besonderes Kleinod und schon von weitem zu sehen, ist die Karmelitenkirche und Kloster St. Josef mit der Schwarzen Madonna. Um sie zu besuchen und vielleicht im Restaurant Klostergarten eine Verschnaufpause bei Kaffee und Kuchen einzulegen, bedarf es erhöhter Beinarbeit. Entweder auf Kopfsteinpflaster durch den Ort oder über die Klostertreppe (Filmtreppe) auf der Heinz Rühmann 1936 für den Film „Wenn wir alle Engel wären“ schon stand. Auch das Kölner Urgestein Willi Millowitsch hatte die 108 Stufen in dem Streifen „Der wahre Jakob“ schon gemeistert. Viele andere aus der damaligen Kinoszene wie Marianne Koch oder Curd Jürgens (Schinderhannes) drehten so vor der einmaligen Kulisse insgesamt 15 Filme.

Das Café Klapperburg, in dem einst Lepra-Kranke mit ihrem Warnsignal, einer Holzklapper, dahinsiechten, zieht heute mit seinen erlesenen Torten und einem beeindruckenden Kaffeemühlen- Museum die Besucher an. An dem 700 Jahre alten Marktplatz mit dem Zehnthaus in dem die Bewohner den zehnten Teil von ihrer Jahresernte abzuliefern hatten, kommt man ebenfalls nicht vorbei. Der jüdische Friedhof, 150 Meter oberhalb der Burg, gibt Zeugnis über jüdisches Leben in Beilstein. Die einstige Synagoge unten im Dorf lädt heute mit einer Galerie ein.

In den zahlreichen Restaurants von Beilstein lässt es sich trefflich bei heimischen Gerichten und kühlem Moselwein munden. Das ist auch dringend nötig. In den Sommermonaten schieben sich hunderte Menschen aus allen Ländern der Welt durch die malerischen Gassen und haben danach entsprechend Hunger und Durst. Die beste Zeit, um den wohl schönsten Ort an der Mosel zu besuchen ist der Herbst. Zwar sind Touristen das ganze Jahr in Beilstein unterwegs, aber die Besucherströme sind nach der Hauptsaison überschaubar. Dazu kommen die unvergleichlichen Farben, in die sich die Natur hüllt und die geradezu nach Fotografieren und Filmen schreien.

Es gibt viele Hotel-und Fremdenzimmer in der einstigen Stadt Beilstein, so dass man hier auch komfortabel übernachten und wohnen kann. Dazu gehört der Blickfänger, das Alte Zollhaus direkt an der Mosel, gegenüber der Anlegestelle für die Fluss-Kreuzfahrt-Schiffe.

Die Lese in den Steillagen oberhalb von Beilstein ist reine Knochenarbeit

Was bereits den Römern- deren Siedlungsspuren sich auch auf dem Beilsteiner Gebiet zu finden sind- gefallen hat, ist schon lange für sehr viele Liebhaber der romantischen Mosel immer wieder ein Anziehungspunkt. Da das gesamte Ensemble unter Denkmalschutz steht, ist nicht zu erwarten, dass sich an der mittelalterlichen Bausubstanz etwas ändert. Wer genau hin schaut findet immer wieder Neues, dass zu näherer Betrachtung einlädt.

Als Mittelmosel bezeichnet man in Deutschland den etwa 120 Kilometer langen Flussabschnitt der Mosel, der im Bundesland Rheinland-Pfalz von der Stadt Trier bis Reil im Landkreis Bernkastel-Wittlich verläuft. Der vorhergehende Abschnitt von Perl (Saarland) bis zur Saarmündung bei Konz (Landkreis Trier-Saarburg) wird als Obermosel bezeichnet. Der sich anschließende Flussabschnitt ab Pünderich im Landkreis Cochem-Zell bis zur Mündung der Mosel in den Rhein in Koblenz wird Untermosel genannt. Die Mittelmosel entspricht dem Weinbaubereich Bernkastel.

