Buchvorstellung

Der Herborner Martinisonntag schien der Sinnerin Saskia Halapatsch genau der richtige Tag zu sein, um ihr Erstlingswerk „Das Wiehern der Pferde“ in der Bücherei Baumann vorzustellen. Die Autorin wurde 1985 in Siegen geboren. Schon als Kind schrieb sie gerne und mit großer Leidenschaft Geschichten und Aufsätze.

Saskia Halapatsch mit ihrem Werk in der Buchhandlung Baumann, Eigentümerin Simone Polzer.

„Obwohl der Titel meines Buches es vermuten lassen könnte, ist es kein reines Pferdebuch“, sagt die 38-Jährige. Sie hat zwar Pferde aber es geht um viel mehr. Der 176-seitige Roman spannt einen weiten Bogen, um eine junge Frau, die auf einem Pferdehof lebt, der ihren Eltern gehört. Der Vater ist gestorben und sie wohnt mit ihrer Mutter zusammen. Ein schlimmes Ereignis zwingt sie jedoch eines nachts, zusammen mit ihrem etwas verrückten Pferd, zur Flucht. Sie gerät in eine ganz neue, ihr völlig unbekannte Welt. Dort erlebt sie ungewöhnliche Abenteuer, die sie nur schwer verkraftet.

Das Buch ist für Leserinnen und Leser ab 12 Jahre geeignet und kostet 12,95 Euro im Buchhandel. Es ist im TWENTYSIX LOVE Verlag unter der ISBN-13: 9783740784980 erschienen. sig/Foto: Gerdau

Hamas: Ihr perfider Plan geht auf

Meinung von Gerhard Spörl (11.11.2023)

Die Führer der Hamas geben in Doha einen Einblick in ihr militärisches Vorgehen. Was treibt die Terroristen an?

Die israelischen Streitkräfte werden täglich vier Stunden die Waffen ruhen lassen, mit denen sie den nördlichen Teil des Gazastreifens an der Küste in eine Trümmerwüste verwandelt haben. Das Ziel ist es, die Hamas so weit zu schwächen, dass sie nicht mehr imstande sein wird, dieses Gebiet zu regieren.

Von der Hamas wissen wir, dass sie Tausende ihrer Kämpfer zum Ermorden möglichst vieler Zivilisten hinüber nach Israel schickte. Dass sie ihre Stellungen mitten unter ihrer eigenen Zivilbevölkerung aufgebaut hat, sei es in Tunneln, sei es in der Nähe von Krankenhäusern. Ansonsten ist die Hamas eine anonyme Größe.

Tausende Tote helfen der Hamas

Nicht mehr gänzlich anonym allerdings, denn einige ihrer politischen Führer, die sich erstaunlicherweise in Doha aufhalten, haben sich jetzt zu Wort gemeldet. Dabei geben sie einen Einblick in ihre Denkweise und die Begründung für diesen Krieg.

Dass Israel Rache für das Inferno am 7. Oktober üben würde, war ihnen nicht nur klar, sondern es war sogar die erwünschte Konsequenz. Dass jetzt viele Tausend Männer, Frauen, Kinder in Gaza sterben, hilft ihnen beim Erreichen ihres Zieles – den Status quo im Nahen Osten zu zerschmettern.

Es sei notwendig gewesen, die ganze Gleichung auf den Kopf zu stellen, anstatt nur einen der üblichen Konflikte zu provozieren, sagt Khalil al-Hayya, der zum engsten Führungszirkel der Hamas gehört, und ergänzt: „Uns ist es gelungen, das palästinensische Problem wieder in den Vordergrund zu rücken. Jetzt ist die ganze Region aus ihrer Ruhe gerissen.“

Der 7. Oktober wurde in Gaza geplant

Versteht man Hamas-Anführer wie al-Hayya recht, sind sie froher Hoffnung, dass der Krieg mit Israel zum Dauerzustand wird, sodass sich die Aussicht auf Koexistenz mit arabischen Staaten zerschlägt. „Ich erhoffe mir, dass ein permanenter Krieg an allen Grenzen Israels tobt und die arabischen Länder an unsere Seite zieht“, sagt Taher el-Nounou, ein Hamas-Berater.

