Umfrage: SPD verliert wieder Punkte – Union baut Vorsprung aus

titelte T-Online gesternWenn  (04. 08.2022)

Meinung

Kein Wunder, dass die SPD immer mehr absackt. Man hört und sieht nichts mehr von der einstigen Volkspartei und in den Medien sind fast ausschließlich die Grünen präsent. Wenn jetzt die CDU ihr konservatives Profil deutlicher schärfen würde, könnte sich das Kräfteverhältnis noch sichtbarer zu ihren Gunsten verschieben. Die Menschen im Land brauchen endlich klare Antworten auf ihre drängenden Fragen und keine Phrasendrescherei. Sie brauchen keine Spruchbeutel, die ihnen sagen, wie lange sie duschen dürfen und dass sie ruhig ein wenig für den Frieden frieren können. Sie brauchen vor allem keine gut alimentierten Dilettanten an den Schalthebeln der Macht.  Es interessiert höchstens ein paar Ideologen, ob Deutschland alleine die Klimakatastrophe aufhalten kann. Die Welt wird eben nicht am Deutschen Wesen genesen. Dies gelang noch nie. Jetzt geht es um die wirtschaftliche Existenz und um den sozialen Frieden im Land.

Noch halten die Menschen still, obwohl vielen in den unteren Einkommensschichten das Wasser schon bis zum Hals steht. Sie wollen wissen, ob sie im kommenden Herbst und Winter ihre Gas-und Stromrechnungen bezahlen können und ob es genügend Energie für die Privathaushalte und vor allem die deutsche Wirtschaft gibt. Sie fragen sich, wie lange sie die ständig steigenden Lebensmittelpreise noch zahlen können. Sie wollen nicht hören, dass man überlegt, sie mit 70 noch arbeiten zu lassen. Sie wollen auch nicht ständig mit Horrormeldungen über bevorstehende Virusinfektionen überflutet werden. Vor allem wollen sie nicht hören, dass man mit Krieg den Frieden herbeibomben kann. Das deutsche Volk hat seine Lektion gelernt und begriffen, welches Leid „Großdeutschland“ über die Welt gebracht hat. Das wollen die Menschen nicht wiederholen und man hat man ihnen in den Nachkriegsjahrzehnten gründlich genug klargemacht, wie verbrecherisch das Nazi-Regime war. Wir haben gelernt, dass Krieg niemals gerecht und richtig ist. Vor allem begriffen wir, dass Angesichts der riesigen atomaren Bedrohung ein Krieg mehr denn je nur einigen Kriegstreibern und der Waffenindustrie dient. Der Rest bleibt auf der Strecke, auch wenn er auf der „richtigen Seite“ stand. Deutschland will auch nicht, dass Menschen in einem anderen Land für die deutsche Sicherheit zur Schlachtbank geführt werden. Wir hatten es geschafft unseren Kindern beizubringen, dass sie ihre Meinungsverschiedenheiten verbal austragen müssen. Das ist Diplomatie im Kleinen und sollte auch im Großen möglich sein. Wir haben Schwerter zu Pflugscharen umgeschmiedet, obwohl wir uns lange dagegen gewehrt hatten. Heute sagen uns die, die sich noch vor wenigen Jahren auf Demos mit der Polizei wegen Wiederbewaffnung und atomarer Aufrüstung prügelten, „das war alles gestern.“ Und die einstigen Ostermarschierer tönen im Brustton der Überzeugung: „Heute geht es um die Zeitenwende und da darf man schon ein wenig bewaffnet sein und sich mit diesen Waffen zur Wehr setzen. Man habe die Wehrdienstverweigerer und Friedensmarschierer immer falsch verstanden und wenn sie junge Soldaten beleidigt und verachteten, sei das ja alles so nicht gemeint gewesen. Die kurze Epoche, der deutschen Gewaltlosigkeit steht offenbar wieder auf dem Prüfstein und die Partei, der es seit weit über hundert Jahren vor allem immer um die soziale Gerechtigkeit ging, schaut mehr oder weniger tatenlos diesem Treiben zu. Regieren geht anders und darf sich nicht im Anschauen von Gasturbinen erschöpfen. Wenn der Grüne Schwanz weiter mit dem Roten Hund wackelt und dem das scheinbar nicht mal auffällt, stimmt etwas ganz und gar nicht

Von Siegfried Gerdau

Wildgehege-Hintergründe und Zukunftsperspektiven

Das Herborner Wildgehege ist derzeit ein viel diskutiertes Thema in der Bärenstadt. Der Förderverein Wildgehege, allen voran Vorstandsmitglied Christian Stuhl, sieht das Gehege mit seinen Tiergehegen und Kinderspieleinrichtungen in Gefahr und ist an die Öffentlichkeit gegangen. Mittels Unterschriftsaktion will der Verein eine breite Bürgerfront gegen die Stadt in Stellung bringen. (Siehe auch den Artikel in gerdaus-welt „Steht das Wildgehege vor dem Aus“).

