Herborner Martinimarkt 2022-Streiflichter

Gesundheitliche Gründe ließen bei mir nur einen ganz kurzen Besuch des Martinimarkt-Rummels zu. Das ging natürlich auch in diesem Fall nicht ohne ein Fotogerät . Hier ein paar Eindrücke für alle Nicht-Facebook-Fans.

Während die Vergnügungsparkbesucher von Regen verschont blieben, gab es auch diesem Riesengerät Wasser gratis von unten.

Rittals erste Tochtergesellschaft feiert 50-jähriges Jubiläum

50 Jahre Rittal Schweden: Sprungbrett für internationalen Erfolg

Herborn. Eine außergewöhnliche Erfindung für die Industrie, ein schwedischer Markt mit großer Konkurrenz und der neugierige Messebesuch eines jungen Elektroingenieurs – wie das zum Erfolgsrezept für internationale Expansion werden kann, zeigt die Geschichte von Rittal Schweden. Die erste Tochtergesellschaft des damaligen „Blechbiegers“ aus Mittelhessen war der Startpunkt der Entwicklung einer Unternehmensgruppe, die heute weltweit präsent ist und es sich zur Aufgabe gemacht hat, die Digitalisierung in der Industrie voranzutreiben.

Ende der 1960er Jahre stand der junge Schwede Lars Johnsson auf der Hannover Messe am Rittal Stand und informierte sich über den Serienschaltschrank – damals eine so einfache wie durchschlagende Idee für die Industrie. Wenig später saß er 1971 als Geschäftsführer der ersten internationalen Tochtergesellschaft des hessischen Unternehmens in seinem Keller mit dem klaren Auftrag den schwedischen Markt zu erobern – gegen jeden Widerstand oder Wettbewerb: „Wir haben bei null angefangen, aber wir haben die Kunden schnell überzeugt“, erinnert sich Johnsson, der bis 2013 CEO von Rittal Schweden blieb. Die Argumente damals wie heute: Verlässlich hohe Qualität, Verfügbarkeit ab Lager, das 24-Stunden-Lieferversprechen – und das Streben danach, den Kunden erfolgreich zu machen, neue und unerwartete Lösungen zu entwickeln.

Gründer unter sich: Prof. Friedhelm Loh (l.) im Gespräch mit Lars Johnsson, bis 2013 CEO von Rittal Schweden. Foto: Rittal

Die Erfahrungen in Schweden lieferten die Blaupause für die weitere Expansion. Mit Frankreich, Belgien, Österreich und UK folgten in den 70ern weitere Tochtergesellschaften. 1981 gründete Rittal in den USA und 1997 in China die bis heute größten Tochtergesellschaften. Heute ist die Rittal Familie auf über 64 Gesellschaften – über 90 in der Friedhelm Loh Group – rund um den Globus angewachsen. Die Unternehmensgruppe bietet eine Kombination aus Hardware und Software-Lösungen für fast alle Branchen der Industrie, von Engineering-Software über Systemtechnologie bis hin zu IIoT-Lösungen für die smarte Produktion.

Und so ist auch die Feierstunde im schwedischen Ängelholm eine Kundenveranstaltung, aufgrund der Pandemie ein Jahr nach dem offiziellen Datum des Jubiläums: „Als erste Rittal Tochtergesellschaft außerhalb Deutschlands freuen wir uns, dass wir auf so einem starken Fundament weiter die Zukunft gestalten dürfen“, so Fredrik Wåhlstrand, heute Geschäftsführer Rittal Skandinavien.

Quelle: Rittal GmbH & Co. KG an.

Mehr Ausbildung-Initiative für berufliche Orientierung

Von Siegfried Gerdau

Mit einem wegweisenden Konzept machen derzeit die Gewerblichen Schulen Dillenburg (GSD) auf sich aufmerksam. Ein Pilotprojekt unter dem Namen „Mehr Ausbildung“ soll Schülerinnen und Schülern schon frühzeitig eine berufliche Orientierung geben. Studiendirektor Burkhard Meuser, Abteilungsleiter der GSD-Abteilung Technik, möchte gemeinsam mit heimischen Betrieben und Bildungseinrichtungen jungen Menschen den Blick für gewerbliche Tätigkeiten öffnen und gleichzeitig den Wert handwerklicher Arbeit vermitteln. Für die Eltern baut sich so eine echte Alternative zum gymnasialen Bildungsweg auf, ohne sich Chancen darauf zu verbauen.

Bei der Leiterin der Schönbacher Pestalozzi-Schule Esther Ringsdorf-Zörb, die in Personalunion Schulleiterin der heimischen Neuen Friedensschule in Merkenbach, Hörbach und Sinn ist, rannte Meuser sprichwörtlich offene Türen ein. Beide waren sich einig, dass durch den Wegfall des sogenannten Werkunterrichts an den Grundschulen den Kindern die Möglichkeit genommen wurde, mit handwerklichen und arbeitstechnischen Tätigkeiten in Berührung zu kommen und sich dabei „auszuprobieren“.

