Buchbesprechung.
Es ist nicht einfach in einem Land wie dem unseren Fehlentwicklungen zu beschreiben und schonungslos zu dokumentieren. Besonders wenn dabei das Thema Migration und die damit zusammenhängende Kriminalität beleuchtet wird, kann es sein, dass man dadurch in ein Wespennest sticht. Kein Handwerker sieht es gerne, wenn man seine Arbeit fachlich in Zweifel zieht und das ist bei Politikern nicht anders. Ganz besonders nicht, wenn ihnen eine immer stärker werdende Opposition im Nacken sitzt, beziehungsweise auf die Finger schaut.
Fehlentwicklungen bei der Exekutive, also dem ausführenden staatlichen Organ, sind auch für den Normalbürger sichtbar. Wenn diese Schwachstellen jedoch in Defiziten der Regierenden liegen und nicht den Polizei-Beamten vor Ort angelastet werden können, ist das nicht nur tragisch, sondern höhlt auch das Vertrauen der Bürger zum „Freund und Helfer“ massiv aus. Wer Polizistinnen und Polizisten verachtet oder gar angreift, dem ist der gesamte Staat nichts wert.
Während die politischen Blöcke, sprich Parteien, sich im „Grabenkrieg“ untereinander bis aufs Blut bekämpfen, laufen die Dinge im Land aus dem Ruder. Menschen, die aus den unterschiedlichsten Gründen in die Bundesrepublik strömen, verstehen diese oft selten entsprechend geahndete Verächtlichmachung noch weniger als „Nichtmigranten“, sprich Einheimische.
Liv von Boetticher, eine 39-jährige oft investigativ arbeitende, bekannte Journalistin, die absolut nicht im Verdacht steht den rechten gesellschaftlichen Rand zu bedienen, hat sich in ihrem neuen, gebundenen Buch „Wir verlieren dieses Land“ 336 Seiten lang mit den Phänomenen einer alleine gelassenen Polizei beschäftigt. Dass dabei sehr viele gesellschaftliche und andere politische Missstände mehr als nur gestreift wurden, liegt in der Natur der Sache.

Die Journalistin über sich:
Seit 2013 schlägt mein Herz fürs Fernsehen – doch egal ob TV, Online oder Print: Meine Dokumentationen, investigativen Reportagen und Beiträge finden Sie nicht nur im Fernsehen bei RTL und n-tv sondern auch in der Mediathek bei RTL+ (RTL Spezial im Online Stream ansehen | RTL+ (tvnow.de)) sowie online bei stern.de (Reporterin Liv von Boetticher wird mehrere Monate in Kabul leben | STERN.de), n-tv.de (Liv von Boetticher – n-tv.de) und rtl.de (60 Tage Frauenhass: Reporterin im Interview: Liv von Boetticher bei den Taliban | RTL News). Während meines journalistischen Werdegangs habe ich seit 2012 viele Stationen durchlaufen und viele Ressorts entdeckt. Seit 2015 arbeite ich nun in verschiedenen Funktionen für die Mediengruppe RTL, mit knapp 70 TV-Sendern und mehr als 30 Radiokanälen der größte private Radio- und Fernsehanbieter in Europa. Die Arbeit in einem solchen Unternehmen bietet viele Möglichkeiten.
Sehr objektiv und weitgehend unaufgeregt schildert Boetticher die Ergebnisse vieler meist anonymer Gespräche mit Polizistinnen und Polizisten. Was dabei herauskam ist erschreckend, weil es die Dinge in absolut schonungsloser Offenheit beim Namen nennt. Was viele Bürgerinnen und Bürger -besonders des linken Spektrums- in ihrer „Was-nicht sein darf-ist auch nicht-Blase“ nicht wissen oder einfach ignorieren, legt die Journalistin gnadenlos offen. Da das Thema illegale Massen-Migration die Beamten fast pausenlos bis an die Grenzen ihrer Möglichkeiten beschäftigt, widmet die Spiegel Bestseller Autorin ihm einen entsprechend großen Raum. Das gilt natürlich auch dem politischen Versagen in dieser Sache und der Unfähigkeit des Systems darüber Herr zu werden. Dass Deutschland den Kampf gegen das Verbrechen zunehmend verliert, ist für einen Rechtsstaat unannehmbar. Den Frust der Bürger nicht nur darüber bekommen die Polizeibeamten in voller Wucht zu spüren, obwohl sie am wenigstens daran etwas ändern können. Gut ausgebildet, chronisch unterbesetzt und von der Politik im Regen stehengelassen, löffeln sie eine Suppe aus, die weder schmackhaft noch sättigend ist.
Liv von Boetticher ist es mit dem hervorragend geschriebenen Werk gelungen, nicht nur Aufzurütteln sondern auch Informationslücken zu schließen. Bleibt nur zu hoffen, dass es auch von Politikern aller Couleur zur Kenntnis genommen oder besser noch gelesen wird. Das Buch ist unter der ISBN-Nummer 978-3690662567 im „Deutscher Wirtschaftsbuch Verlag“ erschienen und zum Preis von 25 Euro in jeder Buchhandlung erhältlich.
Meine Empfehlung:
Unbedingt lesen. Für „Wir verlieren dieses Land“ ist jeder Cent gut angelegt. Die Lektüre beseitigt zwar nicht den Frust über die gesellschaftlichen Fehlentwicklungen, hilft aber sie zu verstehen und richtig einzuordnen. sig/Foto: Gerdau