„Die New York Times“ hat den mörderischen Überfall am 7. Oktober rekonstruiert. Ihn habe eine kleine Gruppe aus Kommandeuren im Gaza ersonnen – ohne Abstimmung mit der Führung in Doha oder der Hisbollah im Libanon, den Brüdern im Geiste, welche die Juden aus dem Nahen Osten vertreiben wollen.

Offenbar waren die Gleitflieger und Kämpfer aus den Tunneln selber überrascht, wie leicht sie nach Israel eindringen konnten und auf welch geringen Widerstand sie dort stießen. Die israelische Führung hatte, in maximaler Fehleinschätzung der Gefahrenlage, mehrere Divisionen ins Westjordanland verlegt.

Arabische Länder ließen Palästinenser außen vor

Oberflächlich gesehen herrschte ja tatsächlich Ruhe in Gaza in den Monaten vor dem 7. Oktober. Israel war dabei, das Verhältnis zu Saudi-Arabien zu normalisieren – ausgerechnet Saudi-Arabien, das die Palästinenser als ihren Patron ansahen. Zwei Jahre zuvor hatten Bahrain und die Vereinten Arabischen Emirate Friedensverträge mit Israel geschlossen. Auch Katar und Oman haben Israel mittlerweile anerkannt. Die Region war kurz davor, sich mit Israels Existenz auszusöhnen.

Keines dieser Länder bezog die Palästinenser bei ihren Verträgen ein, genauso wenig wie Jahrzehnte zuvor Jordanien und Ägypten Rücksicht auf sie genommen hatten. Für arabische Länder sind die Palästinenser kein Machtfaktor, sobald es um ihre eigenen Interessen geht. „Nur eine gewaltige Aktion konnte diese Entwicklung unterbrechen“, sagt Hamas-Führer al-Hayya.

Hamas-Führer will Gefangene freipressen

Die entscheidende Figur innerhalb Gaza ist seit 2017 Yahya Sinwar. Er ist 61 Jahre alt und gründete die Kassam-Brigaden, die berüchtigt dafür waren, Selbstmordattentäter nach Israel zu schicken, vorzugsweise an Bushaltestellen. Im Jahr 1988 wurde Sinwar in Israel verhaftet und wegen versuchten Mordes an vier Palästinensern, die er für israelische Spione gehalten hatte, für lange Zeit ins Gefängnis geschickt. Im Jahr 2011 kam er dann frei. Sinwar war einer von mehr als Tausend Gefangenen, die im Austausch für Gilad Shalit, einem entführten israelischen Soldaten, zurück nach Gaza durften.

„Für mich ist es eine moralische Pflicht, alles dafür zu tun, dass diejenigen Gefangenen, die noch in israelischer Haft sind, bald freikommen“, sagte Sinwar in einem Interview im Jahr 2018. Aus diesem Grund ließ er am 7. Oktober so viele Menschen wie möglich nach Gaza verschleppen. Mehr als 240 sollen es sein.

Arabische Länder müssen ihren Beitrag leisten

Mit dieser Hamas ist kein Ausgleich denkbar. Insoweit liegt es nahe, ihre militärische Führung auszuschalten. Dass daraus kein Krieg in Permanenz entsteht, wie es sich al-Hayya und die anderen erhoffen, ist mehr als zu wünschen. Aber wie geht es weiter? In nicht allzu großer Ferne müssen die arabischen Länder, die diplomatische Beziehungen mit Israel unterhalten, ihren Beitrag zu einer politischen Lösung leisten. Dabei kommt es auf die USA an, die jetzt schon zu Mäßigung aufruft und Vorschläge für eine Zukunft der Region unterbreitet. Gut möglich, dass sich der israelische Premier Benjamin Netanjahu gegen das Unvermeidliche am längsten sträuben wird. Quelle: t-online.de

Vortragsveranstaltung mit Carola Ferstl

Mit der bekannten Wirtschafts-und Finanzexpertin Carola Ferstl konnte der Vorstand der VR Bank Lahn-Dill für Mittwochabend eine Rednerin gewinnen, die nicht nur auf dem Börsenparkett, sondern auch in vielen damit zusammenhängenden Disziplinen zu Hause ist. Die 55-jährige Wirtschaftsjournalistin und Moderatorin beim Nachrichtensender ntv, referierte vor vollem Hause im Dillenburger Gemeindezentrum der FeG in der Stadionstraße über „Neue Technologien und ihre Auswirkungen auf Börse und Wirtschaft“.

