Schlaglochsuche leicht gemacht

Mit dem derzeitigen Zustand eines Teils der Kreisstraße K86 zwischen Mademühlen und Krombachtalsperre lässt sich sicher kein Staat machen. Beim Verlassen des Driedorfer Ortsteils glaubt man sich auf einer Teststrecke für Fahrgestelle, Autoreifen oder auf der Ortsdurchfahrt eines zentralafrikanischen Dorfes zu befinden.

Dieses Loch-Ensemble ist nur ein kleiner Vorgeschmack. Schlimmer geht immer.

Ohne Gegenverkehr kann man manchen der bis zu sechs Zentimeter tiefen Löchern noch ausweichen. Dies wird jedoch immer schwieriger und artet schon bald zu einer Slalomfahrt aus. Ganz ungeschoren kommt jedoch kein Stoßdämpfer davon und sogenannte Kleinwagen haben besonders schlechte Karten. Sicher ist, dass hier oben auf dem Hohen Westerwald auch der ungeübteste Schlaglochsucher fündig wird.

Einen Offenbarungseid mag jedoch die Straßenverkehrsbehörde offensichtlich nicht leisten, sonst hätte sie schon seit langem mit entsprechenden Schildern auf den Zustand dieses Verkehrswegs kurz vor der Landesgrenze hingewiesen. Auch eine zeitige Reparatur wäre vielleicht eine Möglichkeit gewesen. Sobald man jedoch Hessen verlassen hat und sich in Rheinland-Pfalz befindet, gibt es keine Schlaglöcher mehr.

Fairerweise muss man jedoch sagen, dass der bis jetzt ausgebliebene Winter nicht ganz unschuldig an den Verhältnissen ist. Nach dem ersten richtigen Schneefall und anschließendem Einsatz von Streufahrzeugen wäre die Fahrbahn so glatt wie ein Kinderpopo.

Campinggäste, die mit ihren Wohnwagengespannen zum Camping Mademühlen wollen, werden das zu schätzen wissen. Wer jedoch über die K86 spricht, muss auch über die Driedorfer Ortsdurchfahrt, die so genannte Schloßstraße, reden.

Bereits hier gibt es einen leichten Vorgeschmack auf das spätere Fahrerlebnis. Leicht deshalb, weil die Schlaglöcher nicht ganz so tief wie zwischen Mademühlen und der Landesgrenze sind. sig/Foto: Gerdau

Unsere digitale Zukunft

Im Gespräch mit dem Herborner IT-Unternehmer und Experten für digitale
Sicherheitsfragen, Sebastian Decker

Von Michael Scheld

Es sei vorangestellt, dass dieser Artikel nicht die digitale Infrastruktur unserer Stadtverwaltung
in Zweifel stellen soll. Vielmehr geht es darum, die digitale Sicherheit heute anders zu
bewerten und finanziell zu würdigen, als noch vor wenigen Jahren. Ein Kernbereich, der häufig,
nicht zuletzt aufgrund anderer priorisierter Ausgaben und Sachzwänge, vernachlässigt wird
bzw. werden muss. Dies geschieht in Unternehmen gleichermaßen wie in Behörden und
Verwaltungen.
Im Kern geht es mir um die Darstellung, dass es mir als Bürgermeister wichtig wäre, die digitale
Infrastruktur unserer Stadt zukunftssicher zu gestalten. Dazu gehören der Schutz vor
Cyberangriffen, der Ausbau eines leistungsfähigen Glasfasernetzes und der sinnvolle Einsatz
von Künstlicher Intelligenz (KI) in der Verwaltung.
Im Gespräch mit dem IT-Unternehmer und Experten für Fragen, Entwicklungen und Lösungen
rund um die digitale Sicherheit, Sebastian Decker, habe ich mich mit den zentralen
Herausforderungen und Lösungsansätzen mit ihm ausgetauscht.