 Dr. Matthias Fink vom staatlichen Schulamt Weilburg findet die Initiative sehr gewinnbringend und einen tollen Ansatz, der den Kindern einen Zugang zum handwerklichen Lernen zu verschafft. Der Einbau in den Lehrplan sei überhaupt kein Problem, findet auch Esther Ringsdorf-Zörb.

Die kleinen Handwerker mit ihren Tutoren. Oben von links: Dominic Helsper, Burkhard Meuser, Tanja Buchholz, Esther Ringsdorf-Zörb und Dr. Matthias Fink.

In Absprache mit dem Schulamt startete Burkhard Meuser gemeinsam mit dem Fachlehrer der GSD Dominic Helsper unter Einbindung heimischer Firmen und der Eltern das Projekt Leuchtsäule, die mittlerweile im Eingangsbereich der Pestalozzi-Schule voll funktionsfähig steht. Tanja Buchholz Klassenlehrerin der Klasse 4 (bei Projektbeginn noch 3) legte mit 15 Schülerinnen und Schülern los. Es galt eine Entwurfsplanung für die Gestaltung der Hülle mit Farben und Mustern zu erstellen. Die Junghandwerker waren mit Feuer und Flamme dabei und schon bald füllte sich der Klassenraum mit Modellen und Zeichnungen. Die Anfertigung der Drahtkonstruktion, sowie das Bekleben der Hülle füllte den gesamten 1. Projekttag aus. Natürlich wollte die Jung-Konstrukteure auch bei der Installation der Unterkonstruktion mit Hand anlegen, Baggerfahren und Betongießen inklusive. Beim gemeinsamen Besuch der Haigerer Firma Cloos, ging es um das Grundsatzwissen Schweißen. Das war erforderlich, um das Zusammenfügen der Eisenkonstruktion der Licht-Säule zu begreifen. So ganz nebenbei durften sich auch zwei Mädchen aktiv in der Schweißkunst üben. Die jungen Herren übten sich dagegen bei diesem heißen Thema in bescheidener Zurückhaltung.

Der Zusammenbau der Teile auf dem mittlerweile stabilen Sockel erfolgte unmittelbar nach dem Bemalen der Glasscheiben und dann ging es an die Montage der einzelnen Bauelemente. Der Sockel nahm eine Batterie auf, die von einem auf dem Säulendach installierten Solarpanel gespeist wird und die Leuchten im inneren mit Strom versorgt. Ganz zum Schluss wurden die bunten Glasscheiben montiert.

Im Rahmen einer gemeinsamen Auswertung und Beurteilung der Arbeiten mit Kindern und Eltern besprachen die Pestalozzi-Pädagoginnen sowie die Objekt-Manager der Gewerblichen Schule die beruflichen Orientierungen, die ja keinesfalls den Erwerb des Abiturs ausschließt. Ringsdorf-Zörb wies daraufhin, dass es viele Wege zum höheren Bildungsgrad und nachfolgendem Studium gäbe. Der Weg über eine berufliche Ausbildung sei ja nur einer davon. Auf die Frage an Burkhard Meuser, ob es denn nicht zu früh sei, die Kinder schon in der Grundschule mit dem möglichen späteren Berufsleben zu konfrontieren, beantworte er mit „keinesfalls“. Die Weichen, welchen Weg ihr Kind einmal beschreitet, würden seiner Meinung nach viel zu spät gestellt. Während zu früheren Zeiten die Väter oder Großväter in ihren heimischen Hobbyräumen und Werkstätten gewerkelt hätten, seien lange vorbei. Damals hätten die Kinder Gelegenheit gehabt zuzuschauen und auch schon sehr früh in Landwirtschaft oder heimischen Handwerk selber Hand angelegt. Heute wüssten die meisten von ihnen gar nicht, was es außer Schule und Studium noch für teils sehr lukrative und kreative Tätigkeiten und Berufe gäbe. Die hohe Zahl der Studienabbrecher an Universitäten läge bei 33 und an Fachschulen bei 23 Prozent. Alles Zahlen, die nicht froh machen, sagte Meuser.

Die Lichtsäule mit Burkhard Meuser und Esther Ringsdorf-Zörb

Beim Besuch der Schönbacher Pestalozzi legt nun der 1,20 Meter hohe Leuchtstein als Leuchtturm für praktische Bildung Zeugnis ab, über die innovative Zusammenarbeit von Grundschule und Gewerblicher Schule. Nachhaltiger geht es kaum noch und außerdem hat es allen Beteiligten unendlich viel Spaß gemacht. Man darf auf die nächsten Schritte in Richtung Arbeitsgemeinschaften und Kooperationen mit heimischen Unternehmen gespannt sein. Fotos: Gerdau

PRESSEMITTEILUNG der LINKEN

Die LINKE Fraktion im Hessischen Landtag vom 1. November 2022

Hessische Landesregierung verweigert die Sicherstellung einer
wohnortnahen Geburtshilfe