Dass die Künstliche Intelligenz (KI) beziehungsweise artifizielle Intelligenz (AI) in ihrem Vortrag einen breiten Raum einnahm, lag auf der Hand. „Was bedeutet das neue Teilgebiet der Informatik für uns im Berufs-und Privatleben, für Gegenwart und Zukunft“, fragte sich Ferstl. Obwohl der Visionär Elon Musk gesagt habe, dass man die KI stoppen müsse, weil sonst die Büchse der Pandora geöffnet würde und die Menschheit in ihrer Existenz auf dem Spiel stünde, bastele er gerade mit Hochdruck an einer eigenen KI.

Knapp 300 Interessierte nahmen an der Veranstaltung mit der Fernsehmoderatorin teil.

Sie selber sehe diese Entwicklung eher optimistisch und faszinierend. „KI ist eine große Chance für uns und deren Entwicklung geht auch an der Gesundheit nicht vorbei“. Die Autorin verschwieg aber auch die Risiken nicht, wenn man die KI unkontrolliert in „unser“ Leben lasse. Die sei schon daran zu sehen, dass man manches mal schon jetzt nicht mehr unterscheiden könne, ob zum Beispiel ein Bild oder Artikel echt oder ein Produkt der KI sei.

Von links: VR-Vorstands-Mitglied Ralph-Uwe Ort, Carola Ferstl, VR-Vorstandssprecher Klaus Königs und VR-Vorstandsmitglied Steffen Simmer

Carola Ferstl ging auch auf die Gefahren durch ChatGPT (Generative Pre-trained Transformer) ein und riet den Anwesenden sich ruhig, aber mit der nötigen Vorsicht, an die Kryptowährungen wie Bitcoin zu wagen. Wichtig sei in diesem Zusammenhang, dass man immer die Kontrolle behalten müsse.

„Bleiben sie hungrig nach Neuem, aber mit einer guten Skepsis“, riet die dreifache Mutter und Buchautorin. Ob Deutschland der Abstieg aus der „Champions-League“ drohe, wollte VR-Vorstandsmitglied Ralph-Uwe Orth am Ende von der Gastrednerin wissen. Das sei letztlich eine Frage der Finanzierung. Wenn das Geld von woanders herkomme, dann gingen die Unternehmen und seien in Deutschland nicht mehr zu halten, war ihre eher sibyllinische Antwort. Alles in allem war die kurzweilige Veranstaltung mit Carola Ferstl ein Gewinn für die Gäste. Die erfuhren viel Neues und tauchten zeitweise tief in die überwiegend unbekannte Welt der „Künstlichen Intelligenz“ ein. sig/Foto: Gerdau  

Kaffee trinken unterm Wasserturm

Unterm Wasserturm respektive in der Herborn-Merkenbacher Gaststätte Schäfer, trafen sich am Sonntagnachmittag rund 70 Menschen aller Altersklassen zum gemeinsamen Kaffeetrinken. Anfang des Jahres wurde die Veranstaltung „Dorf Café unterm Wasserturm“ von den Merkenbacher Ortsvereinen ins Leben gerufen und findet um 15 Uhr am letzten Sonntag eines jeden Monats (Ausnahmen bestätigen die Regel) statt. Diese Sonntage richtet immer ein anderer Ortsverein aus. Am vergangenen Sonntag war es der Gesangverein CMG Kontraste. Ralf Schäfer, der Wirt des Restaurants im Merkenbacher Bürgerhaus, der seine Räumlichkeiten zur Verfügung stellt, freute sich über die unerwartet große Resonanz. 15 leckere Kuchen hatten die Sängerdamen gebacken. Übrig blieben davon gerade einmal drei Stückchen. Wie es sich für einen Gesangverein gehört, begann die Veranstaltung mit zwei Liedchen. Peter Ferdinand Schönborn dirigierte unter anderem „Heute marschieren wir…..“. Nach der „Schlacht am Kuchen-Büfett“ saßen die Gäste noch lange zusammen und unterhielten sich prächtig.

