Übungsabend

„Vor den Erfolg haben die Götter den Schweiß gesetzt“ behauptete einst der griechische Dichter Hesiod. Vermutlich hat er Recht behalten und wenn man den Damen der Herborner Gesangsgruppe „CremFrech“ bei ihrer Probearbeit für ihr am 29. August 2026 geplantes Musical „ABBA & Friends“ zuhören darf, findet man das sehr bestätigt.

Sammeln zum Tonleitersingen

Ich hatte zum zweiten Mal die Ehre an einem weiteren Probeabend (immer montags um 19.30 Uhr) im Uckersdorfer DGH teilzunehmen und war begeistert davon, mit welcher Freude und welchem Elan die 31 Sängerinnen die sicher nicht leichte Arbeit bewältigen. Immerhin sollen sie am Premiere-Abend vor großem Publikum mit 14 ABBA-Songs debütieren. Ihr Chorleiter Marcin Murawski, der Nachfolger von Leuthold Ortelbach, feilte aus den verschiedenen Stimmen jede nicht ganz korrekte Nuance heraus und das war manchmal ganz schön anstrengend für beide Seiten. Die nahezu „professionellen“ aber ehrenamtlichen Sängerinnen von CremFrech hatten überhaupt keine Mühe damit ihre neuen Sangeskolleginnen zu integrieren. Immerhin hatten einige von denen vorher noch nie in einem Chor gesungen. „Die beißen sich mit Bravour durch“, bescheinigten ihnen die „alten Häsinnen.“

Iris Stanelle und Sarina Hagner-Gros die guten Seelen der Formation, die extra für das Musical unter „Frauen Projektchor ABBA & Friends“ firmiert, sind durchaus zuversichtlich, dass sie die große Aufgabe stemmen werden. Dennoch haben nicht nur sie ein wenig Sorgen, dass ihnen die Zeit davonläuft. Als Außenstehender teile ich diese Sorgen nicht. Die gesanglichen Qualitäten sind spitze und der Einsatz beispielhaft. Der „kleine“ Rest wird ihnen von dem umtriebig-humorvollen Chorleiter Murawski bis dahin noch „eingebläut“.

45 Minuten Probezeit vergingen wie im Fluge und das selbst mir als stillem Zuhörer. Sogar bei den ständigen Wiederholungen einzelner Passagen machte es Spaß zu erleben, wie sich die Sängerinnen bei jedem Durchgang steigerten. Die Ohrwürmer „Dancing Queen“ und „Gimmi, Gimm“ standen auf dem Probeplan und der Mann von der Sieg schien am Ende ganz zufrieden zu sein. Während die Damen sich auf zu Hause freuten, hatte er noch 60 Kilometer vor sich und auch die Vorbereitungsarbeiten für den nächsten Tag standen noch auf seiner Agenda. Bei 8 Chören kann er sich keinen Schlendrian leisten. Aber auch seine „Schülerinnen“ müssen einen Teil der Probearbeit im Selbststudium absolvieren.  

Die 25-jährige Lisa, eine Organistin, ist die Novizin in der Gruppe. Iris Stanelle hatte sie nach einem Gottesdienst, bei dem Lisa die Orgel spielte, „rekrutiert“ und rannte bei der jungen Frau förmlich die Tür ein. „Ich wollte eigentlich schon immer in einem Chor singen und sagte sofort zu“, meinte die ausgebildete Musikerin. Sie findet die Gemeinschaft sehr gut und den Chorleiter absolut sympathisch. Ob sie anderen Frauen raten würde im Chor mitzumachen, bejahte sie ohne Zögern.

Wer glaubt das Lieder einüben eine Kleinigkeit sei, wird bei den Proben eines Besseren belehrt.

Drei und teilweise vierstimmig zu Singen, ist eine Herausforderung

Links und 3. von links Sarina Hagner-Gros und Iris Stanelle

Die 25-jährige Luisa, eine Organistin, ist die Novizin in der Gruppe. Iris Stanelle hatte sie nach einem Gottesdienst, bei dem Lisa die Orgel spielte, „rekrutiert“ und rannte bei der jungen Frau förmlich die Tür ein. „Ich wollte eigentlich schon immer in einem Chor singen und sagte sofort zu“, meinte die ausgebildete Musikerin. Sie findet die Gemeinschaft sehr gut und den Chorleiter absolut sympathisch. Ob sie anderen Frauen raten würde im Chor mitzumachen, bejahte sie ohne Zögern.