An der Schnittstelle zwischen Unter und Mittelmosel liegt der „Krampen“. So wird der Moselabschnitt zwischen Cochem und Bremm bezeichnet, der aufgrund mehrerer stark gewundener Flussschleifen einen krampen- oder fingerförmigen Mäander bildet. sig/Fotos: Gerdau

Jüdischer Friedhof an der Mosel

Hoch oben über dem schönen Örtchen Beilstein an der Mosel haben deren Bürgerinnen und Bürger jüdischen Glaubens ihre letzte Ruhe gefunden.

Jüdischer Friedhof Beilstein

Bei der Auswahl dieser Ruhestätte achteten die damaligen Stadtväter wohl peinlich genau darauf, ihre Mitbewohner auch im Tod von ihnen zu trennen.

Die jahrhundertlange Hetze der katholischen Kirche gegen sie, zeigte auch an der Mosel Wirkung.

Der Grund für Hass und Ausgrenzung: Juden wurden für alle Katastrophen und Schicksalsschläge verantwortlich gemacht. Ihre größte Schuld war jedoch die Tatsache, dass sie an ihrem Glauben festhielten. Sie warten auf das Erscheinen des Messias, der für die Christen schon lange da ist.

Skulptur im Innenraum der katholischen Kirche Ellenz.

Durch die Ausgrenzung und dem Verbot der freien Berufsausübung, blieben den jüdischen Mitbürger lediglich bestimmte Handwerksberufe wie Metzger, aber auch Geldverleiher übrig. Mit ihren Bankengeschäften, die für alle segensreich waren, zogen sie sich jedoch den Zorn der Gläubiger zu. Die Folgen: Religiöser Hass, Neid und Missgunst.

Dieser Teufelskreis setzt sich bis in unsere Tage fort. Selbst der millionenfache Mord an Kinder, Frauen und Männer durch die Verbrecher des Nazi-Regimes hat nur in der westlichen Welt ein Umdenken bewirkt.

Unversöhnlicher Judenhass ist umso stärker in der arabischen Welt anzutreffen. Derzeit bedrohen sieben Anrainer des Staates Israel die Existenz des kleinen Landes.

Die Heimstadt von Juden aus der ganzen Welt kämpft ums Überleben.

Da helfen Worthülsen und Lippenbekenntnisse westlicher Politiker wenig. Besonders Deutschland scheint die Schuld der Väter und Großväter verdrängt zu haben und lässt den Hasspredigern gegen Juden und den jüdischen Staat in der Bundesrepublik freien Lauf.

Absurd ist in diesem Zusammenhang die Tatsache, dass darunter Menschen sind, die selber Schutz vor Verfolgung und Vertreibung in unserem Land suchen.

Ich als Nachkriegskind und leidenschaftlicher Demokrat sowie Verfechter des Grundgesetzes, schäme mich für diese Entwicklung.

Gerade wir als Nachkommen der Deutschen Verbrecher und deren stillen Mitwissern  müssen alles tun, um Israelis vor der Wut ihrer Hasser zu schützen. Vor allem müssen gerade wir die Schreier lautstarker Hasstiraden genauso bestrafen, wie die ewig Gestrigen, die mit Naziparolen durch die Lande ziehen.

Wer Hass predigt hat hier nichts zu suchen.

Das sind gerade wir den Opfer von Verfolgung und Gewalt schuldig. Es reicht eben nicht die jüdischen Gräber zu erhalten. Deren lebenden Nachkommen muss unser Schutz und Unterstützung gelten. sig/Fotos: Gerdau

Freundschaftsbesuch

„Wir kommen euch an der Mosel besuchen“, schrieben gute Freunde. Lediglich die Zimmersuche gestaltete sich füe sie etwas schwierig. Dann tat sich unerwartet eine Lücke auf und dem Besuch stand nichts im Wege.

Bei der ersten  Inaugenscheinnahme der Unterkunft kam die Ernüchterung. Die Nachkriegsmöblierung entsprach nicht so ganz den Erwartungen unserer weitgereisten Freunde.

Zum Glück hatte ihr Zimmer eine eigene Toilette mit Bad. Da waren die anderen Hausgäste schon etwas schlechter gestellt.