Die Spenden für Kaffee und Kuchen gehen an den CMG Kontraste. Der Verein ist mittlerweile um weitere 10 Mitglieder gewachsen und dies freut nicht nur den 1. Vorsitzenden Jürgen Scherf. Weiter Informationen bei Ortsvorsteher Dieter Freitag. Phone: 02772 5 11 49. sig/Fotos: Gerdau

Autorenlesung in Herborn

Der Roman „Das Hanfseil“ ist ein Erstlingswerk der Wahl-Braunfelserin Bea Quilitzsch, alias Beate Quilitzsch-Schuchmann. Am kommenden Freitag (10.November) um 19 Uhr liest sie aus ihrem 442 Seiten umfassenden Roman in der Herborner Stadtbücherei in der Mühlgasse. Die Autorin, Agrarwissenschaftlerin, Journalistin und PR-Beraterin erzählt in dem Buch ein Stück deutsch-deutscher Zeitgeschichte aus den Jahren 1938 bis 1957. Eingebunden in die tatsächlichen geschichtlichen Abläufe, sind Handlung und Protagonisten rein fiktiv.

Aus dem Inhalt: Georg, möchte Medizin studieren und hasst die Nazis aus tiefsten Herzen. Beim Ausbruch des II. Weltkriegs steht er vor den Trümmern seiner Träume. Anna, Lily und Antonia, drei sehr unterschiedliche junge Frauen geben seinem Leben, immer wieder eine neue Richtung. Die Lesung wird von der Herborner Buchhandlung Baumann begleitet. Der Eintritt ist frei.

Der Roman „Hanfseil“ ist im BoD-Verlag als gebundenes Buch (ISBN: 9783743140035) und als E-Book (ISBN: 9783757840556) erschienen.

Junge Pianisten begeisterten

Was am Freitagnachmittag in der Aula der Comeniusschule (csh)geboten wurde, war nicht weniger als ein Klavierkonzert der Extraklasse. Zwei ukrainische Schüler, Alexandr (16) und sein Bruder Illia (13) Pototskiy, die mit ihren Eltern und weiteren drei Geschwistern in Sinn wohnen, verzauberten die Gäste am Konzertflügel.

 Die Familie floh aus der seit April 2014 proklamierten Ortschaft Nowopskow in der umkämpften Republik Lugansk, einem Teilgebiet der Oblast Luhansk in der Ukraine ohne internationale Anerkennung. Wie in der Ukraine üblich hatten auch die Brüder ab der 1. Klasse Musikunterricht, erzählte die Mutter. Tante Haivea Valeriia, eine Klavierlehrerin, fördert die Talente ihrer Neffen, die zusätzlich die Wetzlarer Musikschule besuchen.

Die beiden können viel besser Klavierspielen als Deutsch sprechen, sagte der Rektor der Comeniusschule Micha Gabriel. Daran, dass dies besser wird, arbeitet Klassenlehrerin Isolde Kaufmann mit viel Hingabe. Sie hatte auch den Vortragsabend gemeinsam mit dem Vorsitzenden des Fördervereins Philip Endres und seinen Mitstreitern ausgerichtet.

Illia Pototskiy

Der 13-jährige Illia Pototskiy ging als erster Interpret mit der Sonate Rr.1, 1. Teil von Ludwig van Beethoven in medias res. Sehr konzentriert und mit erkennbarer Freude beherrschte er den Flügel souverän. Nach Edvard Griegs „Nocturne C-Dur“ und der EtüdeNr. 5 „Jagd“ von Franz Liszt, verzauberte der junge Klaviervirtuose mit dem fünf-minütigen Stück „Toccata“ von Aram Chatschaturjan. Rauschender Beifall war der Lohn auch für diese tolle Darbietung.

Alexandr Pototskiy

Bemerkenswert, dass auch sein Bruder Alexandr, der nach der Pause den zweiten Part übernahm, völlig ohne Notenblätter spielt. Auch er, der Ältere von Beiden, übt täglich bis zu drei Stunden. Am Wochenende sind es schon ein paar Stunden mehr, erzählte Mutter Pototskiy mit einem verschmitzten Lächeln.

Faszinierend das Fingerspiel von Alexandr bei der Transcendentale Etüde von List. Auch das Poeten-Herz von Edward Grieg war nicht nur für die Kenner der klassischen Musik ein Hochgenuss. Mit der Ballade g-Moll von Frederic Chopin, einem sehr anspruchsvollen Stück mit spontanen Stimmungs- und Kontrastwechsel, verschaffte der Klavierkünstler seinen Zuhörerinnen und Zuhörern eine Gänsehaut-Atmosphäre erster Sahne.