Der Maestro konzentriert sich

sig/Fotos und Videos: Gerdau   

Musikverein Herbornseelbach spielt Benefizkonzert zugunsten der Evangelischen Beratungsstelle

Der Musikverein Herbornseelbach lädt am Sonntag, 29. März 2026, um 17 Uhr zu seinem traditionellen Kirchenkonzert in die Herborn-Seelbacher Kirche ein. Das Konzert ist seit vielen Jahren ein fester Bestandteil des kulturellen Lebens im Stadtteil und zieht regelmäßig zahlreiche Besucherinnen und Besucher an. In diesem Jahr erhält die Veranstaltung jedoch eine besondere Bedeutung: Der Erlös kommt der Evangelischen Beratungsstelle des Dekanats an der Dill zugute.

Kirchen-Konzert 2024 In Herborn-Seelbach

Die Beratungsstelle unterstützt Eltern, Kinder und Jugendliche, Erwachsene und Paare in herausfordernden Lebenssituationen. Sie bietet fachkundige Begleitung, Beratung und Entlastung – ein Angebot, das in der Region stark nachgefragt wird und für viele Menschen eine wichtige Anlaufstelle darstellt. Mit dem Benefizkonzert möchte der Musikverein diese wertvolle Arbeit sichtbar machen und aktiv fördern.

Die Musikerinnen und Musiker haben ein abwechslungsreiches Programm vorbereitet, das die besondere Atmosphäre der Herborn-Seelbacher evangelischen Kirche zur Geltung bringt. Der Eintritt ist frei. Am Ausgang wird um eine Spende gebeten, die vollständig der Beratungsstelle zugutekommt. Das Konzert wird vom Dekanat mitgetragen.

Der Musikverein freut sich auf viele Gäste und einen besinnlichen musikalischen Abend für den guten Zweck.

Programm für das Kirchenkonzert am Sonntag (29. März 2026, 17 Uhr)

  1. Highland Chathedral
  2. Trepak
  3. Afrika
  4. Irisches Segenslied
  5. Sound of Music
  6. Klarinettenkonzert
  7. The Floral Dance
  8. What the World Needs Now is Love
  9. Konzert Aranjuez
  10. One Moment in Time
  11. Over the Rainbow
  12. Abendsegen
  13. Morgens um Sieben
  14. Give us Peace
  15. Amacing Grace

Das Programm kann kurzfristig um einige Nuancen geändert werden. sig/Foto: Gerdau

Feierabendparken: Aldi stellt Anwohnern seine Parkplätze zur Verfügung

So geht es auch. Darüber sollten Gewerbetreibende auch in Herborn und Dillenburg nachdenken.

Wer in Ballungsgebieten wohnt, kennt den täglichen Kampf um die Parklücke nach Feierabend. Aldi Nord testet deshalb ab dem 20. März 2026 in Bochum ein neues Konzept: Der Discounter öffnet an ausgewählten Standorten seine Parkflächen für Anwohnende, sobald die Filialen schließen: Feierabendparken.

An der Hansastraße 41, Unterstraße 54 und Hattinger Straße 620 in Bochum stehen während der Testphase jeweils bis zu zehn Stellplätze bereit. Zwischen 18:30 Uhr und 8:00 Uhr morgens lässt sich das Auto dort sicher und vor allem günstig abstellen. Die Preise sind dabei eine echte Ansage: Eine Nacht kostet gerade einmal 2 Euro, für eine ganze Woche zahlt man 8 Euro und der Monat schlägt mit nur 20 Euro zu Buche.

nnDie Buchung läuft komplett digital über die Apcoa Flow App oder eine spezielle Webseite. Vor Ort müssen Autofahrer*innen lediglich einen QR-Code scannen, um den Parkvorgang kontaktlos zu starten. Aldi nutzt damit seine Flächen auch nach Ladenschluss sinnvoll aus und bietet eine echte Entlastung für das Viertel. Zuvor wurde as Konzept unter anderem in Köln, Augsburg und Düsseldorf von Aldi Süd getestet. 

Kinderkochkurs bei Lehr

Dass viele Köche den Brei verderben, widerlegten 14 „junge Hobby-Köche“ im Alter von 7 bis 12 Jahren beim ersten Kinderkochkurs in den Küchenräumen des Herborner Partyservice Lehr. Holger Lehr, Metzgermeister und Küchenchef war mindestes ebenso begeistert wie die Teilnehmer, die voller Elan an die Arbeit gingen. Dem umfangreichen Programm über mehrere Stunden, zollten die begleitenden Eltern großen Respekt.

Spätzle mit Tomaten oder Kräutern standen ebenso auf dem Küchenplan wie „Original Herborner Maultaschen“ mit Tomaten, Salat- und Championfüllung a la Holger Lehr. Dass Kinder gerne Nudeln essen ist kein Geheimnis. Wie die aber hergestellt werden schon. Es war von vorneherein klar, dass die Kinder so gut wie keine Theorie über sich ergehen lassen mussten, sondern sofort eigenhändig in medias res gingen. Beim nächsten Einkauf mit ihren Eltern im Supermarkt, werden sie wissen wie diese schmackhaften Teigwaren entstehen und in die Tüten kommen.

