„Rennstrecke“ und ein kaputtes Wehr

Uckersdorf, an einem ganz normalen Donnerstagnachmittag. Ich stehe mit den Bewohnern von Haus Nummer 14, Burgerstraße direkt hinter dem Ortseingang von Burg kommend. Die Geschwindigkeiten, die hier gefahren werden, erscheinen nicht nur Thomas Janssen viel zu hoch. „50 Stundenkilometer sind das sicher nicht, ruft er das ein und andermal, wenn die Autos vorbeizischen. Dazu kommen die schweren, mit Steinen beladene LKWs. Davon, wie das rumpelt, wenn die Brummis mit viel Getöse und entsprechender Geschwindigkeit in die Löcher der defekten Straße „fallen“, konnte ich mir kurz darauf ein Bild machen. Das sei aber gegen den Motorenlärm nachts noch gar nichts, sagt Evelyn, seine Ehefrau. Dann würden auf der Strecke vor ihrer Haustüre regelrechte Rennen ausgetragen. Bereits das siebte Mal wurde ihrem PKW der Spiegel abgefahren. In ihrer Not stellten die Janssens ihr Auto mit zwei Räder auf den Bürgersteig. Prompt steckte ein Knöllchen an der Scheibe. „Das Fahrzeug darf nicht auf dem Bürgersteig stehen“, belehrte man das Ehepaar im Herborner Rathaus. Also stellten sie es auf die Straße. „Was da los war, kann man sich nicht vorstellen. Es wurde fortwährend gehupt und gebremst, dass die Reifen quietschten. „Das haben wir nicht lange ausgehalten und unser armes Auto wieder auf dem Bürgersteig geparkt“ sagte Evelyn Janssen. „Nur mit zwei Rädern, versteht sich“, fügte Thomas hinzu.

Sie wünschen sich Geschwindigkeitsmessungen. Das sei aber erst einmal in der Straße der Fall gewesen. Auch eine kleine Verkehrsinsel in der Mitte könnte den Verkehrsfluss bremsen. In Kirburg, auf dem Westerwald, könne man sich so etwas ansehen. Evelyn Janssen mag gar nicht daran denken, wenn irgendwann einmal ein Kind oder ein älterer Mensch an der 200 Meter entfernten Bushaltestelle unter die Räder eines der rasenden Fahrzeuge kommt. Jeden Morgen gehen dort viele Schulkinder über die Straße. Einen sogenannten Zebrastreifen gibt es dort jedoch nicht.

Ein ganz anderer Fall ist das Wehr, gleich hinter ihrem Haus. Dies wurde einst zusammen mit einem weitern oben im Dorf angelegt, um das Wasser des Ambach besonders bei Hochwasser in seiner Fließgeschwindigkeit zu bremsen. Viele Jahre lang hat das Bauwerk aus Bruchsteinen seinen Dienst getan.

So sah es einst aus und erfüllte seinen Zweck, den Ambach zu bremsen.

2003 lockerten sich ein paar Steinbrocken und es entstand ein verhältnismäßig kleines Loch. Die Janssens meldeten dies mehrmals im Rathaus, aber es erfolgte keine Reaktion. Der Schaden, den man mit kleinem Geld beheben können, wurde ständig größer. Als 2014 das Hochwasser des Abbachs darüber rauschte, wurde ein Drittel des Wehrs mitsamt der Fischtreppe fortgerissen. An der Stelle klafft heute ein richtiges Loch. Die Stadt reagierte auf Nachfrage aber es passierte immer noch nichts. Man gab den Eheleuten lediglich zu verstehen, dass die Wehre am Ambach sowieso irgendwann zurück gebaut werden sollen.

Verstanden haben Evelyn und Thomas Janssen das nicht und ich muss zugeben, ich auch nicht. Wozu wurden die Wehre denn einst gebaut? Wenn ich richtig informiert bin, um die Fließgeschwindigkeit des Baches bei Hochwasser zu verringern, damit die Flut in Burg keine Schäden verursachen kann. Spontan fiel mir das Ahrtal ein. Aber egal, die Fachleute werden wie immer schon wissen was sie tun. Getan werden müsste aber auf der Stelle etwas. Das Wehr muss repariert werden, schon alleine der Fische wegen oder will man dessen Abbruch durch die Wasserkraft alleine erledigen lassen. sig 

Das Lahn-Dill-Gebiet – wichtige „Wirtschaftsregion“ am Rande des keltischen Kulturkreises

Von Klaus Gerhard Schreiner

Auf Einladung des Herborner Geschichtsvereins referierte Dr. Frank Verse, Direktor des Vonderau-Museums in Fulda, in der Aula der Herborner Hohen Schule über die unterschiedlichen Besiedlungsphasen der Kelten im Lahn-Dill-Gebiet.