Sebastian Decker

Sebastian Decker ist seit 2005 Unternehmer und Gründer der Firma Decker IT-Lösungen. Mit
seinem erfolgreichen Unternehmen betreut er seit 2014 ausschließlich Firmenkunden.
Spitzenunternehmen wie Müller Milch, setzen in Teilbereichen ihrer IT-Struktur auf die
Expertise des Herborner Unternehmers mit seinem 7-köpfigen Spezialisten Team. Decker hat
es sich zur Aufgabe gemacht, die IT-Strukturen von kleinen und mittelständischen
Unternehmen auf die neusten Standards in puncto IT-Sicherheit sowie Soft- und Hardware zu
bringen und zu betreuen. Mit einem weiteren Unternehmen unter dem Namen Core Protect
widmet sich Decker speziell dem Bereich Firewall Systeme, IT-Schwachstellen Identifizierung
und Datensicherungssystemen. um die Wahrscheinlichkeit eines erfolgreichen Cyberangriffs,
so gering wie möglich zu machen.
Bei der stetig steigenden Zahl von Cyberangriffen und Internetausfällen haben die Experten
von Decker IT-Lösungen und Core-Protect damit alle Hände voll zu tun.
Cybersicherheit und Schutz der digitalen Infrastruktur

Cyberangriffe auf Kommunen sind eine reale Bedrohung. Ransomware, Phishing-Attacken
und Datenlecks können ganze Verwaltungen lahmlegen. Deshalb ist es essenziell, IT-Systeme
bestmöglich zu schützen.

Der Experte empfiehlt eine Kombination aus starken Firewalls,
regelmäßigen Software-Updates und einer konsequenten Zwei-Faktor-Authentifizierung.
Besonders wichtig ist es, die Mitarbeiter regelmäßig in IT-Sicherheit zu schulen, um Gefahren
frühzeitig zu erkennen.
Doch trotz aller Vorsichtsmaßnahmen kann ein Cyberangriff nie vollständig ausgeschlossen
werden. Bei der Umsetzung wirkungsvoller IT-Systeme, geht es im Kern um
Risikominimierung, so Sebastian Decker.
Deshalb müssen Notfallpläne erarbeitet werden, um im Ernstfall schnell und effektiv reagieren
zu können. Dazu gehören regelmäßige Backups, eine klare Krisenstrategie und der Zugang
zu externen Sicherheitsexperten wie ihm. Seine Kunden, welche ausschließlich aus
Unternehmen bestehen, setzen bereits erfolgreich auf Zero-Trust-Architekturen und strikte
Zugriffsbeschränkungen. Ein Ansatz, der auch für die öffentliche Verwaltung sinnvoll sein
kann. IT-Sicherheit kostet Geld, doch bei der Betrachtung der zunehmenden Cyberkriminalität,
den daraus resultierenden Folgeschäden und die anschließenden Kosten für deren
Beseitigung, in meinen Augen eine absolut lohnenswerte Investition.
Immerhin geht es hierbei um sensible Daten unserer Bürger und der Stadt!
Glasfaserausbau und digitale Infrastrukturentwicklung
Eine stabile und schnelle Internetverbindung ist die Grundlage für eine moderne Stadt. Doch
der Glasfaserausbau verläuft oft schleppend, weiß Sebastian Decker aus seiner Erfahrung.
Bürokratische Hürden, hohe Investitionskosten und lange Genehmigungsprozesse verzögern
die Umsetzung. Um diesen Prozess zu beschleunigen, müssen Genehmigungsverfahren
vereinfacht, enger mit privaten Anbietern zusammengearbeitet und alternative Lösungen wie
Breitband über TV-Kabel oder 5G ergänzend genutzt werden.
Öffentlich-private Partnerschaften (PPP) können eine sinnvolle Lösung sein, um den Ausbau
effizienter voranzutreiben. Dabei bringt die Stadt die Infrastruktur in öffentlichen Bereichen ein,
während Unternehmen den eigentlichen Netzausbau übernehmen. Erfolgreiche Beispiele aus
anderen Kommunen zeigen, dass solche Kooperationen den Ausbau deutlich beschleunigen
können.

Sebastian Decker (links) im Gespräch mit Michael Scheld


Künstliche Intelligenz (KI) in der Verwaltung.