Fleisch schneiden oder Salatdressings und feinen Salat mit Orangenschnitten herstellen, gingen schon in Bereiche, die ein Auszubildender nicht direkt nach Firmeneintritt alleine erledigen darf. 

Wer mehr über Herstellungs-Techniken wissen wollte, bekam von Lehr Unterlagen auch über die Fleisch- und Wurstproduktion mit. Auch Rezepte, nach denen sie selbst gearbeitet hatten, waren dort zu finden. Kartoffeln mit Feta-Creme die anschließen im Ofen goldbraun gebacken wurden, ließen so manchen der Mädchen und Jungen das Wasser im Munde zusammenlaufen. Röstis mit Bergkäse oder Kartoffel-Karotten-Röstis durften die Kinder völlig selbstständig unter den Augen des Küchenchefs mit viel Einsatz kreieren. So ganz nebenbei entstand Raps für Finger-Food und zwar so toll, dass sie auf jeder Party hochgelobt worden wären.

Für die meisten der Kinder waren Caprese-Spieße relativ unbekannt. Die leckeren Beilagen ergeben eine köstliche und erfrischende Vorspeise. Sie bestehen aus frischen Tomaten, cremigem Mozzarella und aromatischem Basilikum und sind somit ideal für Partys sowie Picknicks. Was Wunder, dass diese gesunde Snack-Option natürlich am Abend nach der ganzen Schafferei ganz besonders mundete. Obwohl die Küchenmannschaft bereits schon um 15 Uhr anfing, kam der Feierabend für die Meisten viel zu früh.

Das gemeinsame Essen in den neuen Veranstaltungsräumen des Partyservice, an dem die Eltern natürlich auch teilnahmen, war dann das Highlight des Tages. Die eigenen Produkte mit viel Liebe und Körpereinsatz hergestellt, schmeckten ausnahmslos besonders gut.

Holger Lehr

Der Kinderkochkurs werde auf jeden Fall wiederholt, sagte Lehr und verriet, dass er im Rahmen seines beruflichen Werdegangs nicht zum ersten Mal mit jungen Menschen gearbeitet habe. Text: sig. Die Fotos wurden überwiegend von den Teilnehmern gemacht. Weiter Infos: Holger Lehr Phone: (02772) 58039981, Mobil: 0171 7710618, Mail: info@partyservice-lehr.de.

Foto der Woche

Tolle Frauen werden allenthalben abgebildet. Als mir dieses gestandene Mannsbild begegnete, war ich sofort davon überzeugt ihn in der Öffentlichkeit zu präsentieren. Seine Genehmigung holte ich mir vor dem Foto und heute hoffe ich die Damenwelt mit dem Bild des Skilehrers zu erfreuen.

Foto: Gerdau

Frühjahrssynode tagt in Dietzhölztal-Ewersbach

Herborn/Ewersbach. Die Synode des Evangelischen Dekanats an der Dill kommt zu ihrer Frühjahrstagung zusammen. Es ist einem Regionalparlament ähnlich. Hier werden gemeinsame Belange der evangelischen Gemeinden links und rechts der Dill beraten und Beschlüsse gefasst. Im Namen des Dekanatssynodalvorstandes lädt Präses Dr. Wolfgang Wörner zur 10. Sitzung der II. Synode des Evangelischen Dekanats an der Dill ein.

Die Frühjahrssynode tagt am Samstag, 28. März 2026 in Dietzhölztal-Ewersbach. Die Tagung beginnt um 9 Uhr mit einem Gottesdienst in der Evangelischen Margarethenkirche (Oranienstraße 40, 35716 Dietzhölztal). Die Andacht hält Pfarrer Stefan Föste, der als Alten-, Kranken- und Hospizseelsorger im Evangelischen Dekanat an der Dill von Dekan Andree Best eingeführt wird. Im Gottesdienst werden zudem vier Prädikantinnen und Prädikanten für ihren langjährigen Dienst geehrt. Im Anschluss findet die Frühjahrssynode im Evangelischen Gemeindehaus Oranienstraße 13 statt. Die Sitzung ist öffentlich.

Auf der Tagesordnung stehen die Haushaltspläne für das Evangelische Dekanat an der Dill 2026/2027 und die Stiftung Familie Leben, der Finanzausgleich 2026/2027 und der Beschluss der Eröffnungsbilanzen. Desweiteren wird ein neues Mitglied in den Beirat der Beratungsstelle gewählt. Auch der Dekanatskirchentag vom 12. bis 13. September 2026 wird unter Top 9 Thema sein.