Auf Antrag der LINKEN kam der Sozial- und Integrationspolitische Ausschuss heute zu einer
Sondersitzung zusammen, um die drohende Schließung der Geburtsstation in Dillenburg zu
diskutieren. Dazu erklärt Petra Heimer, gesundheitspolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE. im
Hessischen Landtag und Wahlkreisabgeordnete im Lahn-Dill-Kreis:
„In Sonntagsreden zeigt sich Schwarzgrün gern auf der Seite der Hebammen und verspricht eine
gute Versorgung Schwangerer. Jetzt, wo in Dillenburg und Fritzlar weitere Geburtsstationen vor der
Schließung stehen, kommt von der Landesregierung nichts Konkretes zur Unterstützung.
Gespräche mit den Rettungsdiensten, um nach der Schließung die schlechtere Versorgungslage
irgendwie zu sichern, ist nicht das, was sich die Menschen vor Ort erhoffen.“
Heimer kritisiert, die offensichtliche Untätigkeit der Landesregierung. Dies sei symptomatisch, denn
seit 2008 seien bereits ein Drittel der Geburtsstationen in hessischen Krankenhäusern geschlossen
worden.
„Was bringt ein Runder Tisch Geburtshilfe mit vielen guten Ideen im Ministerium, wenn kaum etwas
davon umgesetzt und im ländlichen Raum weiter die medizinische Versorgung zusammengestrichen
wird?
Die schwarzgrüne Landesregierung muss mit allen Mitteln dafür Sorge tragen, dass ein
wohnortnahes Angebot der Geburtshilfe in allen hessischen Regionen unter Wahrung der
Rettungsfristen bestehen bleibt. Bloße Lippenbekenntnisse kann sie sich sparen.

Wieduwilts Woche. Steinmeier hält Rede zur Blamage der Nation

Eine Kolumne von Hendrik Wieduwilt 28.10.2022, 17:20 Uhr Quelle: ntv.de

Der Bundespräsident hat eine Rede zur Lage der Nation versprochen. Mit diesem Text und Vortragsstil aber hätte er nicht einmal eine Schar Vertriebler in einem Stadtrandhotel fürs nächste Quartal motiviert.

Der Bundespräsident hat einen einzigen Job: reden. Diesen Job hat er am Freitag komplett vergeigt. Mit großem Tamtam weckte Frank-Walter Steinmeier Hoffnung auf eine „Rede zur Lage der Nation“. Dann stellte er sich ins Schloss und nörgelte. Er nörgelte eine Stunde lang in wehleidigem und zugleich kraftlosem Singsang, als ginge es um seine verregneten Ferien auf Fuerte, als es am zweiten Samstag sogar ein wenig geregnet hat – Rita, stell Dir nur einmal vor, geregnet!

Steinmeier rechnet mit Putin ab-„Für Deutschland beginnt eine Epoche im Gegenwind“

Steinmeier hat die größte Chance eines politischen Redners im Deutschland der Nachkriegszeit verquengelt. Der Mann mit der manchmal röhrenden Stimme und den wuchtigen Fäusten hätte den Menschen jetzt ein „Wofür“ geben müssen. Das war wichtig, verdammt noch mal! Stattdessen steht der Mann wie ein Kellner am Pult im Schloss Bellevue, berichtet vom Ungemach in Deutschland, in Deutschland und noch einmal in Deutschland.

Als er doch einmal von „Freiheit“ reden muss, zitiert Steinmeier erst einmal die estnische Ministerpräsidentin – soviel Berührungsangst mit dem Zentralwert der westlichen Welt und Nummer drei der nationalhymnischen Trias muss man als deutscher Redner erst einmal aufbringen. Joachim Gauck wird in seinen Kaffee geweint haben. Im Iran lachen sogar die Sicherheitskräfte. Und in der Ukraine täten die Überfallenen wohl das gleiche, aber da schaut man lieber echten Geschossen nach als einer deutschen Panzerhaubitze 2022.

Bürokratisches Stapfstapfstapf

Steinmeier über Luftalarm-Flucht„Wussten, dass sowas während der Reise passieren kann“

Steinmeiers Totalausfall ist ein Desaster, denn dieses Deutschland dürstet gerade nach rhetorischer Richtung, sucht förmlich einen Leuchtturm, Zuspruch, Hoffnung und Identität. Menschen wollen nicht für nichts leiden, aber so muss es sich für sie anfühlen. Polarisierte, verängstigte und aufgeriebene Bürger bräuchten jemanden, der politische Führung wenigstens simuliert, Ziele ausmacht, das Durchhalten zur Mission erhebt. Der Bundeskanzler kann das bekanntlich nicht und ist ohnehin jeden Tag damit beschäftigt, das fragile Machttrapez seines Kabinetts mit komplizierten Kompromissen vor dem Kollaps zu bewahren.

Aber Steinmeier hat an diesem Freitag das Charisma einer Scheibe Graubrot, die jemand in der Spüle liegengelassen hat. Seine Stimme mäandert salbungsvoll von einem milde erhöhten Punkt zum nächsten. Seine Formulierungen sind ein bürokratisches Stapfstapfstapf ohne Rhythmus und Varianz. Kurz: Als Trostredner in der Palliativstation würde man ihn ohne Honorar vor die Tür setzen und am gleichen Tag die Schlösser austauschen.