KI kann Verwaltungsabläufe optimieren, Bürokratie abbauen und Bürgern schnellere
Dienstleistungen bieten. Beispielsweise könnten Chatbots, Bürgeranfragen automatisiert
beantworten, während KI-gestützte Systeme Anträge schneller bearbeiten. Städte wie Wien
und Hamburg nutzen bereits solche Technologien, um ihre Verwaltungen effizienter zu
gestalten.
Allerdings müssen wir auch rechtliche und ethische Fragen berücksichtigen. Datenschutz,
Transparenz und die Vermeidung von Diskriminierung durch Algorithmen sind zentrale
Themen. Deshalb sollten wir KI schrittweise einführen und dabei stets darauf achten, dass sie
den Bürgern dient und nicht zu einer Intransparenz in der Verwaltung fährt.
Technisch müssen wir unsere Systeme modernisieren, um KI sinnvoll integrieren zu können.
Das bedeutet, dass wir unsere Dateninfrastruktur verbessern, Schnittstellen zu bestehenden
Systemen schaffen und unser Personal entsprechend schulen und ausbilden müssen.
In meinen Augen stellt auch dies langfristig eine lohnenswerte Investition dar. Die Rechnung
ist einfach – Arbeitsprozesse werden beschleunigt, fallen weg oder werden ersetzt und im
Ergebnis Kosten eingespart.

Zukünftige Herausforderungen und digitale Entwicklung


Die Digitalisierung schreitet rasant voran. Neben den aktuellen Herausforderungen müssen
wir uns auch auf zukünftige Entwicklungen vorbereiten. Gleichzeitig entstehen neue Risiken
wie KI-gestützte Cyberangriffe oder Deepfake-Betrug.
Um unsere Stadt langfristig abzusichern, müssen wir bereits heute in moderne IT
Sicherheitsstrategien investieren und eine flexible Infrastruktur schaffen. Cloud-Technologien
werden dabei eine zunehmend wichtige Rolle spielen, doch es gilt abzuwägen, welche Daten
lokal gespeichert und welche in der Cloud verarbeitet werden. Open-Source-Lösungen bieten
eine Chance, kostengünstig und unabhängig von großen IT-Konzernen zu arbeiten.
Mein Ziel ist es, unsere Stadt digital sicher, effizient und zukunftsfähig aufzustellen. Das
bedeutet, dass wir in Cybersicherheit investieren, den Glasfaserausbau beschleunigen und KI
gezielt in der Verwaltung einsetzen. Nur so können wir die Digitalisierung als Chance nutzen
für eine moderne, bürgernahe und leistungsfähige Stadt. Fotos: Gerdau

Helferinnen und Helfer gesucht

Notfallseelsorge im Lahn-Dill-Kreis bietet Kurs für neue ehrenamtliche Mitarbeitende an

Die Notfallseelsorge im Lahn-Dill-Kreis benötigt weitere Helferinnen und Helfer zur Verstärkung des Teams. Anfang März startet ein neuer Ausbildungskurs, kündigt der Leiter der Notfallseelsorge Christian Reifert an. Gesucht werden weitere Helfer, die anderen Menschen in akuten Krisen oder plötzlichen Verlusterfahrungen beistehen.

Im Rahmen der Ausbildung finden bei der Notfallseelsorge auch Übungen gemeinsam mit den Rettungskräften statt. Unser Foto ist bei einer Anwendungsübung im Jahr 2023 entstanden.
ARCHIV: CHRISTIAN REIFERT

Seit 25 Jahren gibt es die überkonfessionelle Notfallseelsorge im Lahn-Dill-Kreis. Hier engagieren sich etliche Männer und Frauen ab 25 Jahren, um ehrenamtlich als Notfallseelsorger in Rufbereitschaft tätig zu sein. Sie werden von Polizei, Rettungsdienst oder Feuerwehr zu unterschiedlichen Einsatzlagen im häuslichen und außerhäuslichen Kontext gerufen. Dort begleiten sie Menschen jeden Alters, ohne Ansehen der Person, Nationalität, sozialem Stand oder Religion. Der Dienst ist für jeden Menschen im Lahn-Dill-Kreis da, der diese stabilisierende Hilfe braucht. Um den Anforderungen gerecht zu werden, werden die Freiwilligen in etwa 116 Stunden ausgebildet. Neben der psychosozialen Notfallversorgung für Betroffene gehören auch noch ein Erste-Hilfe-Kurs und Praktika bei Polizei und Rettungsdienst zur Ausbildung dazu. Um mobil zu sein, benötigen die Helferinnen und Helfer eine Fahrerlaubnis und einen eigenen PKW.

Ein erstes Treffen informiert Interessierte über die Arbeit der Notfallseelsorge Lahn-Dill. Die Info-Veranstaltung findet für den Lahn-Dill-Kreis am Donnerstag, 6. März 2025 um 18 Uhr in Herborn im Haus der Kirche und Diakonie (Am Hintersand 15, 35745 Herborn) im Raum der Begegnung (im Erdgeschoss) statt. Der Leiter des Notfallseelsorgesystem Christian Reifert stellt Arbeit der Notfallseelsorge im Lahn-Dill-Kreis vor und beantwortet gerne weitere Fragen. Die ehrenamtlichen Kolleginnen und Kollegen freuen sich über den Zuwachs im Team.