Um was geht es? Der Neubau der Kallenbachtalbrücke am Rande der Stadt und im Zuge der A 45 wird schon in wenigen Jahren beginnen und dafür braucht man Platz. Dummerweise verläuft ein großer Teil der Brücke genau über das Wildgehege im Herborner Stadtwald. Das bedeutet, dass die bisherige Größe des Wild-Geheges stark reduziert werden muss. Die Planungen für die Brückenerneuerung sind schon seit längerer Zeit bekannt und die Stadt hat sich entsprechend in einem eigens dafür gebildeten gleichberechtigt besetzten Arbeitskreis, mit dem Thema beschäftigt. Dazu gehört auch der Förderverein Wildgehege Herborn.

Nun sind neue Aspekte hinzugekommen, die ohne die geplanten Bauarbeiten wahrscheinlich nie oder erst viel später, zu Tage getreten wären.

In einem Gespräch mit gerdaus-welt machte Herborns Bürgermeisterin Katja Gronau (parteilos) nachdrücklich deutlich, dass weder sie, noch Stadtverordnete und Magistrat die Tiere in der oberen Kallenbach „weghaben“ wollten. „Das Wildgehege soll erhalten bleiben, nur über den Umfang und die Form muss noch gesprochen werden“, sagte sie. Unbedingt werde die Stadt jedoch die Rechtssicherheit anstreben und da habe sie gesetzlich absolut keine Spielräume. Auch stehe für sie und natürlich auch für das seit längerer Zeit involvierte Veterinäramt, das Tierwohl im Vordergrund.

Katja Gronau

Was meint die Bürgermeisterin damit?  Obwohl das Herborner Wildgehege (nicht zu verwechseln mit dem Uckersdorfer Tierpark) mittlerweile 60 Jahre lang besteht, gab es bis zum heutigen Zeitpunkt keinen Bauplan und dementsprechend auch keine Genehmigung für seine Existenz. Dass der nun vom Kreis gefordert werde, läge in der Natur der Sache und sei auch nicht wegzudiskutieren. Nach Schätzung der Fachleute werde auch dieser Antrag nicht ad hoc erledigt sein, da sehr viele Ämter ihre Stellungnahmen dazu abgeben müssten. Von den geschätzten Kosten in Höhe von ca. 40 000 Euro ganz zu schweigen.

Dass man jetzt der Stadt vorwerfe, die genannten Gründe seien lediglich Vorwände und die Schließung des Wildgeheges die letzte logische Konsequenz, enttäuscht Katja Gronau schon ein wenig. „Wenn ich das Gehege hätte schließen wollen, wäre das schon vor zwei Jahren bei Bekanntgabe der Brückenbaumaßnahmen und dem daraus resultierenden notwendigen Flächenbedarf leicht möglich gewesen.“

„Wir, das heißt der Magistrat und ich, wollen das Gehege unbedingt erhalten. Dass die Fläche des Geheges reduzierte werden muss, steht jedoch außer Zweifel“, sagte Gronau. Ob dies 15 Prozent der jetzigen Größe oder vielleicht auch mehr sei, lasse sich zum augenblicklichen Zeitpunkt noch nicht schlüssig beantworten. Die Stadt habe in Dresden sechs Monate lang eigens einen städtischen Forst-Mitarbeiter zum Werks-Tier-Pfleger ausbilden lassen und das deute sicher nicht daraufhin, dass man die Anlage schließen wolle.

In den naheliegenden Hochwald könne man auf keinen Fall ausweichen. Die in Frage kommende Fläche gäbe einfach nichts Zusammenhängendes her. Dass aber bei Reduzierung der Ursprungsfläche auch der Wildbestand verringert werden müsse, sei eine logische Folge.

Aspekte, die in der ganzen Diskussion nur am Rande behandelt würden, seien die pflegerischen Maßnahmen der Wildtiere wie Impfen, Klauen-und Zahnpflege. „Ohne den Einsatz von Betäubungspfeilen geht nichts. Es sind halt keine domestizierten Lebewesen, die man mal eben beiseite nimmt und entsprechend behandeln kann“, sagt die Verwaltungschefin.