Beleidige nicht Dein Publikum!

Auch Steinmeiers Inhalte sind ein Kaleidoskop sprachlichen Versagens. Allein der Schlüsselsatz der Rede ist geradezu eine Frechheit: „Ich bin jedem dankbar, der an mehr denkt als nur sich selbst.“ Vier Punkte als Beleg.

Erstens: Wenn einer Deiner wichtigsten Sätze mit einem „Ich“ beginnt, ist Deine Rede Mist. Es geht nicht um Steinmeier und seine Gefühle, es geht um Deutschland – es ist, wie gesagt, eine Rede „zur Lage der Nation“. Auch wenn Steinmeier wegen kolossal falscher Russlandfreundlichkeit jeden Abend Sodbrennen erleidet, und das wäre verständlich, ist das nicht das Problem seiner Adressaten.

Zweitens: Beleidige nicht Dein Publikum. Der Satz unterstellt der Bevölkerung Egoismus, was zwar akkurat sein mag, aber nicht wirklich motiviert, das eigene Verhalten zu ändern.

Drittens: In diesem Satz steckt nicht einmal eine Bitte, es ist eine passiv-aggressive Aufforderung. „Ich bin Dir dankbar, wenn Du heute beim Abendessen keine Szene machen könntest, Liebling.“

Viertens: Wo ist das Ziel? Reden sollen zum Handeln motivieren oder wenigstens Hoffnung auf eine bessere Zukunft spenden. Hier ist die Hoffnung allenfalls, dass das Staatsoberhaupt ein bisschen dankbar sein kann – was für ein royales Verständnis verbirgt sich hinter dieser Rede eigentlich?

Stanzen aus einer drittklassigen PR-Bude

„Wir brauchen aktive, ja widerstandskräftige Bürgerinnen und Bürger.“ Wieder geht es nicht um die Bürger, sondern darum, was „wir“ von Bürgern brauchen. Also … wir, die Regierung? Oder wir Bürger brauchen bestimmte Bürger? Hä? Er quetscht dann die Demokratie nach „Bahn“, „Internet“, „Handys“ und „Energieversorgung“ irgendwie als „kritische Infrastruktur“ ein. So blutleer-bürokratisch hat wohl noch niemand vom Zauber der Volksherrschaft gesprochen. „Demokratie ist so verletzlich wie ein gutes Stempelkissen!“, sagte er zwar nicht, hätte aber fugenlos in seine Rede gepasst. Bitte, Belleveue, nicht übernehmen!

„Wandel durch Handel“ veraltet. Steinmeier will Abhängigkeit von China verringern

Er appelliert an die Bürger wie Pädagogen in einer Kindertagesstätte. „Widerstandskräftige Bürger unterscheiden zwischen der notwendigen Kritik an politischen Entscheidungen – und dem Generalangriff auf unser politisches System.“ Das klingt wie „Brave Kinder räumen ihre Klötze nach dem Spielen wieder ein.“ Die Kernaussage „Putin übt einen Generalangriff auf unser politisches System“ verkleckert Steinmeier hinter einem Gedankenstrich. Warum, warum, warum?

Steinmeier begeht natürlich auch den Fehler so vieler deutscher Redner, die ihre Abstraktionsebene nicht verlassen können. Er spricht von dem, was „Jung und Alt“ verbindet – sagt aber nicht, was das ist, außer, das „Land verändern“ und es „zu einem besseren machen“. Was heißt das? Er spricht vom „Umgang mit dem Planeten“. Lebensqualität sei mehr als eine „stabile Internetverbindung“ – und was? Sagt er nicht. Es sind Stanzen wie aus einer drittklassigen PR-Bude. Warum beschreibt Steinmeier das Leben nicht? Kennt er es nicht mehr?

Steinmeier, der Demotivationsredner

Stattdessen holt das Staatsoberhaupt die Idee einer sozialen Pflichtzeit aus der Tiefkühltruhe, jagt sie zehn Sekunden durch die Rhetorikmikrowelle, erwartet aber zum Glück nach eigenem Bekunden nicht, dass der Fraß „nur Begeisterung hervorruft“. Also falls Sie in Ihrem Unternehmen zu motivierte Mitarbeiter haben – holen Sie auf die Bühne einfach Steinmeier, den Demotivationsredner.

Und so rumpelt diese Rede durch den Freitagvormittag wie ein Klavier beim Umzug durch eine Wendeltreppe. „Es wird nicht einfach sein, und es wird anstrengend sein.“ So, so. „Vertrauen wir einander – und vertrauen wir uns selbst!“ Aha, aha. Von historischen prägnanten Ausrufen wie „es muss ein Ruck durch Deutschland gehen“ keine Spur, geschweige denn von „Wir schaffen das“, „tear down this wall“ oder „yes we can“.