Kontakt zur Notfallseelsorge:

Evangelisches Dekanat an der Dill
Fachstelle Notfallseelsorge
Christian Reifert
Im Grund 4
35239 Steffenberg-Niedereisenhausen
Telefon 0 64 64 / 277 10 12
Mail: nfs.dillkreis@ekhn.de

Holger J. Becker-von Wolff

ERGÄNZUNG: Notfallseelsorge: Neuer Ausbildungskurs startet im April 2025 // Info-Abend am 6. März 2025 um 18 Uhr in Herborn und am 13. März in Steffenberg

Konservative wollen einen Richtungswechsel

Während sich draußen der Rot/Grüne und antifaschistische Mob die Kehle heißer schrie, rangen heute im Berliner Kongresszentrum „CityCube“ die konservativen Kräfte von CDU und CSU auf ihrem Parteitag darum, einen Weg aus der völlig desolaten Situation unseres Landes zu finden. Nach dem Ende der unseligen Ampelkoalition soll nun eine Regierung unter der Führung der Christlich Demokratischen Union die dringend notwendige Richtungsänderung herbeiführen.

Die Parteivorsitzende von CDU Friedrich Merz und CSU Markus Söder ließen in ihren Reden keine Zweifel daran, dass dies mit der AfD ausgeschlossen sei. Schön und gut. Eine Koalition mit der FDP wird jedoch nur dann möglich sein, wenn die Ampel-Ausschalter über die notwendige fünf Prozent Hürde kommen. Der größte Teil der Menschen möchte auf keinen Fall, dass die Grünen (14 Prozent) und die SPD (15 Prozent) wieder in einer Regierung mitmischen.

Also hoffen die Granden der Unionsparteien, dass die Wählerschaft ihnen so viel Stimmen wie nur möglich gibt, um ihr Ziel, nämlich die Alleinherrschaft zu erreichen.

Während Friedrich Merz seine Rede mit einem ausgiebigen Rückblick in die Vergangenheit der CDU einleitete und dann wie man es von ihm kennt, sehr diplomatisch die Ziele seiner Partei verkündete, legte Markus Söder gleich von Anfang an so richtig los. Fast erinnerte seine Vorgehensweise an alte CSU-Zeiten unter Franz Josef Strauß. Sehr deutlich und klar verständlich legte er die Finger in die tiefen Wunden der Deutschen Republik und ließ keinen Zweifel daran, dass er diese schon bald entsprechend behandeln werde. Ob ihm das mit der Schwesterpartei gelingt, bleibt abzuwarten. Immerhin vermisste man bei den Schwarzen in der vergangenen Woche die notwendige Geschlossenheit.

Rein rechnerisch könnte ein Rot/Grünes Duo einer CDU geführten Regierung nicht im Wege stehen. Wenn jedoch die FDP außen vor bleibt, würde es eng werden. Merz müsste sich dann nach einem anderen Koalitionspartner umschauen und da käme wohl kaum die Grüne Partei in Frage. Die Schnittmengen zwischen Grün und Schwarz sind einfach zu gering. Den aktuellen Umfragen entsprechend steht eventuell BSW oder die LINKEN zur Verfügung. Fragt sich nur für wen.

Wenn Merz jedoch Rot und Grün ins Boot holt, wird das Gros der Wähler tief enttäuscht sein. Die Konsequenzen kann man sich leicht ausmalen. Ob es klug ist mehrere Millionen Wählern der AfD als Nazis zu bezeichnen und sie damit zu Parias zu machen, steht auf einem ganz anderen Blatt.

Mein persönliches Fazit: Wer wirklich den Abwärtskurs der Bundesrepublik beenden will, wird sich damit befassen müssen die Konservativen im Lande, also die CDU/CSU zu wählen. Alle anderen Träumereien mögen zwar verlockend erscheinen, aber wenn ein einst hochentwickeltes und geachtetes Land wie Deutschland nicht im Dunkel der Geschichte verschwinden soll, muss jetzt gehandelt werden.