Dabei räumte der Vorsitzende der Hessischen Kommission für Archäologische Landesforschung mit der Vorstellung auf, bei den Kelten hätte es sich um einen einheitlichen Volksstamm gehandelt. Besser ist die Definition, dass sie als die Bevölkerung der Eisenzeit, also der Zeit des 8. -1. Jahrhunderts v.Chr., anzusprechen sind. Da es keine unmittelbaren schriftlichen Zeugnisse der Kelten gibt, können Erkenntnisse über ihr Wirken und ihre Lebensvorstellungen ausschließlich über archäologische Artefakte gewonnen werden.  Hierzu erläuterte Verse eine Vielzahl an Gegenständen, die er teilweise  vor ca. 20 Jahren selbst auf der Kalteiche ergraben und wissenschaftlich bearbeitet hat. Einen Schwerpunkt legte er dabei auf die Skizzierung der Entwicklungsstufen der keltischen Kultur.

Blick in die vollbesetzte Aula der Hohen Schule

Für eine aktuelle Sonderausstellung im Vonderau-Museum hat das Herborner Museum „Hohe Schule“ Exponate aus seiner Keltensammlung zur Verfügung gestellt. So konnte von Ulrike Litzba, Museum „Hohe Schule“, der Kontakt zu Dr. Verse geknüpft und der Vortrag organisiert werden. Zur Fuldaer Ausstellung „Eisen verändert die Welt“ wird der Herborner Geschichtsverein am 15.7.2022 eine Busfahrt organisieren.

Bekannt sind die kunstvollen Schmuckgegenstände der Kelten, wie etwa die Wendelhalsringe, die sich besonders als Bestattungsbeigaben finden.    Eine der wichtigsten keltischen Errungenschaften war jedoch die Erfindung der eisernen Pflugschar, mit der auch schlechtere Böden, im Gegensatz zum reinen Holzpflug, bearbeitet werden konnten. In der Folge stieg durch die deutlich verbesserte Lebensmittelsituation die Bevölkerungszahl an und auch Mittelgebirgslandschaften, wie etwa der nördliche Lahn-Dill-Kreis, konnten besiedelt werden.

So wurde die heimische Region zu einem der Zentren der Eisengewinnung am Rande des keltischen Kulturkreises. Dies dokumentieren Bodendenkmale und Grabungsergebnisse; der bekannte Heunstein bei Dillenburg, der Oberwald bei Herborn, Siedlungsreste bei Ritterhausen oder auf der Kalteiche bei Haiger sind Zeugnisse dieser Entwicklung. Dr. Verse vermutet noch eine Vielzahl an Siedlungs- oder Eisenverhüttungsplätzen, die bislang noch nicht entdeckt wurden.

Was ist aus den Kelten geworden?  Sie sind nicht einfach verschwunden, sondern wurden von den Germanen und Römern quasi „in die Zange genommen“ und gingen schließlich in deren Kulturen auf.

In humorvoller und äußerst fachkundiger Weise fesselte Dr. Verse seine Zuhörer in der voll besetzten Aula der Hohen Schule. Auch nach dem eigentlichen Vortrag traten viele Besucherinnen und Besucher in einen regen Austausch mit dem Keltenexperten ein.

Geschenkübergabe Klaus Gerhard Schreiner, 1. Vorsitzender Geschichtsverein Herborn e.V., an Dr. Frank Verse

Als Abschiedspräsent erhielt er eine Auswahl diverser Salzspezialitäten – als wichtiges Handelsobjekt der Kelten konnte so der Bogen zum Thema der Vortragsveranstaltung gespannt werden.

Fotos: D. Wieden

Steht das Wildgehege vor dem Aus?