„Wir stimmen immer zu, wenn es um das Aufstellen neuer Spielgeräte geht. Wir sorgen für die routinemäßigen TÜV-Abnahmen. Alle Aktivitäten, die der Förderverein durchziehen möchte, lassen wir zu. Da blocken wir nie etwas ab“, fügt sie hinzu. Wir stimmten dem Lama Trecking zu, nachdem alle Auflagen vom Veterinäramt erfüllt waren.

Um die Vorbereitungen der Brücken-Baumaßnahmen zu ermöglichen habe die Stadt Klimmzüge gemacht, um einzelne Gehege zu verlegen. Es wurden Tiere anderweitig untergebracht. Die Zuwege wurden angepasst und dabei haben wir nie den Tierschutz und das Tierwohl aus den Augen verloren, betonte Katja Gronau.

Wie geht es jetzt weiter, Frau Bürgermeisterin?: „Der Magistrat muss einen Bebauungsplan erstellen. Der Flächennutzungsplan muss geändert werden und es müssen Ausgleichsflächen nachgewiesen werden“. Außerdem sei die Gatterhaltung bei verschiedenen Tierarten wie den Eseln fraglich. So habe der Waldboden für die Eselshufe zu wenig Abnutzungseffekt.

Dennoch und da wiederholt sich Gronau erneut. Wir wollen das Wildgehege nicht abschaffen, sondern das Meiste, was in der vorgegebenen Situation möglich ist, herausholen. „Aber und das ist Fakt, wir müssen die jetzige Fläche verkleinern und das heißt damit auch den derzeitigen Wildbestand.“ Auswildern sei in diesem Zusammenhang ebenso wenig eine Option, wie das Abgeben von Tieren in einen anderen Wildpark. Angedacht sei schon früher einmal, die Zusammenlegung des Tierparks in Uckersdorf mit dem Wildgehege in der Kernstadt. Das habe sich als undurchführbar erwiesen. Die völlig unterschiedlichen Tierarten und der große Platzbedarf stünden einer solchen Überlegung im Wege.

Fakt sei auch, dass alle Maßnahmen ohne ehrenamtliches Engagement kaum zu realisieren seien. Einer der Kommunalpolitiker brachte es im Verlauf eines vorherigen Gesprächs auf den Punkt: „Hört der Förderverein auf, gibt es auch kein Wildgehege in Herborn mehr.“

Für die Fortführung des Wildgeheges in anderer Form, hat Katja Gronau bereits viele Ideen. Sie stellt sich vor, zusätzliche Lehrpfade installieren zu lassen. Eventuell sogar einen Waldkindergarten zu installieren und vieles mehr. Auf jeden Fall braucht es noch ein Quarantänegehege. Das schreiben die Amts-Veterinäre der Stadt vor.

Das Gespräch mit der Bürgermeisterin führte Siegfried Gerdau

Vernissage im Gutshof

Von Siegfried Gerdau

Zu einer Vernissage lädt der Herborner Maler Tom Fischer am 07. August um 16 Uhr in das Herborner Hotel Gutshof ein. Unter dem Titel „Tagtraum“ stellt er in Kooperation mit den Berliner Künstlern Nikolas Fritz und Mohammed Wahid seine Träume in Form und Farbe vor. Die großformatigen Bilder werden anschließend als Dauerausstellung im Hotel und in der Herborner Kulturscheune, gleich nebenan, verbleiben.   

Tom Fischer mit einem seiner Werke

Tom Fischer hat sich mit seinen Werken konsequent dem Abstrakten genähert und sich mittlerweile dieser emotionalen, intuitiven Kunstrichtung in hohem Maße verschrieben. Die Negierung der klassischen und traditionellen akademischen Malerei und Zuwendung zur abstrakten Kunst in seinen Gemälden, ermöglicht ihm widersprüchliche Erfahrungen von Traum und Wirklichkeit in einem erweiterten Bewusstsein als komplexe Überwirklichkeit erfahrbar zu machen.

Er räumt seinem Unterbewusstsein zweidimensionale Realitäten ein, um diese letztendlich in Acryl zu manifestieren.

„Ich male sehr gerne abends oder in den Nachtstunden und lasse mich dabei von meinen Gefühlen leiten“, sagt der 24-Jährige. Was dabei unter seinen Händen entsteht, ist von verblüffender Eindringlichkeit und lässt den Betrachtern dennoch einen absoluten Raum für eigene Interpretationen.