Holger J. Becker-von Wolff

Verdienter Geistlicher geht in Ruhestand

Weilmünster, Ambachtal und schließlich Nenderoth – das sind die Wegmarken, die Pfarrer Reiner Lepper in seiner aktiven Zeit zurückgelegt hat. 26 Jahre war der evangelische Gemeindepfarrer als Seelsorger in den drei Orten tätig. Am Ostermontag, 6. April 2026 wird er offiziell in einen Gottesdienst um 14 Uhr in den Ruhestand verabschiedet. Pröpstin Sabine Bertram-Schäfer wird ihn in der Evangelischen Kirche Nenderoth entpflichten. Dekan Andree Best dankt und würdigt Reiner Lepper für seinen langjährigen und treuen Dienst als stiller Arbeiter im Weinberg des Herrn.  

Pfarrer Reiner Lepper hat erst im Frühjahr die Urkunde zum 25jährigen Dienstjubiläum persönlich von der Kirchenpräsidentin Christiane Tietz bei ihrem Besuch des Dekanatskonventes erhalten. Ostermontag wechselt Pfarrer Reiner Lepper in den Ruhestand.  
FOTO: BECKER-VON WOLFF

Der gelernte Mechaniker wechselte nach seinem Zivildienst bei der Evangelischen Kirchengemeinde Rennerod und Abitur über den Zweiten Bildungsweg am Hessenkolleg Wetzlar zum Theologiestudium nach Marburg. Nach abgeschlossener Ausbildung trat Reiner Lepper als Pfarrvikar den Gemeindedienst an der Evangelischen Kirchengemeinde Weilmünster am 1. Januar 2000 an. Im Juni 2000 wurde er von Propst Michael Karg im Alter von 39 Jahren in Weilmünster ordiniert. Lepper war sieben Jahre als Seelsorger in Weilmünster, Rohnstadt und Langenbach tätig. Er versah darüber hinaus auch im Evangelischen Dekanat Weilburg Vertretungsdienste.

2007 wechselt der Pfarrer an die Dill: Zunächst war er bis Ende Mai 2009 Pfarrer in der Evangelischen Kirchengemeinde Ambachtal und wechselte dann im Juni 2009 zur Evangelischen Kirchengemeinde Nenderoth: „Wenn ich mich an die Anfänge in Nenderoth erinnere, denke ich an meine Eltern zurück, die damals nicht sehr begeistert waren von der Idee, in der eigenen Heimatgemeinde Pfarrer zu werden, da der Prophet im eigenen Land bekanntlich nichts gelte“, sagt Pfarrer Lepper zurückblickend. Dennoch habe er es gewagt und zum Glück habe sich diese Befürchtung nicht wirklich bestätigt. „Ich glaube, das Verhältnis vom Pfarrer zur Gemeinde und umgekehrt war meistens gut und so war ich gerne hier am Heimatort Pfarrer“.

Zwar habe er manchmal Sätze gehört wie „Reiner, ich kenne dich noch, da warst du noch ein kleines Kind“ und so manches von dem, was er früher angestellt hatte, kam ihm gelegentlich noch freundlich zu Ohren. Aber eigentlich waren die gemeinsamen Geschichten auch stets ein Türöffner zu den Menschen in der Gemeinde „Ich habe es immer positiv verstanden, eben wie es auch gemeint war. Und manchmal habe ich noch die ein oder andere Geschichte zusätzlich erzählt und wir haben dann gemeinsam gelacht“.

Als Pfarrer haben ihn besonders die vielen Gottesdienste bewegt, die er mit der Gemeinde gefeiert habe. Neben Sonntags- und Festtagsgottesdienten, Taufen, Konfirmationen Jubelkonfirmationen, Hochzeiten waren die Beerdigungen besonders für ihn: „Letztere habe ich mit den Jahren immer lieber übernommen, weil man hier den Menschen ganz nahekommt und ihnen besonders gut etwas mitgeben kann, aber auch etwas zurückbekommt“, sagt Lepper, „das tut gut in einem Beruf, in dem man abends nicht sieht, was man mit den Händen gemacht hat wie noch zuvor im Beruf des Mechanikers“. Seelsorge und der Kontakt zu den Menschen – das war ihm wichtig.