Auch das Toilettenpapier gut und sicher verpackt.

Darüberhinaus ging es in ihrer Badeeinrichtung richtig bunt zu.

Die Sprungrahmen erwiesen sich als alte deutsche Wertarbeit.

Immerhin hätte das Paar die Innendekoration mitnehmen können. Die entsprach aber leider nicht ihrem Geschmack.

Kurz und gut. Der Preis für zwei Übernachtungen hielt sich in Grenzen und das Frühstücksangebot auch.

Festzuhalten bleibt: Unsere Freunde hatten ein Zeitreiseerlebnis, wie es noch lange nicht jedem beschieden ist. Wiederholung jedoch nicht erwünscht. Warum eigentlich nicht? sig/ Fotos: privat aber authentisch.

Spurensuche in Herborn

Auf den Spuren jüdischen Lebens mitten in Herborn. Zu dieser besonderen Stadtführung für Jugendliche und junge Erwachsene lädt die Evangelische Jugend im Dekanat an der Dill ein. Der geführte Stadtrundrundgang findet am Freitag, 15. November 2024 statt, die Teilnahme ist kostenfrei und dauert etwa 90 Minuten. 

Wo haben früher jüdische Familien und Menschen in Herborn gewohnt? Vor einigen Häusern erinnern Stolpersteine an die Familien. Das Holocaust-Mahnmal nennt weitere Namen. 

Auf der Tour geht es um die Lebensgeschichten und Schicksale der Herborner Juden. Und es gibt ungewohnte Einblicke in die Kultur jüdischen Lebens. So führt die Tour auch zur Mikwe, dem unterirdischen Bad am Herborner Kornmarkt.

» Es wird um Anmeldung bis 11. November 2024 gebeten, per E-Mail unter jugend@ejdill.de

Veranstalter:
Ev. Jugend im Dekanat an der Dill

Telefon: 0 27 72 – 58 34 200.

 Holger J. Becker-von Wolff

 

 

 

Die Perspektive wechseln – Besuch beim LSV Hörbach

Unter dieser Überschrift stand mein Besuch beim renommierten Luftsportverein Hörbach (LSV), an einem der letzten sonnigen und somit flugtauglichen Sonntage im September. Wetterbedingt und aufgrund vereinsinterner Termine, hatte ich das Treffen in Absprache mit dem Kassierer des Vereins, Herrn Jens Mattis, einige Male verschieben müssen. Schließlich wollte ich, neben einem Gespräch mit den verantwortlichen Vorsitzenden, auch die Gelegenheit nutzen, die Perspektive zu wechseln und mir unsere schöne Heimat einmal von oben betrachten. Umso größer war die Freude, als die Bedingungen für einen Start besser nicht sein konnten und an diesem Tag auch alle Verantwortlichen, trotz regem Flugbetrieb und zusätzlicher Flugstunden mit Flugschülern, Zeit für mich fanden.

Bei einer Tasse Kaffee und frischem Kuchen direkt an der Start- und Landebahn, standen mir der 1. Vorsitzende Christian Reh und sein Vereinskollege und 2. Vorsitzender Felix Laucht Rede und Antwort zu meinen vielseitigen Fragen rund um die Fliegerei im Allgemeinen und das Vereinsleben beim LSV im Besonderen.

So erfuhr ich, dass derzeit der Verein ca. 200 Mitglieder hat. Darunter sind ca. 110 Mitglieder dem Förderverein, 90 dem LSV Hörbach zuzurechnen. Hiervon sind derzeit 30 aktive Flieger und 10 Flugschüler, nicht nur im „hörbacher Luftraum“, sondern auch überregional bei Streckenflügen und Wettkämpfen aktiv.

Man könne durchaus Strecken von 800 km und mehr mit einem Segelflugzeug zurücklegen und sei dann bis zu 10 Stunden und länger in der Luft erklärte mir der 1. Vorsitzende aus eigener Erfahrung.