In einem Brandbrief wendet sich derzeit der Förderverein des Herborner Wildgeheges an die Bürger von Herborn und Umgebung. Der Vorstandssprecher Christian Stuhl äußerte sich auch mir gegenüber, dass er persönlich nur noch wenig Hoffnung habe, die schöne Anlage mit ihren zahlreichen Tieren zu erhalten. Die angedachte Reduzierung des Wildgeheges wäre deren Ende.

Die Mitglieder des Vereins arbeiten mit viel Herz und übergroßem ehrenamtlichem Engagement schon seit Jahren für die Oase in der Nähe der Kernstadt. Tausende Mütter und Väter mit ihren Kindern und oft auch den Großeltern, haben das Gehege unter der Autobahnbrücke besucht. Unzählige Besucher der Stadt haben sich an den Lamas, Eseln und vielen weiteren Tierarten erfreut. Es wurden vom Förderverein Spielgeräte beschafft, aufgebaut und instandgehalten. Hütten und Ställe erstellt und vor allem immer viel Futter versorgt. Über allem stand das Tierwohl und das der Kinder, von denen viele noch nie ein lebendiges Tier so nah erleben konnten.

Bereits Revierförster Thomas Rittner hatte vor vielen Jahren die Vorstellung, dass kein Kind, keine Mutter oder Vater für den Besuch des Geheges Geld zahlen müsse. Seine soziale Einstellung übernahmen die Nachfolger und auch heute ist der Besuch der gesamten Anlage für alle Besucher kostenlos. Hierbei hatten und haben die Betreiber besonders die Familien im Auge, denen der Euro nicht so locker in der Tasche sitzt. Das Konzept stimmt und die Kindern sind seitdem zu Tausenden gekommen, um sich in dem vielseitigen Wildgehege ein paar Stunden zu vergnügen.

Das Herborner Wildgehege ist ein „weicher Standortfaktor“, den gerade Familien bei der Wahl ihres Wohnsitzes berücksichtigen. Seine Attraktivität hat die Einrichtung schon mehr als einmal unter Beweis gestellt. Die Aussage der Kreisverwaltung, „der Standort des Geheges sei ein Erholungswald , in dem kein Tierbestand gehalten werden darf“, ist unter den genannten Aspekten vermutlich nur ein schlechter Scherz.

Eine Zusammenstreichung der Gesamtfläche, auf der sich die einzelnen Gehege befinden, wäre sicher das Ende der Anlage und auch der Tod der Tiere. Die Mitglieder des Fördervereins sind traurig und diese Perspektivlosigkeit zehrt an ihrem Engagement. Noch viel trauriger sind jedoch die Kinder und ihre Mütter. Zu den Einschränkungen ihrer Kinderwelt durch Corona, kommen jetzt immer stärker wirtschaftliche Nöte auf die Familien zu. Gerade in solch einer Situation sollten keine Schließungsgespräche seitens der Stadt geführt werden. Im Gegenteil. Es ist nötig Zukunftsgespräche zu führen, die nicht den Abbau lebenswerter Einrichtungen zum Ziel haben.

Wenn dann noch die Menschen, die aus freien Stücken seit Jahren ihre Freizeit für die Tiere und deren Wohl einsetzen, plötzlich unter Druck gesetzt werden: „Wenn der Förderverein auseinanderbricht, wir das Wildgehege geschlossen“, muss man sich schon sehr wundern.

Herborn sollte wirklich anders sein und darüber nachdenken seinen Bürgern mehr als nur das schöne Altstadt-Ambiente zu erhalten. sig/Fotos: Fotofreunde

Liebe Freunde des Wildgehege Herborn,

liebe Bürgerinnen und Bürger von Herborn,

das allseits beliebte Wildgehege Herborn wird es bald nicht mehr geben!

Vor knapp 60 Jahren wurde das Wildgehege Herborn gegründet. Seitdem ist es stetig gewachsen und wurde immer beliebter. Es entstanden über die Jahre viele neue Gehege und Spielmöglichkeiten.
Leider hat es die Stadt versäumt, diese Einrichtung anhand eines Bebauungsplans zu genehmigen.

Im Zuge des bevorstehenden Autobahnneubaus der Kallenbachbrücke wurde schnell klar, dass die unmittelbar von der Baustelle betroffenen Gehege (Ziegen-, Muffelwild-, Damwild-, Lama- und kleine Teile des Rotwildgeheges) verlegt bzw. angepasst werden müssen.