Neben seinem Architekturstudium, welches er mittlerweile zugunsten der Wirtschaftswissenschaft aufgegeben hat, malt Tom so oft es ihm möglich ist. Mittlerweile sind sehr viele Werke unter seinen begnadeten Händen entstanden.

Die Liebe zur Malerei sei im Hause seiner Großeltern entstanden, erinnert sich der Autodidakt. Die zahlreichen Gemälde, die er dort immer wieder betrachtete, berührten ihn auf besondere Weise, aber er schenkte sein Herz dem Abstrakten mit seinen unbegrenzten Möglichkeiten in Formen und Farben. Diese nicht gegenstandsbezogenen Malweisen der Klassischen Moderne sind für ihn weit mehr als nur Berufung. Daher schließt er auch nicht aus, dass er sich irgendwann völlig der Malerei verschreibt. 

Die besonderen Fähigkeiten des jungen Herborner Malers, liegen darin starke Farben und Formen in ihrer maximalen, visuellen Stärke zu nutzen. Aus diesen Elementen erschafft er seine gelungenen Kompositionen. Obwohl sich dieses Markenzeichen von Tom Fischer durch sein gesamtes Repertoire zieht, mag er auch die stillen, unspektakulären Auftritte seiner Werke, die er ebenfalls schon in mehreren Ausstellungen präsentiert hat. Die Vernissage kann ebenso wie die sich anschließende Dauerausstellung, kostenfrei besucht werden. Sie endet gegen 20 Uhr. Foto: privat

Luckenbach backt Friedensbrot

Von Siegfried Gerdau

Die Aktion „Friedensbrot“ der Breitscheider Bäckerei Hartmann & Luckenbach war ein großer Erfolg. Am Montag übergab Firmeninhaber Jan Luckenbach (50) im Café Heimatliebe die stolze Summe von 2 800 Euro an Carmen Benner von der Breitscheider Ukrainehilfe.

„Mit einem solchen Ergebnis hätte ich nicht gerechnet“, sagte Bäckermeister Jan Luckenbach bei der Übergabe des Schecks. Die Kampagne sei von den Kunden sehr gut angenommen worden und viele hätten auch mehr als den geforderten Preis für das Brot mit der Friedenstaube gezahlt.

Die Idee zu der Aktion sei ihm spontan gekommen, als er mit den täglichen Schreckensbildern des unmenschlichen Krieges konfrontiert wurde. Bereits Anfang März 2022 habe er die ersten Brote gebacken und damit bei den Kunden offene Türen eingerannt. Immer wieder sei er, aber auch seine Mitarbeiter in den sieben Luckenbach-Filialen, darauf angesprochen worden.

Das „Friedesbrot“ kommt geschmacklich bestens bei den Kunden unserer Bäckerei an und die Devise „Gutes genießen und Gutes tun“, findet großen Anklang, so Jan Luckenbach. Von jedem verkauften Brot wandern 80 Cent für die Arbeit der Ukrainehilfe in ein Sparkästchen.

Carmen Benner, zeigte sich hocherfreut über das Engagement der Bäckerei und die Spendenbereitschaft derer Kundschaft. Dies sei für die Breitscheider Ukrainehilfe und ihrer ehrenamtlichen Helfer eine sichtbare Anerkennung. Mit dem Erlös der Aktion sei es möglich die schwer betroffene ukrainischen Bevölkerung noch mehr zu unterstützen.

Dass sie selber in vielen Nachtstunden all das Kleingeld in der Gesamtsumme von 2 800 Euro von Hand in Papier einrollen musste, sei ja nicht der Rede wert. Das hätte auch die Bank viel schneller erledigen können, aber die hätten dafür noch einmal Geld verlangt und das hätte den Gesamt-Betrag geschmälert.

Luckenbach überlegt derzeit, ob er die Spendenaktion aufgrund des großen Erfolgs verlängern soll. Auf jeden Fall will er die sogenannte Florians-Kruste dauerhaft in sein Brot-Sortiment aufnehmen.