Von links: Alexandr und Illia Pototskiy, Micha Gabriel

Schulleiter Gabriel glaubt, dass man von den Brüdern Pototskiy in absehbarer Zeit noch überregional hören wird. Alexandr wird wahrscheinlich schon bald nach Frankfurt auf das dortige Konservatorium wechseln. Sein kleiner Bruder bleibt der Comeniusschule noch erhalten. Ihn wird man als Klavier-Solist beim Weihnachtskonzert des Herbornseelbacher Musikvereins (Rote Teufel) erneut erleben können, verspricht Dirigent Erwin Gabriel. Text und Fotos: Gerdau

Unsere schöne Heimat

Mein Herborner Freund Winfried Rohrbeck hat mich wieder aus seinem reichen Fundus mit Material versorgt. Die eingeborenen Herborner haben diesen Dialekt nie gesprochen. Dafür aber die Menschen in den heutigen Stadtteilen umso mehr. Es ist schade wenn diese „Sprache“ untergeht. Sie war und ist auch heute noch ein regelrechter „Türöffner“.

Aus welcher Zeit die Seniorenzeitung stammt, ist nicht bekannt. Dennoch freue ich mich über die Fleißarbeit des unbekannten Kollegen. sig/Foto: Gerdau

“{الله أَكْبَر}“ „Allahu akbar“-Glaubensbekenntnis oder Schlachtruf

Gott ist größer (Allahu akbar), kann diese Verlautbarung von extremen Muslimen bei Demonstrationen oder gar terroristischen Anschlägen deren Vorhaben oder sogar Taten rechtfertigen.

Im Namen Gottes Menschen abzuschlachten, ist ein schweres Verbrechen und ganz sicher nicht im Sinne des Angerufenen.

Wer für die Vernichtung des Staates Israel betet oder schreit und dabei Gott anruft, kann nicht ernsthaft verlangen, dass zivilisierte Menschen im Jahre 2023 dafür Verständnis aufbringen.

In dem Zusammenhang mit dem terroristischen Angriff auf israelische Kinder, Frauen und Männer und der daraus resultierenden Vergeltung durch die israelische Armee, ist es vielleicht an der Zeit sich mit dem Kern des gegenseitigen Hasses zu befassen.

Bei meiner Recherche stieß ich auf einen Beitrag von Alexander Schaumburg, den ich hier veröffentlichen möchte. In seinem Artikel versucht er zwar nicht die Zusammenhänge, sondern die Ausgangslage des jahrzehntelangen Konfliktes zu erläutern. sig

Nachfolgend ein Text von Emrah Erken, übernommen von Alexander Schaumburg am 29.10.2023

Unten ist die Frontseite des im Jahr 1714 in Utrecht erschienen Werkes «Palaestina ex monumentis veteribus Illustrata» zu sehen. Der Autor Adrian Reland (1676-1718), niederländischer Orientalist, wurde in Ryp geboren, studierte in Utrecht und Leiden und war Professor für orientalische Sprachen in Harderwijk (1699) und Utrecht (1701).

Wichtige Feststellungen (auch über Gaza):

Kein einziger Ort in dieser Gegend hat einen Namen, der aus dem Arabischen stammt. Die Ortsnamen sind hebräischen, griechischen oder lateinischen Ursprungs und wurden in sinnfreie arabische Ableitungen umgewandelt. Akko, Haifa, Yafo, Nablus, Gaza oder Jenin haben keine Bedeutung im Arabischen, und Städtenamen wie Ramallah, Al-Khalil und Al-Quds haben keine historischen oder philologischen arabischen Wurzeln. Im Jahr 1696, dem Jahr der Erhebung, hieß Ramallah Bt’ala (=Beit-El), Hebron Chevron und die Höhle der Machpela Al-Khalil, arabisch für Patriarch Avraham.

Das Gebiet war weitestgehend ein Ödland. Die wenigen Einwohner konzentrierten sich auf die Städte Jerusalem, Akko, Safed, Jaffa, Tiberias und Gaza. Die meisten Stadtbewohner waren Juden oder Christen. Es gab nur wenige Muslime; die meisten von ihnen Beduinen.