Und was macht Reiner Lepper in seinem Ruhestand? „Nach dem aktiven Dienst will ich gerne verreisen und mir besonders Deutschland einmal genauer ansehen“, sagt er. Da sein Hobby vom Moped-Schrauben mehr zur Eisenbahn gewechselt ist, wird er sich vermehrt alte Bahnhöfe anschauen und Bahnbetriebswerke besuchen oder auch zu Dampfloktagen fahren. „Das Beste ist, meine Ehefrau Annette fährt da auch gerne mit“. Darauf freut sich Reiner Lepper besonders – und er will sich wieder mehr in der Natur bewegen als am Schreitisch zu sitzen. „Das ist für die Zukunft dringend nötig und wird meiner Gesundheit gut tun“, sagt er.

In der Vakanz-Zeit wird Pfarrerin Gudrun Fialla-Michel nach Absprache mit Dekan Andree Best und dem Kirchenvorstand in der Gemeinde tätig sein. Dekan Andree Best: „Ich danke Pfarrer Reiner Lepper sehr herzlich für seinen langjährigen und treuen Dienst. Sein Weg vom Mechaniker ins Pfarramt zeigt, dass Berufung manchmal überraschende Wege nimmt. Vielleicht hat ihn seine erste Ausbildung sogar geprägt: Ein guter Mechaniker sorgt dafür, dass alles läuft, ohne selbst im Rampenlicht stehen zu müssen. So hat auch Reiner Lepper über viele Jahre als stiller Arbeiter im Weinberg des Herrn gewirkt – verlässlich, nah bei den Menschen und aufmerksam für die entscheidenden Momente ihres Lebens.“

Text: Holger J. Becker-von Wolff

Unsere „irre“ Welt wird nicht einfacher

Meine Meinung

Ich bin dankbar, dass ich fast mein ganzes Leben in einer geordneten Umgebung verbringen durfte. Was jetzt aus meinem schönen Vaterland wird, ist kaum noch auszuhalten. Meine Eltern wären entsetzt, wenn sie das sehen würden. Mord und Totschlag, jeden Tag aufs Neue. Es wird geschossen, abgestochen und geprügelt. Armes Deutschland. Alles wird auf den Kopf gestellt. Wir retten das Klima, schalten die Kraftwerke ab und stellen fest, dass wir den weltweiten Klimawandel doch nicht im Griff haben. Die Energiekosten steigen trotz tausender WKA und Solaranlagen ins Unermessliche. Die Lebenshaltungskosten explodieren und die Spritpreise sind für den Großteil der Bürger nicht mehr zu stemmen. Und ausgerechnet ein SPD-Mann rät „steigt doch einfach auf E um.“

Wer motzt und dabei nicht penibel auf seine Wortwahl achtet, bekommt Besuch und gegebenenfalls eine Strafanzeige. Es wird gemeldet, angezeigt und denunziert. Dabei machen viele Bürger in Blockwartmanier mit und finden sich großartig. An was mich das erinnert, werde ich jetzt nicht schreiben. Stichwort: „Meinungsfreiheit.“ Die Bürger sind geduldig. Genauso wie sie die elende Preistreiberei hinnehmen, werden sie auch das große Euro-Spiel an den Tankstellen zwar klagend aber dennoch akzeptieren. Ich frage mich wo da die ganz persönlich Schmerzgrenze ist. Wenn diese sogenannte Preisentwicklung so weiter geht, ist für viele buchstäblich der Ofen aus.

Unsere Politiker gehen ganz cool damit um. In der kommenden Woche wollen sie mal darüber beraten und sich fragen was rechtlich möglich ist. Vorher wird garantiert das wichtigste Thema im politischen Raum besprochen: Die AfD ist weiter auf dem Vormarsch und um diese „gesichert Rechtsextremen“ zu stoppen können sie sogar auf die Hilfe der „Omas gegen Rechts“ zählen.

Die oberste Oma der EU stellt sich den Wiedereinstieg in die Atomenergie vor und kann auf die Unterstützung der EU-Granden zählen: Mit einer Ausnahme: Deutschland sei an die Vorgaben von Rot/Grün gebunden und die sagen nein. sagt Merz. Dass die Deutsche Autoindustrie lahmt, wird als Management-Fehler diagnostiziert. Zehntausende Arbeitnehmer werden „freigesetzt“ und das sind dann Kollateralschäden, würde man im Kriegsjargon sagen.

Apropos Krieg: Rheinmetall, der Deutsche Waffenherstellungs- Gigant, meldet überirdische Produktionszuwächse und Gewinnzahlen. Die Panzerbauer sind wohl das einzige Unternehmen im Lande, das sich im Zuwachsrausch befindet. VW denkt darüber nach sich daran zu beteiligen und Militärfahrzeuge in größerem Umfang zu bauen. Frieden auf der Welt, für den die Grünen jahrzehntelang gekämpft haben, wäre da kontraproduktiv.