Weitere Informationen per Mail: info@hartmann-luckenbach.de. Phone: 02777 6047. Foto: Gerdau

Nachtrag: Durch einen Übermittlungsfehler wurde im Herborner Tageblatt ein Spendenbetrag von 60 Cent pro Friedensbrot angegeben. Tatsächlich flossen aber 80 Cent in das Sparkästchen für die Ukrainehilfe. sig

Malerbetrieb Rometsch glänzt mit weiterem Meisterstück

Von Siegfried Gerdau

Eines der prächtigsten Fachwerkhäuser in der Herborner Altstadt, das 300 Jahre alte, 13 Meter hohe Haus Lehr auf dem Herborner Marktplatz 1-2, hat einen neuen Anstrich erhalten und zeigt sich wieder von seiner schönsten Seite. Das Herborner Maler-Betrieb Rometsch versah vier Wochen lang akribisch Eichenbalken um Eichenbalken sowie alle Fächer, mit einem Original-Farbanstrich in rotbrauner Farbe. „Die Denkmalschutzauflagen sind sehr präzise und wir müssen uns streng an die Vorgaben halten“, sagt Malermeister und Unternehmenschef Jens Rometsch. „Früher habe man die Farben noch nach Gefühl und Erfahrung selber mischen müssen“, fügt Altmeister und Firmengründer Anton Rometsch (78) hinzu. Das machen heute computergesteuerte Mischanlagen mit hundertprozentiger Genauigkeit.

Er selber baute sein Geschäft 1982 auf und übergab es 2008 an Sohn Jens. Wenn Anton Rometsch auch nicht mehr voll mitarbeitet, steht er dennoch so oft wie nötig als Ratgeber und auch schon mal als „Lückenfüller“ seinen Mann. Die Leichtathletik, der er sein gesamtes Leben frönte, zahle sich jetzt im Alter aus, sagte der immer noch leidenschaftliche Radfahrer.

Das Herborner Fachwerkhaus Lehr in neuem Kleid

Jens Rometsch ist dankbar für die väterliche Unterstützung. Nur in einer Sache kann auch er ihm nicht helfen. Der Facharbeitermangel, über den fast alle Handwerksbetriebe klagen, macht auch ihm zu schaffen. „Wir könnten zurzeit bis zu fünf Mitarbeiter auf einen Schlag einstellen“, sagt der 45-Jährige. Natürlich sind in dem Herborner Unternehmen auch junge Menschen, die sich zum Maler-Gesellen oder Gesellin ausbilden lassen wollen, willkommen.

Über mangelnde Aufträge kann der Meister ganz gewiss nicht klagen. „Wir haben die Bücher voll.“ Dass die Firma Rometsch auch den Auftrag für das Haus Lehr mit seinen diffizilen Schnitzereien bekam, liegt nicht zuletzt an dem hervorragenden Ruf des Unternehmens. Für die Auftraggeberin und Hausverwalterin des Hauses Lehr sei klar gewesen, dass nur dieser Betrieb in Frage kommt. Das mache Stolz und ohne seine guten Mitarbeiter hätte er die Arbeit nicht in der vorgegeben Zeit und der geforderten Präzision schaffen können, ist Jens überzeugt.

Immerhin habe man die kniffeligen Bemalungen von Weintrauben und anderen geometrischen Figuren frei Hand und ohne jegliche Abklebung durchgeführt. Auch die 48 Fenster mussten sehr sorgfältig, in mühevoller Kleinarbeit angestrichen werden. Einzig die Einrüstung war ein Problem. Immerhin sei das Haus ja vier Stockwerke hoch und da reichte ihr Firmengerüst nicht ganz aus. So habe man ausnahmsweise eine Gerüstbaufirma in Anspruch nehmen müssen.

Schon von weitem springt einem, aus der Bahnhofstraße kommend, das stattliche Haus ins Auge.

Kontakt und weitere Informationen. Phone: 02772 3819. Mobil: 0177 4913540. Mail: jensrometsch@t-online.de. Fotos: Gerdau    

23 neue Bachelor-Studierende starten in Friedhelm Loh Group

Lernen, wachsen, Chancen nutzen

23 Bachelor-Studierende haben im Juli ihr duales StudiumPlus-Programm mit Schwerpunkten wie Maschinenbau, Wirtschaftsinformatik und Logistikmanagement in der Friedhelm Loh Group begonnen. Nach der Begrüßung durch die Geschäftsführung und Studienverantwortlichen starteten die Nachwuchskräfte mit einem informativen wie ereignisreichen Einführungsprogramm rund um Besichtigungen der Unternehmensstandorte, Teambuilding und Grundlagenschulungen.