Für die von Aufwieglern und Hetzern instrumentalisierten Rot/Grünen Brigaden auf den Straßen, die mittlerweile auch Parteizentralen und Geschäftsstellen der CDU bedrohen, hatte einst Lenin einen treffenden Satz. Die einstige Familienministerin Kristina Schröder sagte es heute noch treffender: „Die gehen nicht gegen Rechts oder Rechtsextreme auf die Straßen, sondern gegen alles was nicht links ist.“sig

Heimatschriftsteller und Meister der Glosse

Dass die schöne Stadt Herborn eine geschichtsträchtige Vergangenheit hat, steht außer Zweifel. Über Jahrhunderte hinweg gab es Blütezeiten, aber auch Not und Elend mussten die Menschen an der Dill über sich ergehen lassen.
Ein Herborner, der sich wie kein anderer in unendlich vielen Geschichten und Anekdoten mit dem Leben in der Stadt und seiner Bewohner befasste, war Walter Schwahn. Durch meine Freundschaft mit seiner Tochter Anne und deren Ehemann Artur Schmidt, bekam ich Zugang zu dem überwältigenden Fundus an Zeitgeschichtlichem aus der Feder dieses herausragenden Herborners. In loser Folge möchte ich mit seinen Geschichten die Erinnerung an ihn und sein Schaffen erhalten. sig

Heute: Wer war Walter Schwahn?

Walter Schwahn, der Herborner Chronist

Von Anne und Arthur Schmidt

Walter Schwahn kam 1908 in Herborn zur Welt. Das Geburtshaus, ein kleines Fachwerkhaus am Schulberg, gegenüber der Corvinschen Druckerei, steht schon lange nicht mehr. Hier hatte der legendäre „Onkel Otterbein“ um 1800 dem jungen „Pagenstecher“ Herborner Gespenstergeschichten erzählt.

Jede freie Minute verbrachte Walter Schwahn an seiner geliebten Schreibmaschine.

Der Corvinsche Hof, gleich gegenüber, steckte ebenfalls voller Geschichten. Aus diesem Ambiente zog der kleine Walter mit Familie zur Schule gleich nebenan ins „gelbe Häuschen“. Später in der „Rot Schul“ erlebte er deren Rektor Schuhmann, der damals auch die Herborner Heimatkunde pflegte. Seinen Schülern erzählte er in den Unterrichtstunden reichlich Herborner Sagen und Anekdoten. Er war es auch, der die schriftstellerische Begabung Walter Schwahns erkannte und sich bemühte ihn zu fördern.  

Das war jedoch damals gar nicht leicht. Der Besuch einer höheren Schule war schulgeldpflichtig und genau das war im Hause Schwahn knapp. Walter gehörte zu einer Generation, deren Leben durch die beiden Weltkriege verdüstert wurde. Was ihm mit dem von den Eltern mühsam Erspartem vielleicht doch noch die weiterführende Schulausbildung ermöglicht hätte, ging 1923 in der Inflation verloren.

Der Rektor vermittelte seinem Zögling eine Buchhändlerlehre, die der zielstrebige junge Walter erfolgreich beendete. Einen adäquaten Arbeitsplatz bekam er jedoch nicht. Die Weltwirtschaftskrise stürzte das Land und auch ihn in die Arbeitslosigkeit. Nach Notstandsarbeiten im Talsperrenbau im Rehbachtal bekam er eine Stelle in der Industrie, die er bis zum Eintritt in den Ruhestand im Jahre 1972 auch behielt.

Seine Stunde als Heimatschriftstellers schlug nach dem zweiten Weltkrieg. Die Herborner hatten beschlossen, 1951 das Jubeljahr 700 Jahre Herborn angemessen zu feiern und dazu auch ein Stück Heimatgeschichte auf die Bühne zu bringen. Das gab es anderswo schon länger, war aber in Herborn Neuland. Es wurde ein Wettbewerb ausgeschrieben, den Walter Schwahn mit einem Entwurf der „Barbara“ für sich entscheiden konnte.

Der Stoff stammte aus der Herborner Sagenwelt, verbunden mit handfesten historischen Überlieferungen des Stadtschreibers Hoen aus dem Dreißigjährigen Krieg. Entscheidend waren wohl die Vorlagen Schwahns die auf Erzählungen von Rektor Schuhmann um das „Spatenweiblein“ basierten. Diese Dramatisierung zeigten einen Walter Schwahn, dessen sicheres Gespür für packende Szenen und machtvolles Anliegen Botschaften zu übermitteln, schon damals ausgereift waren.