Diese Rede war eine urdeutsche, aktendeckelige, nörgelige, diffuse Abrechnung mit der Gegenwart, gelangweilt ausgeteilt an die eigenen Bürger. Ich hatte mehr erwartet, ich hatte mich auf mehr gefreut. Es wird kein Zucken durch Deutschland gehen. Das war eine Rede zur Blamage der Nation, deren Oberhaupt Steinmeier unbedingt fünf weitere Jahre sein wollte.

Quelle: ntv.de

Hendrik Wieduwilt, Publizist, Jurist, Autor und Kommunikationsberater, schreibt bei ntv.de

Lieber Herr Gerdau,

„Respekt“ – so stand es im Sommer 2021 auf den Wahlplakaten von Olaf Scholz. „Respekt“ war eines der meistgenutzten Worte im Wahlkampf der SPD und während der Koalitionsverhandlungen. Respekt – das sollte wohl heißen: Wir nehmen die Menschen ernst, wir nehmen das Land ernst, wir nehmen unsere Aufgabe ernst.

Von diesem Respekt ist ein Jahr danach nichts mehr übrig geblieben. Im Gegenteil: Noch nie zuvor hat sich eine Regierung so respektlos gezeigt wie die Ampel. Der vorläufige Höhepunkt war diese Woche erreicht. Am Freitag wandte sich der Bundespräsident in einer lange vorbereiteten Rede über die schwierige Lage in Putins Krieg an unser Land. Eingeladen in das Schloss Bellevue zur persönlichen Teilnahme waren zahlreiche Vertreter gesellschaftlicher Gruppen aus den verschiedensten Lebensbereichen und die Vertreter der drei Gewalten: der Gerichtsbarkeit, des Parlaments, der Regierung. Der Präsident des Bundesverfassungsgerichts war selbstverständlich anwesend, der Präsident des Bundesrates ebenfalls. Die Bundesregierung hingegen fehlte völlig, nicht eine Bundesministerin, nicht ein Bundesminister. Die Präsidentin des Deutschen Bundestages: Fehlanzeige. Der Vorsitzende der FDP-Fraktion und ich waren die einzigen Fraktionsvorsitzenden aus dem Parlament. Alle übrigen Partei- und Fraktionsvorsitzenden: Fehlanzeige. Von der SPD, von den Grünen: Niemand.

Wir sollen uns doch alle „unterhaken“, wird der Bundeskanzler nicht müde zu betonen. Jetzt sei die Stunde des Zusammenhalts, nicht des Gegeneinanders. Wenn das alles so gemeint ist: Warum fehlen dann bis auf eine einzige Ausnahme a l l e Vertreter dieser Regierung, wenn der Bundespräsident zur Lage des Landes spricht? Das sieht nach einem abgesprochenen Affront aus, mitten in der Krise, mitten in einer Zeit, in der die Menschen auch von der Politik Zusammenhalt und ein gemeinsames Vorgehen erwarten.

Dieses Muster der Respektlosigkeit zeigt sich bei der Ampel schon lange. Wir erleben es in jeder Sitzungswoche im Parlament. Regelmäßig ist die Regierungsbank nicht mit den Mitgliedern der Bundesregierung besetzt, sondern mit den namenlosen Gesichtern einer schier unüberschaubaren Zahl von Parlamentarischen Staatssekretären. Zurzeit sind es 37, so viele wie nie zuvor. Aber die Ministerinnen und Minister ziehen es vor, dem Bundestag selbst bei wichtigen Debatten fernzubleiben. Es gibt Parlamentswochen, in denen der Bundeskanzler nicht einmal im Parlament erscheint. Ist das der „Respekt“, den er meint?

Wir alle kämpfen mit der zunehmenden Kritik an unserer Demokratie und an den politischen Parteien. Wer sich aber so respektlos gegenüber unserem Staat und seinen Institutionen verhält, der sollte über den Wert der Demokratie in Zukunft besser schweigen.

Mit besten Grüßen

Ihr Friedrich Merz 30.10.2022

Eiserne Konfirmation in Dillenburg

Eine nicht alltägliche Feier fand vor kurzem in der Dillenburger Kirche statt. 19 Konfirmanden des Jahrgangs 1957 begingen die Eiserne Konfirmation (65 Jahre nach der Konfirmation) mit dem Sinner Pfarrer in Ruhe Wilfried Höll. Wegen einer Corona Erkrankung konnten weitere sechs Frauen und Männer nicht an der Veranstaltung teilnehmen. Auch den eigentlich zuständigen Pfarrer Dr. Ackva hatte das Virus erwischt. Der Gottesdienst fand unter dem Wochenspruch aus 1. Johannes 5, Vers 4 c: „Unser Glaube ist der Sieg, der die Welt überwunden hat“.

Die Teilnehmer waren: Ernst Hofmann, Manfred Stoll, Helmut Hagner, Klaus Hallwas, Manfred Hoyme, Volker Stoll, Heinz-Dieter Textor, Karl-Ludwig Geier, Otto Peter, Rosemarie Heller-Markert, Bärbel Schuhmann-Hümer, Hilde Stern, Susanne Linde-Mauden, Ursula Rübsamen-Hardt, Renate Heile-Ebener, Gisela Schmidt-Daniel, Erika Schmidt-Pfeiffer, Karin Schröder-Pfaff und Brigitte Soika-Ludwig.