Wie sich die Kämpfe in der Golfregion entwickeln, kann nur vermutet werden. Sicher ist jedoch, dass die Vereinigten Staaten dabei Federn lassen und die Weltwirtschaft sowieso. Kriege in der Welt haben schon immer eigene Dynamiken entwickelt und wer glaubt wir wären da fein raus irrt vermutlich. Im Augenblick tun sich Politiker und andere Experten schwer damit, einen Schuldigen für die Auseinandersetzungen zwischen Israel/USA und Iran zu finden. Das ist im Ukrainekrieg einfacher. Wir stecken derweil zig Milliarden an Sondervermögen und damit natürlich Schulden , in die Aufrüstung der Bundeswehr. Dieses Ziel werden die Strategen aber wohl erst in 10 Jahren erreichen. Eine der Vorrausetzung ist die personelle Aufstockung und da klemmt es gewaltig.

Mein Rat wäre eine Legion nach französischem Vorbild zu entwickeln, denn mit der Wehrpflicht wird das wohl nicht so einfach sein. Jetzt zahlt sich nämlich die jahrzehntelange Demontage der Deutschen Armee aus. Das ging sogar so weit, dass man Soldaten ob Wehrpflichtige oder Zeit-und Berufssoldaten ungestraft aus dem Links/Grünen Spektrum heraus als Mörder titulieren durfte. Kasernen wurden abgerissen oder verkauft, Bunker umgewidmet und alles unter der Prämisse: „Wir sind nur noch von Freunden umgeben.“

Es fehlt an allem, besonders aber an Geld und das was jetzt an Krediten aufgenommen wurde, stellt sogar die Reparationszahlungen nach dem WK I in den Schatten. Die haben wir übrigens erst vor wenigen Jahren vollständig abgezahlt. Der Sozialtopf schwillt zusätzlich derart stark an, dass er alle Investitionen im Keim erstickt. Man redet von mindestens 50 Milliarden per Anno. Der gesamte Bundeshaushalt 2025 beträgt knapp über 502 Milliarden Euro und die Nettokreditaufnahme ist immens hoch. Wer soll das alles zurückzahlen? Noch fließen die Steuereinahmen aus der Arbeit von immer weniger werdenden Steuerzahlern. Denen macht man gewollt oder möglicherweise auch ungewollt das Leben immer schwerer. Grob gesagt liegt das monatliche Netto eines Arbeiters bei rund 2 000Euro. Davon muss er Miete zahlen, ein Auto unterhalten, die Familie ernähren und viel versteckten Steuern beim Einkaufen abdrücken.

Auf ihr Auto sind die Meisten auf dem flachen Land angewiesen. Wer jetzt tanken muss, zahlt kaum noch zu bewältigende Preise. Aber: Auf einem Liter Benzin liegen 65,4 Cent Energiesteuer, plus 18,6 Cent CO2-Steuer. Je höher der Netto- Benzin-Preis durch die Treibstoffkonzerne vorgegeben wird, desto höher fallen die Steuern in die Taschen des Fiskus. Daher ist der Angriff auf die Treibstoff-Hersteller nur zum Teil berechtigt. Der Staat könnte locker die Steuerspirale nach unten drehen und die unsinnige CO2-Steuer komplett streichen.

Auch wäre es so langsam an der Zeit die Millionen-Geldgeschenke für viele Länder zurückzunehmen. Der Größenwahn, alle Welt mit Geschenken zu überhäufen, damit sie ihre Umweltverschandelung aufgeben und das Klima retten, war in Zeiten voller Kassen schon unsinnig und heute geradezu frevlerisch. Dadurch wird das Leben in unserer „irren“ Welt sicher nicht einfacher und angenehmer sowieso nicht. Es wäre aber zumindest ein Anfang und an die kommenden Generationen gedacht. Text und Foto: Siegfried Gerdau

Blasmusik mit dem Bickener Musikzug verbindet.

Von Siegfried Gerdau

Zu ihrem 12. Konzert lud am Samstag der Musikzug Bicken ins DGH Bicken ein. Die Frauen und Männer musizierten unter der Leitung von Gilbert Monter nach dem Motto „Blasmusik verbindet uns“ und so war es kein Wunder, dass das Haus ausverkauft war. Zahlreiche Angehörige der Egerländer Gmoi, Dillenburg, kamen wie zu jedem Konzert in vollem „Trachtenornat“ mit ihrer Landesvorsitzenden (Landesvüarstäihare) Gerlinde Kegel. Auch Freunde der Bickener aus Rechtenbach, Wismar und Rüddingshausen waren mit von der Partie.