Eine Ausnahme bildete Nablus (Shechem), wo etwa 120 Muslime und 70 Schomronim (Samariter) lebten. Natzeret (Nazareth), die Hauptstadt Galiläas, wurde von 700 Christen bewohnt

In Jerusalem lebten etwa 5000 Menschen, die meisten von ihnen Juden. Interessanterweise werden Muslime nur als nomadische Beduinen erwähnt, die saisonal in der Landwirtschaft und auf dem Bau arbeiteten.

In Safed und Tiberias gab es ebenfalls jüdische Gemeinden, aber die einzige Beschäftigung, die erwähnt wird, ist der Fischfang im See Genezareth. Die Stadt wie Um-al-Fahm zum Beispiel wird als ein kleines Dorf mit 10 christlichen Familien und einer kleinen maronitischen Kirche erwähnt.

Die damalige Bevölkerung von Gaza (rund 500 Menschen!) bestand zu gleichen Teilen aus Juden und Christen. Juden bauten Weintrauben, Oliven und Weizen an, während die Christen mit dem Handel und dem Transport von Waren beschäftigt waren. Der Autor Reland schreibt, dass Muslime als nomadische Beduinen in das Land kamen, um als Arbeitskräfte bei Juden und Christen zu arbeiten.

Heute lebt in Gaza kein einziger Jude mehr. Die Zahl der Christen wird auf rund 1’000 Personen geschätzt, die unter mehr als 2 Mio. arabischen Muslimen leben.

Die verbotenen Kostüme an Karneval in Köln – es drohen 10.000 Euro Strafe

Den Kölner Karnevalisten droht in der kommenden närrischen Zeit Ungemach, wenn sie gegen bestimmte Kostüm-Auflagen verstoßen. Der Kölner EXPRESS hat in seiner heutigen Ausgabe einiges davon zusammengefasst. Ob sich dem auch andere Städte am 11.11. und in den Karnevalstagen 2024 anschließen, ist nicht bekannt.

Gegen eine Perücke und ein passend geschminktes Gesicht dürfet die weltliche Obrigkeit nichts einzuwenden haben. Foto: Gerdau

Nazi-Zeichen und entsprechende Verkleidungen stehen unter Strafandrohung

Ein klassisches und hart zu ahndendes No-Go sind Kostüme mit rechtsextremistischem Hintergrund. Wer an seinem Kostüm etwa ein Hakenkreuz zeigt, macht sich der Volksverhetzung schuldig. Das Gleiche gilt für eine Verkleidung als Adolf Hitler oder Kostüme mit Aufschriften wie SGH („Sieg Heil“) oder B&H („Blut und Ehre“).

Gleich verhält es sich mit den weißen Roben und Mützen des Ku-Klux-Klans oder deren Wahlspruch „White Power“ (oder einfach „WP“), der die angestrebte Herrschaft der weißen Rassen symbolisieren soll. Wer verstößt, muss mit einer Geld- oder sogar Freiheitsstrafe (bis zu drei Jahre) rechnen.

Andere Feiernde nicht erschrecken

„Grundsätzlich sollten Karnevalisten dringend darauf achten, dass ihre Kostümierung nicht dazu geeignet ist, andere Feiernde zu erschrecken oder zu verängstigen.“

Etwas komplizierter wird es bei Kostümen mit Waffen. Die sind zwar nicht verboten, dürfen echten Waffen aber auch nicht zu ähnlich sehen. Falls doch, handelt es sich um sogenannte „Anscheinswaffen“. Und die dürfen laut Paragraf 42a des Waffengesetzes nicht mitgeführt werden, sonst droht eine Strafe von 10.000 Euro.

Polizei-Uniformen sind als Kostüme ebenfalls nicht erlaubt

Ebenfalls aufs Detail kommt es bei Dienstkleidung von Arbeitsgruppen an. Ein täuschend echtes Polizei-Kostüm etwa ist verboten, weil es zu Verwechslungen mit echten Polizisten kommen kann. Ein Arzt- oder Laborkittel kann aber beispielsweise bedenkenlos getragen werden.

Auch zu sexy ist oft nicht gut: Zeigen Kostüme zu viel Haut, können sie unter exhibitionistische Handlungen sowie die Erregung öffentlichen Ärgernisses fallen. Laut Paragraf 183 und 183a des Strafgesetzbuchs droht eine Geld- oder Freiheitsstrafe von bis zu einem Jahr.