Das waren die Konfirmanden im Jahr 1959. sig/Repro-Foto: Gerdau

Wer Krieg führt oder befürwortet versündigt sich

Von Siegfried Gerdau

Mindestens 60 Millionen Menschen verloren im II. Weltkrieg ihr Leben als Zivilisten oder Soldaten. Genau kann das überhaupt niemand sagen. Der erste deutsche Nachkriegskanzler Konrad Adenauer sprach davon, dass ihm eher der Arm abfalle, als dass er wieder eine Waffe in die Hand nehme. Das alles ist lange her und schon wieder gibt es genügend Relativierer, die sich einen III. Weltkrieg vorstellen können. Ist es Dummheit oder menschliche Unzulänglichkeit? Während dieselben von todbringenden Klimaveränderung reden, kalkulieren sie gleichzeitig den Tod unendlich vieler Menschen durch anhaltendes Säbelrasseln und Kriegstreiben samt Waffenlieferung ein.

„Man könne mit einem Menschen wie Putin nicht reden“, sagen sie. Unsere hochbezahlte Chefdiplomatin versucht es erst gar nicht und nimmt dafür den Tod vieler Menschen in der Ukraine und vielleicht auch bald in anderen europäischen Ländern in Kauf. Die Umwelt in der Ukraine ist bereits jetzt schon auf Schwerste geschädigt, von den Kindern und Erwachsenen gar nicht erst zu reden. Was da täglich in die Luft geblasen wird, kann durch Millionen von Elektro-Autos in 50 Jahren nicht wieder gut gemacht werden. Es müsste doch dem letzten Grünen so langsam dämmern, dass in der Artikulation ihrer Anführer irgend etwas nicht stimmt. Den Polizisten und Polizistinnen unseres Landes bringt man seit Jahren die hohe Kunst der Deeskalation bei. Das wird täglich von ihnen eingefordert und Verstöße unnachsichtig geahndet. Deeskalation die Krieg unmöglich macht, lehrt man hingegen auf der Ebene der hohen Politik nicht. Hier darf jeder/jede Ahnungslose hantieren wie er kann oder möchte.

Die Berufsdiplomaten-es gibt sie tatsächlich noch- müssen ihre Arbeit machen und verhandeln. Auch mit einem Menschen, wie Putin, der einen schrecklichen Bruderkrieg vom Zaun gebrochen hat. Es steht viel zu viel auf dem Spiel und die Risiken werden immer unkalkulierbarer.  

Manchmal habe ich das Gefühl, dass Frau Wagenknecht wirklich der einzige Mensch in der politischen Welt ist, der noch in der Lage ist zu denken. Was stellt sich der Normal-Bürger denn vor, wie ein Sieg gegen Russland aussehen wird. Glauben wir wirklich, dass wir eine atomare Auseinandersetzung und sei sie noch so „klein“, unbeschadet überleben werden. Jeder, der versucht sich in dieser Richtung zu artikulieren wird als Putin-Freund, Querdenker oder Nazi tituliert. Wie blöd ist das eigentlich. Wer heute für den totalen Krieg ist, wird Morgen seine Kinder und all das beweinen, was ihm wichtig war. Wenn er es denn noch kann.  Wir werden uns über einen Sieg „freuen“, der alles vernichtet hat, was in den Friedensjahren aufgebaut wurde und uns ausmacht. Krieg war schon immer schrecklich und brachte unendliches Leid über die Menschen. Er war aber und das traf sogar auf den II. Weltkrieg zu, nie so endgültig, wie eine Auseinandersetzung mit der schrecklichsten Waffe, die sich Menschen in ihren kranken Hirnen ausgedacht haben. Wer Übrigens von Krieg spricht und dafür Werbung macht, darf die biologischen und chemischen Waffen nicht vergessen. Alles was im II. Weltkrieg nicht zum Einsatz kam, weil die Erinnerung an den I. Weltkrieg mit zehntausenden Opfern chemischer Waffen noch zu präsent war, ruht immer noch in den Arsenalen von Ost und West.

„Politiker“, die noch vor ein paar Jahren jahrzehntelang gegen Bundeswehr, Aufrüstung und atomare Bewaffnung auf die Straßen gingen, marschieren nun auf einmal an der Spitze der Aufrüstungs- und Kriegsrufer.

Das muss man sich einmal reinziehen. Ja, Putin muss dazu gebracht werden, sein verbrecherisches Treiben einzustellen. Aber mit diplomatischen Mitteln und nicht mit dem totalen Krieg. Man wird sicherlich auch mit einem Menschen wie Putin verhandeln können und wer das verhindert, macht sich mitschuldig.

Das einzig beruhigende an der unseligen Situation ist, dass diesmal und ich meine nach einem atomaren Krieg, auch deren Auslöser in irgendeiner Form auf der Strecke bleiben. Auch die sichersten Bunker muss man einmal verlassen und Geschäfte mit menschlichen Überresten machen auch keinen großen Spaß.