Doch das Vereinsleben bedeute weit mehr, als nur die reine Fliegerei. Die Gemeinschaft und der Teamgedanke werden beim LSV großgeschrieben. Gemeinsames Grillen nach einem ausgiebigen Flugtag oder regelmäßige Treffen im Clubheim gehören ebenso dazu, wie die Arbeitseinsätze rund um den Flugbetrieb.

Nun war es auch für mich soweit, gemeinsam mit dem erfahrenen Piloten Jens Mattis, für einen Rundflug ins Cockpit zu steigen. Das lautlose Gleiten über unserer wunderschönen Heimat vermittelte mir schon nach wenigen Sekunden ein Gefühl von Freiheit, welches noch lange an diesem Tag nachwirkte.

Mein besonderer Respekt galt jedoch einem jungen Flugschüler, der an diesem Tag gerade 14 Jahre alt wurde. Er bekam aufgrund seines Ausbildungsstandes und der Tatsache nun auch das notwendige Alter erreicht zu haben, die Möglichkeit für seinen ersten Alleinflug ohne Fluglehrer. Das sog. „Freifliegen“, wie es in der Fliegersprache genannt wird, meisterte der Nachwuchspilot mit je drei Starts und Landungen perfekt und machte sich somit gleichzeitig wohl sein schönstes Geburtstagsgeschenk.

Nicht selten legt der Segelflugsport bei den jungen Nachwuchspiloten den Grundstein für eine spätere Karriere im Cockpit eines Verkehrsflugzeuges.

Als Fazit halte ich fest: Es ist etwas besonderes einen solchen Verein in unserem Stadtteil Hörbach zu haben. Hier wird hervorragende und absolut verantwortungsvolle Vereinsarbeit geleistet. Vorbeikommen und mitfliegen! Vielleicht fliegt auch Ihren nächsten Ferienflieger ein ehemaliger Segelflieger des LSV Hörbach. Many happy landings!

Text: Michael Scheld. Foto: LSV Hörbach/Luftbilder:Michael Scheld

Warum erst jetzt, Herr Özdemir?

„Sehr geehrter Herr Özdemir, was berechtigt mich, Ihnen solche Zeilen zu schreiben? Mein Name ist Michael Kyrath. Ich bin der Vater der am 25. Januar 2023 in Brokstedt ermordeten 17-jährigen Ann-Marie“. Ein offener Brief zu Cem Özdemirs Wende in der Migrationspolitik.

In einem Gastbeitrag für die FAZ plädierte Cem Özdemir für eine Wende in der Migrationspolitik. Er begründete seine Forderung u.a. damit, dass seine Tochter „sexueller Belästigung durch junge Männer mit Migrationshintergrund“ ausgesetzt wäre. „Gegen solche Übergriffe hat sie sich, wie viele Frauen, das sprichwörtliche dicke Fell zugelegt…, doch ich spüre, wie sie das umtreibt.“

Michael Kyrath, dessen 17-jährige Tochter (Foto oben) von einem mehrfach vorbestraften Messerstecher ermordet wurde, hat einen Offenen Brief an Cem Özdemir geschrieben. Er möchte wissen, warum der grüne Politiker sich nicht schon früher des Themas „Frauen als Opfer migrantischer Gewalt“ angenommen hat. Hier sein Brief:

Sehr geehrter Herr Özdemir,

jeder Mensch ist das Produkt seines Umfelds. Die Erfahrungen der Jahre lehren uns, unsere Sichtweisen durch Ereignisse zu hinterfragen.

Es sieht aus, als hätten Sie, Herr Özdemir, Bundesminister für Ernährung und Landwirtschaft, diese Erfahrung soeben gemacht. In einem Gastbeitrag für die FAZ fordern Sie plötzlich eine energische Wende in der Migrationspolitik. Offenbar ist an dem Satz „Mit dem Alter kommt die Weisheit!“ doch etwas dran.

Vor Kurzem wären solche Forderungen in Ihren Augen noch rechtsradikal und damit indiskutabel gewesen. Doch kaum trifft es Sie selbst, nachdem Ihre Tochter belästigt wurde, dreht sich Ihre Meinung um volle 180 Grad. Willkommen in der realen Welt der normalen Bürger, Herr Minister!