Auch im Straßenverkehr ist Kostümierung nur eingeschränkt erlaubt.

Besonderheiten können sich noch ergeben, je nachdem, was man mit dem Kostüm vorhat. Ein Beispiel: Auto fahren. Denn. Wer mit dem Auto zur Kostümparty fährt, sollte Verkleidungen wie Masken oder Bärte besser erst vor Ort anlegen.

„Die Straßenverkehrsordnung verbietet Fahrzeugführern ausdrücklich, sich so zu maskieren, dass sie nicht mehr erkennbar sind. Andernfalls droht ein Bußgeld in Höhe von 60 Euro.“

Doch auch manch anderes Accessoire sollten Autofahrerinnen und -fahrer während der Fahrt lieber ablegen. Dazu zählen beispielsweise große Hüte, Augenklappen oder unpassendes Schuhwerk. Denn diese schränken die Wahrnehmung sowie die Bewegungsfreiheit ein.

Gibt Haigerer Wehr Behindertem keine Chance?

Sein Herz schlägt für die Freiwillige Feuerwehr seit er denken kann. Maik Holler wünscht sich nichts sehnlicher, als mit den Kameradinnen und Kameraden in der Haigerer Ortsteil-Wehr zusammen sein zu können. Grundsätzlich rennt der Haiger-Rodenbacher damit offene Türen ein. Die Brandschützer suchen händeringend Nachwuchs, der immer spärlicher wird. Bei dem 20-Jährigen hingegen reagieren sie eher zurückhaltend bis ablehnend. Der Grund: Maik Holler ist von Geburt an körperlich behindert. Er leidet an unheilbarer Zerebralparese, einer körperlichen Behinderung die Bewegung und Körperhaltung beeinträchtigt. Bei ihm sind beide Beine und der rechte Arm gelähmt.

Maik Holler hat sich in seiner unermesslichen freien Zeit ein hohes Wissen über den Dienst in der Freiwilligen Feuerwehr erworben.

Nach Ablauf der allgemeinen Schulpflicht, nahm Maik Holler eine Stelle bei der Dillenburger Lebenshilfe im Werk Haiger-Flammersbach an. Die Arbeit sei für ihn keine Herausforderung und so war er glücklich, dass er in der Jugendfeuerwehr seiner Heimatgemeinde zumindest teilweise seinen Traum von Feuerwehr verwirklichen konnte. Er war dabei und erledigte zum Beispiel Aufgaben wie die Schulung seiner jungen Mitstreiter im Sprechfunk mit Bravour. Die anderen Kinder und Jugendlichen mochten ihn und dies nicht zuletzt durch seine lustige Art, sondern vor allem durch sein großes Fachwissen. Seine Eltern waren begeistert. „Unser Junge war förmlich aufgeblüht und hatte sich dem Leben gegenüber sehr positiv weiterentwickelt.“

„Meine körperlichen Einschränkungen waren nie ein Thema und mir hat es genügt die Dinge zu erledigen, die diese zulassen“, sagte Maik. Mutter Ulrike war immer zur Stelle, um ihren Jungen zu den Übungsstunden und anderen Veranstaltungen zu transportieren. Sie wartete im Auto bis zum Ende. Dabei wollte er die Mama verständlicherweise nicht haben.

Als die Zeit der Übernahme in die Einsatzabteilung kam, war es vorbei mit seiner kleinen, heilen Welt. Man eröffnete ihm, dass diese für ihn aus versicherungstechnischen Gründen ausgeschlossen sei. Als ihm dann auch noch aus den gleichen Gründen der Zutritt ins Rodenbacher Gerätehaus untersagt wurde, brach die Welt des vom Schicksal schwergeprüften Menschen völlig zusammen. Er wollte doch nur dabei sein und dies schon alleine aus rein praktischen Erwägungen, keines Falls bei Brand-oder Übungseinsätzen.

So wie man ihm sagte, seien die Rodenbacher Kameraden nicht dagegen gewesen, ihn auch weiterhin zu inkludieren. Das Nein kam vom Haigerer Stadtbrandinspektor Andreas Dilauro, der sinngemäß geäußert haben solle, „das kann man den Rodenbacher Kameraden nicht zumuten.“ Ulrike Holler ging ein Haus weiter und bat den Haigerer Bürgermeister Mario Schramm als obersten Brandschützer der Stadt um Hilfe. Nach dessen Zusage im Juni dieses Jahres, sich um die Sache zu kümmern, kam bisher noch nichts.