Leider verdienen auch an dem Leid der ukrainischen Bevölkerung, dem sogenannten kleinen Mann, Raffgeier und Plutokraten Unsummen. Das war in anderen Kriegen immer so und wird es auch bleiben. Was nicht bleiben muss, ist die Naivität in großen Teilen der Bevölkerung, die sich nicht vorstellen können, dass sich hinter alldem eine ganz und gar nicht edle Bewegung verbirgt, die nie das Wohl der Masse im Auge hatte.

Überzeugte Sozialdemokraten lehnten Krieg schon immer ab. Warum gehen sie jetzt Hand in Hand mit Grünen (oftmals ehemalige Wehrdienstverweigerer), einen Weg, der wieder einmal die Arbeiterklasse am schwersten treffen wird und sie bereits jetzt schon belastet? 

Wer jetzt dem totalen Krieg zustimmt oder billigend in Kauf nimmt, dass alles darin endet, wird einen Sieg einfahren, der so schrecklich ist, wie man es sich nicht vorstellen kann.

Wenn Clausewitz die schrecklichen Waffen von heute kennengelernt hätte, würde er seinen Satz, „Krieg ist die Fortsetzung der Politik mit anderen Mitteln „, vermutlich nie geschrieben haben.

Glücksurlaub an der Mosel

Von Siegfried Gerdau

Ein leichter Nebel liegt über dem Moseltal und Burg Metternich schaut ein wenig missmutig auf Beilstein herunter. Der Goldene Oktober bleibt auch in diesem Jahr wohl eine immer wiederkehrende Legende. Die Weinbauern haben die Lese zwar zum größten Teil abgeschlossen, aber in den Steillagen hängen noch die Trauben und sie zu ernten ist bei dem nassen Wetter nicht ganz ungefährlich und besonders schwer sowieso. Ein Sch…Wetter schimpft eine Ellenzer Winzerin und hilft ihrem Mann den neuen Verkaufswagen zu verstauen.

Blick auf Ellenz und unten rechts auf Beilstein.

Die meisten Weinberge in dem kleinen Dorf mit vollständigem Namen Ellenz-Poltersdorf sind mit Erntemaschinen gut zu bearbeiten und die Winzer sind schon feste dabei die geernteten Trauben zu mahlen und anschließend zu pressen. Parallel zur aktuellen Traubenernte füllt einer den Wein vom vergangenen Jahr in Flaschen ab. Die Nachfrage sei einfach sehr groß und er müsse sehen, dass er hinterherkomme.

Das Ellenzer Goldbäumchen ist bei Liebhaber des Dessert-Wein von der Mosel sehr begehrt.

Das Ellenzer Goldbäumchen ist schon lange kein Geheimtipp mehr und so schnell wie es abgefüllt ist, verlässt es auch schon die Keller.

Das legendäre Goldbäumchen.

Entgegen dem landläufigen Trend zum „staubtrockenen“ Wein, ist das Goldbäumchen süffig und so wohlschmeckend wie Wein nur sein kann. Natürlich bedient der Winzer in der dritten Generation auch die Liebhaber von trockenem Wein.

Edler Wein und junge Frauen.

Kaum haben wir uns über den fehlenden Goldenen Oktober geärgert, zeigt sich die Sonne in all ihrer Pracht und taucht das Herbstlaub in die schönsten Farben. Aus allen Ecken tauchen Radfahrer auf und wetteifern in ihrem bunte Outfit mit den Herbstfarben. Auch der Verkehr auf der ansonsten mäßig befahrenen Uferstraße hat merklich zugenommen.

Die Beilsteiner Moselfähre pendelt ununterbrochen zwischen den Orten hin und her.

Die kleine Moselfähre, die  von einem hoch über dem Fluss gespannten Seil gehalten wird, pendelt ununterbrochen zwischen Beilstein am rechten Ufer der Mosel und der Bushaltestelle der Linie 711 gleich neben dem Campingplatz Happy Holiday.

Das Dornröschen der Mosel hat einen ganz besonderen Reiz.

Beilstein, dass auch das Dornröschen der Mosel genannt wird, hat gerade einmal  rund 140 Einwohner und gilt als das schönste Örtchen an Deutschlands romantischstem Fluss. Ob das auch der Grund dafür war, dass Heinz Rühmann seinen Film „Wenn wir alle Engel wären“ oder Curd Jürgens seinen „Schinderhannes“, hier drehten, ist stark anzunehmen. Die Treppe zum Karmelitenkloster ist heute noch Zeugnis für diese Zeit.

Ellenz ist besonders in der Zeit der Traubenlese eine Augenweide.

Ellenz,  von Weinbergen eingerahmt, ist für die Beilsteiner und deren Gäste das Tor zur Welt. Ohne die Fähre müsste man einen Umweg von einigen Kilometern fahren. Wer in die Kreisstadt Cochem möchte, kann das per Schiff, mit dem Bus oder dem Taxi tun. Die 5000 Einwohner Stadt ist die kleinste Kreisstadt der Bundesrepublik. Nur Seelow kann größenmäßig mithalten. Eine der schönsten Kreisstädte ist sie gewiss. Dafür sorgt schon die imposante Reichsburg, eine der höchstgelegenen Burgen an der Mosel.