So wurde am 01.10.2020 seitens einiger Herborner Parteien eine Beschlussvorlage auf den Weg gebracht, in der die Stadtverwaltung aufgefordert wurde, die verschiedenen Möglichkeiten zum Erhalt / zur Verlegung des Wildgeheges zu prüfen. Der Förderverein Wildgehege Herborn sollte bei den Planungen involviert werden. Dies sollte im Rahmen eines Zukunftsworkshops geschehen (siehe auch Anlage 1).

Der erste Zukunftsworkshop fand am 26.01.2021 statt. In diesem ging es um die möglichen Optionen:

  1. Vollständige Verlagerung des Wildgeheges
  2. Erhalt des Wildgeheges in seiner jetzigen Größe am Standort durch eine Übergangslösung
  3. Erhalt des Wildgeheges in reduzierter Größe am Standort
  4. Möglichkeiten der Zusammenarbeit mit der Tierpark Herborn GmbH.

Die verschiedenen Möglichkeiten wurden diskutiert (siehe auch Anlage 2).

Im Laufe des zweiten Zukunftsworkshop am 11.02.2021 wurde sich dann mehrheitlich für die sogenannte Variante 3 (erhalt in angepasster Form am jetzigen Standort) ausgesprochen. Die möglichen Flächen wurden wie folgt dargestellt:

Mit einer solchen Verkleinerung hätte der Förderverein mitgehen können, da noch genügend Flächen und Möglichkeiten zur Verfügung gestanden hätten.

Bei der dritten Sitzung des Arbeitskreises am 09.12.2021 wurde jedoch erläutert, dass es sich bei den jetzigen Flächen in denen sich das Wildgehege Herborn befindet um sogenannten Erholungswald handelt, in dem kein Tierbestand gehalten werden darf. Die Auswahl der möglichen Flächen wurde daraufhin weiter eingeschränkt: 

Die letzte Sitzung des Arbeitskreises fand am 12.07.2022 statt. Um es kurz zu machen, die möglichen Flächen wurden aufgrund von naturschutzrechtlichen Bedenken (Stichwort Erholungswald) weiter verkleinert:

Seitens des Fördervereins stellt sich die Frage, ob die Stadt Herborn weiterhin Interesse am Erhalt des Wildgeheges hat.

Die seitens der Stadt geplante Fläche beträgt ungefähr noch 15% der jetzigen Größe des Wildgeheges.

Wir als Förderverein, der ebenfalls sehr naturverbunden agiert, verstehen dass man sich an bestehende Vorgaben und Auflagen halten muss. Wir vermuten hier jedoch, dass die Stadt den Weg des geringsten Wiederstandes geht und diese Auflagen als Vorwand nimmt, das Wildgehege so unattraktiv zu machen, dass eine Schließung die letzte logische Konsequenz sein wird.

© 2021 Wildgehege Herborn | Erstellt mit Herz in Herborn | Impressum

Förderverein Wildgehege Herborn e.V.

Vorstand: Manuela Wind, Christian Stuhl, Friedhelm Immel, Michael Griebel

Nachhaltig und schick einkleiden bei MM-Outfits

Mode aus zweiter Hand für Damen und Herren bietet Monika Marcus seit kurzer Zeit in ihrem Second Hand-Shop and More „MM-Outfits“ in der Herborner Hauptstraße 18 an. Auf drei Etagen können die Kunden in dem Geschäft, schräg gegenüber der Metzgerei Herr, nach Herzenslust in den angebotenen Waren stöbern.

MM-Outfits in der Herborner Hauptstraße 18

Die 40-Jährige machte deutlich, dass sie mit ihrem Preisrahmen eine breite Kundenschicht ansprechen möchte. Von sehr günstig bis ins mittlere Segment, sei garantiert für alle etwas dabei. Auch die Kleidergrößen haben nach unten und oben sehr viel Spielraum. Neben den Artikeln aus zweiter Hand, verkauft Marcus auch Restposten, die sie relativ günstig anbieten kann.  

Damenbekleidung, Accessoires, Schmuck, Taschen, Schuhe und alles was das Herz noch begehrt, findet sich bei MM-Outfits in großem Umfang. Die Herren der Schöpfung müssen sich, ebenso wie die Hobby-Sportler, noch ein wenig gedulden. Die Herren-und Sportler-Mode ist noch im Zulauf.