Was berechtigt mich, Ihnen solche Zeilen zu schreiben?

Mein Name ist Michael Kyrath. Ich bin der Vater der am 25. Januar 2023 in Brokstedt ermordeten 17-jährigen Ann-Marie. Neben meiner Tochter verstarb an diesem Tag auch ihr erst 19-jähriger Freund Danny, nachdem ein abgewiesener, mehrfach vorbestrafter, „staatenloser“ Palästinenser in einem Nahverkehrszug 38-mal auf die beiden eingestochen hatte.

Im Gegensatz zu Ihrer Tochter, lieber Herr Özdemir, kommt unsere Tochter nicht mehr nach Hause! Es hat sich auch keiner Ihrer Parteifreunde in unserem Fall derart exponiert, wie Sie es jetzt für Ihre Tochter tun.

Im Gegenteil! Man hat uns wissen lassen, wir sollten darauf achten, dass der Mord an unserer Tochter nicht von Rechtsradikalen missbraucht wird! Von einem Ihrer Koalitionspartner bekamen wir die Nachricht, es tue ihm leid, dass „diese Leute“ ums Leben gekommen sind.

Diese „Leute“ waren unsere Kinder, Ann-Marie und Danny! Teenager von 17 und 19 Jahren, die auf dem Weg von der Schule nach Hause waren. Zwei junge Menschen, die ihr ganzes Leben noch vor sich hatten.

Können Sie es sich vorstellen, was so eine Tat mit den Hinterbliebenen macht? Mit uns als Eltern? Mit den Großeltern, Mitschülern, Lehrern, Freunden, Nachbarn?

Wir werden niemals den Schulabschluss unserer Kinder mitfeiern! Wir werden ihnen niemals zu einer bestandenen Berufsausbildung oder Studium gratulieren! Wir werden nicht an ihren Hochzeiten teilnehmen, und wir werden auch niemals eigene Enkelkinder willkommen heißen. Wir werden unsere Kinder nie wieder in den Arm nehmen dürfen und ihnen sagen, dass wir sie lieben!

Bei mir haben sich über 300 Elternpaare gemeldet, die in den letzten fünf Jahren ihre Kinder verloren haben.

Was uns alle eint, sind fünf Eckpunkte:

1. Immer das gleiche Täterprofil

2. Immer das gleiche Tatwerkzeug

3. Immer die gleichen Tatmotive

4. Immer der nahezu gleiche Tathergang und

5. immer die gleichen Floskeln der verantwortlichen Politiker nach einer solchen Tat!

Wir durften uns nach den Morden an unseren Kindern anhören, dass es „bedauerliche Einzelfälle“ wären und man ja nie hundertprozentige Sicherheit garantieren könne. Und dass man nicht verallgemeinern und damit den Rechtsradikalen in die Hände spielen darf. Und dass man versuchen werde, mit aller Härte gegen solche Täter vorzugehen. Mehr ist in den letzten Jahren nicht passiert.

Es hatten „nur“ rund 300 Eltern den Mut, sich an mich zu wenden und mir von diesem dunklen Kapitel ihres Lebens zu berichten. Wie hoch ist die Dunkelziffer derer, die den Mut nicht hatten?

Wir alle waren nur „Einzelfälle“, unbedeutend, unbequem, unangenehm. 

Über 300 ermordete Kinder und kein Aufschrei der verantwortlichen Politiker, auch nicht von Ihnen, Herr Özdemir! Und jetzt melden Sie sich zu Wort. Jetzt betrifft es Sie plötzlich persönlich, weil es um ihre Tochter geht. Wäre Ihnen diese Erkenntnis früher gekommen und hätten sie etwas unternommen, könnten viele unserer Kinder noch leben.

Mögen Sie eine solche Erfahrung niemals machen müssen!

Mit freundlichen Grüßen

Michael Kyrath, Elmshorn

(Der offene Brief wurde bei der „Achse des Guten“ online gestellt und von mehreren Printmedien kommentiert.)