Man muss kein ausgesprochener Fan sein, um die böhmische und mährische Blasmusik, wenn sie derart professionell wie vom Musikzug vorgetragen wird, einfach Klasse zu finden. Die 17 Männer und 4 Frauen sowie das Gesangsinterpreten-Paar Bärbel und Willi Wahle aus Eslohe im Sauerland, hatten für ihr fast dreistündiges Programm die besten Stücke ausgewählt. Auch mit dem Moderator und Universal-Genie Friedhelm Claas traf der langjährige 1. Vorsitzende des Musikzuges Henning Becker erneut ins Schwarze. Der kurzweilige Herborn-Seelbacher wird vom Publikum geliebt, weil er es ganz einfach kann.

Dem Vorsitzenden, der in Personalunion auch das Schlagzeug im Griff hat, stand die Zufriedenheit über die gute Arbeit seiner Musiker förmlich ins Gesicht geschrieben. Nicht viel anders erging es dem Konzertpublikum. Die Beifallstürme nach jedem Stück konnte man als Indiz dafür werten.

Mit „Textilaku“ dem Marsch der Textilarbeiter oder auch als Trentschiner Musikantenmarsch  bekannt und von Karol Padivy komponiert, eröffneten die Bickener das Konzert. Es folgten das Motto-Stück „Blasmusik verbindet“ und „Mein Flügelhorn“. Von diesen Instrumenten hatte die Formation gleich sieben Stück im Einsatz.

Mit Gilbert Monter, der seit 2013 den Taktstock oder besser seine Arme schwingt, ist dieser, nach einhelliger Musiker-Meinung, ein Glücksgriff. Der „etwas“ über 70-jährige Saarländer ist nicht nur ein Profi auf der Trompete, sondern hat im Verlauf seiner Laufbahn als Berufssoldat in verschiedenen Musikkorps der Bundeswehr zusätzlich zahlreiche Musikkapellen dirigiert. Heute leitet er sehr erfolgreich neben dem Bickener Musikzug auch das Blasorchester Wißmar.

Was wäre ein ausgebuchter Saal mit einer vollen Bühne von Blasmusik-Spezialisten ohne die entsprechende Technik. Dafür waren Heinz Clees und Thorsten Moser verantwortlich. Sie erledigten ihre Arbeit perfekt. Nach zahlreichen weiteren, auch teilweise nicht so bekannten Stücken, die der Musikzug mit Gesangsunterstützung von Bärbel und Willi intonierte, kam mit „Frühling an der Eger“ der musikalische Hammer gleich nach der Pause. Friedhelm Claas hatte es kommen sehen und wartete auf den „Gesang des größten Chors in Mittenaar“. Der blieb denn auch bei dem Blasmusik-Gassenhauer nicht aus. Die Anwesenden sangen aus voller Kehle mit und Mike Holler aus Haiger-Rodenbach, der in seinem jungen Leben bisher noch kein Konzert der Bickener ausgelassen hat, war außer Rand und Band.

„Liebling, ich hab dich tanzen seh´n“ fand genau so viel Anklang, wie die „Hartenberg-Polka“ oder „Egerland Heimatland“.  Mit „Sag nicht Adieu“ näherte sich das Spitzenkonzert seinem Ende zu und das kam dann mit der Spitzregenpolka „Böhmischer Traum“ nach Meinung aller Besucher viel zu schnell. An Himmelfahrt (29. Mai 2026) findet der 43. Bürgerfrühschoppen mit dem Musikzug ab 11 Uhr auf dem Parkplatz des Bickener Dorfgemeinschaftshaus statt. Der Eintritt frei.

Mehr Informationen bei Henning Becker unter 0170 400 9544. Fotos: Gerdau

Ein Vorbild für Hoffnung

Was wir heute von Paulus und den Bergmännern lernen können, darüber hat die Kirchenpräsidentin Christiane Tietz in Siegbach gepredigt. Sie war zu Gast beim 129. Bergmannsgottesdienst in der Evangelischen Kirche Eisemroth.

Den musikalischen Gottesdienst haben der Gesangsverein „1851 Einigkeit“ unter der Leitung von Michael Bertelmann, der Posaunenchor Eisemroth (verstärkt mit Spielern aus Manderbach und Herborn-Seelbach) unter der Leitung von Johannes Weg sowie Werner Rex an der Orgel gestaltet, die liturgische Leitung hatten Vikarin Nele Fornoff und Pfarrerin Jelena Wegner. Mit dabei waren vier Gäste des „Bergbau- und Feldbahnverein im Schelderwald“. Im Anschluss an den Gottesdienst gab es für die Gottesdienstbesucher Bergmannswurst nach einem Geheimrezept. Die Kirchenpräsidentin durfte später noch das Bergbaumuseum in Tringenstein besuchen.