Monika Marcus

Die Nachhaltigkeit durch die Doppelnutzung von Bekleidungsstücken, liegt der Geschäftsinhaberin sehr am Herzen. Nicht zuletzt deshalb wollte Monika Marcus schon immer ihren Traum, Besitzerin eines Second-Hand-Shops zu werden, verwirklichen. Die Liebhaberin schicker Mode weiß sehr genau was Frauen, aber auch Männer wünschen und ist nun mit ihren Ideen auf der Zielgeraden. Auch in Sachen Sportbekleidung hat die ehemalige Sportlehrerin die Nase vorn. Wenn sie demnächst in dem geräumigen Untergeschoss das sportive Angebot für alle Geschlechter drastisch vergrößert, bleiben bei den Kunden kaum noch Wünsche offen.

Das Ladengeschäft in der Hauptstraße 18, in dem unter anderen auch ein Trachtenladen war, besticht mit seinen alten Fachwerk-Balken auch im Inneren und einem ganz eigenen Ambiente. Im Erdgeschoss kann man durch eine Glasplatte in einen alten, freigelegten und beleuchteten Brunnen schauen. Daraus versorgten sich die einstigen Bewohner, wie auch in den anderen Häusern, mit Trinkwasser.

Die Öffnungszeiten: Montag, Dienstag, Donnerstag und Freitag von 10 bis 18 Uhr. Samstag von 10 bis 14 Uhr. Mittwoch ist Ruhetag. Information und Kontaktaufnahme Phone: 02772 57 666 30. sig/Fotos: Siegfried Gerdau     

Der Uhu greift an

Schreck in der Abendstunde im heimischen Raum. „Komm schnell und bring das große Tele mit. Da ist etwas über dem Wald hochgekommen, von dem ich nicht weiß was es ist“, ruft meine bessere Hälfte. Ich ahnungslos, die 90 D mit dem 150 bis 600er Sigma gepackt und rausgestürmt. Tatsächlich es sieht aus wie ein Uhu und …es ist ein Fesselballon, der wie ein Uhu aussieht. Fantastisch, auf was für Ideen die Leute kommen.

Wunderschön und erschreckend zugleich. Der Uhu, der ein Fesselballon ist. sig/Foto: Gerdau

Herborner Steuerberater KHP feiern

Von Siegfried Gerdau

Mit einer schönen Einweihungsfeier am gestrigen Freitag auf dem Gelände des Herborner Gutshof schloss das Herborner Steuerberatungsunternehmen KHP Koch Huttel PartmbB seinen Umzug von der Innenstadt in ihr neues Domizil Im Gutshof 3 ab.

Stefan Huttel (sitzend) und Benjamin Koch

Die Firmeninhaber Stefan Huttel und Benjamin Koch hatten sich mit dem Bezug ihres historischen Gebäudes Zeit gelassen. Alles musste ja im laufenden Betrieb erledigt werden und so kann sich das Ergebnis auch sehen lassen. Auf drei Etagen mit insgesamt 450 Quadratmeter, können sich die Klienten jetzt von den Chefs und deren 15 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern beraten lassen. Die großen, sonnendurchfluteten Räume sind geschmackvoll und mit der modernsten Computertechnik ausgestattet. So konnten sich die Eröffnungsgäste beim Rundgang durch das aufs Feinste renovierte Haus, auch über die Anwendungssoftware beim Dienstleister DATEV eG, Nürnberg direkt informieren.

Von links: Lars Heidemann, Jörg-Michael Müller und Claus Krimmel

An der Veranstaltung nahmen neben zahlreichen Gästen aus Wirtschaft und Politik auch der 1. Stadtrat Claus Krimmel, Stadtverordneten-Vorsteher Jörg-Michael Müller sowie der ehemalige Eigentümer des Gebäudes Bernd-Michael Müller teil.