Fiat Raritäten-Treffen in Herborn

46 schöne alte Fiat-Fahrzeuge waren gemeldet und fast alle kamen zum Herbsttreffen des Fiat Raritäten-Club e.V. nach Herborn. Teilweise hatten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer beachtliche Fahrtstrecken mit ihren sehenswerten PKW zurückgelegt. Die wenigen „Offen-Fahrer“ nahmen dabei die schon etwas kühleren Außentemperaturen klaglos in Kauf.

Nicht alle Fahrzeuge und Teilnehmer sind auf dem Foto zu sehen.

Am späten Freitag-Nachmittag waren schließlich alle am Kallenbachparkplatz eingetroffen, hatten ihr Roadbook in Empfang genommen und marschierten in die Altstadt. Eine der beliebten Stadtführungen stand auf dem Programm und anschließend ging es zum gemeinsamen Essen in den Löwen.

Amfrühen Samstagmorgen sammelten sich die Fiat-Freunde auf dem Gutshof-Gelände zu einer anspruchsvollen Rundfahrt durch die Ausläufer des Westerwaldes. Organisator Udo Bernhardt aus Herborn-Seelbach hatte keine Mühen gescheut und die schönsten Strecken ausgesucht. Besonders die Niederländer waren bereits jetzt schon von der heimischen Mittelgebirgslandschaft begeistert.

Das gemeinsame Ziel, den Dillenburger Wilhelmsturm, werden die Teilnehmer intensiv unter die Lupe nehmen und am frühen Abend findet ein Clubabend im Edinger Birkenhof statt. Die manches Mal wegen ihrer Wehwechen liebevoll belächelten italienischen Autos (Fiat soll übersetzt heißen: Futtel In Allen Teilen) hielten bisher allesamt problemlos durch. Eine Dame aus Bingen meinte verschmitzt lächelnd: „Wenn bei einer Ausfahrt mit dem Fiat nichts rappelt, ist was faul“. Ihre „Staatskarosse“, ein Fiat 130 Coupé mit sechs Zylindern aus den 1970er Jahren, sah jedoch nicht so aus, als wenn an ihr etwas klappern würde.

Helmut Lehmann aus Driedorf glänzte im wahrsten Sinne des Wortes mit seinem Topolino aus dem Jahr 1953. Das knuffelige Fahrzeug muss mit seinen 16,5 PS auch heute noch ihre Eigner bis nach Ungarn und anderswohin transportieren. 80 km/h reichen doch völlig aus, um im Verkehr mitzuschwimmen, meinte der Kfz-Meister.

Augenfällig war auch ein Fiat 1100 Spezial mit 54 PS, den sein Besitzer 2015 in Schweden kaufte. Der Lack, Blech und Innenausstattung sei noch im Originalzustand, lediglich ausgebessert, aber nicht restauriert. Das alles konnte man den innenklebenden Info-Blättern entnehmen, mit denen sich der Besitzer viele Erklärungen spart.

Nicht nur eine Augenweide. Beim Klang dieses Original-Ferrari-Motors in einem Fiat Coupé wurde einem warm ums Herz

Am Sonntagmorgen können die alten Schätzchen gegen 9.15 Uhr noch einmal auf dem Herborner Marktplatz besichtigt werden. Danach geht es zum Deutschen Automuseum nach Ewersbach. Dort werden die Auto-Enthusiasten garantiert ins Schwärmen kommen. sig/Fotos: Gerdau

Original griechische Waren einkaufen und landestypisches Essen genießen

Wer die griechische Küche vielleicht im Urlaub kennengelernt hat, kann auch bei dem griechischen Koch und Feinkosthändler Vasileios Chatzimanolis im Herborner Estia auf dem Kornmarkt 12 diese unvergleichlich kulinarischen Genüsse erleben, ohne den weiten Flug in die Hellenische Republik antreten zu müssen.