Markus Asch, CEO Rittal International (l.), StudiumPlus-Leiterin Anke Wojtynowski-Scharf (3. v. r.) und Ausbildungsleiter Matthias Hecker (r.) begrüßten die 23 neuen Bachelor-Studierenden der Friedhelm Loh Group. Foto: Rittal

„Es ist etwas ganz Besonderes, Sie heute begrüßen zu dürfen. Denn Sie und Ihre Perspektiven sind ein Geschenk für unsere Unternehmensgruppe“, empfing Markus Asch, CEO Rittal International und Vorsitzender der Geschäftsführung, die 23 neuen Bachelor-Studierenden der Friedhelm Loh Group in den Studiengängen Betriebswirtschaft, Ingenieurwesen, Softwaretechnologie und Wirtschaftsingenieurwesen.

Die jungen Nachwuchskräfte starten im StudiumPlus-Programm, einem dualen Studienprogramm in Kooperation mit der Technischen Hochschule Mittelhessen. Das Plus daran: die enge Verzahnung von theoretischem Wissen und praktischer Anwendung.

„Wir sind dankbar, dass Sie uns als Arbeitgeber Vertrauen schenken und den Weg zu uns gefunden haben“, ergänzte der CEO und gab den Studierenden wertvolle Hinweise und Mut mit auf den Weg: „Wir brauchen junge Menschen wie Sie, die sich entwickeln wollen, die vorangehen und ihren Beitrag leisten zu den Herausforderungen, denen wir derzeit begegnen.“ Lösungen zu finden und immer weiter lernen zu wollen, das seien wichtige Eigenschaften, um auch die Unwägbarkeiten der Zukunft erfolgreich zu meistern.

Sprungbrett für erfolgreiche Karriere

Als neue Mitarbeiter der Unternehmen Rittal, Stahlo, LKH, German Edge Cloud und Loh Services haben die Studierenden die Chance, ihre Ideen und Stärken einzusetzen. Denn gemeinsam mit den weiteren Nachwuchskräften der Friedhelm Loh Group werden sie aktiv an den Innovationen der Zukunft mitarbeiten und eigene Projekte im Kontext der digitalen Transformation der Industrie verantworten.

Wie das in der Praxis aussieht, davon überzeugten sich die Einsteiger direkt bei der Besichtigung der komplett digital integrierten Rittal Fertigung zur Produktion von Kompakt- und Kleingehäusen in Haiger. In der „Smart Factory“ bilden Industrie 4.0-Strukturen die Basis für hocheffiziente Produktions-, Logistik- und Kommunikationsprozesse – eine spannende Perspektive für die Fachkräfte von morgen. Weitere Programmpunkte der Einführungswoche: Die Besichtigung des automatisierten Hochregal- und Kleinteilelagers und des Rittal Innovation Centers, des Innovations‐ und Trainingszentrums der Schwesterunternehmen Rittal, Eplan, Cideon und German Edge Cloud.

Horizont erweitern, Freunde finden

Auch gemeinsames Englischtraining stand auf der Agenda der Einführungstage. Denn internationale Berufsperspektiven, zum Beispiel in Form von Auslandsaufenthalten und der Zusammenarbeit mit den Kollegen in den Tochtergesellschaften, sind fest im Arbeitsalltag der 233 FLG-Nachwuchskräfte verankert. Ebenso Teil des Einführungsprogramms: Seminare rund um das wissenschaftliche Arbeiten und die Unternehmenskultur sowie IT- und Sicherheitsschulungen. Diese veranschaulichen zugleich die vielfältigen Qualifizierungsmöglichkeiten, die Nachwuchs- wie Fachkräfte in der Friedhelm Loh Group erwarten. Begleitet werden sie – getreu dem Motto „lebenslanges Lernen“ – von der Loh Academy als unternehmenseigene Weiterbildungseinrichtung.

Beim Outdoor-Teambuilding haben die Studierenden schließlich ihr gegenseitiges Vertrauen gestärkt, Mut bewiesen und erste Herausforderungen gemeinsam gemeistert. Denn Zusammenhalt und Aufgeschlossenheit, das sind Werte, auf denen der gemeinsame Erfolg im Familienunternehmen aufbaut. „Jetzt beginnt eine aufregende Zeit, in der Sie lernen und persönlich wachsen, interessante Menschen kennenlernen und Freunde finden. Wir freuen uns, Sie auf dieser Reise zu begleiten“, begrüßte Anke Wojtynowski-Scharf, Leiterin StudiumPlus in der Friedhelm Loh Group, die jungen Talente. Text: Rittal

Neues Mundartgedicht von Ronald Lommel

SOMMERSPAZIERGANG

I Herwen stieh de Fiestern uff,

 de Sonn scheint medde nie,

en Desche uff dr Strohse stieh,

 do setz dich reuch mohl  hie.