Die Steuer-und Unternehmensberater Koch und Huttel beraten mittelständige Unternehmen bereits seit 2016. Sie kannten sich beide schon vorher, aus langjähriger beruflicher Tätigkeit, verriet der diplomierte Betriebswirt und Steuerberater Benjamin Koch. KHP ist auch Ausbildungsbetrieb. Auch in diesem Jahr werden zwei junge Menschen ihre Ausbildung bei Koch und Huttel antreten. „Wir haben keine Probleme gute Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu finden“, sagt Koch und fügt verschmitzt lächeln hinzu: „Vielleicht liegt das ja an dem neuen Gebäude in der traumhaften Umgebung.“

Ihr prosperierendes Unternehmen mit derzeit 600 Mandanten sei jedoch immer an guten Mitarbeitern interessiert. Auf die Frage, was denn Auszubildende an Qualifikationen mitbringen müssen, antwortete Koch wie aus der Pistole geschossen: „An erster Stelle Offenheit, Bereitschaft zur Kommunikation und Freude mit Menschen, sprich Kunden umzugehen. Alles andere vermitteln wir.“ So sei auch ein Abiturabschluss keine Voraussetzung für eine erfolgreiche Karriere in dem Unternehmen KHP.

Benjamin Koch freut sich über viele Präsente.

Die Einweihungsfeier wurde musikalisch von der Formation Green-Yellow-Lipstick mit Songs aus den letzten 8 Jahrzehnten vom klassischen Jazz-Standard bis hin zur fast vergessenen Rock- / Pop- B-Seite begleitet.

Weitere Informationen: www.koch-huttel-partner.de. Kontakt per Mail: info@koch-huttel-partner.de. Phone: 02772 8299 86-0. Fotos: Gerdau

Artistik auf dem Marktplatz

Auf dem Einrad jonglierte Janna Wohlfarth aus Dorsten mit langen Messern und ließ dabei auch noch einen Ball auf einem Stab kreisen. Die 29-jährige Artistin trat am Freitag bei strahlendem Sonnenschein zweimal auf dem Herborner Marktplatz auf und begeisterte das Marktpublikum mit ihren Kunststücken.

Stadtmarketing-Chef Jörg-Michael Simmer: „Die sympathische junge Frau hatte mich kontaktiert und direkt überzeugt. Ihre Performance passt sehr gut in das Herborner Konzept, Besuchern aber auch Einheimischen die schöne Herborner Altstadt noch attraktiver zu machen.“

Janna ließ sich bei ihren Darbietungen vom Publikum unterstützen und so hatte die fünfjährige Wendy die Aufgabe, ihr den Jonglierball in luftige Höhe zuzuwerfen. Beim dritten Anlauf klappte das auch perfekt. Lediglich die Verbeugung vor dem applaudierenden Publikum verweigerte sie ein wenig verschämt. sig/Fotos: Gerdau

Friedrich Merz zum Thema Energieknappheit in Deutschland

In Anbetracht der Tatsache, dass es jetzt auf jede gute Idee ankommt, um die Höllenfahrt ins Ungewisse zu bremsen, veröffentliche ich diesen Brief, den mir Friedrich Merz schrieb. Ich bin gerne bereit, auch andere Politiker zu Wort kommen zu lassen.

Lieber Herr Gerdau,

der Deutsche Bundestag geht an diesem Wochenende in die parlamentarische Sommerpause. Ob dies wirklich eine längere Sitzungspause sein wird, das ist mehr als ungewiss. Schon in der zweiten Juli-Hälfte könnte es eine weitere Verschärfung der Energieversorgungslage geben, und auch die Daten aus der Wirtschaft werden von Woche zu Woche beunruhigender. Nach der Verabschiedung der Energiegesetze in dieser Woche wissen wir allerdings, dass die Bundesregierung auf eine ganze Reihe von energiepolitischen Optionen verzichtet: Der Bundeskanzler hat während des letzten Europäischen Rates der Staats- und Regierungschefs der EU ein Angebot des italienischen Ministerpräsidenten abgelehnt, frühzeitig nach gemeinsamen europäischen Lösungen für die Zeit eines möglichen Versorgungsengpasses zu suchen. Damit droht eine Auseinandersetzung in der EU um den Zugang zu den Energiereserven, die der Auseinandersetzung um die Aufnahme der Flüchtlinge vor sechs Jahren in nichts nachstehen dürfte.

Die größten Gasreserven für Süddeutschland zum Beispiel liegen in einem Gasspeicher auf österreichischem Boden. Allein ein möglicher Streit um dieses Gas trägt das Potential eines größeren Konflikts mit unserem Nachbarn Österreich in sich. Der ganzen EU droht eine Schwächung genau in dem Augenblick, in dem sie ihre Stärke am dringendsten beweisen müsste. Die Bundesregierung hält fest an der Stilllegung der letzten drei noch laufenden Kernkraftwerke in Deutschland. Damit muss die Stromversorgung von 10 Millionen Haushalten auf Kraftwerke mit fossiler Energie, auf Kohle oder Gas, umgestellt werden. Anti-AKW ist für die Ampel offenbar wichtiger als die drohende zusätzliche CO2-Belastung. Wenn Frankreich mehr als 50 Kernkraftwerke laufen lässt, warum kann Deutschland nicht wenigstens drei am Laufen halten?