Die „Barbara“ ist ein Heimatstück der besonderen Art, weil es die sogenannten einfachen Leute in den Mittelpunkt rückt-Frauen und Männer gleichberechtigt. Der Konflikt, um den mit knapper Not und ausgerechnet von dem verachteten Scharfrichter verhinderten Justizmord an Barbara, lässt gerade die in der Heimatliteratur gerne paradierenden Eliten aus Politik, Militär und Kirche ziemlich kläglich aussehen.

Sechs Jahre nach dem Zusammenbruch der NS-Diktatur hielt Schwahn seinen Zuschauern damit einen nur leicht verfremdeten Spiegel vor. Er zeigte mit dem Stück wie es ist, wenn man aus Feigheit Unrecht geschehen lässt und wie Außenseiter mehr Anstand und moralische Kraft aufbringen als die „gesittete Mehrheit“.

Walter Schwahn blieb der Gattung Heimatspiel und seinen Überzeugungen treu. Die aus der „Barbara“ entstandene Trilogie „Unsere kleine Stadt“ zeugt noch immer davon. Sein unbeschwertes Stück „Das edle Haus-ein Herr auf Greifenstein“ gehörte zu seinem Spätwerk Es handelt von der legendären Wette des Grafen v. Solms-Greifenstein mit dem weltberühmten Marschall Turenne.

Die Handlung: Die beiden Haudegen beschließen statt einer Belagerung des Greifenstein ein Wettsaufen um die Festung. Dies allerdings zum Entsetzen von Hofgesellschaft und Geistlichkeit. Unstreitig und historisch belegt eine geniale Alternative zum Dillenburger Schlossbrand 1760.

Darüber hinaus war Walter Schwahn seinen Mitbürgern ein ständiger Begleiter durch seine wöchentlichen Beiträge im Herborner Tageblatt. Diese waren immer gewürzt mit echtem Herborner Humor und erschienen von 1957 bis zu seinem Tod im Jahr 1989.

Als wsw, wie sein Kürzel in der heimischen Zeitung lautete, für immer verstummte, fand sich für ihn kein Nachfolger. Walter Schwahns literarisches Lebenswerk ist ein Geschenk an seine Heimatstadt.  

Bei Stavros wird wieder getafelt

Für kommenden Mittwoch (5.Februar) hat Martin Theiß, bestens bekannt als Betreiber des ehemaligen Herborner Restaurant „Hohe Schule“, Leckeres für die Hähnchenfleisch-Liebhaber im Programm. Ab 18 Uhr wird aus der Küche des Omega-Grill Stavros in der oberen Hauptstraße der Duft von Poularden wehen.

Wer sich diesen Hochgenuss aus der Hand des langjährigen Spitzenkochs nicht entgehen lassen möchte, sollte schnell einen Platz bei Jessica Ghosh 0170 787 3623 reservieren.

Am vergangenen Mittwoch gabs Wildschwein-Ragout.

Hähnchen sind männliche oder weibliche Tiere mit einer geringen Mastzeit und einem Gewicht bis 1.200 Gramm. Tiere mit einem höheren Gewicht und etwas längerer Mastzeit bezeichnet man auch als Poularden. Geschmacklich besonders fein ist das Fleisch von Maishähnchen oder -poularden. Quelle: ARD Mediathek

Herwern dau Geldschlund

Dass die schöne Stadt Herborn eine geschichtsträchtige Vergangenheit hat, steht außer Zweifel. Über Jahrhunderte hinweg gab es Blütezeiten, aber auch Not und Elend mussten die Menschen an der Dill über sich ergehen lassen.
Ein Herborner, der sich wie kein anderer in unendlich vielen Geschichten und Anekdoten mit dem Leben in der Stadt und seiner Bewohner befasst hat, war Walter Schwahn. Durch meine Freundschaft mit seiner Tochter Anne und deren Ehemann Artur Schmidt, bekam ich Zugang zu dem überwältigenden Fundus an Zeitgeschichtlichem aus der Feder dieses herausragenden Herborners. In loser Folge möchte ich mit seinen Geschichten die Erinnerung an ihn und sein Schaffen erhalten.
Heute geht es um Herwern.

Walter Schwahn. Seine Schreibmaschine gibt es immer noch.