Om Mardplatz es a ahler Burn,

 der plätschert fer sich hie;

verzehlt voe froier, en aach gern,

 doat whaot mir net verstieh.

Wer achtsam durch dej Stroße gieht,

 der kreijt recht vill ze sej,

voe Häuserwänn  bet Schnetzerei,

 en Mensche dremherrem.

Dej Häuser, dej om Kornmarkt stieh,

 sej ganz besonnersch stolz,

en soj doch merschdens nur gebaut,

 bet Lohme, Strue en Holz.

Wer Zeit hoat, gieht noch emed Eck,

 ihn Hob vo der Hug Schuel;

dej wor mohl Herwens bestes Steck,

 fer hunnerde voe Joahrn.

Noch äller es doat ahle Schloss,

 doch do kimmste net nie;

es sei denn dau wärscht a Vikar,

 doch dej sej leider rar.

Zeletzt de Kerche voe dr Stadt,

 dej stieht schun dausend Joar!

Hej koaste, woat aich arich schätze,

 bet Gott mohl werre schwätze.

Donoh giehste de Trabbe nob,

 en setzt dich oe en Desch;

en dengst beim Eis, Gebäck or Kaffie,

 i Herwen ess et schie.

             Ronald Lommel, Sommer 2022

Ronald Lommel

Der emeritierte evangelische Pfarrer Ronald Lommel ist nicht nur ein bekannt und sehr beliebter Seelsorger, sondern auch ein Plattschwätzer. Seine Gedichte und Geschichten, trägt er gerne in selbst komponierten Strophen vor und begleitet sich dabei auf seiner Gitarre. Weit über die Grenzen Herborns bekannt, sind seine jährlichen Gedichte über den Herborner Weihnachtsbaum. Einen weiteren hohen Bekanntheitsgrad hat er sich als Herborner Stadtführer erworben. Seine Vorträge hält er dabei natürlich auf Hochdeutsch. Wer des regionalen Dialektes mächtig ist, wird ihn jedoch mühelos überredet haben, es auf Langenaubacher Platt zu tun. sig/Foto: Gerdau

Vitos fährt E-Bike

Für seine 11.000 Mitarbeiter verteilt auf 114 Standorte ermöglich Vitos seit kurzem das Leasen eines Dienstfahrrad per Gehaltsumwandlung.

Nicht nur die enorm gestiegenen Spritkosten haben das Unternehmen in seiner Strategie bestätigt, das Radfahren zu fördern. Jochen Schütz, Vitos Konzerngeschäftsführer Personal und Finanzen hofft mit dieser Maßnahme einen Beitrag zur Verkehrswende zu leisten und gleichzeitig die Vitos-Beschäftigten zu entlasten. „Ich hoffe, dass die Mitarbeiter nun häufiger das Auto stehen lassen und stattdessen das Rad benutzen.

Das Leasing eines Dienstrades ist für die Beschäftigten möglich, die nach Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst (TVöD) bei Vitos beschäftigt sind. „Wir sind sehr daran interessiert, möglichst allen Beschäftigten den Wunsch nach einem Dienstrad zu erfüllen. Leider lassen das die Tarifverträge, an die wir gebunden sind, nicht immer zu“, betonte Schütz. So sei für Ärztinnen und Ärzte das Bikeleasing aktuell nicht möglich, da deren Tarifvertrag eine entsprechende Entgeltumwandlung noch nicht vorsehe.

Sylvia Bangert, Mitarbeiterin der Vitos psychiatrischen Tagesklinik Korbach, hat ein Dienstrad geleast hat. „Die Genehmigung durch den Arbeitgeber ging schnell und so konnte ich nach genau einer Woche mit meinem wunderschönen und ganz auf mich abgestimmten E-Bike nach Hause fahren.“

Beschäftigte, die ein Dienstfahrrad nutzen möchten, zahlen hierfür eine günstige monatliche Leasingrate. Sie wird in Form einer Gehaltsumwandlung vom monatlichen Bruttolohn abgezogen. Dadurch entfällt automatisch ein Teil der Lohnsteuer und Sozialabgaben. Dank der Anfang 2020 verbesserten Dienstwagenregelung sind nur noch 0,25 Prozent des Bruttolistenpreises als geldwerter Vorteil zu versteuern. In Summe führt dies zu einer deutlichen monatlichen Entlastung und einer spürbaren Ersparnis gegenüber dem normalen Erwerb eines Rads. Vitos übernimmt für seine Beschäftigten, die ein Dienstrad leasen, zudem die Kosten für das obligatorische Versicherungspaket, das unter anderem einen umfangreichen Diebstahlschutz bietet.