Auch Ersatz für russisches Gas ist bis heute nicht in Sicht. Es gibt keine neuen Lieferverträge, noch nicht einmal aus Katar, die Reise des Ministers für Wirtschaft und Klima dorthin bleibt ohne Ergebnis. Biomasse bleibt gedeckelt und wird kaum mehr als gegenwärtig zur Energieversorgung herangezogen. Dabei zeigt die Entsorgungsbranche auf, wie wir kurzfristig aus entsprechenden Anlagen zusätzliche Energie gewinnen könnten. Nur bei der Wasserkraft war die Koalition begrenzt einsichtsfähig und hat zum Abschluss ihres hektischen Gesetzgebungsverfahrens die Wasserkraft wenigstens nicht völlig aus der politischen und finanziellen Unterstützung herausgeworfen. Der Ausbau der Übertragungsnetze bleibt der Flaschenhals der Energieversorgung aus den Erneuerbaren, die Genehmigungsverfahren dauern unverändert sehr lange. Die Ausbauziele der Bundesregierung für Wind- und Sonnenenergie sind allein schon wegen der fehlenden Netze unrealistisch. Neben den Einschränkungen in der Sache hat sich die Bundesregierung entschlossen, die Opposition an den energiepolitischen Entscheidungen nur auf die allerletzte Minute zu beteiligen.

Die zuständigen Parlamentsausschüsse haben nur wenige Minuten vor Sitzungsbeginn und wenige Stunden vor Fristablauf mehr als 300 Seiten Änderungsanträge zur sofortigen Beschlussfassung vorgelegt bekommen. Ein geordnetes Gesetzgebungsverfahren ist so nicht mehr möglich, handwerkliche Fehler und Widersprüche in den Gesetzestexten sind unvermeidlich. Damit ist klar: Die Bundesregierung trägt ganz allein die Verantwortung für die Energieversorgung in Deutschland, sie trägt ab jetzt auch die alleinige Verantwortung für alle Versorgungslücken und die Folgen für private Haushalte und Unternehmen. Sie hat ein weiteres Mal unsere ausgestreckte Hand zur Mitwirkung und rechtzeitigen Beratung der immer schwieriger werdenden Lage ausgeschlagen. Gemeinsame und bessere Lösungen wären möglich gewesen.

Hoffen wir wenigstens, dass die Versorgung mit Öl und Gas im Verlauf des Sommers nicht noch schwieriger wird. Die Energiepolitik der Bundesregierung lebt ab dieser Woche eben leider nur noch vom Prinzip Hoffnung. Mit besten Grüßen für ein trotzdem gutes Wochenende,

Ihr Friedrich Merz

Nachruf

SCHÖNBACH (sige). Der TSSV Blau-Weiß Schönbach trauert um sein langjähriges Ehrenmitglied Gerhard Herr. Er war ein wichtiges Teil der TSSV-Geschichte. Seine Mitgliedschaft begann bereits 1952 als Vereinssportler.

Gerhard Herr

1992 wurde er zum 1. Vorsitzenden ernannt und übernahm sehr erfolgreich das Vereins-Zepter für viele Jahre. Seine segensreiche Arbeit setzte er später als Vorsitzender des Ältestenrats fort und war sich nicht zu schade, immer wieder als Platzkassierer zu fungieren.
Sein unermüdlicher Einsatz bei jeglichen Veranstaltungen sowie seine wertvolle Hilfestellung bei wichtigen Entscheidungen, werden dem Verein sehr fehlen. Schon beim Aufbau des Sportheims, der Organisation von Kirmes und Seniorennachmittagen wirkte er maßgeblich mit.
Das Engagement von Gerhard Herr in der Zeit seiner 70-jährigen Mitgliedschaft, wird dem 110-jährigen Verein unvergessen bleiben.

Dieter Weyel, 1. Vorsitzende TSSV Blau-Weiß Schönbach
Foto: Archiv S. Gerdau