Herwern

Herborn sage die ganz feine, Doch die Annern, die ich meine, lasse es von ihrer Lippe immer noch als „Herwern“ hippe.

Herwern, och das geht ans Herz, Liebe, Leide, Freud un Schmerz. Alles tut sich hier vereine, als Juwelche, wie ich meine.

Herwernis und bleibt en Knäller, Aarwätz, Ulmer, Westerwäller hawwe in den schmale Gasse schon so manch Märkche hänge lasse.

Wer uns nie so recht erkannt, hat uns „Geldschlund“ stets genannt, weil er einfach nicht bedappelt, dass wer an der Angel zappelt, seine Seltenheit als Preiß, an de Mann ze bringe weiß!

Herwern, das so wunnerbar net nur selten is, auch rar, das mit seinem Altgemäuer mit so mancher alte Scheuer, seine Winkeln, seine Ecke sich vor nix brauch ze verstecke!

Fahrt ihr ruhig nach Tahiti, fahrt nach Spanien, nach Haiti, legt euch in den heißen Sand, faulenzt nur am Badestrand, tanzt nur Hula auf Hawaii, feilscht um Seide in Shanhai, aalt euch uff de höchste Spitze, tut nur am Äquator schwitze.

Nei, das ist net unser Bier, Herwersche die bleibe hier. Peife uff das Weltergebnis, Herwern das is dass Erlebnis.

Walter Schwahn

Auf das Bauchgefühl hören?

Die Evangelische Kirchengemeinde Hörbach lädt Frauen zum Frühstück ein: Am Samstag, 15. Feburuar 2025 von 9.30 Uhr bis 12 Uhr soll es im Haus Bodelschwingh, dem evangelischen Gemeindehaus Hörbach, auch um das Bauchgefühl gehen. Es wird um Anmeldung bis zum 10. Februar gebeten. Zu Gast ist diesmal Yogalehrerin Ines Paulick aus Fernwald bei Gießen. Sie führt durch den Vormittag – auch mit Atemtechniken, Körper- und Entspannungsübungen. Die teilnehmenden Frauen werden gebeten 10 Euro für das Frühstück zu zahlen. Die Teilnehmendenzahl ist begrenzt.

» Anmeldungen beim Evangelischen Pfarramt Hörbach, Telefon 02772 / 54979.

Holger J. Becker-von Wolff

Kommentar von Charles M. Huber

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 Liebe Freunde, habe bei meinem Nachmittags-Cappuccino die Debatte im Bundestag zur Verschärfung des Asylrechts verfolgt.

Auf das unterirdische Gerede des Noch- Kanzlers der #SPD, Olaf #Scholz möchte ich nicht zuviel Zeit verschwenden. Ihm geht es nicht um seine Partei, nicht um Deutschland, sondern nur um sich.

Sein Wahlkampfslogan „Besser für Deutschland, besser für Dich“ sollte eigentlich heißen, “ Besser für Deutschland, besser für mich.“ Mit ihm als Kandidat für die anstehende #Bundestagswahl hat sich eine ehemalige Volkspartei ihr eigenes Grab geschaufelt und das war die passende Rede dazu. Das von Donald #Trump abgekupferte, ständige Wiederholen von Inhalten wird hier in #Deutschland nicht den erwünschten Effekt erzielen. „Niederträchtig und infam “ in dessen Wortwahl, kann man auch zugleich auf Herrn Lauterbach beziehen. Ich wäre kein #Merz – Anhänger, wäre dieser ein Nazi.

Dann wären es auch die 85 Prozent der Deutschen, welche für die Verabschiedung des Asylpakets der CDU stimmen würden, auch wenn dafür die Stimmen der #AfD geschehen würde. Ich persönlich gehöre zu den 85 Prozent die dafür wären so, wie viele Freunde von mir mit sogenanntem #Migrationshintergrund. Nicht alle fühlen sich hier weder von der #SPD noch von den #GRÜNEN vertreten. Warum das so ist. Dazu zitiere ich eine Aussage, die ich bereits vor längerer Zeit gegenüber der BZ getätigt hatte. „Ich habe viele zornige, böse E-Mails bekommen, und alle kamen aus der linken Ecke. Dass sich ein vermeintlicher Ausländer für die Union starkmacht, passt nicht ins Weltbild der Linken. Sie meinen, sie hätten Farbige und Migranten für sich gepachtet, üben intellektuelle Bevormundung und reagieren bitterböse, wenn wir ihren Erwartungen nicht entsprechen und ihnen die Legitimation verweigern, sich zu unseren Fürsprechern aufzuschwingen. Dann fühlen sie sich um die generöse Geste scheinbarer Akzeptanz betrogen.“ Den ganzen Artikel dazu am Ende meines Kommentars.