Blick über die Cochemer Moselbrücke auf die Reichsburg.

Wenn man von der Moselpromenade mit den Schiffsanlegern kommt, aund so der alten Stadt ihre Referenzen erweisen. Ein Blickfang ist der Marktplatz mit Martinsbrunnen und dem historischen Rathaus.  Jetzt mal ganz im Ernst. So heißt tatsächlich die Ortschaft zwischen Ellenz und Cochem. Mit ihrer 150 Hektar großen Weinanbaufläche zählt sie zu größten Weinanbaugemeinden der Mosel.

Ein schönes Fleckchen Erde.

Die Moselfähre fährt uns und viele ander Gäste am nächsten Tag über den ruhigen Fluss nach Beilstein. Heute soll es hoch zur Burg Metternich gehen. Vom Turm hat man einen wunderschönen Blick über die Moselschleife, Beilstein und Ellenz. Das Wetter ist herbstlich verhalten, aber warm. Immerhin haben wir den 18. Oktober und wir wollen deshalb auch nicht meckern.

Um den Imbiss von Kalle an der Moseluferstraße in Ellenz werden wir heute einen Bogen machen. Seine Curry-Wurst mit Pommes ist einfach zu verführerisch lecker. Dafür müsste der nette Mann  mindestens einen Michelin-Stern bekommen. Immer wieder begegnet uns eine der filigran, aber mächtigen Weinerntemaschinen oder ein Traktor mit Traubenbergen auf den  Anhängern.

Blick auf Beilstein mit Burgruine Metternich.

In Beilstein schieben sich ganze Menschentrauben durch die engen Gassen oder sitzen vor den feinen Restaurants und warten aufs Essen. Es ist schon etwas besonderes in diesem historischen Ensemble von Kirche, Burg und „Altstadt“ zu speisen wie anno dazumal. Ruhig ziehen die Ausflugsschiffe und Kohlefrachter (Richtung Frankreich), lediglich in Griffweite entfernt, ihre Bahn.

Blick von der Burgruine auf Ellenz

Hoch über der Mosel oder auf einem der schönen Uferwege, kann man sich in der frischen Luft bewegen.

Das Moseltal hat seinen ganz besonderen Reiz und der geht weit über die Tatsache des lieblichen Weinlandes hinaus. Hier kann man die Seele baumeln lassen und jedem kulinarischen Anspruch gerecht werden. Für Radler ist die Mosel mit ihren kilometerlangen Radwegen ebenso ein Paradies. wie für Wanderer mit einem gewissen Leistungsanspruch.

Der Herbst ist mit seinen bunten Farben besonders im Moseltal eine Augenweide.

Generell gibt es die richtige Reisezeit nicht. Jede Jahreszeit hat ihre Reize.  Wir finden den Frühherbst und das späte Frühjahr genau auf uns zugeschnitten. Die Sommerzeit ist zwar wunderschön, aber man muss diese Schönheit mit allzu vielen Besuchern teilen. Eine Reise Wert ist jede Moselregion. Wir haben uns schon vor vielen Jahren in die Region Ferienland Cochem verliebt und bleiben ihr treu. Mindestens einmal im Jahr liegt unser Glück der Erde zwischen Calmont und Beilstein im Weingut Ellenz. Fotos: Gerdau

Entfernung von Herborn nach Ellenz-Poltersdorf: 135 Kilometer. Da die gesamte Strecke meist wenig befahren wird, braucht man rund 1 Stunde und 45 Minuten.

Informationen und Unterkunftsnachweis: Moseltouristik, Kordelweg 1, 54470 Bernkastel-Kues Phone: 06531 9733-0. www.mosel.de.

 

Hotel Weinhaus Fuhrmann

 Oh weh, beinah hätte ich einen Genusstempel der besonderen Art vergessen. Durch puren Zufall kamen wir in Ellenz in das Hotel Weinhaus Fuhrmann. „Können wir bei Ihnen essen“, frage ich den Oberkellner. „Selbstverständlich mein Herr, bekam ich freundlich zur Antwort. Wir nahmen das Buffet und trafen ins Schwarze. So lecker aßen wir schon lange nicht mehr. Es war ein kulinarischer Hochgenuss und der leckere Wein „Fantasie“, ein Hochgewächs, eine einmalige Gaumenweide.

Ecke Moselweinstraße/St.Sebastiansstraße in Ellenz gibt es das Café Dehren mit einer traumhaften Eissplitter-Torte und natürlich auch der weltberühmten schwarzwälder Kirschtorte. Einfach Klasse und genau richtig für einen herbstlichen Sonntagnachmittag. Überhaupt sind die Kuchen selbstgebacken, aber probieren konnten wir sie leider nicht alle.

Café Dehren in Ellenz.
Petra schwelgt in Kindheitserinnerungen beim Genuss der Eissplitter-Torte.