Kirchenpräsidentin Prof. Dr. Christiane Tietz

Der Alltag durchdrungen von Hoffnung
 
Im Gottesdienst sagte Christiane Tietz, sie habe als Kind den etwa 400 Meter langen Stollen im Deutschen Museum in Münschen besucht. Das habe sie sehr beeindruckt. Ausgehend vom Predigttext aus dem Römer-Brief des Paulus und ihrer Kindheitserinnerung spannte sie in ihrer Predigt einen Bogen zu den Bergleuten, die mit ihrer schweren Arbeit sich täglich gefährlichen Situationen ausgesetzt sahen. Sie und ihre Familien hätten viel Mut und Standhaftigkeit in einem entbehrungsreichen Leben bewiesen – möglich wurde dies durch einen Grundfrieden in ihren Herzen.

„Der Alltag der Bergmänner war durchdrungen von Hoffnung. Oft wurden im Bergbau vor Schichtbeginn kurze Andachten gehalten und ein, zwei Lieder gesungen. Die Andacht wurde mit den Worten geschlossen: „Nun fahrt in Hoffnung an“. Diese Hoffnung war ganz konkret. Sie bezog sich nicht auf ein fernes Himmelreich, sondern auf die kommenden Stunden. Die Bergmänner konnten nur in die Grube einfahren, weil sie die Hoffnung hatten, dass Gott sie beschützte und sie am Ende der Schicht wieder ans Licht zurückkehren ließ“, sagte Tietz in Siegbach.

Grubenlampe als Zeichen der Hoffnung:



In schwierigen Situationen auf Hoffnung setzen  

Die Hoffnung auf Gott blende die Gefahren nicht aus. Das sei gerade in schwierigen Situationen nötig. Die Kirchenpräsidentin erinnerte an den Zusammenhalt der Kumpel unter Tage und das sie sich aufeinander verlassen können. Paulus war überzeugt, dieser Zusammenhalt liege daran, dass der Heilige Geist uns mit Liebe füreinander füllt, so Tietz.

Sie erinnerte an die Grubenlampen als Zeichen der Hoffnung: „Hoffnung heißt, beim Einstieg in das Dunkle und Schwere darauf zu vertrauen, dass Gott dabei ist“, sagte Tietz. Weiter sagte sie,  „in der Hoffnung wendet man den Blick vom Dunkel weg auf das, wo man Helligkeit entdeckt. Hoffnung heißt, das kleine Licht in der Lampe als Zeichen für das bald wieder kommende Tageslicht zu sehen. Hoffnung heißt, auf das Licht am Ende des Schachtes zu schauen, auch wenn die Auffahrt noch dauert“.

Von den Bergleuten lernen
    

Bergmänner könnten ein Vorbild der Hoffnung sein. „Wir Menschen heute können von Bergleuten lernen. Denn auch heute sind die Zeiten schwierig. Gemeinsam können wir sie besser bewältigen als jeder für sich. Mich hat gestern ein Brief des anglikanischen Erzbischofs von Jerusalem erreicht. Er bittet uns darum, aus Liebe zu allen Menschen für Frieden im Nahen Osten zu beten und für eine Rückkehr zu Verhandlungen“, sagte die Kirchenpräsidentin Prof. Dr. Christiane Tietz. Sie zitierte Bischof Hosam Naoum, der schreibt: „Die anderen sind nicht Feinde, sondern Nächste, ganz gleich, ob sie in Teheran sind, in Tel Aviv oder auf den Militärbasen am Golf.“

Die Kirchenpräsidentin der EKHN, Professor Dr. Christiane Tietz war zu Gast in Siegbach (v.r.) sowie weitere vier Gäste des Bergbau- und Feldbahnverein Schelderwaldes gemeinsam mit Pfarrerin Jelena Wegner und Vikarin Nele Fornoff.
Fotos: Matthias Schäfer

Bergbau hat lange Tradition in Siegbach 

Seit 129 Jahren gibt es den Bergmannsgottesdienst in Siegbach. Im Gottesdienst wurde auch der verstorbenen Bergleute gedacht. Besonders ergreifend ist das Steigerlied, das traditionell am Ende des Gottesdienstes gesungen wird. Die Kirchenpräsidentin war von der  festlichen Musik und der gut besuchten Kirche beeindruckt. „Es war für mich zu spüren, wie wichtig die Bergbautradition dort ist“. Nach dem Gottesdienst und dem Imbiss hat sie noch das Bergbaumuseum in Tringenstein besucht: „Ein ehemaliger Bergmann hat dort Werkzeuge, Kleider, Kristallfunde und viele Erinnerungsstücke zusammengetragen, damit diese Tradition in lebendiger Erinnerung bleibt. Ich bin glücklich, dass ich diese besondere Region unserer Kirche heute kennenlernen durfte.“

Holger J. Becker-von Wolf