Für mich ist die Politik, sowohl von der #SPD, als auch von den #GRÜNEN lediglich der Erhaltung deren Wählerklientel geschuldet und nicht dem Wohl unserer Gesellschaft. Auch wenn die Willkommenskultur von Kanzlerin #Merkel eingeleitet wurde, setzte die rot-grüne Koalition diese auf Biegen und Brechen weiter fort.

Wer hier der #CDU verwirft, nun ein Gesetz auf den Weg zu bringen , welches von der überwiegenden Mehrheit der Bevölkerung befürwortet wird, zeigt sein geringes Potential in Bezug auf die Bereitschaft für die Interessen der Mehrheit der Bevölkerung einzutreten. Was #Rassismus bedeutet, braucht mir ein Herr #Habeck nicht erklären. Dass sich dieser von im mehrfach verwendete Begriff durch eine im wahrsten Sinne maßlos gehandhabte Toleranz gegenüber straffällige Asylanten, durch Verschleppung von Ausweisungen abgelehnter Asylbewerbern , noch verstärkt hat, davon berichten mir viele Menschen anderer Hautfarbe und Herkunft aus meinem persönlichen Umfeld. Was das Erstarken der #AfD anbelangt, sollte sich unter dem Gesichtspunkt einer unsensibel und mit einem Höchstmaß an interkulturellem Unwissen gehandhabte Asyl- und Integrationspolitik von Scholz und Co., die ansteigenden Zustimmungswerte dieser Partei in den letzten zwei Jahren anschauen.

Und. Wer die eigene Gesellschaft nicht kennt, wer kann sich dann schon in die Gemüter anderer Kulturen hineinversetzen. Es ist eine nicht zu verleugnete Tatsache, dass diese Regierung der Katalysator für das Erstarken des rechten Randes, und somit hauptverantwortlich für die Veränderung unserer politischen Landschaft ist. In diesem Punkt muss man Christian #Lindner von der #FDP einfach Recht geben.

Selbst in der #Türkei in Bezug auf Syrer und in #Südafrika auch andere afrikanische Nationalitäten, ist das Thema illegale #Migration stark präsent. Auch wenn man dort überwiegend von ökonomischen Hintergründen sprechen kann, würde es einige sicher nicht davon abhalten, dies auch unter der Kategorie Rassismus interpretieren zu wollen. Xenophobie bezieht sich nicht zwingendermassen auf #Rasse. Viele sehen in Bezug auf ökonomische Gesichtspunkte, gegenüber Zuwanderern benachteiligt.

Tatsache ist, dass dieses von der augenblicklichen #Regierung fortgeführte #Asylchaos die Situation, die Akzeptanz für gut integrierte Migranten aus anderen Kulturkreisen massiv verschlechtert hat.

In der Vehemenz unter Einsatz verleumderischer Darstellungen wie sich SPD und GRÜNE heute gegenüber Friedrich Merz und der #CDU/CSU präsentiert haben, dürfte eine Koalitionsbildung mit einer der genannten Regierungsparteien schwierig werden. Dann haben Scholz, Habeck und Co. das erreicht, was sie eigentlich verhindern wollten, nämlich dass in der übernächsten Wahl, 2009 oder schon vorher, die #AfD als stärkste Kraft in den #Bundestag einziehen wird.

Die #Brandmauer von der die zwei Noch- Regierungsparteien sprechen wurden nicht durch Worte aus dem Munde von Friedrich Merz, sondern wenn, dann durch die Taten einer rot-grün Regierung zum Einsturz gebracht.

Der geheuchelte Humanismus dieser Regierung geht mir auf den Senkel, denn sie steht im Widerspruch zu dem Effekt den sie auslöst . Wer gegen illegale Einwanderung nicht entschieden vorgeht, unterstützt in erster Linie das ausbeuterische System der Schleuser, welche ihre „Kunden“ wie Tiere behandeln. Und erweist denjenigen rechtschaffenden Menschen egal ob alteingesessenen oder solchen anderer Herkunft einen Bärendienst. https://www.bz-berlin.de/arc…/auch-links-gibt-es-rassismus