Täglich kreiert der 22-Jährige neue Gerichte aus seiner Heimat und die überzeugen jedes Mal mit erlesenem Geschmack und einer sprichwörtlichen Authentizität. Vasileios hat sein Handwerk in einem bekannten heimischen Hotel-Restaurant gelernt und beherrscht daher auch die Feinheiten der deutschen Küche.

Feste Zeiten sind für ihn nicht unbedingt maßgeblich. Wer wann zum Essen kommt ist herzlich willkommen und kann dazu auch einen guten Wein verkosten.

Heute gab es mit Papoutsakia, einen Klassiker der griechischen Küche. Ins Deutsche übersetzt heißt das „der kleine Schuh“, vermutlich weil die aufgeschnittene Aubergine dessen Form nahekommt. Die gebackenen Auberginen waren mit Hackfleisch gefüllt und kam frisch gebacken aus dem Ofen. Als Beilagen servierte der Koch gefüllte Köstlichkeiten und leckeren Schafskäse.

Zum krönenden Abschluss wurden köstlich schmeckende Leckereien aufgetischt. Ein griechisches Bier und einen Raki zur Verdauung, rundeten diesen geschmacklichen Event ab.

Mehr Information mobil: 0176 831 561 35 und per mail: tchatzimanoli@gmail.com. sig/Fotos: Gerdau

Willkommen im Dekanat an der Dill

Bereits zum zweiten Mal hat das Evangelische Dekanat an der Dill alle neuen Auszubildenden aus den 22 Evangelischen Kindertagesstätten der Gemeindeübergreifenden Trägerschaft (GüT) zu einem Kennenlernen in das Haus der Kirche und Diakonie in Herborn eingeladen.

In den Evangelischen Kindertagesstätten des Evangelischen Dekanats an der Dill haben zum 1. August 2023 insgesamt 33 Auszubildende ihre Ausbildung begonnen. Jochen Schüler, der Geschäftsführer der GüT, begrüßte die Auszubildenden mit ihren Praxisanleitungen in der Begegnungsstätte im Haus der Kirche und Diakonie. Dass man als Evangelisches Dekanat als Träger nicht nur Arbeitgeber ist, sondern vor allem auch einen diakonischen Auftrag hat, erläuterte er in seiner Präsentation.

Im Anschluss daran gab es beim Kennenlern-Bingo die Gelegenheit für einen lebhaften Austausch, bevor es für die Auszubildenden und Praxisanleitungen zu einer Austauschrunde in vier Kleingruppen ging. Eine gute Gelegenheit für alle, sich bei Kaffee und Kuchen noch etwas besser kennenzulernen. Den Abschluss bildete die Geschichte von Amanda Gorman, die sich für soziale Gerechtigkeit, Gendergleichheit und gegen Rassismus und Unterdrückung einsetzt. Als Kind hatte sie mit schweren Hindernissen zu kämpfen, die sie durch eine starke Mutter und Großmutter bewältigen konnte, die immer an sie glaubten. „Kinder brauchen Menschen, die an sie glauben, sich für sie stark machen. Kinder brauchen Erwachsene, die sich für deren Rechte einsetzen,“ so Nicole Eckhardt zum Abschluss. „Werden Sie zu diesen Menschen für die Kinder, Jesus war da ein gutes Vorbild für uns.“

Die neuen Auszubildenden aus den 22 Evangelischen Kindertagesstätten

In den 22 Evangelischen Kindertagesstätten des Evangelischen Dekanats an der Dill haben zum 1. August 2023 insgesamt 33 Auszubildende ihre Ausbildung begonnen. So beginnt die einjährige Praktikumszeit für Sozialassistenten und Berufspraktikanten sowie das Praktikum für die Fachoberschule Sozialwesen. Zeitgleich startet auch die dreijährige Praktikumszeit für die Praxisintegrierte vergütete Ausbildung (PiVa). „Insgesamt haben wir aktuell 49 Auszubildende – also mit den PiVas aus dem 2. und 3. Ausbildungsjahr“, erklärt Nicole Eckhardt, die bereits erste Bewerbungen für das kommende Jahr annimmt.

FOTO: BECKER-VON WOLFF