Maik Holler: „Ich kann ja verstehen, dass ich niemals ein vollwertiger Brandschützer sein werde, aber im Rahmen meiner Möglichkeiten kann ich viele Dinge erledigen, die meine Kameraden entlasten.“ Er könne auch verstehen, dass seine Behinderung bei dem einen oder anderen nicht ins Bild einer starken Wehreinheit passe, fügte er zerknirscht hinzu.

Jetzt sitzt Maik Holler Tag für Tag zu Hause in seinem Rollstuhl und fühlt sich noch weniger Wert als ohnehin. Vater Thomas und Mutter Ulrike verstehen die Welt nicht mehr. Da werde ständig über Inklusion geredet und wenn sie ihre Situation und die von Maik betrachten, sei es wohl nur Gerede. Das Ehepaar hat sich jedoch schlau gemacht und wurde bei einem Positionspapier zur „Einbindung von Menschen mit Behinderung in die Jugendfeuerwehr/Freiwillige Feuerwehr“ fündig.

In deren Präambel spricht sich die Deutsche Jugendfeuerweh gemeinsam mit dem Deutschen Feuerwehr Verband unter anderem folgendes aus: „Die deutschen Feuerwehren sehen sich in der Mitte der Gesellschaft. Wenn sie diese Gesellschaft widerspiegeln wollen, dann müssen sie sich allen gesellschaftlichen Schichten öffnen. Dazu zählen auch Menschen mit Behinderung. Daher spricht sich die Deutsche Jugendfeuerwehr für eine Aufnahme von Jugendlichen mit Behinderung in die Jugendfeuerwehr aus. Im Anschluss an die Jugendfeuerwehr-Mitgliedschaft sollte grundsätzlich ein ehrenamtliches Engagement in der Freiwilligen Feuerwehr möglich sein.“

Auch das Thema Versicherungsschutz, an dem die Aufnahme von Maik Holler gescheitert sein soll, wird hier behandelt. Unter Punkt 5. Erläuterung zum Versicherungsschutz heißt es: „

Die Unfallversicherung fußt auf den Regelungen des SGB VII und wird durch die Träger der gesetzlichen Unfallversicherung gewährleistet. Nach der Aufnahme in die Jugendfeuerwehr bzw. Freiwillige Feuerwehr ist der Versicherschutz unter den Voraussetzungen des SGB VII gegeben. Gelingende Inklusion in der Feuerwehr verlangt eine zielgerichtete Prävention. Sie setzt eine individuelle Gefährdungsabschätzung und -beurteilung für das behinderte Mitglied voraus.

Sehr positive Aspekte für Holler, den leidenschaftlichen Anhänger der Freiwilligen Feuerwehr. Man kann nur hoffen, dass sich die Aversion bei den Verantwortlichen in Haiger nicht grundsätzlich gegen Behinderte in ihren Reihen richtet und sie ihre Entscheidung noch einmal überdenken.

Maik, Thomas und Ulrike Holler hoffen inständig, dass sich noch einmal alles zum Guten wendet.

Wenn sich die Haigerer Feuerwehrführung auch in Zukunft wider Erwartens gegen eine ehrenamtliche Aufnahme in ihren, respektive den Reihen der Rodenbacher Wehr stellt, ist Ulrike Holler gerne bereit ihren Sohn auch zu Feuerwehr-Kameradschaften in einer anderen Kommune zu fahren. sig/Foto: Gerdau

  • Was ist Inklusion
  • Dazu hat „Aktion Mensch“ eine verblüffend einfache Erklärung: „Inklusion bedeutet, dass jeder Mensch ganz natürlich dazu gehört. Oder anders: Inklusion ist, wenn alle mitmachen dürfen. Egal wie du aussiehst, welche Sprache du sprichst oder ob du eine Behinderung hast. Zum Beispiel: Kinder mit und ohne Behinderung lernen zusammen in der Schule. Wenn jeder Mensch überall dabei sein kann, am Arbeitsplatz, beim Wohnen oder in der Freizeit: Das ist Inklusion.“