Mila Herok: erste Herborner Fußball Nationalspielerin

Von Artur Schmidt

Vor einem Jahr berichtete ich über den Wechsel der damals dreizehnjährigen Nachwuchsfußballspielerin Mila Herok aus Herborn. Damals traf die Schülerin der 7. Klasse des Herborner Johanneum Gymnasiums zusammen mit ihren Eltern die Entscheidung, vom Nachwuchsteam der Eintracht Frankfurt zur SpVg Aurich in Ostfriesland zu wechseln.

Mila Herok

Damit verbunden war natürlich auch ein Schulwechsel in die 8. Klasse des Ulricianum in der 43 000 Einwohner zählenden ostfriesische Kleinstadt. Keine leichte Entscheidung, in einer sehr wichtigen Lebensphase, das gewohnte Umfeld in Herborn zu verlassen.

Ein Jahr danach kann Mila äußerst positiv auf die vergangenen 365 Tage zurückblicken.

Die Sommerferien bedeuten für sie ein wenig Abstand zum Fußball zu finden, und wieder im Kreis ihrer Familie in der Eichendorfhöhe zu sein sowie wie früher, mit Bruder Noel und den Eltern, gemeinsame Aktionen zu unternehmen. So geht es zwei Wochen an die Ostsee, um Kraft für die Saison 2026/2027 zu tanken. Mila: „Der Aufenthalt in Herborn gibt mir die Möglichkeit, ein wenig hinter die Kulissen der jungen Ausnahmefußballerin im vergangenen Spieljahr schauen zu dürfen.“

Hast Du aus deiner Sicht den Wechsel nach Ostfriesland bereut?

Mila

In keiner Weise. Die Entscheidung, zusammen mit meinen Eltern, war die absolut richtige. Den Schulwechsel von einem Bundesland zum anderen hat mir nur wenige Probleme bereitet. Nach einer gewissen Eingewöhnungszeit hatte ich schnell den Anschluss gefunden. Ich habe sogar meine Schulnoten in Aurich verbessert. Sportlich gesehen war der Wechsel nach Aurich ein Volltreffer in vielerlei Hinsicht. Der Stress bis zu fünfmal in der Woche nach Frankfurt zu den Spielen und zum Training zu fahren ist nicht mehr vorhanden. Meine Trainer sind sehr zufrieden mit dem ersten Spieljahr und haben eine Positionswechsel von der Abwehr auf den Flügel erfolgreich vorgenommen. Ich habe bei allen Spielen zum Stammaufgebot gehört und jedes Spiel absolviert. Trotzdem freue ich mich wieder nach Herborn zu meiner Familie zu kommen. Papa und Mama waren sogar bei einigen Matches dabei.

Aurich ist seit zirka einem Jahr dein neuer Lebensmittelpunkt. Wie kommt man als junges Mädchen damit klar?

Mila

Ich hatte mit der neuen Situation eigentlich keine Probleme, zumal ich einige Mitspielerin aus der Vergangenheit kannte.. Wir wohnen dort in einer Drei Personen Wohngemeinschaft. Für die Verpflegung sorgen wir überwiegend selbst. Es fördert das soziale Verhalten und hat auch einen positiven Einfluss auf den Teamgeist in der Mannschaft.

Wie darf ich mir deine täglichen Alltag vorstellen?

Mila

Um 7.45 Uhr beginnt die Schule im Ulricianum, einer Schule, die in Kooperation mit dem SpVG Aurich sehr eng zusammen arbeitet. Das heißt Schule und Sport ergänzen sich und setzen je nach Dringlichkeit ihre Prioritäten. Dies erleichtert selbstverständlich die fußballerische Entwicklung eines jeden Einzelnen. Eigenverantwortlich gestalten wir dann ab 13 bis 15.45 Uhr den Nachmittag, bevor dann das tägliche Training ansteht.

Inwiefern unterscheidet sich das Training im Vergleich zu dem in Frankfurt.

Mila

Ich muss sagen, dass ich in der Zeit bei der Eintracht sehr gute Übungsleiter hatte und viel gelernt habe. Das Training in Aurich ist jedoch in vielerlei Hinsicht profesioneller. Wir werden von einem Trainer- Betreuerstab trainiert. Auf eine gute allgemeine Grundausbildung wird sehr großen Wert gelegt Da wir ständig vor Ort sind, ist eine effektive Trainingsteuerung wesentlich besser möglich.Wir bekommen von einer Ernährungsbetraterin Tips in Bezug auf gesunde und leistungsfördernde Ernährung. Bei Bedarf steht uns zudem ein Physiothrapeut zur Verfügung.

Bist Du mit deiner sportlichen Entwicklung zufrieden?
Mila
Meine Erwartungen wurden mehr als erfüllt. Dass ich mich als jüngste Spielerin des U 17 Teams so schnell und so gut einführen konnte, macht mich sehr zufrieden. Es ist schon spannend in den Ligaspielen gegen die Nachwuchsteams der Bundesliga wie Berlin, Bremen, Hamburg, und Kiel spielerisch mithalten zu können.
Der Höhepunkt meiner bisherigen sportlichen Kariere war die Berufung in die U 16 Nationalmannschaft von Polen. Im Mai durfte ich gegen Schweden und Kanada für das Geburtsland meines Vaters Martin auflaufen.
Warum für Polen?

Ich habe sowohl die deutsche als auch die polnische Staatsbürgerschaft.

Scouts des polnischen Fußballverbandes sind auf mich aufmerksam geworden und haben daraufhin meinen Vater gefragt, ob ich international für Polen spielen würde. Dies habe wir bejaht und somit bekam ich eine Berufung als Nationalspielerin in das ponische U16 Team.

Mila Herok im polnisches Nationalteam (1. Reihe 3. von rechts)

Dies bedeutet jedoch keinesfalls, dass ich auch über das achtzehte Lebensjahr für Polen spielen werde. Sofern die fußballerischen Leistungen es hergeben, werde mich erneut für Polen oder Deutschland entscheiden. Jetzt erst hat mir der Verband aufgetragen erst polnisch zu lernen, was ich gerade tue. Was für mich eine besondere Herausforderung darstellt.

Wann startest Du wieder in die Spielsaison 2026/27

Mila

Ich bin weiterhin noch für die U 17 spielberechtigt. Nach einem Trainingslager in Osnabrück beginnt die Ligarunde wieder im August.

Wir wünschen Dir weiterhin viel Erfolg verbunden mit den besten Wünschen, dass deine Ziel, eines Tages in der Frauenbundesliga auflaufen zu dürfen, in Erfüllung geht. Eine Weg, der durch viele persönliche und sportliche Faktoren beeinflusst wird. Wir drücken dir die Daumen, dass du weiterhin so erfolgreich wie bisher mit Leidenschaft den Frauenfußballsport nachgehen kannst. .

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