Nach Aussage der Konzern werde das Bikeleasing schon gut angenommen. Vitos hofft, dass kontinuierlich noch weitere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter das Angebot nutzen werden und aufs Rad umsteigen – für Umwelt, Klima, Gesundheit, die Verkehrswende. Und weil es einfach Spaß macht.

Text und Foto: Vitos

Buchvorstellung- „Das Maß ist voll“

Peter Hahne (70), der bekannte Fernsehjournalist und Buchautor klagt mit seinem neuesten Werk „Das Maß ist vollIn Krisenzeiten hilft keine Volksverdummung, erneut die politische (Fehl)Entwicklung Deutschlands an.

Auf 143 Seiten redet Hahne in dem Spiegel Bestseller Platz 1 über die neue Meinungsfreiheit im diversen Deutschland, Corona-Pandemie, von der Realität überholte Verschwörungstheorien und die Spaltung der Gesellschaft.

Sehr ausgiebig befasst er sich mit den Versäumnissen von Bund und Land vor und während der Flutkatastrophe, dem „Rassistischen Antirassimus“ und der „Islamisierung Deutschlands“. Peter Hahne der studierte Theologe, scheut sich auch nicht, der Kirche und insbesondere der evangelischen Kirche den Spiegel vorzuhalten. Er zitierte die WELT: „Die Kirche selbst hat das Signal gesendet, man braucht sie nicht mehr.“

„Wenn ich in die Kirche gehe erwarte ich, dass man über Sünde redet und mir die Leviten liest, weil das eben sonst niemand kann. Doch Sünde ist heute reduziert, pervertiert und minimiert auf Klimasünder, Dieselsünder oder AfD-Wahl-Sünder und Anti-Impf-und Anti-Regenbogen-Sünder. Für das alles braucht man keine Kirche, das kann man bei Grünen und Jusos billiger haben.“ Gregor Gysi.

In seiner launigen, treffenden Art mokiert er sich über die „Sprachpolizei“ und den ganzen „Gender-Gaga“.  Er lässt sich über den „Elektroschrott“ in deutschen Städten aus und meint damit das bisher „idiotischste Verkehrsmittel seit Erfindung des Rades“. Die moderne Landplage inmitten überfüllter Städte „nennen Insider auf neudeutsch E-Scooter.“

Das Schweigen der Frauen, wenn es um „Gruppenvergewaltigung junger Mädchen durch brutale Täter aus Afghanistan, Syrien oder aus dem Irak“ geht, ist für Hahne nicht nachvollziehbar. Seine Kritik macht nicht halt vor den Parteien und schon gar nicht deren Posteninhaber. Dass er weitgehend von der Peitsche der Gesinnungsprüfer verschont blieb, liegt wohl daran, dass der ehemalige Leiter des ZDF-Hauptstadtstudios nicht nur intelligent, Wort-und schreibgewandt ist, sondern auch ein umfassendes Wissen über die politischen Hintermänner und deren Machenschaften hat.

Hahne, einmal in Fahrt, legt dann er erst richtig los. Auf Seite 88 schimpft er: „Die Höchstform von Verachtung der Demokratie und Demokratie-Gefährdung ist es, sich selbst nicht an die Maßstäbe zu halten, die man dem Volk oktroyiert. Damit entlarvt man sich als das, was man ist: ein Funktionär des „geistigen Wandlitz“, jeder Parallelgesellschaft der Pseudoelite, wie es sie in der DDR gab. Weit weg von dem Volk und nah bei den Pfründen, erhaben und abgehoben.

Aus dem Inhalt entnommen.

Auch den Abbau von Höflichkeit und Umbau guter sinnvoller Traditionen prangert er in seinem Buch an. „Diese ewige Duzerei geht mir schon lange auf den Keks.“

Fazit: Für den Gegenwert von 12 Euro erhält der politisch und gesellschaftlich Interessierte ein Buch, dass sehr lesenswert ist. Mit seinen beliebten, pointierten Texten, greift Peter Hahne tief in die Abgründe von Doppelmoral und Lügen. sig/Foto ISBN 978-3-86995-120-1 Bastei Lübbe.

Foto und Text: Siegfried Gerdau